7. – 11. JUNI
IN GRAZ

„Ich liebe, was ich tue!“

Hannah Göttfert liebt Bewegung und ihren Beruf. Umso glücklicher kann sich die 24-Jährige schätzen, dass sich beide Bereiche im Alltag super kombinieren lassen. In einer Rope-Skipping-Familie groß geworden, ist es wenig verwunderlich, dass die Niederösterreicherin ihren emotionalste Karrieremoment ausgerechnet mit ihrer Schwester erleben durfte. 2017 wurde Laura zum vierten Mal in Folge österreichische Meisterin, Hannah folgte nach einer beeindruckenden Freestyle-Darbietung auf Platz zwei. Ein besonderer Tag, der den beiden Geschwistern wohl ewig in Erinnerung bleiben wird.

Rope Skipping und der Traumberuf

„Rope Skipping ist Kreativität pur und es sind dem Tun keine Grenzen gesetzt, das liebe ich. Es macht einfach unglaublich Spaß. Man muss nicht nur auf sich selbst, sondern auch auf sein Seil schauen – das muss kontrolliert werden. Es ist natürlich viel anspruchsvoller, wenn man gezielt mit dem verwendeten Equipment arbeiten muss. Wenn ich an meinen Sport denke, denke ich sofort an Spaß und habe große Freude damit. Es ist einfach meine Leidenschaft“, schwärmt Göttfert, die seit zwei Jahren als Physiotherapeutin ihrem Traumberuf nachgeht.

Seit dem elften Lebensjahr ist die heute 24-Jährige selbst aktiv. Der Weg vom Kunstturnen zum Rope Skipping war schnell vorgezeichnet und gewiss keine große Überraschung. Ihre Mutter hat im Verein die Sektion Rope Skipping geleitet und ihre ältere Schwester Laura war dem Sport auch von Kindestagen verbunden. So schnell konnte man gar nicht schauen, da war die Niederösterreicherin bereits mittendrin statt nur dabei und sprühte vor Begeisterung. Aber nicht nur Einzel-Bewerbe, sondern auch Wettkämpfe im Team stehen hoch im Kurs: „Hauptsächlich sind wir im Einzel unterwegs. Wenn es aber Team-Bewerbe gibt, bin ich mit vollem Elan dabei. Man steht nicht alleine da und kann sich auf seine Kolleginnen und Kollegen verlassen – dieser Team-Spirit macht es dann sehr speziell.“

Straffer Zeitplan

Die Kombination Beruf und Sport ist nicht immer einfach, aber die 24-Jährige hat für sich einen perfekten Weg gefunden, dass kein Bereich zu kurz kommt: „Ich habe glücklicherweise ein gutes Zeitmanagement und teile mir meine Sachen immer so ein, dass es unterm Strich super funktioniert. Der Job hat immer Priorität, ich mag was ich tue – das ist meine Überzeugung. Meine Woche besteht aktuell allerdings nur aus meiner Tätigkeit als Physiotherapeutin und dem Rope Skipping. Das lässt sich aber in der Praxis immer ganz gut verbinden“, unterstreicht die Niederösterreicherin ihren straffen Zeitplan, den sie aber gerne in Kauf nimmt.

Damit aber nicht genug: Göttfert war bei der Gründung des Niederösterreichischen Landesverbandes im März 2021 maßgeblich beteiligt und sammelt als stellvertretende Obfrau bereits wertvolle Erfahrungen im Funktionärswesen: „Ich finde den Mix als Funktionärin und aktive Sportlerin sehr spannend und hervorragend. Für mich ist es wichtig, dass man die Sicht der Sportlerinnen und Sportler kennt und sieht, wo Handlungsbedarf ist. So kann man mehr Input einbringen, weil mehr Erfahrungswerte vorhanden sind. Da tut sich eine Person, die nur als Funktionär engagiert ist, deutlich schwerer. Und das ist nicht als Vorwurf gemeint.“ Mit knapp 10 eigenständigen Vereinen innerhalb kürzester Zeit kann der neue Verband in Niederösterreich bereits eine sehr zufriedenstellende Bilanz ziehen. Wagt man einen Blick in die Zukunft, sind sich alle einig: Rope Skipping wird wachsen und immer mehr an Popularität gewinnen. In den Städten und Orten, in denen es bereits Vereine gibt, kann man sogar von einem kleinen Boom sprechen. Ein Indiz dafür, dass die konsequente Arbeit der letzten Monate bereits Früchte trägt.

Aufschwung durch Fitnessszene

Die letzten Monate mit vielen Home-Workouts beziehungsweise der aufsteigende Trend in der Fitnessszene bringt das „Seilspringen“, das unter anderem Koordinations-, Ausdauer- und Kardiotraining beinhaltet, langsam wieder zurück. „In der Corona-Zeit habe ich sehr viele Nachrichten von Freunden, aber auch von Personen, die ich nicht kenne, bekommen. Sie wollten wissen, wie man Rope Skipping zu Hause trainieren kann und was beachtet werden muss. Meine Schwester hat ein Erklärungsvideos auf YouTube (Anm.: knapp 90.000 Views) hochgeladen, das sehr gut angekommen ist“, zeigt sich Göttfert über das steigende Interesse sehr erfreut.

Gerade bei Kindern ist es essentiell, dass sie früh eine ordentliche motorische Ausbildung erhalten und auch in Sachen Koordination wertvolle Erfahrungen sammeln können – von diesem geschaffenen Fundament können sie ein Leben lang profitieren. „Das ist der Grund, warum ich den Kindern gerne mein Wissen als Trainerin vermittle. Ich bleibe bei ‚meinen‘ Kindern, die aktuell 10 Jahre sind, wohl noch einige Jahre dabei und begleite sie auf ihrem Weg. Ich hoffe, dass ich ihnen viel mitgeben kann und vielleicht schaffen sie es ja zu größeren Wettkämpfen“, will die 24-Jährige mit ihrem Engagement eine gewisse Nachhaltigkeit schaffen.

Wo die Reise der 24-Jährigen nach der aktiven Karriere hingehen wird, ist noch offen. „Ich möchte auf alle Fälle im Sport bleiben. Aktuell habe ich die Funktionärsseite für die Zeit danach noch am Zettel, aber keine Ahnung ob das in ein paar Jahren dann auch noch so ist. Ich nimm die Sachen, wie sie kommen und hoffe, dass ich noch lange – in welche Funktion auch immer – dem Rope Skipping treu bleiben kann“, erklärt die Niederösterreicherin, die Anfang Juni unter dem Motto „Viel Spaß und eine solide Leistung zeigen“ und keiner großen Erwartungshaltung, auch wenn der Leistungsgedanke immer präsent ist, zu den Sport Austria Finals powered by Intersport & Holding Graz kommen wird.

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