Chance auf EM-Bronze

Aufatmen im Team von Karate Austria: Stefan Pokorny kämpft am Samstag bei den Europameisterschaften in Porec (CRO) um Bronze in der Klasse bis 67 Kilogramm. Medaillen-Anwärterin Bettina Plank (bis 50 kg) musste dagegen schon in Runde 2 die Segel streichen.

Das war nichts für schwache Nerven! Stefan Pokorny lag am Donnerstag im entscheidenden Match um den Einzug ins kleine Finale gegen Xhino Toli (ALB) bereits mit 0:3 zurück, drehte aber das Match und gewann mit 7:5, kämpft damit am Samstagnachmittag gegen den Kroaten Boran Berak um Bronze.

Drittes Edelmetall in Serie

„Der Kroate ist überraschend ins kleine Finale eingezogen. Er wird sicher versuchen den Heimvorteil zu nützen. Ich gehe fokussiert in diesen Kampf und bin bereit für die dritte Bronze-Medaille in Serie“, meinte der Salzburger, der sich aber auch noch ein bisschen über die verpasste Final-Chance ärgerte.

„Das 0:1 gegen den Griechen Dionysios Xenos im Viertelfinale schmerzt. Aber, ich hab‘ mich in der gesamten Vorrunde nicht ganz so stark gefühlt, wie zuletzt, musste in 3 meiner 4 Matches einem Rückstand nachlaufen. Besonders außergewöhnlich war der Kampf ums kleine Finale. Mir ist ein Beinfeger gelungen und ich hab‘ gedacht, dass es einen Ippon für mich gibt. Es war aber umgekehrt, ich war plötzlich 0:3 hinten und habe gewusst, dass ich jetzt Vollgas geben muss! Ich bin jetzt überglücklich über meine Medaillenchance.“

Zum Auftakt hatte Pokorny den Dänen Lucas Busk-Matthiasen mit 1:0 eliminiert, dann folgte ein spannendes 8:4 gegen Luka Khvedeliani (GEO), ehe es zur Viertelfinal-Niederlage und zum Thriller im Kampf ums kleine Finale kam.

Plank 7 Sekunden vor Schluss out

Ein bitteres Zweitrunden-Aus musste European Games-Siegerin Bettina Plank (-50 kg) hinnehmen. Dabei hatte die 29-Jährige den Kampf gegen die Portugiesin Catarina Rodrigues dominiert, musste aber 7 Sekunden vor Schluss einen Fausttreffer einstecken und sich somit vorzeitig von der EM verabschieden.

Zwei weitere Karate-do Wels-Athletinnen mussten nach Runde 1 die Segel streichen: Lora Ziller (+68 kg) unterlag der Bosnierin Matea-Noah Medic 1:3, Lara Hinterseer (-55 kg) scheiterte an Ivet Goranova (BUL) mit 0:2.

Viel Pech hatte auch Ex-Welt- und Europameisterin Alisa Buchinger (-76 kg) am Mittwoch. Das jeweils knappe aus kam zuerst gegen Weltmeisterin Irina Zaretska (AZE) im Pool-Kampf (2:5), dann in der Hoffnungsrunde gegen die französische Europameisterin Alizee Agier (0:1).

„Mein Ziel war eine Medaille, ich bin echt enttäuscht“, sagte die Salzburger Heeressportlerin, die am Ende Rang 7 belegte.

Rettenbacher vor Sensation

Besonders stark agierte Luca Rettenbacher (-75 kg), der nach Freilos in Runde 2 den Litauer Remigijus Jurgilaitis 2:1 eliminieren konnte. Dann im Achtelfinale ging der Tennengauer durch einen sehenswerten Ippon 64 Sekunden vor Schluss mit 3:0 gegen den Mazedonier Doan Osmani in Führung, gewann 4:0.

Im Viertelfinale schrammte Rettenbacher an der großen Sensation vorbei, lag gegen den Karate-Millionär und mehrfachen Ex-Weltmeister Rafael Aghaev (AZE) bis 5 Sekunden vor Schluss mit 1:1 und Senshu (Anm. erster Treffer!) voran, kassierte dann einen fragwürdigen Uramawashi-Geri, den Aghaev trotz eines Blocks zuerkannt bekam, und verlor im Finish mit 1:5.

Im Kampf um den Einzug ins kleine Finale traf die Nr. 31 der Welt auf den Montenegriner Mario Hodzic, verlor 0:3 und erreichte damit Platz 7.

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