29. MAI – 2. JUNI IN INNS­BRUCK/TIROL

Freiberger: „Rollsport ist verbindend“

Acht Rollen, zwei Sportarten und eine Riesen-Show – der Österreichische Rollsport und Inline-Skate Verband ist auch dieses Jahr wieder bei den Sport Austria Finals powered by Holding Graz mit von der Partie! Wir haben Verbandspräsidenten Andreas Freiberger zum Interview getroffen und über die Leidenschaft Rollsport, Gleichberechtigung und die Zukunft des Verbandes gesprochen.

Herr Freiberger, der Rollsport begleitet Sie schon fast ihr ganzes Leben, seit Oktober 2021 sind sie nun Präsident des Verbandes. Woher kommt die Leidenschaft für den Rollsport?
 

Freiberger: Die Begeisterung für den Rollsport war schon immer da, vorwiegend war es die Leidenschaft für das Eishockey – aber in unserer Region war das nur am Teich möglich. Deshalb haben wir uns als Jugendliche vor mittlerweile 25 Jahren dazu entschlossen, am Parkplatz mit dem Inlinehockey spielen zu beginnen. Wir haben schnell einen eigenen Verein gegründet und sind seither dabeigeblieben.

In Ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit als Präsident haben Sie alle Hände voll zu tun, warum ist es ihnen trotzdem ein Anliegen, dieses Amt bekleiden zu dürfen?
 
Freiberger: Es ist die Leidenschaft für den Sport. Wir haben eine Mission: Den Rollsportverband offen zu gestalten – also für Ideen und neue Mitglieder:innen – und den Rollsport-Kult in Österreich zu bewahren. Wir setzen uns zum Ziel, den organisierten Rollsport weiterzuentwickeln und haben in den letzten Jahren ein junges Team gefunden, mit dem wir das gut umsetzten können. Wir haben die Corona-Zeit gut genutzt, um die Strukturen im Verband neu aufzubauen und blicken jetzt zuversichtlich in die Zukunft!

Im Verband wird Gleichberechtigung großgeschrieben. Wieso ist Ihnen das so wichtig?

Freiberger: Bei uns war die Gleichberechtigung nie ein Thema, mit dem wir uns beschäftigen mussten, weil es von Anbeginn des Verbandes schon so war. Das liegt in unseren Wurzeln. Der Grundgedanke des Verbandes ist seit jeher: Wir treffen uns, um gemeinsam Sport zu machen – egal wer du bist oder was du machst. Der Rollsport ist verbindend und wir machen keinen Unterschied zwischen den Leuten.

Und die Damen im österreichischen Rollsportverband sind absolute Leistungsträger. Sehen Sie da einen Zusammenhang?

Freiberger: Wir hatten schon immer viele Frauen in den verschiedensten Bereichen des Verbandes, also viele Trainer:innen und Obfrauen – ich denke schon, dass das eine gewisse Vorbildwirkung für die jungen Frauen und Mädchen hat. Auch Top-Athlet:innen wie Vanessa Herzog gehen mit gutem Beispiel voran, und das ein oder andere Mädchen will ihr sicher nacheifern. Insgesamt haben wir in den letzten 15 Jahren viele Erfolge bei den Damen feiern können, auf die wir sehr stolz sind.

Im Verband findet momentan ein Umbruch statt. Was sind die Themen, die den ÖRSV momentan beschäftigen?

Freiberger: Wir wollen die Autonomie der einzelnen Sparten fördern und ihnen so auch mehr Verantwortung und gleichzeitig auch mehr Handlungsspielraum geben. Unser Zugang ist, dass die einzelnen Spartenleiter am besten wissen, was ihre Sportart braucht um sich zu entwickeln. Früher war der Rollsportverband sehr zentralistisch organisiert und wir versuchen uns davon wegzubewegen. Weil wir so breit und vielschichtig aufgestellt sind, ergeben sich natürlich individuelle Bedürfnisse und die wollen wir so gut wie möglich unterstützen.

Und wie sieht es mit der Nachwuchsarbeit aus?

Freiberger: Die Förderung des Nachwuchses ist uns enorm wichtig. Wir wollen uns dauerhaft als eine Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche etablieren und so zu einer sportlichen Zukunft beitragen. Wir investieren sehr viel Zeit und Arbeit in unseren Nachwuchs, weil es ohne neue Rollsport-Begeisterte nicht gehen würde.

Was macht Ihrer Meinung nach die Rollsport-Community in Österreich aus?
 
Freiberger: Unsere Vielschichtigkeit, Bodenständigkeit und Toleranz. Egal ob Einzelsport oder Teamsport – bei uns wird jeder fündig. Außerdem sind wir eine sehr offene Gemeinschaft und leben diesen Spirit tagtäglich. Wir sind ein Fachverband mit über 80 Vereinen aus acht Sportarten, da lebt man vom Miteinander.

Sie sind immer noch aktiver Inlinehockey-Spieler bei den Tigers Stegersbach. Außerdem fungieren Sie dort als Trainer des Damenteams. Was macht den Verein für Sie aus?

Freiberger: Stimmt (lacht.) Ich habe mich zwar von der Bundesliga leise verabschiedet, bin aber in der zweiten Bundesliga, bei den Veterans und Masters nach wie vor aktiv. Der Verein ist für mich wie eine zweite Familie, das möchte ich mit einem Beispiel untermauern: Vor kurzem war der Platzwart des Stegersbacher Fußballvereins zum ersten Mal bei einer unserer Partien. Wir haben zwar mit 0:2 verloren, aber er war begeistert von unserem Sport und genau das ist es, was uns ausmacht – unser Spirit ist ansteckend.

Stichwort Sport Austria Finals: Welche Chancen sehen Sie für den Verband in der Multisportveranstaltung?

Freiberger: Das Besondere an den Finals ist für uns, dass wir durch die Sport Austria dort eine unglaubliche Unterstützung bekommen und unsere Sportarten präsentieren können. Das hilft einem Fachverband wie unserem natürlich sehr, weil wir von der enormen Medienpräsenz profitieren und uns einem großen Publikum präsentieren können. Wir freuen uns auch schon auf nächstes Jahr in Innsbruck und hoffen darauf, noch mehr Sportarten in der Multisportveranstaltung platzieren zu können.

 
Zum ersten Mal ist auch Inlinehockey dabei. Wie groß ist die Freude, in diesem Jahr mit gleich zwei Sportarten dabei zu sein?

Freiberger: Riesengroß. Wir wollten im letzten Jahr schon mit Inline-Skaterhockey dabei sein, aber es fehlte die Infrastruktur. Dieses Jahr sind wir eben mit Inlinehockey der Damen und Herren dabei und freuen uns auf spannende Begegnungen im Eisstadion Pachern/Hart.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft des ÖRSV?

Freiberger: Ich wünsche mir ein gesundes, anhaltendes Wachstum des Verbandes sowie eine stetige Entwicklung der einzelnen Sparten. Außerdem soll der Spirit und Lifestyle trotz zunehmender Professionalisierung erhalten bleiben. Wir wollen den Verband fit für die Zukunft machen und auch im Hinblick auf den Klimaschutz eine grüne Sport-Alternative bieten.

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