29. MAI – 2. JUNI IN INNS­BRUCK/TIROL

Windischbergers offene Rechnung

Lukas Windischberger hat mit den Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien noch eine Rechnung offen.

Der neunfache Racketlon-Staatsmeister (3x Einzel, 4x Doppel, 2x Mixed) musste im Vorjahr ausgerechnet im Finale des Doppel-Bewerbes verletzungsbedingt aufgeben. Die hartnäckige Ellenbogen-Blessur beschäftigte den Wiener auch noch Monate nach dem Endspiel von Graz. „Ich konnte kaum noch eine Türe öffnen“, sagt der mittlerweile 32-Jähirge im Sport-Austria-Interview.

Heute hat der Squash-Spezialist die Schmerzen im Griff und hat – mit seinem kongenialen Doppelpartner und Einzel-Champion Michael Dickert – die Rückeroberung des Doppel-Titels ins Visier genommen. Wir haben Windischberger nach einer Trainingseinheit telefonisch erreicht.

Sport Austria: Lukas, nimm uns noch einmal mit in die bittere Final-Niederlage des Vorjahres. Du musstest im Doppel-Finale gegen Florian Harca und Marcel Weigl aufgeben. Was war genau das Problem?

Windischberger: Schon vor den Finals 2023 – und auch noch in den Monaten danach – hatte mir ein sogenannter „Golfer-Ellenbogen“ zu schaffen gemacht. Ich konnte kaum noch eine Türe öffnen, weil jede Drehbewegung zu stechenden Schmerzen geführt hat. Das war sicher die zäheste Verletzung meiner sportlichen Karriere.

Du hast die Verletzung mittlerweile aber hinter dir gelassen?

Windischberger: Beschwerden dieser Art sind sehr schwer loszuwerden, weil dieser Bereich des Armes wenig durchblutet ist. Mit einer Kombination aus Eigenblut-Therapie und Schonung habe ich die Verletzung nun so weit in den Griff bekommen, dass ich wieder Squash spielen kann. Badminton und Tischtennis geht auch gut, nur zum schwereren Tennis-Schläger habe ich im Training bislang noch nicht greifen wollen.

Gerade Squash dürfte dir abgegangen sein, nachdem du noch immer auf der Tour aktiv bist, oder?

Windischberger: Ja, Squash ist nach wie vor die Sportart, die ich am aktivsten betreibe und am besten kann. Ich bin in der Weltrangliste auch noch immer gerankt (278, Anm.), zwar nicht mehr so hoch wie früher, aber Squash macht immer noch großen Spaß. In Innsbruck findet bei den diesjährigen Finals der Teambewerb statt, da werde ich auf jeden Fall wieder dabei sein.

Lukas Windischberger profitiert beim Racketlon auch von seiner Squash-Klasse.

Zurück zum Racketlon: Wie sehr willst du den Doppel-Titel zurückholen, den du mit Michael Dickert schon dreimal erobern konntest?

Windischberger: Ich habe gelernt, mit Niederlagen zu leben, wenn der oder die Gegner besser waren. Eine verletzungsbedingte Aufgabe tut aber doppelt weh, weil auch dein Partner aufgeben muss. Michi ist sozusagen unverschuldet „zum Handkuss gekommen“. Wenn alles nach der Papierform läuft, sind wir in Innsbruck die Favoriten. Wir trainieren sehr viel dafür, den Titel zurückzuholen.

Wer sind in Innsbruck die härtesten Konkurrenten?

Windischberger: Die Entwicklung von Florian Harca sehe ich sehr positiv. Marcel Weigl ist schwer einzuschätzen, er ist sehr erfahren und wenn er fit ist, kann er auf einem hohen Level spielen. Ich schätze auch Emmanuel Schöpf immer noch sehr hoch ein. Bei ihm kommt es darauf an, mit wem er antritt.

Worauf kommt es im Racketlon-Doppel an?

Windischberger: Wichtig ist, dass man sich als Team in seinen Stärken und Schwächen gut ergänzt. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass das bei Michi und mir sehr zutrifft. Auch die Abstimmung auf dem Feld und die Harmonie untereinander müssen passen. Ein Racketon-Match dauert rund eine Stunde, geht über bis zu vier Sportarten, da gibt es neben Höhen auch Tiefen, die man gemeinsam durchtauchen muss. 

Kongeniales Duo: Michael Dickert (li.) und Lukas Windischberger.

Wie groß ist der Stellenwert der Sport Austria Finals?

Windischberger: Einerseits könnte man sagen, dass ein Staatsmeistertitel genauso viel wert ist, wenn man ihn irgendwo in einem „Keller“ gewinnt. Andererseits sind die Finals ein extrem wichtiges Event, gerade für Racketlon und kleinere Sportarten, die alleine nie diese Strahlkraft entwickeln könnten, um ein breites Publikum zu begeistern.

Die Finals ziehen nach Tirol um. Eine willkommene Abwechslung?

Windischberger: Ich habe einst in Kitzbühel mein allererstes Racketlon-Turnier gespielt und freue mich, nach Tirol zurückzukehren. 

Danke für das Interview und alles Gute für die Sport Austria Finals!

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