29. MAI – 2. JUNI IN INNS­BRUCK/TIROL

Rock ’n‘ Rollstuhl-Rugby

Rollstuhl-Rugby hat sich seit ihrer Erfindung in den späten 1970er Jahren in Kanada nicht nur rapide verbreitet, sondern ist seit 2000 auch paralympisch. Ursprünglich als Murderball bekannt, wurde sie zu Quad Rugby in den USA umbenannt und schließlich als Rollstuhl-Rugby international anerkannt. Die Sportart ist ähnlich wie das traditionelle Rugby, allerdings mit einem Volleyball und speziellen Rugby-Rollstühlen.

Sie wurde entwickelt, um Athleten, die in mindestens drei Gliedmaßen eingeschränkt sind, darunter Menschen mit fehlenden Gliedmaßen, Zerebralparese und Muskeldystrophie, eine sportliche Betätigung zu ermöglichen. Direkter Körperkontakt ist im Spiel nicht erlaubt, jedoch sind nahezu alle Arten von Rollstuhlmanövern zulässig.

USA eine andere Welt

In Kanada und den USA ist die Sportart stark etabliert, mit über 45 Mannschaften, die in voll organisierten Ligen spielen. René Hernesz, der für die Steirische Eichen spielt, hat das selbst hautnah mitbekommen, als er in den USA spielen durfte. „Es ist mit Österreich nicht vergleichbar. Die Rugby-Community steckt bei uns im Vergleich zu Amerika noch in den Kinderschuhen. Auch was die mediale Aufmerksamkeit und die finanziellen Möglichkeiten betrifft. In den USA ist alles professionell aufgestellt, die Spiele werden im TV übertragen und die Zeitungen berichten ebenfalls darüber. Bei uns liest du nicht einmal eine Zeile darüber, weil die Medien kein Interesse daran haben.“

Auch in Ländern wie Neuseeland, Australien, England und Deutschland haben sich hoch qualifizierte Teams entwickelt. Deutschland wurde in den frühen 1990er Jahren durch Dr. Horst Strohkendl in die Sportart eingeführt. Heute gibt es in Deutschland drei Ligen und eine europäische Champions League. Die Basic League ist in drei regionale Ligen (Süd, Nord und Ost) unterteilt.

International hat Rollstuhl-Rugby seit 2000 paralympischen Status. Die erste Weltmeisterschaft fand 1995 in der Schweiz statt und seither haben regelmäßige Welt- und Europameisterschaften stattgefunden. Die USA, Kanada, Australien und Neuseeland sind führend in der Sportart, wobei Japan seit 2010 durch überraschende Erfolge auf sich aufmerksam macht. In Europa sind Großbritannien und Schweden die dominierenden Nationen.

Die Klassifizierung

Die Schlüsselkompetenzen der Athleten werden anhand eines Punktesystems bestimmt, das von 0,5 für die gravierendste Beeinträchtigung bis zu 3,5 für die höchste funktionelle Fähigkeit variiert.

Während eines Spiels dürfen nicht mehr als 8 Punkte (für 4 Spieler) auf dem Feld sein. Rollstuhl-Rugby-Spieler unterscheiden sich in ihren Fähigkeiten zur Bewegung, Kraft und Kontrolle von Armen, Rumpf und Beinen.

Die Sportart wird hauptsächlich von Athleten mit Rückenmarksverletzungen gespielt, die die Funktion von Armen und Beinen beeinträchtigen, oder von Personen mit anderen Behinderungen und unterschiedlichen Lähmungsgraden, wie z.B. frühkindliche Hirnschäden, Kinderlähmung usw.

0,5 – Keine dominierende Ballkontrolle; Ball wird zum Schoß geführt; Kopfnicken beim Schieben (Ziehen am hinteren Teil des Rades); Bremsen, Starten und Drehen durch Nutzung des hinteren Viertels des Rades; Ball wird meist durch einen Stoß mit beiden Händen, vorwärts oder seitwärts, weitergegeben; instabile Balance.

1,0 – Schwacher Brust- oder Unterarmwurf; längere Radstoßbewegung (Mischung aus Ziehen und Drücken); Fangen mit Unterarm und Handgelenk; schwacher oder fehlender Brustpass.

1,5 – Hat asymmetrische Armbewegungen; bevorzugt den stärkeren Arm; gut in der Blockierung, starke Schulterkraft.

2,0 – Guter Brustpass; gute Ballführung; kann den Ball sicher mit den Handgelenken halten.

2,5 – Asymmetrische Arme und Hände; Hauptakteur in der Ballführung; relativ schneller Spielgestalter.

3,0 – Ausgezeichnetes Dribbling mit einer Hand; sehr gute Ballhandhabung; kann den Greifreifen gut umklammern, um den Rollstuhl zu steuern.

3,5 – Verfügt über begrenzte Rumpffunktionen und sitzt daher sicher im Rollstuhl; kann den Ball in der Regel gut sichern; dominierender Ballführer und sehr schneller Spielgestalter.

Weitere Meldungen

Gold und Silber! Österreich räumt bei Cheer-EM ab

Am Finaltag der ICU European Cheerleading Championships 2024 in Norwegen gibt es für Österreich doppelten Grund zum Feiern. Die ÖBV Danube Dragons krönen sich in der höchsten Kategorie der Altersklasse der 12- bis 14-Jährigen (Youth All Girl Advanced) sensationell zu Europameisterinnen. Unmittelbar hinter den Wienerinnen belegen die Thalheim Graz Giants Rang zwei und sichern sich EM-Silber.

weiterlesen

Region Innsbruck: Bewerbe, Konzerte, Festivals

Der Mai in der Region Innsbruck stand heuer ganz im Zeichen herausragender Veranstaltungen: So sorgten etwa das adidas TERREX Innsbruck Alpine Trailrun Festival, das Journalismusfest Innsbruck, das Tango-Festival La Locura, die Innsbruck International Biennial of the Arts und die Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien für ein abwechslungsreiches Eventprogramm.

weiterlesen

Positive Bilanz nach XXL-Fest für den Sport in Innsbruck

Sonntagabend, 21 Uhr. Beim Racketlon fällt die letzte Entscheidung bei den Sport Austria Finals 2024 powered by Österreichische Lotterien mit dem allerletzten möglichen Punkt, dem sogenannten „Gummiarm“. Spannung bis zum Schluss, aber es waren sich schon zuvor alle, also Athlet:innen, Trainer:innen und Betreuer:innen, Funktionär:innen und Fans, einig: Finals in Innsbruck und Tirol – das war toll!

weiterlesen