29. MAI – 2. JUNI IN INNS­BRUCK/TIROL

Pilz und Posch sichern sich die Titel

Die ersten Titel des Kletter-Jahres sind vergeben: Bei den Österreichischen Staatsmeisterschaften im Bouldern im Boulderama Klagenfurt zeigen die heimischen Youngsters groß auf, am Ende setzen sich aber zwei arrivierte KVÖ-Asse durch. Jessica Pilz jubelt über ihren dritten Boulder-Staatsmeistertitel in Serie, Jan-Luca Posch über den zweiten seiner Karriere.

Bei den Damen entwickelte sich am Sonntagabend im Boulderama Klagenfurt ein spannendes Finale. Jessica Pilz spielte ihre Klasse aus und holte auf den vier Final-Bouldern drei Tops und vier Zonen. Lediglich auf dem dritten Boulder, den keine Athletin meistern konnte, verpasste die in Innsbruck lebende Niederösterreicherin das Top.

„Ich freue mich sehr, im Bouldern ist es immer ein offenes Rennen und nie etwas garantiert. Die Jugend rückt nach und war heute sehr stark. Ich bin vor allem sehr zufrieden mit meiner Leistung, speziell im Finale habe ich super in den Flow gefunden“, so Pilz nach ihrem dritten Boulder-Staatsmeistertitel in Folge und dem insgesamt sechsten in ihrer Zweitdisziplin.

Auf Platz zwei schaffte es Franziska Sterrer mit einem Top und drei Zonen. „Die Vorbereitung ist gut gelaufen, ich bin froh, dass ich es jetzt im Wettkampf an die Wand bringen konnte“, meinte die Oberösterreicherin, die im Semifinale auf Rang eins gelandet war. „Im letzten Jahr hat die Saison mit Platz sieben bei den ÖSTM in Klagenfurt schlecht begonnen und war dann auch durchwachsen. Der Start ist diesmal besser gelaufen, das stimmt mich optimistisch.“

Das Podest komplettierte Flora Oblasser. Die erst 16-jährige Tirolerin konnte bereits in der Jugend einige Erfolge einfahren und zeigte im Finale mit einem Top und drei Zonen auf. Damit war Oblasser neben Pilz und Sterrer die einzige Athletin, die im Finale zumindest ein Top erreichen konnte.

Posch holt zweiten Titel

Bei den Herren musste Titelverteidiger Nicolai Užnik bereits im Vorfeld für den Finaltag absagen. Der WM-Fünfte des letzten Jahres hatte sich in der Qualifikation am Samstag am Finger verletzt und war am Sonntag als Zuschauer dabei. Dabei sah er ein packendes Herren-Finale – und hätte sich fast über einen Sieg seines jüngeren Bruders freuen können.

Einzig Jan-Luca Posch machte dem nächsten Užnik-Titel einen Strich durch die Rechnung. Der 26-jährige Tiroler holte im Finale drei Tops und vier Zonen und sicherte sich somit seinen zweiten Staatsmeistertitel nach 2021. „Das war der perfekte Saisonstart und gibt viel Selbstvertrauen. Ich bin sehr zufrieden, dass ich über alle drei Runden konstant gut geklettert bin. Jetzt kann die Weltcup-Saison kommen.“

Timo Užnik, der jüngere Bruder von Titelverteidiger Nicolai, lieferte im Finale vor Heimpublikum ab. Der 18-jährige Kärntner verpasste mit drei Tops und drei Zonen nur haarscharf den Sieg, durfte sich aber über Platz zwei freuen „Ein richtig cooler Tag, ich habe mich schon im Vorfeld im Training sehr gut gefühlt. Nach der Verletzung von Nicolai wollte ich es umso mehr, weil Familie und Freunde da waren. So kann es gerne weitergehen.“

Das Podest komplettierte mit Andreas Hofherr ein weiterer Youngster. Der 20-jährige Vorarlberger erreichte im Finale zwei Tops und vier Zonen.

Schubert: „Die Form stimmt“

Für Jakob Schubert lief es im Finale nicht nach Wunsch. Auf dem ersten Boulder verpasste der sechsfache Weltmeister eine Wertung, auch auf dem zweiten verpasste er das Top. Dafür holte der 33-jährige Tiroler auf dem vierten und letzten Boulder in spielerischer Manier beim ersten Versuch das Top – als einziger Athlet im Finale.

Mit Platz eins in der Qualifikation und im Semifinale tankte Schubert drei Wochen vor dem Weltcup-Auftakt in China Selbstvertrauen. „Insgesamt war die Leistung sicher in Ordnung, ich habe gezeigt, dass ich gut drauf bin. Leider hat es wieder einmal im Finale nicht so gut geklappt, das war in letzter Zeit bei Boulder-Staatsmeisterschaften öfters der Fall“, so Schubert, der zuletzt und zum einzigen Mal 2010 den Boulder-Staatsmeistertitel gewinnen konnte. „Diesmal hat der erste Boulder im Finale die ganze Runde zerstört und auch den Spaß genommen. Dafür bin ich in einigen Bereichen sehr zufrieden, auf den Platten hat das Training Wirkung gezeigt, da fühle ich mich mittlerweile sehr wohl. So ist Bouldern, die Form stimmt jedenfalls.“

In drei Wochen (8. bis 10. April) startet die Weltcup-Saison 2024 mit einem Boulder-Bewerb im chinesischen Keqiao. Die Österreichischen Staatsmeisterschaften im Vorstieg und Speed finden in diesem Jahr im Rahmen der Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien (29. Mai bis 2. Juni) statt.

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