„Beine sind das Wichtigste!“

Jose Maria Landeta ist Austrian Padel Union-Cheftrainer: Im Interview klärt er über die Faszination Padel auf.

Welche Fähigkeiten sollte man mitbringen, um mit Padel zu beginnen? Was sollte man daneben zusätzlich noch trainieren?

Jose Maria Landeta: Grundsätzlich hilft jede Racket-Sportart der anderen, da sie oft sehr ähnlich sind. Auch andere Sportarten, bei denen man etwas in der Hand hat – wie beispielsweise Golf oder Hockey – helfen. Auch jede Sportart, in der ein Ball involviert ist, weil eine gute Auge-Ball-Koordination eine sehr große Rolle spielt. So tun sich beispielsweise Fußballspieler relativ leicht beim Padel-Lernen.

Welchen Tipp hat der Trainer?

Landeta: Koordinationsübungen und Reaktionsspiele sind jedenfalls sinnvoll. Hier gibt es auch ganz einfache Übungen für zu Hause. Ein Beispiel: Augen schließen, Partner wirft einen Ball, Augen öffnen und Ball fangen, kurz bevor er den Boden ein zweites Mal berührt. Generell ist es sehr wichtig, an den Beinen zu arbeiten. Sie sind am allerwichtigsten beim Padel – und nicht der Oberkörper wie Arme oder Schultern, wie man vermeintlich glauben könnte.

Wann und wo hast du angefangen, als Padel-Coach zu arbeiten?

Landeta: Während meines Jus-Studiums an der Universität in Navarra im Norden Spaniens habe ich nebenbei begonnen als Padel-Coach zu arbeiten – einfach um Geld zu verdienen. Ich bin eher per Zufall dazu gekommen, als mein Partner und ich bei einem Turnier an der Universität mitgespielt haben. Zu dieser Zeit war Padel noch nicht sehr bekannt im Norden von Spanien. Die Popularität von Padel entwickelte sich von Süden nach Norden. Es war ein kleines Turnier mit zehn Paaren. Dem Klubbesitzer gefiel die Art, wie wir Padel spielten und so hat er uns angeboten, Kinder zu unterrichten. Er zahlte uns den zweiwöchigen nationalen Trainerkurs und dann begannen wir, am Abend nach der Uni zu unterrichten. So fing alles an, der Rest ist Geschichte …

Erzähl!

Landeta: Seit diesem Zeitpunkt habe ich nie wieder aufgehört, als Padel-Coach zu arbeiten. Anfangs nur in meiner Freizeit neben meinem Job als Anwalt, bis ich eines Tages ein Angebot aus London bekam, dort Vollzeit als Padel-Trainer zu arbeiten. Das war Anfang 2013 und seitdem ist Padel-Coach mein Traumjob. Ich möchte nichts anderes machen.

Hast du jemals darüber nachgedacht, auf der World Padel Tour zu spielen?

Landeta: Nein, die World Padel Tour war nie eine wirkliche Option für mich. Bevor ich mit meinem Studium begann, habe ich Padel nie richtig ernst genommen. Ich habe lediglich an einigen regionalen Turnieren in Spanien teilgenommen. Als ich dann realisiert habe, dass ich auf einem guten Level bin, war es eigentlich schon zu spät das Ganze professionell anzugehen. Ich fühlte mich zu weit weg vom Level der Topspieler. Mit der Erkenntnis, es nicht bis nach vorne schaffen zu können, wollte ich es nicht machen.

Wie denkst du über ein World Padel Tour-Event in Österreich? Hältst du so etwas für möglich?

Landeta: Es dreht sich eigentlich alles nur ums Geld. Wenn genug Geld da ist, um es zu veranstalten, wenn du einen großen Sponsor hast, dann kann man es machen. Das Zuschauer-Interesse ist mittlerweile sicher groß genug, nachdem der Sport in Österreich in den letzten beiden Jahren sehr schnell gewachsen ist. Ein paar hundert Zuschauer würden sich da schon ausgehen. Wien hat jedenfalls einige tolle Locations zu bieten, an denen man so ein Event austragen könnte. Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass es das eines Tages auch in Österreich geben wird.

Du hast einige Jahre in London gelebt. Was denkst du über die Padel-Community dort bzw. im Vergleich zu Österreich?

Landeta: 2013, als ich nach London kam, wusste noch niemand so genau, was Padel eigentlich ist. Am Anfang war es sehr schwierig. Aber nun ist es geschafft und der britische Tennisverband hat Padel offiziell anerkannt. Padel in Großbritannien ist hauptsächlich durch privates Investment gewachsen. Jetzt gibt es viel mehr Plätze und aktive Spieler. Eine ähnliche Entwicklung kann man nun auch in Österreich beobachten. Die Nachfrage wächst und da ist jedenfalls Bedarf für noch mehr Plätze.

Und wie siehst du die internationale Entwicklung von Padel?

Landeta: In Amerika gibt es aufgrund der vielen dort lebenden Argentinier vor allem in Florida eine große Padel-Community, ebenso in Kalifornien. Aber auch in Texas wächst Padel. In Europa kann man derzeit ein großes Wachstum in so gut wie allen Ländern erkennen, allen voran in Italien, den Niederlanden, Belgien und Schweden. Vor zehn Jahren gab es Padel nur in Spanien, Frankreich und Portugal. Das Gute ist, dass jeder – ganz egal, welches Spielniveau – Spaß an diesem Sport haben kann, ganz im Gegensatz zu Tennis.

Was sind deine Pläne für die Zukunft?

Landeta: Ich möchte definitiv in Wien bleiben. Es gibt viel Arbeit und ich möchte bei der Entwicklung und beim Wachstum von Padel in Österreich mithelfen. Mein Fokus liegt definitiv im Padel-Coaching, die Organisation von Padel Reisen kommt nebenbei dazu.

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