29. MAI – 2. JUNI IN INNS­BRUCK/TIROL

Die Macht der Bälle!

Wenn man behauptet, Minigolf hat sich zu einer eigenen Wissenschaft entwickelt, dann liegt man wohl nicht so weit neben der Realität. Während die besten Minigolfspieler:innen der Welt in früheren Jahren mit einem Schläger und einem Ball ausgestattet waren und die 18 Bahnen ohne Schnickschnack bespielt haben, schauen die Rahmenbedingungen im Jahr 2023 doch ein wenig anders aus. So hat Sandra Irxenmayer, die in einer Minigolffamilie groß geworden ist, 300 verschiedene Bälle – zählt man die ihrer Eltern dazu sind es knapp 1.000 – zu Hause. Da stellt sich die Frage, ob man da überhaupt noch den Überblick behält? Mit dem richtigen Ball ist das Fundament geschaffen, dann geht es noch um die perfekte Linie – ein Unterfangen, dass sich in der Praxis auch nicht immer ganz einfach darstellt.

Nuancen machen den Unterschied

„Die Bälle werden schon alle eingesetzt, ob im Training oder im Turnier. Man muss aber seine Bälle sehr genau kennen, sie haben unterschiedliche Eigenschaften wie Sprunghöhe, Härte, Gewicht und Größe. Man behält so einen genauen Überblick, das ist das Um und Auf. Man kann sich das wie bei einem DJ vorstellen, der muss seine CD-Sammlung auch im Griff haben“, erklärt die 15-Jährige und ergänzt: „Vor den Turnieren präparieren wir unsere Bälle immer mit einem sehr großen Zeitaufwand. Wenn man es genau nimmt, steckt mittlerweile eine eigene Wissenschaft dahinter. Mit den richtigen Bällen kann man bei einer Bahn so viel herausholen, das merkt man erst, wenn man da voll im Thema ist. Für viele andere Sportlerinnen und Sportler ist auf den ersten Blick ein Ball ein Ball. In unserem Sport entscheiden Nuancen, da tüftelt man schon mal etwas länger.“ Ihr umfangreiches Ball-Sortiment teilt die ambitionierte Nachwuchssportlerin mit ihren Eltern, die nicht nur treue Wegbegleiter sind, sondern in allen Lebenslagen unterstützen. Die Anzahl der Bälle, die dann in einem eigens konzipierten Koffer auch zu den Turnieren mitgenommen werden, richtet sich nach der jeweiligen Anlage und den Rahmenbedingungen.

Bodenständig, aber mit großen Zielen

Trotz ihres jungen Alters hat Irxenmayer schon so einiges erlebt. Manche Erlebnisse streicht man schnell wieder von der eigenen Festplatte, andere halten sich länger und erfüllen einen auch im Nachhinein noch mit großem Stolz: „Als ich das erste Mal mit dem Nationalteam im Ausland war, habe ich den besten Score unserer Mannschaft gespielt. Im lettischen Liepaja ist mir eine 19er Runde gelungen. Das war mein erster 19er. Mein Team hat sich richtig für mich mitgefreut, ich war echt erleichtert und stolz. Ich erinnere mich noch heute an das Gefühl, die schönen Emotionen und die Wertschätzung, die ich von den anderen Spielerinnen und Spielern bekommen habe. Für mich war es ein besonderer Moment, da ich das erste Mal dabei war und auch gegen 19-Jährige angetreten bin“, erklärt die Schülerin der BAfEP Amstetten. Und genau für solche Momente trainiert die Niederösterreicherin hart und geht konsequent ihren Weg. Läuft alles nach Plan, wird Irxenmayer auch weiterhin auf den internationalen Minigolfanlagen ihr Können zur Schau stellen und hoffentlich bei Welt- und Europameisterschaften, speziell im Team-Bewerb, um Edelmetall kämpfen können.

„Es ist immer toll, wenn man im Nationalteam spielt und seine Heimat repräsentieren kann. Das ist mein primäres Ziel. Letztes Jahr haben wir in unserer Kategorie in der Mannschaft bei der Europameisterschaft schon Platz 3 geholt. Das spornt mich an und ich will mich mit meinen Kolleginnen langsam zur Spitze hocharbeiten. Mein Traum wäre eine Goldmedaille, da muss aber alles zusammenpassen“, gibt die Athletin vom MGC Ybbstal einen kleinen Ausblick. Und wer das Minigolf-Talent kennt, weiß, dass ihr Vorhaben nicht an den Haaren herbeigezogen ist. Irxenmayer gilt als geduldige Person, die hartnäckig ihre Ziele verfolgt und nicht auf halben Weg aufgibt. Ein gutes Omen für den großen Wurf!

Neben der Schule und Minigolf-Trainingseinheiten bleiben nicht mehr viele Löcher im prallgefüllten Terminkalender. Neben den klassischen Unternehmungen mit ihren Freund:innen steht die 15-Jährige allerdings gerne in der Küche und lebt ihre Leidenschaft beim Kochen und Backen aus. Ihre Schneewittchen-Torte ist wohl nicht nur in der eigenen Familie beliebt, so viel kann man zum Abschluss verraten.

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