29. MAI – 2. JUNI IN INNS­BRUCK/TIROL

Königsdisziplin an Hundstorfer und Holler

Am Freitag wurde es beim Aufeinandertreffen von Österreichs besten Tischfußballer:innen im Raiffeisen Sportpark so richtig ernst. Am zweiten von drei Wettkampf-Tagen standen nämlich die Einzel-Bewerbe der Damen und Herren auf dem Programm – und damit nicht weniger als die sogenannten „Königsdisziplinen“.

Der Tischfußballbund Österreich (TFBÖ) sorgte bei der „Premiere“ im Rahmen der Sport Austria Finals powered by Holding Graz obendrein mit einem besonders harten Turniermodus für zusätzliche Spannung. Lediglich sechs (Damen) bzw. sieben (Herren) Sportler:innen schafften am Ende einer langen und umkämpften Qualifikationsphase den Einzug in den Hauptbewerb.

Nervenschlacht bereits in der Qualifikation

Mit Kevin Hundstorfer und Benjamin Willfort kassierten zwei Top-Favoriten sogar zunächst jeweils eine Niederlage. Beide behielten aber die Nerven und schafften schlussendlich den Sprung über den „Strich“. Bei den Damen hingegen kam es früh zu einer ersten Überraschung. Elli McDonald, die Nummer eins der Setzliste, verpasste den Einzug in den Hauptbewerb. Als bester Spieler der Qualifikation erspielte sich Daniel Burmetler einen Fixplatz im Halbfinale.

Seine sechs verbliebenen Kontrahenten mussten den „Umweg“ über das Viertelfinal gehen. Dort kam es zum Duell zwischen Hundstorfer und Willfort, einem wahren Klassiker im heimischen Tischfußball-Sport. Hundstorfer behielt gegen den Grazer Lokalmatador die Oberhand.

Im Semifinale wartete für Österreichs Nummer eins mit Vereinskollege Daniel Burmetler gleich die nächste große Hürde. Die beiden Top-Spieler vom TFC Pielachtal schenkten sich im direkten Aufeinandertreffen nichts. Hundstorfer hatte in einer intensiven Partie, in der beide mental und physisch voll gefordert waren, das besser Ende für sich.

Daniel Burmetler ging als topgesetzter Spieler aus der Qualifikation hervor – hatte aber dann gegen Kevin Hundstorfer das Nachsehen.

Sensationslauf von Turnier-Organisator endet erst im Finale

Finalgegner Hundstorfers war völlig überraschend Wolfgang Breuer, der bei den Sport Austria Finals als Chef-Organisator eigentlich für die reibungslose Durchführung der Tischfußball-Bewerbe sorgt. Nach Siegen über Matthias Schöpf und Sascha Guscheh verdiente sich Breuer jedoch seinen Platz im Endspiel. Dort spielte Hundstorfer aber seine ganze Klasse aus und beendete mit einem klaren Sieg Breuers Sensationslauf.

„Ich bin sehr glücklich, dass ich mich in der Königsdisziplin durchsetzen konnte. Ich habe mein großes Ziel erreicht, auf das ich mich in den vergangenen Monaten sehr akribisch vorbereitet habe. Es war extrem hart, meine Gegner haben es mir heute richtig schwer gemacht“, sagt der frischgebackene Staatsmeister.

Dass auf ihn dann auch noch der Hauptpreis – ein Goldbarren im Wert von einer Unze – wartete, wollte der Oberösterreicher noch nicht realisieren. „Das ist außergewöhnlich und wird mir immer in besonderer Erinnerung bleiben. Ich werde ihn gut aufbewahren, hoffentlich kommen in Zukunft noch weitere hinzu.“

Strahlen um die Wette: Neo-Staatsmeister Hundstorfer (li.) sowie Überraschungsfinalist und Turnierorganisator Wolfgang Breuer.

Duell der Doppel-Partnerinnen geht an Außenseiterin

Bei den Damen schafften es mit Marina Tabakovic, Melissa Mosser, Karen Scheuer und Julia Holler ausschließlich Spielerinnen des Grazer Klubs TFC Hot Shots in die Vorschlussrunde. Das Quartett unterstrich damit die Dominanz des mehrfachen Champions-League-Siegers aus der steirischen Landeshauptstadt. Etwas überraschend zogen die topgesetzten Tabakovic und Scheuer gegen ihre Teamkolleginnen jeweils den Kürzeren. Somit kam es im Finale zum Duell zwischen Mosser und Holler. Kurios: Die beiden formen im Rahmen dieser Sport Austria Finals auch eine Paarung in den beiden Doppel-Bewerben und hoffen am Samstag auf Gold.

An diesem Tag konnte es aber nur eine Siegerin geben und Holler, die bis dato kaum Erfolge in Einzel-Bewerben zu Buche stehen hatte, wuchs noch einmal über sich hinaus. Die Grazerin bejubelte schlussendlich den Sieg und den Staatsmeistertitel. „Es fühlt sich richtig gut an. Vor allem, weil ich überhaupt keine Erwartungen hatte. Die Qualifikation ist nicht sonderlich gut gelaufen, ich bin gerade noch so in den Hauptbewerb gerutscht“, sagt Holler.

Die Gründe für den Überraschungserfolg ortet sie vor allem auf mentaler Ebene. „Ich war mental einfach noch stärker als sonst. Ich war auch offensiv sehr gut, aber mein Fokus hat das Eizerl ausgemacht. Es war immer knapp, Melissa ist eine richtig gute, schnelle Spielerin“, resümiert die frischgebackene Staatsmeisterin. Als Belohnung wartete auch auf sie eine Unze Gold: „Ich hätte mir niemals erträumen lassen, beim Tischfußball einen Barren Gold zu gewinnen. Ich weiß noch gar nicht, was ich damit machen werde.“

Großer Jubel: Julia Holler sorgte für eine waschechte Sensation.

Classic Doppel an Csar und Burmetler

Ebenfalls einen Goldbarren gab es für David Csar und Dalibor Suvajac. Die beiden setzten sich im Finale des Classic Doppel der Herren bereits zu Mittag gegen Benjamin Willfort und Daniel Burmetler durch.

Am Samstag gehen zum Abschluss der Tischfußball-Bewerbe noch die Doppel nach herkömmlichem Reglement über die Bühne.

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