Eine klare Mission!

Gerold Rachlinger, der nach einer langen Eishockey Karriere bei Liwest Black Wings Linz zum Floorball gekommen ist, hat im Jänner 2019 die Agenden des Generalsekretärs beim österreichischen Floorball Verband (ÖFBV) übernommen. Nach seinen Anfängen beim UHC Linz folgten viele kleine Schritte, bis der 49-Jährige, der die letzten fünf Jahre in Linz die Damenmannschaft als Trainer betreut hat, nun in seiner aktuellen Funktion angekommen ist und langfristig etwas bewegen möchte.

„Langsam sieht man, dass wir eine gute Struktur hineinbekommen haben und die wichtigen Positionen gut besetzt wurden. Unsere Sportart hat enormes Potential, das wollen wir in den nächsten vier bis fünf Jahren so gut es geht ausschöpfen. Wir haben bereits viele Konzepte erarbeitet, die jetzt langsam in die Umsetzung kommen. Viele Eishockey-Teams, unter anderem der VSV oder der KAC, haben zusätzlich auch eigene Floorball-Mannschaften und schaffen dadurch zusätzliche Trainingsmöglichkeiten. Die Kombination ist eine wirklich Interessante“, erklärt Rachlinger. In den vergangenen Jahren wurde Floorball von Verbandsseite lange als Studentensport betrieben. Die Entwicklung und Professionalisierung des Sports, die Strukturen sowie die Implementierung von neuen Ideen und Investitionen wurde allerdings hintenangestellt. Somit ging der Anschluss an Nationen wie beispielsweise Tschechien, oder die Slowakei etwas verloren. Nun nimmt dieser Prozess aber langsam wieder Fahrt auf, neue Ansätze werden verfolgt und die Ziele sind klar definiert.

Ein klarer Plan für eine erfolgreiche Zukunft

„Unsere Mission ist es, dass beispielsweise jedes Kind in Linz zumindest einmal im Jahr einen Schläger in der Hand hat. Wir wollen die Kinder vom Sport begeistern, unabhängig davon, ob sie dann beim Eishockey, Hockey oder Floorball landen. Verschiedene Schulprojekte, der heimische Nachwuchs und Vereinsgründungen werden aktuell extrem forciert. Darüber hinaus bauen wir gemeinsam gerade Strukturen auf, die den Verband nachhaltig in eine positive Richtung bringen sollen. Es lässt sich zwar nicht alles an Zahlen festmachen, aber wir wissen, wo wir uns hinbewegen möchten. Die Schulen mit ihren begeisterten Lehrern und die Eltern sind für uns eine wichtiger Baustein für unsere Ideen“, unterstreicht der 49-Jährige die Wichtigkeit der Nachwuchsförderung. Der Floorball Verband setzt dabei auf Aufklärungsarbeit bei den Lehrern in den Schulen und will einen gezielten Anstoß für einen Umdenkprozess in den Turnstunden geben.

„Es geht um Bewegung, die wollen wir forcieren. Es ist doch für die Kinder nachhaltiger, wenn sie in Bewegung sind. Leider gibt es aber auch noch andere Beispiele: Ein Kind klettert das Seil hoch, 19 anderen Kinder müssen zuschauen. Man muss die Begeisterung für die Bewegung vermitteln, neue Ideen und Visionen vorantreiben – egal ob im Schul- oder im Vereinssport. Wichtig ist, dass man es dem Nachwuchs vorlebt, damit unser ganzes Tun authentisch bleibt. Das wird bei uns im Verband großgeschrieben und die sogenannte Hands-on-Mentalität ist ein sehr wichtiger Bestandteil. Bei uns wird einfach angepackt, egal ob es der Präsident ist oder ich als Generalsekretär“, gibt der 49-Jährige interessante Einblicke und ergänzt: „Wenn wir bei einem U10-Turnier über 200 Zuseher haben, gibt uns das sehr viel zurück. Genau deshalb machen wir das alles. Sport hilft den Kindern bei der Persönlichkeitsentwicklung und die Emotionen, egal ob sie durch einen Sieg oder eine Niederlage zustande kommen, geben ihnen so viel.“

