In die Wiege gelegt

Streng genommen hatten Roland Kreil und sein Bruder Matthias bei der Sportauswahl nicht viele Alternativen, auch wenn einige Zeit mit dem Fußball eine kleine Konkurrenzsituation herrschte. Der Vater der beiden Geschwister war mit Leib und Seele Wasserballer, zuerst als Aktiver und dann als Funktionär beim 1988 neu gegründeten Verein Paris Lodron Salzburg. Der neue Name und das Nahverhältnis zur Universität Salzburg eröffnete der Wasserball-Elite neue Möglichkeiten, und so konnte im Universitäts- und Landessportzentrum Salzburg/Rif bei idealen Bedingungen trainiert werden.

Mit Schwimmflügerl ausgestattet machte der heute 29-Jährige seine ersten Wasserball-Erfahrungen, ehe er mit 10 Jahren mit dem Sport richtig loslegen konnte. „Für mich ist Wasserball eine der gesündesten Sportarten, die es gibt. Es werden beim Schwimmen so viele Muskeln beansprucht und es kommt noch eine wichtige spielerische Komponente sowie viel Koordination und Geschicklichkeit hinzu. Ich selbst war immer schon passionierter Mannschaftssportler, von dem her, hat mir das immer getaugt und wir sind über die Jahre zu einer richtigen Sportfamilie geworden. Der Fokus lag nicht immer nur auf dem Training und den Spielen, auch abseits des Schwimmbeckens haben wir viele gemeinsame Dinge unternommen. Es macht einfach unglaublichen Spaß und es ist einfach meine Leidenschaft“, schwärmt Kreil, wenn er über die Faszination des Wasserballsports, der übrigens die älteste olympische Mannschaftssportart ist und seit 1900 im olympischen Programm aufscheint, spricht.

Goldene Jahre und das „Heute für morgen“-Prinzip

Aber nicht nur in der Bundesliga ist Paris Lodron Salzburg in den letzten Jahren sehr erfolgreich gewesen, auch in puncto Nachwuchs passiert beim Verein einiges und die Entwicklung stimmt den 29-Jährigen, der hauptberuflich als Polizist tätig ist, mehr als zuversichtlich. „Aktuell haben wir eine U13, U15 und U17 und sind sehr gut aufgestellt. Der Zulauf – auch wenn die letzten zwei Jahre etwas schwierig waren – ist super. Es kommen immer wieder interessierte Kinder dazu. Da sind Aktionstage wie ‚Jugend zum Sport‘ natürlich sehr hilfreich. Unser Weg stimmt und wir werden mit den talentierten Sportlerinnen und Sportlern zukünftig viel Freude haben. Wir führen die neue Generation behutsam heran, die dann in der Bundesliga, vielleicht sogar im Nationalteam, vorne mitmischen soll“, berichtet Kreil.

Der Verein hat, wie bereits erwähnt, sportlich schon viel erreicht. Diese Erfolge beeindrucken die „Next Generation“ und sorgen für einen zusätzlichen Motivationsschub, auch wenn sich der Verein gerade im Umbruch befindet: „Wir hatten eine gute Zeit und sehr gute Spieler in unseren Reihen. Leider haben einige aufgehört oder sind weggegangen, daher befinden wir uns gerade im Umbruch und hinken in der Tabelle ein wenig hinterher. Wir binden schon sehr viele junge Spieler ein, die in der Bundesliga wertvolle Erfahrungswerte sammeln können. Wir geben ihnen die Zeit und wollen sie behutsam integrieren, ohne einen großen Druck auszuüben oder sie zu verheizen“, erklärt Kreil und ergänzt: „Wir können aber auf eine extrem tolle Zeit mit vielen Meister- und Vizemeistertiteln zurückblicken. Mein schönster Moment war der Gewinn meines ersten Titels 2015. Da war ich 22 Jahre alt und das Finale war im Freibad Leopoldskron mit sehr vielen Zuschauern. Ein unfassbar schöner Moment. Ich hoffe, ich kann in meiner Karriere noch ein paar Titel oder Cup-Siege miterleben. Für diese großartigen Emotionen machen wir unseren Sport.“

Eigene Cup-Gesetze als große Hoffnung

Die Premiere bei den Sport Austria Finals powered by Intersport & Holding Graz ist für Kreil und Paris Lodron Salzburg nicht nach Wunsch verlaufen. „Es hat bei weitem im letzten Jahr nicht gereicht. Trotz der Enttäuschung gehen wir heuer viel positiver in den Bewerb. Der Cup hat nun mal seine eigenen Gesetze, da kann alles passieren. Wir gehen mit der Einstellung in die zweite Auflage, dass wir von Beginn an körperlich und intelligent spielen möchten und an unsere Chance glauben. Wir sind nicht schlechter als die anderen Mannschaften, wir brauchen nur noch etwas Zeit. Es kann viel passieren und vielleicht können wir ja für eine Überraschung sorgen – am Zettel hat uns jedenfalls keiner“, gibt Kreil einen kleinen Ausblick.

Wenn der 29-Jährige, der im Verein auch die Funktion des Schriftführer-Stellvertreters bekleidet und sich um die Medienarbeit kümmert, nicht gerade als Polizist im Dienst ist, oder trainiert, dann ist er im Sommer oftmals im Waldbad Anif oder an der Königsseeache bzw. beim Stand-up-Paddle am Wolfgangsee anzutreffen. Wenig verwunderlich, dass der Salzburger seine Akkus dort auflädt, wo Wasser ist! Aber auch im Winter ist Kreil aktiv und ist mit viel Leidenschaft bei den Anifer Krampussen dabei.

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