„Schlüssel zum Erfolg“

Robert Dewanger bekleidet seit 2018 die Position des COED Slowpitch Nationalteam Headcoaches und ist in seiner Funktion bei der Austrian Baseball Softball Federation nicht mehr wegzudenken. Die Liebe zu seiner Sportart ist in den 1990iger Jahren bei einem Verwandtenbesuch in Kanada entstanden und war seither ein treuer Wegbegleiter. Das Zusammenspiel zwischen Offensive und Defensive, das schnelle Reagieren – egal ob beim Schlagen oder Fangen – und das ideale Platzieren des Balles im Feld, üben auf den 42-jährigen in Wien lebenden, geborenen Oberösterreicher, eine unglaubliche Faszination aus. „Nach meiner Rückkehr nach Österreich habe ich dann meine Baseball-Karriere in Linz gestartet und war 2007 erstmals beim Slowpitch-Europacup in Paris dabei – da habe ich dann gemerkt, wie international Slowpitch gespielt wird und wie cool dieser Sport wirklich ist. Wir konnten uns in Frankreich richtig gut präsentieren und sind Vierter geworden. Danach ging es für mich aufgrund meines Studiums nach Wien, wo ich bis heute lebe und dem Sport treu geblieben bin“, blickt Dewanger noch einmal zurück.

Harmonisches Miteinander

Auch wenn Slowpitch in den letzten Jahren einen Aufschwung – die Corona-Zeit ausgenommen – erlebte und in Österreich immer populärer wurde, hat man mit dem Nationalteam eine lange Pause eingelegt. Erst 2018 begann der Neuanfang, der relativ schnell zu einer Teilnahme an den Europameisterschaften – es war die erste internationale Teilnahme in den letzten 10 Jahren – 2019 führte. Trotz starker Konkurrenz belegte Österreich den ausgezeichneten siebten Platz und man konnte beispielsweise Italien, das eine lange Baseball- und Slowpitch-Tradition hat, und Bulgarien besiegen. Am Ende konnte das rot-weiß-rote Team das Turnier mit einer ausgeglichenen Bilanz abschließen. „Wir waren überrascht, dass wir da so gut mithalten konnten. Es war das beste Verbandsergebnis seit 2004. Das macht natürlich Lust auf mehr. Seit 2019 haben wir keinen internationalen Vergleich mehr gehabt, das wird sich im Juli mit der nächsten Europameisterschaft ändern. Unser Ziel ist es, dass wir uns in den Top-6 festsetzen, und sollte sich die Chance ergeben, wollen wir um die Medaillen mitspielen. Es wird sehr schwer, aber man darf sicherlich träumen und sich ambitionierte Ziele setzen“, erklärt der 42-Jährige, der sehr viel von der anerkannten Variante im Slowpitch (50% Frauen und 50% Herren) hält. „Es ist definitiv die eleganteste und schönste Variante im Sport. Die Verantwortung ist fair aufgeteilt und man muss sowohl bei den Herren als auch bei den Frauen einen guten Mix finden. Das macht dann auch den Teamspirit so interessant. Man kann sozusagen nur erfolgreich sein, wenn beiden Teile funktionieren und harmonieren!“

Lehrgang mit amerikanischem Hitting-Coach

Dewanger kann als Headcoach auf einen Pool von 40 AthletInnen zurückgreifen, der für die bevorstehende Europameisterschaft auf 20 Personen reduziert werden muss. In den Lehrgängen werden die SpielerInnen immer genau beobachtet. Aber auch während der normalen Saison macht sich der Wiener gemeinsam mit seinen Assistent-Coaches immer wieder ein Bild vom Fortschritt bzw. profitieren man von einem breiten Netzwerk und einem perfekten Austausch. Ende April/ Anfang Mai wird extra ein amerikanischer Hitting-Coach eingeflogen, der wertvolle Inputs geben soll. „Normalerweise werden solche Arbeiten bei den Vereinen direkt durchgeführt, aber in diesem Fall haben wir als Verband das in die Hand genommen. Der Hitting-Coach hilft die Schlagbewegung der Athletinnen und Athleten zu optimieren – das ist bei uns ein entscheidender Faktor. In der Videoanalyse wird das dann individuell auseinandergenommen, analysiert und man zieht wichtige Schlüsse daraus. In der Regel konzentrieren wir uns im Nationalteam eher auf Spielzüge und taktische Ausrichtungen. Aber in diesem Fall passt das gut. Der Hitting-Coach ist zwei Tage beim Nationalteam und dann bei den relevanten Vereinen“, gibt Dewanger interessante Einblicke.

Slowpitch als perfekter Einstieg

Auch wenn aufgrund der schwierigen Corona-Situation in den letzten beiden Jahren die Entwicklung im Amateurbereich, wo Slowpitch zweifelsohne dazuzählt, nicht so schnell von vonstatten gegangen ist, wie die Austrian Baseball Softball Federation das gerne gehabt hätte, blickt Dewanger optimistisch nach vorne: „Wir hoffen, dass jetzt alles besser wird und unser Sport wieder richtig Fahrt aufnimmt. 2023 wird die erste Weltmeisterschaft im Mutterland des Baseballs und Softballs in Florida stattfinden. Da wollen wir uns über die Europameisterschaft qualifizieren – das wäre für uns eine große Sache. Darüber hinaus ist es wichtig, dass wir eine Breite in unserem Sport schaffen – das erreicht man nur über eine einfache Variante, die man überall spielen kann. Hier ist Slowpitch der perfekte Einstieg und der Schlüssel zum Erfolg. Einen Handschuh kann jede Person anziehen, mit dem Schläger und ein bisschen Ballgefühl trifft man den Ball auch relativ schnell. Man kann junge und alte Spieler, egal ob weiblich oder männlich, perfekt vereinen – das zeichnet Slowpitch mit all seinen schönen Facetten aus.“

Neuer Modus mit viel Spannung

Im Hintergrund arbeitet der Verband intensiv daran, um in jedem Bundesland eine eigene Liga zu installieren. Mit dieser „Breite“ sollen auch mehr Zuschauer und Sponsoren angezogen werden – nur so kann man im großen Stil wachsen. Ein wichtiger Baustein werden auch 2022 wieder die Sport Austria Finals powered by Intersport & Holding Graz sein. Nach einer mehr als gelungenen Premiere freut sich Dewanger schon auf die zweite Auflage Mitte Juni: „Die Organisation bei der Premiere im letzten Jahr – angefangen von der Medienbetreuung, den guten Feldern und dem Support im Vorfeld – war wirklich gut und wir waren als Verband sehr zufrieden. Es wird wieder eine super Möglichkeit, dass wir unseren Sport einer breiteren Masse präsentieren können, da heuer aufgrund der Corona-Situation mehr Zuschauer zu den Sportstätten kommen und wir unseren Sport zeigen und erklären können. Natürlich wollen wir auch die Synergien mit den anderen Sportarten nutzen. Wir freuen uns, dass wir auch 2022 wieder teil dieser coolen Veranstaltung sein können.“

Die Austrian Baseball Softball Federation hat 2022 den Modus im Vergleich zum Vorjahr geändert. 8 Teams werden in zwei Vierergruppen spielen, ehe es dann in den Kreuz- und Finalspielen um den begehrten Titel geht.

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