Mehr als Spitzensport!

Ein Leben ohne Boogie-Woogie? Für Andreas Aigner und Elsa Köck ein Ding der Unmöglichkeit. Seit 2009 geht das Duo zusammen ihrer großen Leidenschaft nach und tanzt auf den nationalen und internationalen Bühnen. Aber nicht nur ihr Sport, der nebenberuflich ausgeübt wird, verbindet die beiden sympathischen Tanzsportliebhaber, auch im Privaten gehen sie seit vielen Jahren Seite an Seite durchs Leben.

Der heute 33-jährige Aigner wuchs in einer Tanzsport-verrückten Familie auf und begleitete seine Eltern oftmals zum Training. Während dem Zuschauen spielte der damals 8-Jährige zwar nur Fußball, aber der Übergang zum Boogie-Woogie ging dann fließend und im Nu war das junge Talent mittendrin statt nur dabei. Auch Köck hat das Tanzen von Kindestagen an – am Anfang stand Ballett und HipHop hoch im Kurs – mit großer Hingabe verfolgt und hat den kreativen Part in der Beziehung eingenommen. Ein gemeinsamer Nenner, der ihnen über viele Jahre große Freude bereiten sollte.

„Das Tanzen ist für uns ein großer Lebensbestandteil und hat einen enorm wichtigen Stellenwert. Das Schöne ist, dass man es von zwei Seiten betrachten kann: Zum einen der Spitzensport, der uns seit vielen Jahren so viele schöne Momente beschert hat, zum anderen das ‚Social Dance‘. Es gibt viele Menschen, die spaßhalber Boogie-Woogie tanzen. Auch Tanzpaare auf Top-Niveau lieben das ungezwungene Miteinander nach den Wettkämpfen. Man begegnet sich auf Augenhöhe, es ist für uns etwas Besonderes und verbindet uns emotional“, genießt der Projektleiter einer Software-Firma beide wichtigen Komponenten. Seine Freundin, ebenfalls in einem Software-Unternehmen mit Schwerpunkt Augmented Reality beschäftigt, schlägt in die selbe Kerbe und ergänzt: „Boogie-Woogie beinhaltet so viel mehr als Spitzensport. Es geht nicht nur darum, körperlich und mental an die eigenen Grenzen zu gehen. Man will als Paar weiterkommen, menschlich wachsen sowie die Leidenschaft nach außen transportieren und Leute mit unserer gelebten Begeisterung anstecken.“

Wichtige Entwicklung

Vor knapp drei Jahren wurde ein neues „Juding System“ vom Weltverband implementiert, das logisch und nachvollziehbar ist. Die Leute verstehen nun besser, was sie tun müssen, damit sie gut sind. Das hat dem Tanzsport wirklich gutgetan! „Es gibt einen Pool aus ungefähr 350 Liedern. Wenn man auf die Tanzfläche kommt, weiß man nicht, welches Lied kommt – es ist viel Spontanität gefragt. Man muss schnell erkennen, welche Struktur ist es, wie kann man die Performance aufbauen, dass es zur Musik passt und mit vielen Punkten bewertet wird. Das ist echt eine Challenge. Gottseidank ist das Bewertungssystem klarer und die Regeln sind genauer definiert worden – das hilft den Sportlerinnen und Sportlern und den Zusehern “, erklärt Aigner.

Im Vergleich zu allen anderen internationalen Top-Paaren betreiben Aigner/Köck, die bereits sechs Österreichische Meistertitel auf der Habenseite haben, ihren Sport nur nebenberuflich. Umso bemerkenswerter ist die Tatsache, dass man bereits unter den besten zehn Paaren der Welt war und aktuell auf Platz 12 rangiert. „Es gibt wenige Top-Paare, die Boogie-Woogie nicht hauptberuflich machen. Sie können komplett den Fokus drauflegen und beschäftigen sich am Tag sechs bis sieben Stunden damit. Wir schaffen drei bis vier Trainings zu je zwei Stunden in der Woche. Da muss man nach ein paar Jahren schon einen Unterschied erkennen. Wir sind auf das, was wir schon erreicht haben, sehr stolz und sind mit Herz bei der Sache. Es ist immer wieder schön, wenn wir überraschen und mit der Elite aus den Top-Ländern mithalten können“, zeigt sich die 26-Jährige mit dem Output ihrer „begrenzten“ Mittel sehr zufrieden.

