29. MAI – 2. JUNI IN INNS­BRUCK/TIROL

Athletik, Taktik und Konzentration

Fechten ist eine Kampfsportart mit Ursprüngen in Schwert- und Säbelkämpfen und hat sich aus dem Duell entwickelt. Sportfechten nutzt dabei drei Waffen: Florett, Degen und (leichter) Säbel, mit Französisch als offizieller Wettkampfsprache.

Fechten war eine der ersten Wettbewerbssportarten der Menschheit, schon in der Antike und in Afrika praktiziert. Mit der Entwicklung effizienter Handfeuerwaffen im 17. Jahrhundert verloren Blankwaffen ihre militärische Bedeutung und wurden hauptsächlich für Duelle und Selbstverteidigung verwendet. Fechten erlebte in Italien und Spanien eine Blütezeit, während das Bürgertum im Spätmittelalter nach denselben Rechten strebte wie der Adel.

Florett, Degen und Säbel als Waffen

Die heute im Sportfechten verwendeten Waffen sind Florett, Degen und (leichter) Säbel. Fechten zählt zu den Gründungssportarten der Olympischen Spiele 1896 und das Degenfechten ist Teil des Modernen Fünfkampfs. Florett, Degen und Säbel wurden Ende des 19. Jahrhunderts standardisiert. Beim Florett und Degen werden ausschließlich Stiche verwendet, der Säbel ist sowohl eine Hieb- als auch eine Stichwaffe.

Für Neo-ÖFV-Sportdirektor Sven Ressel hat Fechten eine ganz spezielle Faszination: „Fechten ist zwar eine Kampfsportart, aber dadurch, dass man keinen direkten Körperkontakt hat, ist es auch eine Distanz-Sportart, die sehr taktisch geprägt ist. Athletik, Taktik und Konzentration sind enorm gefragt. Und trotz des harten Kampfes läuft alles total fair ab und die Athlet:innen schütteln sich danach die Hände. Das finde ich faszinierend. Man spricht ja immer von einer Fechtfamilie – auch international – und das ist tatsächlich so. Die Fechter:innen haben untereinander einen guten Kontakt – auch über die Länder hinaus.“

Sven Ressel ist seit März neuer Sportdirektor im Österreichischen Fechtverband.

So landet man einen Treffer

Ein Gamechanger war die Einführung der elektrischen Trefferanzeige, die 1936 für Degen, 1957 für Florett und 1988 für Säbel etabliert wurde. Für Florett und Säbel ist spezielle elektronische Ausrüstung erforderlich, um gültige Treffer zu zeigen. Die Trefferanzeige besteht aus grünem und rotem Licht, die gültige Treffer anzeigen, und weißem Licht, das ungültige Treffer (nur für Florett) anzeigt. Ressel erklärt die Trefferkunde in einfachen Worten:

Degen: „Beim Degen ist im Grunde der gesamte Körper Treff-Fläche – von der Fußspitze bis zur Nase. Jeder Treffer wird gewertet. Für Außenstehende ist das die verständlichste Disziplin. Der Degen ist auch eine reine Stoßwaffe, das heißt, es darf nicht geschlagen werden.“

Florett: „Im Florett gibt es eine begrenzte Treff-Fläche, nämlich oberhalb der Gürtellinie und ein Teil der Maske. Auch beim Florett darf nur gestoßen und nicht geschlagen werden. Es gibt beim Florett aufgrund der begrenzten Treff-Fläche Konventionen wie das Angriffsrecht und die Verteidigung. Wenn jemand angreift und beide treffen, bekommt immer derjenige den Punkt, der vorwärtsgeht. Der passive Fechter kann aber parieren und einen Gegenangriff setzen – dann ändert sich das Angriffsrecht.“

Säbel: „Beim Säbel ist oberhalb der Gürtellinie alles Treff-Fläche, also auch die Maske komplett. Außerdem ist der Säbel eine Hieb- und Stichwaffe, das heißt, man darf auch schlagen. Es gibt auch ähnliche Konventionen wie beim Florett, allerdings sind diese viel sensibler und diffiziler. Für den Laien und sogar für den Experten ist das zum Teil ganz schwer zu beurteilen. Da geht es zum Teil um Hundertstel Sekunden. Entscheidend ist, wer mit dem Angriff begonnen hat. Da muss auch oft der Videobeweis herangezogen werden. Im Säbel musst du vor dem „Los!“ schon wissen, was du machst. Säbel ist die schnellste und schwierigste Waffe.“

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