Outdoor-Projekt als Türöffner

Trotz eines engen Finanzkorsettes hat der ÖFBV für ein Outdoor-Projekt gezielt Geld in die Hand genommen und mit einem sechsjährigen Finanzierungsplan hinterlegt. Ziel ist es, eine Ganzjahressportart zu entwickeln. Soll heißen: Von September bis April wird weiterhin in der Halle Floorball gespielt, dann soll der Wechsel zum Streetfloorball fließend erfolgen, sich als zweites Standbein etablieren und publikumsattraktiver werden. Unlängst konnte für diesen Bereich mit Jochen Bathe, der in seiner aktiven Karriere 50 Länderspiele für Deutschland absolvieren konnte, ein international erfahrener Projektleiter verpflichtet werden.

„Wir wollen Ideen verwirklichen, Schritt für Schritt machen und nicht am selben Fleck stehen bleiben. Wir werden in Kärnten, das zweifelsohne das Hockey-Bundesland ist, beginnen und mit dieser Begeisterung und kleinen Turnieren inklusive Showacts auch in die anderen Bundesländer gehen. 2022 wollen wir daraus eine Turnierserie starten, die bei den Sport Austria Finals ihren Startschuss erleben soll“, schmunzelt Rachlinger, der neben der ersten und zweiten Bundesliga auch in allen Ländern eine Landesliga etablieren möchte. Darüber hinaus will der Verband mit einem gut funktionierenden Internetauftritt und verstärkten Livestreams dem digitalen Zeitalter gerecht werden und auch hier weiterhin am Puls der Zeit bleiben.

Große Dankbarkeit

Die Vorfreude von Rachlinger auf die Premiere der Sport Austria Finals powered by Intersport & Holding Graz ist schon richtig groß. „Wir waren sofort dabei, weil solche Events der gesamten Sportfamilie guttun. Für uns haben die Finals einen enorm großen Stellenwert, unabhängig davon, ob heuer Zuschauer dabei sein können oder nicht. Wir müssen es als unser aller Auftrag sehen, dass wir diese Platzform nützen und sie in die Köpfe der Leute bringen. Das wird mit guten Fotos, Videos und einem umfangreichen Livestream-Programm gelingen – davon bin ich überzeugt. Wir als ÖFBV sind sehr dankbar, dass Sport Austria die Veranstaltung in so einer großen Dimension organisiert“, strahlt der Oberösterreicher, wenn er über das bevorstehende Highlight in Graz spricht.

Top 15 als großes Ziel

76 Nationen werden aktuell in der Weltrangliste geführt. Die Auswahl U19-Damen rangiert in dieser Wertung aktuell auf Platz 12, die U19-Burschen haben den 19 Platz inne, die Herren stehen auf Position 21 und die Damen auf 29. Eine solide Ausgangsposition für den Angriff auf die Top 15: „Ich würde sagen, wir sind in der Wartstellung und bereit das Mittelfeld anzuführen. Wir wollen in die Top 15, damit wir uns immer für die Weltmeisterschaften qualifizieren können. Das ist realistisch und für uns zu schaffen“, zeigt sich Rachlinger kämpferisch und ist überzeugt, dass dieses gesteckte Ziel erreicht werden kann. Der Österreichische Floorball Verband ist sich der aktuellen Situation bewusst und arbeitet akribisch dran, auf sportlicher Ebene weiter nach vorne zu kommen. Je mehr Eigenmittel man aufstellen beziehungsweise sich erarbeiten kann, umso größter ist die Chance, große Entwicklungsschritte zu machen. Die Konzepte und das Herzblut ist da, und an den dafür benötigen Mitteln wird eifrigste gearbeitet.

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