29. MAI – 2. JUNI IN INNS­BRUCK/TIROL

Tabakovic nimmt „Finals dahoam“ in Angriff

Marina Tabakovic zählt zu den besten Tischfußballerinnen Österreichs. Und der Welt. Neben fünf Staatsmeistertiteln im Einzel und sieben im Doppel zieren auch nicht weniger als fünf Weltmeistertitel und drei Champions-League-Siege die Vita der 37-Jährigen. Zuletzt krönte sie sich 2022 in Nantes (Frankreich) gemeinsam mit Benjamin Willfort zum besten Mixed-Paar der Tischfußball-Welt.

Ihre letzten Titel im Einzel liegen jedoch schon ein wenig zurück. Nach einer Verletzungspause greift sie jetzt ausgerechnet in ihrer Heimatstadt Graz – bei der Tischfußball-Premiere im Rahmen der Sport Austria Finals 2023 powered by Holding Graz – an. Als Topfavoritin sieht sich die in Bosnien-Herzegowina geborene Steirerin nach ihrer Rückkehr aber noch nicht. Der ein oder andere Gramm an Gold – bis zu einer Unze wartet ja nach einem aufsehenerregenden Sponsoren-Deal auf die Tischfußballer:innen – dürfte sich aber ausgehen. Tabakovic tritt nämlich auch im Doppel, Classic Doppel und Mixed-Doppel an.

Wir haben mit der Sportlerin des TFC Hotshots über Emotionen, Konkurrent:innen, den aktuellen „Wuzzel“-Boom und natürlich die Finals gesprochen.

Marina, die Sport Austria Finals 2023 stehen vor der Tür. Kribbelt es schon?
Marina Tabakovic: Ich bin bereit und auch schon ein bisschen aufgeregt. Die Staatsmeisterschaft gilt in der Tischfußball-Szene als wichtigstes nationales Turnier. Gleichzeitig gilt der Bewerb auch als Qualifikation für die Weltmeisterschaften 2025. Es treffen die besten Spieler:innen des Landes aufeinander, von mir aus kann es losgehen.

Als Grazerin bist du mit dem Event in den vergangenen Jahren zumindest schon in Berührung gekommen. Gib am besten deinen Sportskammerad:innen aus ganz Österreich gleich einen Vorgeschmack: Was darf die „Wuzzel“-Elite von den Finals erwarten?
Tabakovic: Es ist vom Feeling her ganz anders, wenn man Teil eines großen Ganzen ist und parallel mit vielen Athlet:innen aus anderen Sportarten um den Titeln kämpft. Es ist eine große Ehre, mit Tischfußball bei den Sport Austria Finals vertreten sein zu dürfen. Das wird ein besonderes Gefühl.

Was dürfen sich Sportfans, die im Raiffeisen Sportpark vorbeischauen, von den Tischfußball-Bewerben erwarten? TFBÖ-Präsident Wagner hat ja gemeint: „Bei uns wird’s abgehen!“
Tabakovic: Damit hat er auf jeden Fall recht. Beim Tischfußball sind viele Emotionen dabei. Die Kontrahent:innen stehen nur einen Meter voneinander entfernt. Man bekommt als Sportler:in aber auch als Fan alles hautnah – seine Emotionen kann kaum jemand verbergen. Es wird also sicher auch mal lauter, zumindest aber intensiv. Es sind die besten Spieler:innen des Landes vor Ort, von den Juniors bis zu den Seniors. Tischfußball ist eine Sportart, die man sich gerne ansehen und die begeistern wird.

Hinter dem heimischen Tischfußball-Sport liegen erfolgreiche Monate mit dem Champions-League-Titel für den TFC Pielachtal, deinem Weltmeistertitel und jenem des Männer-Teams. Nun geht es bei der Premiere im Rahmen der Sport Austria Finals auch noch um echte Goldbarren. Erlebt die Sportart gerade seinen ersten großen Boom?
Tabakovic: Es ist gerade eine richtig gute Zeit für Tischfußball. Wir haben jetzt erstmals einen Sponsor. Solche Partnerschaften sind wichtig, dass eine Sportart wie Tischfußball wächst. Auch die Anerkennung als Sportart und die Aufnahme in die Sport-Austria-Familie wird uns viel bringen. Dadurch, dass Österreich an der Spitze immer erfolgreich war, hoffen wir in der Zukunft natürlich mit Unterstützung der Sportförderung mehr in den Breitensport investieren zu können. Wir wollen mehr Menschen motivieren, Tischfußball auszuprobieren.

Was macht die Faszination aus?
Tabakovic: Natürlich braucht man eine gute Hand-Auge-Koordination und schnelle Reaktionsfähigkeiten. Aber neben dieser physischen gibt es auch eine ganz große mentale Komponente. Es geht darum, sich und seine:n Gegenüber laufend zu analysieren und den eigenen Matchplan ständig anzupassen. Diese Vielschichtigkeit und die Vielseitigkeit machen es zu einer faszinierenden Sportart.

Kongeniales Duo I: Tabakovic mit Doppel-Partnerin Karen Scheuer (re. vorne).

