29. MAI – 2. JUNI IN INNS­BRUCK/TIROL

„Das Streben nach Perfektion“

Der gebürtige Wiener Paul Steinbichler hat trotz seiner erst 16 Jahre im Floorball schon allerhand erlebt. Seit seinem sechsten Lebensjahr bestimmt diese Sportart seinen Alltag. Und wie es im Leben der meisten Sportler:innen so ist, hatten seine Anfänge die Wurzeln in der eigenen Familie.

„Ich habe vor knapp 10 Jahren mit Floorball gestartet. Mein Bruder hat mit dem Floorball begonnen, dann ist mein Vater immer mitgegangen. Nach ein paar Monaten habe ich dann gesehen, was die beiden so machen – da wollte ich dann auch unbedingt mit. Ich durfte es dann auch probieren und habe sehr schnell Gefallen daran gefunden. Dann ist meine Schwester auch noch dazu gekommen und gemeinsam mit meinen Freunden hat sich da sehr schnell etwas entwickelt. In dieser Zeit sind viele Spielerinnen und Spieler dazugestoßen – das war echt cool“, erinnerte sich der U19-Nationalspieler an seine Anfänge zurück.

Der Vater als Wegbereiter

Glücklicherweise hat sich auch sein Vater Harald mit dem Floorball-Virus infiziert, 2015 dann den Verein FBC Dragons gegründet und in den folgenden Jahren mit viel Fleiß und Herzblut etwas Langfristiges aufgebaut. „Mein Vater managt das seit 10 Jahren. Ohne ihn würde da relativ wenig laufen und ich wäre nicht dort, wo ich jetzt bin. Es ist schön zu sehen, mit welcher Leidenschaft er uns diesen wunderschönen Sport ermöglicht“, freut sich Steinbichler Junior über das großartige Engagement seines Vaters. Aber was ist so die Faszination hinter Floorball, die in Österreich zwar seit einigen Jahren im Aufschwung ist, aber immer noch als klassische Randsportart abgestempelt wird. „Floorball ist spannend, schnell, einfach und schweißtreibend. Ich habe ganz früher noch Fußball gespielt, aber das war mir irgendwann zu langsam. Viele vergleichen Floorball mit Eishockey, aber der Vergleich ist für mich nicht stimmig. Es kann so viel passieren und man muss immer bereit sein. Auch wenn das Tempo sehr hoch ist, sind die Spiele immer fair – das ist uns allen sehr wichtig“, gibt der linke Verteidiger zu Protokoll.

Auch wenn Floorball in der Gesellschaft und in der Medienlandschaft in Österreich oftmals noch einen schweren Stand hat, ist in den letzten Monaten viel passiert. Unlängst konnte sich die U19-Nationalmannschaft erstmals für eine Weltmeisterschaft, die im April in Dänemark über die Bühne gehen wird, qualifizieren – das bislang schönste Karriereerlebnis für den talentierten Floorballspieler.  „Das war generell ein ganz wichtiges Zeichen – nicht nur in Österreich, sondern auf internationaler Ebene. Die anderen Nationen sollen mitbekommen, dass bei uns etwas entsteht und wir mitspielen können. Beim Qualifikationsturnier haben wir das schon sehr gut gemacht, auch wenn wir noch sehr viel Luft nach oben haben. Wir haben eine sehr junge Mannschaft, aber die harte Arbeit trägt bereits Früchte. Wir sind zu einem eingeschworenen Team geworden. Da ich immer nach Perfektion strebe und von Ehrgeiz getrieben bin, bin ich nicht schnell zufrieden und analysiere die Dinge kritisch“, schmunzelt Steinbichler, der sich schon auf den nächsten Lehrgang mit seinen Kollegen freut. Dort soll dann auch in einem gemeinsamen Prozess die Zielsetzung für die kommende U19-Weltmeisterschaft erarbeitet werden.

Klare Ziele im Fokus

Während Floorball in vielen Ländern eine Nationalsportart ist, muss man sich diesen Stellenwert in Österreich erst erarbeiten. Das Fundament ist gelegt, aber der Weg ist noch steinig. „Da bedarf es noch einen großen Entwicklungsschub, dass wir dort hinkommen, wo andere Nationen schon sind. Wir schlagen gerade die Wurzeln für diesen Prozess, der schon gut in die Gänge gekommen ist. Wir wollen, dass uns jeder kennt. Es wird schwer, aber da soll die Reise hingehen“, gibt Steinbichler mit seiner positiven Grundeinstellung die Marschroute vor.

Apropos Marschroute. Im März steht traditionellerweise das Final-4 auf dem Programm. Dort will Steinbichler mit seinen Mannschaftskollegen abliefern. Aber auch in der gesamten Österreichischen Bundesliga soll in den nächsten Jahren der Titelgewinn möglich sein – so zumindest die eigene Zielsetzung.  Auf dem Weg dorthin spielen die Sport Austria Finals powered by Holding Graz eine entscheidende Rolle. Im letzten Jahr hat der 16-Jährige die Multisport-Veranstaltung nur von der Weite verfolgt. Wenn er an die dritte Auflage in Graz denkt, kribbelt es schon ein wenig: „Ich konnte im letzten Jahr leider nicht mitspielen, habe die Veranstaltung sozusagen nur am Rande mitbekommen. Aber ich habe sehr viele coole Dinge gehört. Ich freue mich, dass ich nun endlich auch dabei bin. Wir wollen bestmöglich abschneiden und Werbung für unseren Sport machen“, findet der Defensivspieler schöne Schlussworte.

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