29. MAI – 2. JUNI IN INNS­BRUCK/TIROL

WM-Gold überstrahlt alles

Lukas Huber ist Sportkegel-Weltmeister. Es war ein weiterer unglaublicher Meilenstein, den der 35-Jährige in seiner erfolgreichen Sportkegel-Karriere Mitte Februar erreichen konnte. Der Niederösterreicher krönte sich bei der Weltmeisterschaft im Sportkegeln im kroatischen Rijeka zum Einzelweltmeister. Es war das erste WM-Einzelgold für Österreich in der Geschichte dieser Sportart.

„Ich habe in meinem Leben schon viel gewonnen, aber diese WM-Goldmedaille überstrahlt alles. Sie wird definitiv einen Ehrenplatz bei mir zu Hause bekommen. Der Erfolg bedeutet mir richtig viel und hat einen sehr großen Stellenwert für mich. Ich kann es immer noch nicht ganz in Worte fassen“, berichtet Lukas Huber nach seinem emotionalen Highlight und seinem 22. Edelmetall.

Nach einem klaren 4:0-Sieg gegen den Polen Dawid Strzelczak mit 591 Kegeln in der ersten Runde setzte sich das heimische Sportkegel-Ass im Viertelfinale gegen den serbischen Weltrekordhalter Congor Baranj in einer spannenden Partie knapp durch. Auch im Halbfinale gab sich der 35-Jährige keine Blöße, bezwang den Deutschen Christian Wilke klar mit 3:1 (624 Kegel). Das Finale war nichts für schwache Nerven. Huber lag gegen Erik Kuna schnell mit 2:0 in Führung, musste dann aber zusehen, wie der Slowake immer näherkam und auf 2:2 ausgleichen konnte. Mit 635 Kegeln zu 618 Kegeln behielt der mehrfache Medaillengewinner die Oberhand und konnte sich über sein erstes WM-Gold im Einzel freuen. 

„Es hat eine Zeit gedauert, bis ich das alles realisiert habe. Das Finale war äußerst spannend und mental herausfordernd. Mit etwas Abstand fühlt es sich richtig gut an. Ich nehme es mit großer Freude und Demut zur Kenntnis. Die Freude darüber ist extrem. Ich bin von Spiel zu Spiel immer besser geworden und habe schnell gemerkt, dass mir die harte und langsame Bahn gut entgegenkommt. Irgendwann setzen sich dann Gedanken im Kopf fest, dass da wirklich was Großes passieren kann. Unfassbar, dass es wirklich so gekommen ist – ein Moment, den ich wohl nicht so schnell vergessen werde“, erzählt der stolze Weltmeister.

Aber auch im WM-Bewerb der U23 gab es großen Grund zur Freude. Lukas Temistokle  konnte sich über Gold freuen, sein Teamkollege Matthias Zatschkowitsch holte Bronze. Bei den Frauen in der Allgemeinen Klasse holte Julia Huber nach einer starken Vorstellung Platz 5.

Nationalteam vor nächstem großen WM-Wurf

Auf den ersten Blick kommt der internationale Erfolg von Lukas Huber vielleicht überraschend, doch in den letzten Jahren ist im heimischen Sportkegeln einiges passiert und die Kurve zeigt weiterhin steil nach oben. „Mit meiner Generation, gemeinsam mit Philipp Vsetecka, ist der Kegelsport in Österreich langsam in eine erfolgreiche Richtung gegangen. Mit Matthias Zatschkowitsch & Co. drängen schon die nächsten Top-Athleten nach, die wir sozusagen mitaufgebaut haben. Das ist sehr cool, und wir haben mittlerweile eine richtig gute Mannschaft“, erklärt Huber, der mit seinen Teamkollegen im Mai bei der Mannschaftsweltmeisterschaft in Varazdin (CRO) (17.–28. Mai) ein kräftiges Wörtchen um die Medaillenränge mitreden möchte. „Wenn bis dahin alle fit bleiben, zählen wir sicherlich zu den Mitfavoriten. Der Einzel-Weltmeisterschaftstitel ist echt großartig, aber ein Sieg bei einer Team-Großveranstaltung zählt dann doch mehr. Das ist unser Antrieb und peitscht uns zusammen immer nach vorne. Wir wollen im Mai gemeinsam etwas Großes erreichen, das ist das Ziel für uns alle!“

Große Revanche bei den Sport Austria Finals 2023

Im vergangenen Jahr musste sich der zweifache Familienvater im Endspiel der Sport Austria Finals powered by Intersport und Holding Graz Matthias Zatschkowitsch mit 1:3 und einem Unterschied von 40 Kegeln geschlagen geben. 2023 will der Niederösterreicher im Zuge der dritten Auflage des Multisport-Events in Graz zurückschlagen und brennt schon auf seine Revanche: „Wenn es normal läuft, treffen wir im Finale wieder aufeinander. Nach der Niederlage 2022 ist die Motivation natürlich sehr groß, den Spieß heuer umzudrehen. Matthias war letztes Jahr wirklich enorm stark und für mich an diesem Tag unschlagbar. Ich habe aber wertvolle Erfahrungswerte und wichtige Eindrücke von der Bahn gesammelt, das wird mir helfen. Die Vorfreude ist schon groß. Ich habe dieses besondere Flair und die Atmosphäre in bester Erinnerung. Einfach cool, wenn die österreichische Sportwelt in dieser Form zusammenkommt.“

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