Wie bist du damals eigentlich zum Tischfußball gekommen?
Tabakovic: Ganz klassisch: Ich habe zum ersten Mal beim Fortgehen gespielt. Zufällig hat mich die Obfrau des TFC Hotshots zu einem Match aufgefordert. Das Spiel war dann schneller vorbei, als ich schauen konnte. Ich habe mir gedacht: Das, was sie jetzt gerade gemacht hat, möchte ich auch können. Dann sind wir zum Training eingeladen worden.

Von der blutigen Anfängerin an die Weltspitze. Wie lange spielst du schon und wie oft pro Woche musst(est) du dafür trainieren?
Tabakovic: Ich spiele bereits seit rund 17 Jahren. Meine ersten Turniere habe ich 2006 bestritten. Wir trainieren mit dem TFC Hotshots zweimal pro Woche im „Immervoll“ am Lendplatz. Aber im Vorfeld großer und wichtiger Turniere weiten wir das auch schon einmal auf bis zu vier Mal pro Woche aus.

Mit welchen Erwartungen und Zielen gehst du in die Sport Austria Finals? Du warst immerhin in der Vergangenheit Champions-League-Siegerin und im Vorjahr mit deinem Kollegen Benjamin Willfort auch Mixed-Weltmeisterin.
Tabakovic: Ich hatte das Glück, in der Vergangenheit schon große Erfolge bei Staatsmeisterschaften feiern zu dürfen. Ziel ist natürlich wieder der Titel, allerdings bin ich nach meiner Verletzungspause – ich hatte eine langwierige Daumenverletzung – im Grunde noch im Aufbau. Ich habe noch nicht das Top-Level erreicht, deshalb wäre ich vor allem im Einzel mit einer Top-3-Platzierung schon zufrieden.

Kongeniales Duo II: Mit Teamkollege Benjamin Willfort gab’s 2022 WM-Gold im Mixed-Doppel.

Wer sind deine härtesten Konkurrent:innen?
Tabakovic: Im Doppel unter anderem meine Teamkolleginnen Melissa Mosser und Julia Holler. Sie werden wieder nur schwer zu schlagen sein. Im Mixed wird der Weg zu einem möglichen Titel wohl einmal mehr über Sophie Csar und Kevin Hundstorfer führen. Im Einzel gibt es sicher einige, die um Gold spielen, so auch meine Doppelpartnerin Karen Scheuer.

Worauf wird es im Kampf um die Goldbarren ankommen?
Tabakovic: Natürlich kommt es darauf an, wer sich wie gut vorbereitet hat. Aber ich gehe davon aus, dass alle ihre Hausaufgaben gemacht haben. Der Unterschied zu sonstigen Turnieren ist sicher, dass im Rahmen der Sport Austria Finals ein ganz anderer Druck herrschen wird. Wir kennen die Situation alle noch nicht. Die Frage wird sein: Wer kann mit der Situation am besten umgehen und lässt sich von den äußeren Umständen am wenigsten beeinflussen?

Du gehst als Grazerin mit Heimvorteil ins Turnier. Aber wie sehr gibt es beim Tischfußball wirklich einen Heimvorteil?
Tabakovic: Nein, das würde ich nicht sagen. Etwas anderes wäre es, wenn das Turnier auf unserem Vereinstisch und in unserem Vereinslokal stattfindet. Aber so habe ich „nur“ den Vorteil, dass ich während der Finals in meinem eigenen Bett schlafen kann. So etwas wie Heimvorteil gibt es im Tischfußball wahrscheinlich nur bei einer Weltmeisterschaft, wenn man einen „Heimtisch“ auswählt, auf dem andere Nationen eher ungerne spielen.

Gut, dann stellen wir doch zum Schluss die „Gretchenfrage“: Garlando oder Leonhart?
Tabakovic: Mein Herz schlägt für Garlando – hat es immer und wird es immer. Der Leonhart ist ein super Tisch und verzeiht Fehler vielleicht leichter als der Garlando. Wenn man aber einmal gelernt hat, den Garlando zu kontrollieren, kann man auf jedem anderen Tisch gut spielen.

Champions-League-Siegerinnen 2021: TFC Hotshots mit Tabakovic (2.v.r.).

Steckbrief:
Marina Tabakovic (37) aus Graz ist in Bosnien-Herzegowina geboren und bestreitet seit 2006 Tischfußball-Bewerbe. Mit ihrem Stammverein, dem TFC Hotshots, gewann die Steirerin 2014, 2018 und 2021 die Champions League der Frauen. 2015 und 2019 krönte sie sich zur Weltmeisterin im Einzel, 2011 (Team) 2017 (Doppel) und 2022 (Mixed-Doppel) eroberte sie ebenfalls WM-Gold. Bei Staatsmeisterschaften war Tabakovic bislang unter anderem fünf Mal im Einzel (2012, 2013, 2015, 2017 und 2018) und sieben Mal im Doppel (2010, 2013, 2014, 2015, 2016, 2017 und 2021) siegreich.

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