29. MAI – 2. JUNI IN INNS­BRUCK/TIROL

Jubel im Nebel: Zöger und Reichelt gewinnen Premiere

Laktakt-Party am Schöckl. 22 Kilometer, 1.200 Höhenmeter und die Ankunft am Plateau auf 1.434 Metern. Der Startschuss für den ersten Hillclimb-Bewerb im Rahmen der Sport Austria Finals powered by Holding Graz erfolgte pünktlich um 10:00 Uhr in Stattegg. Vom Taktieren hielt die heimische Kletter-Rad-Elite nicht viel, sie legte gleich fulminant los und sorgte von Beginn an für ein hohes Tempo. Auf dem anspruchsvollen Kurs arbeiteten sich die Athlet:innen Kilometer für Kilometer mit einem wahren Kraftakt Richtung Gipfel und es entwickelte sich bei den Herren ein spannendes Ausscheidungsrennen. Am Ende konnte sich der Niederösterreicher Manfred Zöger bei starkem Nebel und Regen nach 1:09,05 Stunden über seinen ersten ÖSTM-Titel im Hillclimb jubeln. Platz zwei holte sich mit einem Rückstand von 29 Sekunden Christoph Spreitzhofer (1:09,34 Stunden). Martin Rauscher überquerte in 1:10,35 Stunden die Ziellinie und komplettierte mit eineinhalb Minuten Rückstand die Top-3.

„Es war wirklich ein hartes und sehr anstrengendes Rennen. Das Tempo war vom Start weg sehr hoch und ich habe mich schnell an die Spitze gesetzt, wollte den Konkurrenten einfach meinen Plan aufzwingen – das hat super funktioniert. Auf der Asphaltpassage haben wir dann alle ein wenig taktiert, ich wollte den Windschatten ausnutzen. In dieser Phase konnte ich gut Kräfte sparen und bin dann in der Steilpassage schnell in den Rhythmus gekommen. Zum Schluss habe ich gemerkt, dass es hinter mir immer leiser wird und die anderen abreißen lassen mussten. Ich habe dann voll durchgezogen“, freute sich Zöger über seinen ersten Titel bei der Österreichischen Hillclimb Staatsmeisterschaft. „Die Belastung war richtig hoch, aber als erfahrener Rennfahrer weiß man, welcher Tempo man anschlagen kann und was unrealistisch ist. In den Steilpassagen geht man immer komplett über das Limit, wenn es flacher wird, versucht man, das Laktat wieder einzufangen. Ich bin überglücklich, dass es heute geklappt hat. Es war meine erste Medaille in der Elite“, so der 33-jährige Niederösterreicher.

Machtdemonstration einer Gipfelstürmerin

Beim Rennen der Damen gab es eine kleine Überraschung. Alina Reichert zeigte sich von ihrer besten Seite und kletterte nach einer unglaublich starken Performance zum Sieg. Die in Salzburg lebende Niederösterreicherin setzte sich am Ende eines intensiven Rennens in 1:20,02 Stunden mit einem beachtlichen Vorsprung von 5:50 Minuten vor Marlies Feichtenhofer (1:25,57) durch. Platz drei ging an Julia Sörgel, die das Rennen in 1:27,49 Stunden beendete. „Mir taugen Berge, Hillclimb ist genau meines. Es war heute eine unglaublich coole Mountainbike-Strecke, sie war technisch anspruchsvoll, war rutschig und mit vielen Wurzeln. Das Rennen hatte einen speziellen Charme, das hat mir richtig Spaß gemacht. Ich bin selbst überrascht, dass es heute so gut gegangen ist. Ich hätte mich selbst nicht zu den Favoritinnen gezählt“, erklärte Reichert und ergänzte: „Für Hillclimb war es mit 22 Kilometer richtig lange. Am Anfang war ich noch verhalten, bin aber super ins Rennen hineingekommen. Wie es nach der letzten Abfahrt wieder ins Gelände gegangen ist, habe ich gewusst, das läuft heute in meine Richtung. Ich habe gewusst, dass Marlies (Anm.: Feichtenhofer) hinter mir ist, ich konnte es aber nicht so richtig einschätzen wie knapp sie an mir dran ist. Als ich über die Ziellinie gefahren bin, war ich überglücklich!“

Olympiasieger beißt die Zähne zusammen

Neben der Premiere des Hillclimb bei den Sport Austria Finals ging auch die Classic-Tour über 55 Kilometer sozusagen außer Finals-Konkurrenz über die Bühne. Dabei kämpfte sich Christian Hoffmann, Langlauf-Olympiasieger von 2002, durch die herausfordernde Strecke und holte sich am Ende dank seinem großartigen Kämpferherz in 2:37,07 Stunden Platz zwei, 40 Sekunden hinter dem Sieger Andreas Dollinger. „Ich genieße diese Wettkämpfe immer. Im Winter bin ich ja sehr viel beim Skibergsteigen unterwegs. Nun hat für mich wieder die Radsaison begonnen. Ich habe zwar noch nicht so viele Kilometer in den Beinen, aber das erste Rennen ist immer wichtig. Es war hart, hat sich aber super angefühlt heute. Am Beginn war ich ein wenig vorsichtig, weil man sich erst zurechtfinden und mit seinen Kräften haushalten muss. Es macht einfach Spaß, daher freue ich mich schon auf die nächsten Rennen – jetzt bin ich wieder im Rennmodus“, schmunzelte der Oberösterreicher.

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