Disziplin, Druck und große Ziele
Mit gerade einmal 17 Jahren zählt Tamara Lehner bereits zu den größten Hoffnungen im österreichischen Karate. Die Burgenländerin kämpfte sich bei den Europameisterschaften in Frankfurt sensationell bis in den Bronze-Kampf der Allgemeinen Klasse vor und belegte am Ende Rang fünf. Nun richtet sich der Blick bereits auf die Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien in Wien – und langfristig auf noch größere Bühnen.
„Die letzten Wochen waren schon extrem intensiv“, erzählt Lehner lachend. Zwischen Schule, internationalen Turnieren und Training blieb zuletzt kaum Zeit zum Durchatmen. Umso mehr genießt die junge Kata-Spezialistin in dieser Woche ein paar ruhigere Tage mit ihrer Schulklasse in Barcelona. „Jetzt habe ich endlich Zeit, ein bisschen Freizeit nachzuholen.“
Zwischen Kata, Schule und großen Träumen
Dass Karate einmal ihr Lebensmittelpunkt werden würde, begann mit einem einfachen Zufall. Oder besser gesagt: mit ihrer Schwester. „Sie war zuerst beim Karate-Training bei Eva (Anm.: Pauschenwein) dabei. Ich bin immer mitgefahren, habe zugeschaut – und irgendwann musste ich einfach mitmachen“, erinnert sich die 17-Jährige. Seitdem habe sie kaum ein Training ausgelassen.
Besonders fasziniert sie die Vielseitigkeit ihrer Disziplin. „Beim Karate brauchst du einfach alles: Technik, Kraft, Ausdauer, Geschwindigkeit, Konzentration und Disziplin. Gerade bei Kata geht es um unglaublich viele Details.“ Mehr als 100 Katas gibt es im Karate, rund 70 bis 80 davon beherrscht Lehner. Fünf davon begleiten sie regelmäßig durch internationale Wettkämpfe – „die kann ich im Schlaf“, sagt sie schmunzelnd.
Der Übergang von der Jugendklasse in die Allgemeine Klasse brachte zuletzt neue Herausforderungen mit sich. „Da fehlt am Anfang einfach noch die Reife in der Kata. Das lernt man nur durch Wettkämpfe und Erfahrung.“ Gleichzeitig hat die Burgenländerin in den vergangenen Monaten enorme Fortschritte gemacht – sportlich wie persönlich. „Ich bin deutlich disziplinierter geworden. Ernährung, Regeneration und Schlaf sind mittlerweile extrem wichtig für mich.“
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Lernen, mit Druck umzugehen
Für großes Aufsehen sorgte Lehner zuletzt bei der Europameisterschaft in Frankfurt. Mit starken Leistungen erreichte sie bei ihrer Premiere in der Allgemeinen Klasse den Kampf um Bronze. Dort musste sie sich zwar geschlagen geben, trotzdem bleibt Rang fünf ein Ausrufezeichen auf internationaler Bühne.
„Diese Atmosphäre war komplett neu für mich“, erzählt sie rückblickend. „Große Halle, Lichter, Moderator, so viele Zuschauer – ich war unglaublich nervös.“ Gerade diese Erfahrung will die 17-Jährige nun für ihre weitere Entwicklung nutzen. „Im Nachhinein fand ich es richtig cool. Jetzt weiß ich, wie das abläuft, und freue mich schon auf die nächsten großen Kämpfe.“
Die Ziele sind klar formuliert: Medaillen bei Europa- und Weltmeisterschaften in der Allgemeinen Klasse – und vielleicht irgendwann sogar Olympia. „Wenn Karate wieder olympisch wird, möchte ich unbedingt dabei sein.“
Zuvor wartet allerdings bereits das nächste Highlight: die Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien in Wien. Bei Österreichs größtem Multisport-Event stand Lehner in den Nachwuchsklassen bereits zweimal auf der Tatami, heuer wartet mit dem Finale am Rathausplatz allerdings ein ganz besonderer Rahmen. „Ich bin schon gespannt, wie das Outdoor sein wird. Hoffentlich bin ich nicht ganz so nervös wie bei der EM“, sagt sie mit einem Lächeln.
Trotz aller internationalen Ambitionen wirkt Lehner bemerkenswert bodenständig. Kraft schöpft sie beim Spazierengehen, Laufen oder Radfahren – einfach Zeit für sich selbst. Und einen Lieblingsort gibt es inzwischen auch: die neue Trainingshalle in Mattersburg. „Das ist momentan definitiv mein Place to be.“
