29. MAI – 2. JUNI IN INNS­BRUCK/TIROL

Präsidiales Gold nach Herzschlag-Finale

Graz war am Samstag einmal mehr der Nabel der heimischen Minigolfwelt.

In einzigartiger Atmosphäre, direkt unter dem Dach des Finals Dome am Karmeliterplatz, fanden die Staatsmeisterschaften im Mixed statt. Beim Bewerb kamen jene 18 mobilen Bahnen zum Einsatz, die schon für die letztjährige Ausgabe der Sport Austria Finals eigens angeschafft worden waren.

Eigene Bahnen, eigenen Tücken

Im Gegensatz zu herkömmlichen Bahnen, die üblicherweise rund sechs Meter lang und mehr als einen Meter breit sind, messen die mobilen Bahnen nur rund 300×60 Zentimeter. „Aber klein heißt nicht gleich einfach“, so Günter Schwarz, Sportdirektor des Österreichischen Minigolf Sport Verbandes (ÖMSV). „Viele Bahnen haben sich als sehr tückisch erwiesen und es können auch die besten Spieler:innen Österreichs durchaus einmal Fehler machen“, so Schwarz.

Wie entscheidend selbst kleinste Fehler sein können, lässt ein Blick auf die Statistik vermuten: die Elite benötigt selten mehr als einen Schlag pro Bahn.

Im Mixed wechseln sich die Spieler eines Teams jeweils ab, gespielt wird im Modus „Lochspiel“. Das Team, das an einer Bahn die niedrigere Schlagzahl erzielt hat, gewinnt das Loch und erhält einen Punkt. Bei einem Unentschieden gibt es jeweils null Punkte.

Insgesamt nahmen 16 Paarungen den Mixed-Bewerb in Angriff und stellten sich damit auch den für Minigolf-Verhältnisse unüblichen Bedingungen. Denn die ÖMSV-Asse des spielen nicht jeden Tag vor Publikum und bei lautstarker Livemusik – die Sport Austria Finals 2023 sind hinsichtlich des Ambientes jedenfalls einzigartig.

ÖMSV-Präsident holt mit Partnerin Heyl Gold

Am besten mit den Gegebenheiten umgehen konnten erwartungsgemäß die Favorit:innen. So trafen sich im ersten Halbfinale Birgit Wagenhofer/Andreas Hillbrand (MGC ASKÖ Herzogenburg) und Nadine Jürgens/Fabian Spies (UBGC Bludenz), mit dem besseren Ende für das Vorarlberger-Duo.

Im zweiten Semifinale setzten sich Angelika Heyl (MGC Hole in One) und ÖMSV-Präsident Christian Gobetz (ASKÖ MGC Bischofshofen) gegen Melanie Amon-Schwarz (MGC Bad Vöslau) und Heinz Weber (Wiener ASVÖ Team 21) durch.

Die Finalist:innen lieferten sich unter den Augen von hunderten Zuschauer:innen im Finals Dome ein packendes Duell. Das Team aus Bludenz sah nach einer 2:0-Führung schon wie der sichere Sieger aus, doch auf der „Back Nine“ schlugen Heyl/Gobetz eindrucksvoll zurück und führten bei drei noch zu spielenden Bahnen plötzlich mit 3:2.

Heyl legte dann auf den gefinkelten „Pyramiden“ ein Ass vor, doch Spies wehrte die Vorentscheidung mit einem „Einser“ seinerseits ab.

Danach ging es zum „Auge“. Bei dieser 17. Bahn wählt die Elite zumeist den Weg über die hintere Kopf-Bande. Während Gobetz bei seinem „Rebound“ das nötige Quäntchen Glück hatte und den Abschlag versenkte, driftete Jürgens Ball nach dem Bandenkontakt ab und ging vorbei. Das 4:2 war eine Bahn vor Schluss somit die Entscheidung.

Heyl/Gobetz – Teamwork und Präzision vom Feinsten.

„Ich habe immer daran geglaubt“

„Mir fehlen die Worte. Es ist ein tolles Gefühl und ein riesiges Erfolgserlebnis“, sagte Heyl in einer ersten Reaktion.

„Der Staatsmeistertitel im Mixed ist etwas ganz Besonderes, weil man ein eingeschworenes Team sein muss. Dieser Titel ist einer der Höhepunkte in meiner Laufbahn“, unterstreicht Gobetz, der dem ÖMSV seit 2015 als Präsident vorsteht.

Trotz des Rückstandes hatte der Steirer nie Zweifel am Titelgewinn. „Ich habe immer dran geglaubt, dass wir das heute gewinnen können. Es ist ein schmaler Grat. Der Unterschied war aus meiner Sicht der Härtegrad meines Balles. Nadines Ball war weicher, langsamer und ist nach der Bande abgedriftet.“

Heyl fand abschließend lobende Worte für die Veranstaltung. „Es ist etwas ganz Besonderes, dass wir unseren Sport hier präsentieren dürfen.“ Gobetz schlug in dieselbe Kerbe: „Die Sport Austria Finals sind für uns eine Werbeplattform, dass es besser nicht geht. Solche Events müssen wir nutzen, um unseren Verband professionell zu präsentieren.“

Auf den „Pyramiden“ konnte Fabian Spies mit einem Ass noch einmal kontern – aber es war zu wenig.

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