„Ich will endlich den Pokal“

Tausendmal probiert, tausendmal ist nichts passiert. Davon hat Christoph Edler genug. Mit den RBB FlinkStones Graz musste sich der Rollstuhl-Basketballer in den letzten Jahren immer wieder den Interwetten/Coloplast Sitting Bulls in diversen Finals geschlagen geben und mit Platz zwei vorliebnehmen.

Bei den Sport Austria Finals powered by Intersport & Holding Graz soll sich das Blatt wenden. Wir haben den Kapitän der RBB FlinkStones Graz zum Interview gebeten.

Christoph, wie bist du zum Rollstuhl-Basketball gekommen?

Christoph Edler: Ich hatte 2008 einen Skiunfall und bin seither querschnittgelähmt. Ich war damals keine drei Stunden im Rehazentrum und dann kam schon jemand von den FlinkStones zu mir. Am Beginn habe ich Rollstuhl-Basketball gespielt, um zurück ins Leben zu kommen. Dann ist es meine Passion geworden.

Wie kann man sich das vorstellen?

Edler: Ich verfolge die heimische Liga, die NBA und internationale Turniere. Basketball – sowohl im Rollstuhl als auch ohne – ist meine große Leidenschaft. Ich habe auch bereits die Trainerausbildung absolviert.

Bei den Sport Austria Finals powered by Intersport & Holding Graz geht es im 3×3 Rollstuhl-Basketball zur Sache. Was sind die Unterschiede zum 5 gegen 5?

Edler: 3×3 ist die Hölle (lacht).

Warum?

Edler: Es ist viel anstrengender. Von außen denkt man vielleicht, dass die Spielzeit kürzer ist, aber 10 Minuten 3×3 fühlen sich an wie zwei Spiele 5 gegen 5. Man muss 10 Minuten lang jede Sekunde fighten, hat keine Verschnaufpause. Die Intensität ist immer hoch.

Gibt es taktische Unterschiede?

Edler: Es gibt nur einen Korb, dadurch keine Fastbreaks. Man hat kein Umschaltspiel, gleich nach dem Rebound passiert die nächste Aktion. Es gibt auch keinen Spielaufbau mit Systemrufen. Es müssen drei Freundinnen am Spielfeld stehen, sonst funktioniert es nicht.

Rollstuhl-Basketball gilt als äußerst inklusiv, warum?

Edler: Weil es ein Punktesystem gibt, das jeden Grad von Behinderungen zulässt. Außerdem können Frauen und Herren zusammenspielen, das ist für einen Teamsport sehr wichtig. Ist das ein Erfolgsgeheimnis eurer Sportart?

Edler: Bestimmt! Außerdem ist Rollstuhl-Basketball sehr niederschwellig und dadurch leicht zu verstehen, die Zählweise kennt man. Es ist die Inklusionssportart schlechthin und für mich ganz klar die beste Sportart, wenn man eine körperliche Behinderung hat.

Wie groß ist die Vorfreude auf die Sport Austria Finals powered by Intersport & Holding Graz?

Edler: Riesengroß, weil es eine grandiose Möglichkeit für unsere Sportart ist. Es ist eine große Plattform, auf der wir uns präsentieren können. Ich freue mich schon richtig auf dieses Großevent, über 5.000 Sportlerinnen in einer Stadt, verschiedenste Sportarten kommen zusammen – einfach schön.

Was sind die sportlichen Erwartungen?

Edler: Ich habe genug von den zweiten Plätzen. Die Sitting Bulls sind stark, in den letzten Jahren fast immer zu stark. Sie werden auch im 3×3 ein harter Gegner sein, aber ich glaube an unsere Chance. Eines steht fest: Ich will in meiner Heimatstadt den Pokal in die Höhe strecken.

Was können sich Fans erwarten, wenn sie zu euch in die Halle kommen?

Edler: Großen Sport und jede Menge Action. Es geht Rad gegen Rad, es kracht, es geht immer zur Sache, es ist schnell. Die Zuseher*innen sind eigentlich immer begeistert und kommen wieder, wenn sie einmal dabei waren. Wichtig ist nur, dass man uns eine Chance gibt. Deshalb mein Aufruf: Überzeugt euch selbst, schaut vorbei und drückt uns die Damen!

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