29. MAI – 2. JUNI IN INNS­BRUCK/TIROL

Temporausch auf acht Rollen

Es ist wieder so weit! Vanessa Herzog tauscht Glatteis gegen Asphalt und ihre Eisschnelllauf-Schuhe gegen Inline-Skates. Nach einer intensiven Wintersaison wird die 27-Jährige im Sommer kürzertreten und nur wenige Bewerbe absolvieren. Die Sport Austria Finals powered by Holding Graz sind jedoch ein Fixtermin für Herzog.

Die größte Meister:innen-Party des Landes darf auch dieses Jahr wieder auf die Teilnahme der „Eisschnelllauf-Queen“ zählen. Aber Herzog ist nicht nur auf Eis das Maß aller Dinge – die Dimensionen ihres Erfolges kennen auch auf Asphalt keine Grenzen. Ihre bisherige Finals-Bilanz ist unschlagbar: Bei der Premiere im Jahr 2021 konnte sie alle vier Bewerbe gewinnen, im letzten Jahr war sie in drei Wettkämpfen am Start – und in jedem siegreich. Insgesamt 90 Titel hat Herzog in Österreich bereits gewonnen – dieses Jahr sollen weitere folgen: „Ich möchte in jedem Bewerb, in dem ich an den Start gehe, gewinnen. Nein, ich werde in jedem Bewerb gewinnen!“, verrät sie kurz und knapp.

Trotz der langen Wintersaison – die Ferlacherin startete in diesem Winter öfter als jemals zuvor und konnte EM-Bronze und WM-Silber gewinnen – ist sie körperlich gut in Form. „Nach meinen beiden Bandscheibenvorfällen habe ich sehr viel an meinem Oberkörper gearbeitet und konnte jetzt zum ersten Mal seit den Verletzungen die gesamte Saison wie geplant durchziehen. Die Umstellung war schon enorm – von einem Jahr, in dem ich kaum gefahren bin, zu einem, in dem ich alle Bewerbe gefahren bin und noch eine Disziplin (1.500m/Anm.) dazu genommen habe. Es war eine wirklich anstrengende Saison, deshalb werde ich in diesem Sommer einen Gang zurückschalten und nur wenige Bewerbe absolvieren. um für den Winter wieder gut gewappnet zu sein. Momentan fühle ich mich aber sehr gut!“

Im Zeichen der Vorbildfunktion

Zwar ist Inline-Speedskating, im Gegensatz zu Eisschnelllauf, nicht olympisch, die internationale Konkurrenz ist aber keinesfalls kleiner. „In Österreich ist es vielleicht eine Randsportart, aber international sehr groß. Bei Weltmeisterschaften starten über 100 Nationen, in Asien und Südamerika ist Inline-Speedskating sehr populär. In Kolumbien ist es nach Fußball die zweitgrößte Sportart.“

Auch deshalb sind die Sport Austria Finals für Herzog so wichtig – sie geht als Botschafterin für ihren Sport mit gutem Beispiel voran, denn die Teilnahme an den Sport Austria Finals steht für die Ausnahmeathletin im Zeichen der Vorbildfunktion: „Die österreichischen Meisterschaften im Rahmen der Sport Austria Finals sind für mich ein absoluter Fixtermin. Ich finde, dass man dort Präsenz zeigen muss, schon alleine wegen den vielen Kindern, die bei der Veranstaltung vielleicht Lust auf Inline-Speedskating bekommen. Außerdem sind die Finals einfach ein cooles Event!“

Und wenn Herzog von der unschlagbaren Atmosphäre bei der größten Multisportveranstaltung in Österreich spricht, dann aus Erfahrung: „Das Konzept ist einfach super! Im letzten Jahr habe ich mich mit Vinzenz Höck, den ich noch aus Tirol kenne, bei der Siegerehrung am Karmeliterplatz länger ausgetauscht und eine Freundin die Ultimate Frisbee spielt war auch bei den Finals dabei – es ist einfach schön, dort mit Athlet:innen aus anderen Sportarten zusammenzukommen!“

„Wir hatten fast einen Herzstillstand!“

Um ihre Akkus nach dem Winter wieder aufzuladen war Herzog gemeinsam mit Ehemann und Trainer Tom – wie schon im Vorjahr – in der afrikanischen Natur unterwegs. Auf ihrer 4000 Kilometer langen Reise durch Namibia, Angola, Botswana, Zimbabwe, Sambia und Südafrika fand die Olympia-Vierte trotzdem täglich Zeit für den Sport. „Ich kann auch im Urlaub einfach keine Ruhe geben. Bei mir gehört Sport zum Leben! Wir sind fast täglich gelaufen oder haben Oberkörper-Einheiten absolviert. Außerdem sind wir jeden Tag zehn Kilometer spazieren gegangen. Nach sechs bis acht Autostunden pro Tag war es für mich selbstverständlich, auch zu Fuß noch eine längere Strecke zurückzulegen.“

Die Sambesi Region Namibias hatte unzählige, und vor allem tierische Highlights zu bieten: „Eine Begegnung war der Wahnsinn! Ein Elefantenbulle, der seine Herde und Jungtiere verteidigen wollte, hat uns plötzlich attackiert. Da wird einem schon anders. Drei Meter vor uns hat er gestoppt und einen Trompetenlaut von sich gegeben, da hatten wir fast einen Herzstillstand. Dann hat er sich aber geschlagen gegeben“, scherzt Herzog.

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