7. – 11. JUNI
IN GRAZ

„Ich war ziemlich überrascht“

Eine Hindernis-Disziplin soll künftig als fünfter Wettbewerb das Springreiten beim Modernen Fünfkampf ersetzen. Wie der Weltverband UIPM am Montag mitteilte, sind dafür zwei unterschiedliche Möglichkeiten ausgewählt worden. Details wurden nicht genannt. Eine Testphase soll dem Verband zufolge Ende Juni nach dem Weltcup im türkischen Ankara beginnen.

Die neue Disziplin sei von einer Kommission aus mehr als 60 Vorschlägen ausgewählt worden. Mit der Streichung des Reitens reagierte der Weltverband auf die Vorfälle bei den Olympischen Spielen in Tokio im vorigen Jahr und kämpft zugleich um seine olympische Zukunft. In Japan hatte die Deutsche Annika Schleu für großes Aufsehen und scharfe Kritik gesorgt.

Die damals Führende im Zwischenklassement war mit einem ihr zugelosten und völlig verunsicherten Pferd nicht zurechtgekommen, hatte verzweifelt Gerte und Sporen eingesetzt. Die deutsche Bundestrainerin Kim Raisner hatte mit der Faust auf das Pferd geschlagen und war dafür vom Weltverband mit einem Verweis bestraft worden.

Bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris findet der Moderne Fünfkampf letztmalig mit Reiten statt. Für die Spiele in Los Angeles 2028 gehört die Sportart vorerst nicht zum Programm.

"Verabsäumt Reitbewerb zu reformieren"

Österreichs Olympia-Starter Gustav Gustenau hat von der Entscheidung erst aus den Medien erfahren: „Ich war auch ziemlich überrascht. Man hat in den letzten Jahren verabsäumt, den Reitbewerb unter Einbeziehung des internationalen und der nationalen Reitsportverbände zu reformieren. Unser kleiner Verband hat ein Konzept eingereicht, den wir gemeinsam mit dem Österreichischen Reitsportverband ausgearbeitet hatten, um den Reitbewerb aufzuwerten. Wir wollten das Niveau erhöhen, indem wir nur Pferde und Reiter mit entsprechender Ausbildung und Lizenz an den Start bringen.“

Bei seinem Olympia-Debüt in Tokio lag Gustenau nach Fechten, Schwimmen und Reiten auf Platz 8, nach dem Laserrun blieb immerhin Rang 16. Das große Ziel des 25-jährigen Niederösterreichers bleibt Paris 2024: „Die Streichung des Reitbewerbs ist für mich nie zur Diskussion gestanden. Mich persönlich betrifft es nicht mehr. Ich konzentriere mich in meiner Vorbereitung ganz auf die Olympischen Spiele in Paris. Und dort ist Reiten noch dabei!“

Weitere Meldungen