Welche konkreten Rückmeldungen habt ihr von den Sportverbänden und den Aktiven erhalten?
Die häufigste Rückmeldung war: „Damit habe ich nicht gerechnet. Ich habe noch nie erlebt, dass mein Sport so viel Aufmerksamkeit und so großen Zulauf bekommt.“ Ein schöneres Feedback können wir kaum erhalten, denn genau dafür gibt es die Finals.
Wir möchten den Sportarten in der Woche der Entscheidungen eine gemeinsame Bühne geben und ihre Attraktivität für die Bevölkerung sichtbar machen. Auch sportlich gab es beeindruckende Zahlen. Beim Triathlon in der Seestadt hatten wir allein bei den Sprint-Staatsmeisterschaften rund 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer – ein Rekordfeld. Die Finals sind eine Plattform für Athletinnen, Athleten und Verbände. Dabei geht es neben medialer Berichterstattung vor allem darum, die Bevölkerung für Sport zu begeistern.
Warum ist diese Begeisterung aus deiner Sicht so wichtig?
Mein größtes Anliegen ist es, Kinder und Jugendliche zum Sport zu bringen. Dafür braucht es sogenannte Hero-Momente und Vorbilder – unabhängig davon, ob sie männlich oder weiblich sind. Kinder brauchen Motivation und ein Ziel, auf das sie hinarbeiten können. Das entsteht vor allem durch echte Emotionen.
Auf Instagram oder TikTok gibt es meist nur einen kurzen Reiz, der beim nächsten Video schon wieder verschwunden ist. Wer hingegen einen Wettkampf live erlebt, hört den Jubel, sieht einen entscheidenden Punkt oder einen gewonnenen Kampf und spürt die Emotionen unmittelbar. Solche Erlebnisse können Menschen langfristig für eine Sportart begeistern. Genau diese Hero-Momente wollten wir am Rathausplatz schaffen – und wir haben sie geliefert.
Kann man sagen, dass sich die Sport Austria Finals spätestens mit der Austragung in Wien endgültig etabliert haben?
Bei den Verbänden waren die Finals schon davor angekommen. In diesem Jahr waren rund 40 Verbände dabei – das sind etwa zwei Drittel aller österreichischen Sportverbände. Wien war aber der Turbo, den wir jetzt gezündet haben.
Die zusätzliche Wahrnehmung bei den Verbänden und die Begeisterung in der Bevölkerung waren enorm. In einer Stadt wie Wien, in der laufend große Sport- und Kulturveranstaltungen stattfinden, ist es keineswegs selbstverständlich, so viele Menschen auf den Rathausplatz zu bringen.
Die große Aufgabe besteht nun darin, diesen Schwung mitzunehmen. Ich hoffe auf ein weiteres Jahr in Wien. Wir haben gezeigt, welchen Beitrag die Finals für die Stadt und ihre sportlichen Ziele leisten können.
Für mich ist das noch lange nicht das Ende der Entwicklung. Wir sind durch eine neue Tür gegangen, die weitere Konzepte und neue Formen der Inszenierung ermöglicht.
Worauf bist du persönlich besonders stolz?
Aus sportlicher Sicht gab es mehrere Gänsehautmomente. Einer davon war der Staatsmeistertitel von Julia Hauser. Sie war bereits mehrfach bei Olympischen Spielen, hatte aber immer wieder großes Pech. Rund elf Monate nach einem schweren Radsturz gewann sie erstmals den Staatsmeistertitel über die Sprintdistanz. Sie ist in ihrer Bewegungsfreiheit noch immer eingeschränkt, vor allem auf dem Rad. Ihren Zieleinlauf live mitzuerleben, war für mich sehr emotional.
Auch das Gewichtheben hat mich begeistert. Die Sportart hat in Wien bisher nur wenig öffentliche Präsenz, und ich hoffe, dass dieser Auftritt ein Initialzünder war.
Beim 3×3-Basketball gab es einen Buzzerbeater in der Verlängerung – mehr Dramatik kann man sich als Sportfan kaum wünschen. Besonders beeindruckt hat mich auch das Fechten. Ich hatte diese Sportart zuvor noch nie live gesehen. Die Energie und die Schreie nach jedem Punkt haben bei mir für Gänsehaut gesorgt.
Am wichtigsten ist für mich aber das Menschliche. Die Zusammenarbeit innerhalb unseres Teams, mit dem Medienteam sowie mit den Athletinnen und Athleten war hervorragend. Viele dieser Menschen trainieren unglaublich viel, investieren Schweiß und Tränen und erhalten trotzdem nur selten eine große mediale Bühne.
Wir konnten dazu beitragen, dass diese Menschen gesehen und ihre Leistungen anerkannt werden. Wenn wir mit den Finals das eine oder andere Leben positiv beeinflusst und Menschen zu neuen sportlichen Zielen motiviert haben, dann ist das für mich der größte Erfolg.