Gesteckten Ziele bereits abgehakt

Wenn es um das Erreichen von gesteckten Zielen geht, macht dem rot-weiß-roten Duo so schnell keiner etwas vor. Zumindest einmal wollte das Duo Aigner/Köck Österreicher Meister werden – mittlerweile konnten bereits sechs Titel erreicht werden. Auch das angepeilte Weltcup-Finale konnte 2019 in Sotschi (RUS) bereits abgehakt werden. „Direkt nach der jeweiligen Runde sieht man auf einem Display die Punkte und die Platzierung. Nach unserem Auftritt, wir waren in der letzten Runde dran, stehen wir da, völlig außer Atem und werden von tausenden Leuten angesehen. Und dann steht da der 5. Platz und das Ticket fürs Finale, das war einfach unglaublich und sehr emotional. Die Wertigkeit war für uns beide sehr hoch, da Veranstaltungen in Russland echt eine große Nummer sind und bis ins Detail inszeniert werden“, strahlt der 33-Jährige, als er von einem ihrer gemeinsamen Highlights erzählt. Und dann war da noch das Vorhaben, international zu unterrichten. Mit Workshops und Showeinlagen in Italien, Frankreich, Spanien, Deutschland, und einigen weiteren Ländern konnte sich das Paar auch diesen Traum über viele Jahre hinweg erfüllen.

„Wir haben alles erreicht, was wir uns vorgenommen haben. Jetzt wollen wir unseren Sport nur noch genießen und den Erfolg, den wir uns erarbeitet haben, auskosten. Trotzdem wollen wir noch besser werden und uns steigern“, zeigt sich Aigner mehr als zufrieden. Auch Partnerin Köck freut sich auf die kommenden Monate, die unter dem Motto „Genussprojekt“ erlebt werden sollen: „Wir wissen den Wert, den wir uns erarbeitet haben. Wir machen unseren Sport, weil wir ihn lieben und große Freude verspüren. Wir möchten jetzt einfach nur noch genießen und uns nicht mehr vom Erfolgsdruck lenken lassen.“ Auf das Erreichen der gesteckten Ziele kann das Tanz-Paar richtig stolz sein, oder steht da doch noch ein persönliches Ziel im Raum?

Ein großer Wunsch zum Abschluss

„Naja, eine kleine Geschichte gibt es da schon noch. Ich würde gerne nach unserer Hochzeit noch einmal Österreichischer Meister werden. Das stelle ich mir sehr schön vor, wenn wir gemeinsam mit dem Namen Aigner den Titel gewinnen könnten. Es wäre vielleicht ein tolles, emotionales und symbolisches Ende unserer tollen Karriere“, grinst Aigner. Eigentlich hätte der Wunsch ja 2020 schon in Erfüllung gehen sollen. Doch die Corona-Pandemie verhinderte die im Sommer geplante Hochzeit. 2021 finden die Titelkämpfe im Rahmen der Sport Austria Finals powered by Intersport & Holding Graz Anfang Juni statt – die Hochzeit soll dann im Juli folgen. Soll heißen, wir werden Aigner/Köck bzw. Aigner/Aigner sicherlich noch bis 2022 auf dem Boogie-Woogie-Parkett sehen.

Aber zuerst bereitet sich Österreichs Boogie-Woogie-Aushängeschild intensiv auf die sechste Titelverteidigung bei den Sport Austria Finals vor. „Wir waren nach der Ausschreibung gleich voll begeistert. Es hat einen richten Olympia-Charakter. Da Boogie-Woogie ja nicht olympisch ist, finden wir das irgendwie cool. Für unseren Sport ist es eine große Möglichkeit sich zu präsentieren. Solche Events, die in so einem großen Rahmen in Österreich durchgeführt werden, kennen wir gar nicht. Von daher wird das Turnier für uns etwas ganz Besonderes“, sind sich Aigner und Köck einig!

Viele weitere Informationen  (über die Sportart, wie man damit im Breitensport starten kann, et cetera) inkl. toller Bilder und Videos über Andreas und Elsa gibt es unter www.andreasundelsa.com sowie unter www.boogiehasen.at

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