29. MAI – 2. JUNI IN INNS­BRUCK/TIROL

Das letzte große Ziel

Minigolf und Urlaub, das ist eine Kombination, die vielen Menschen bekannt ist. Oftmals ist die Denke „Minigolf ist nur ein Urlaubssport“ ein Fluch, doch genau im Fall von Benjamin Kreutner war es dann doch ein Segen. Vor vielen Jahren verbrachte der Tiroler mit seinen Eltern und seinem jüngeren Bruder einen klassischen Familienurlaub.  Einer dieser Urlaubsabende wurde mit der Familie am dortigen Minigolfplatz verbracht, welcher für Kreutner ein richtungsweisendes Erlebnis in seiner späteren sportlichen Karriere war.  „Irgendwie haben wir gemerkt, dass mein Bruder und ich uns da schnell zurechtfinden und ein gutes Händchen für diesen Sport haben. Vom vermeintlichen ‚Hobbysport‘ inspiriert, waren wir noch zweimal am Minigolfplatz und haben uns brüderlich duelliert. Nach dem Urlaub zuhause angekommen, sind wir recht schnell auf den Gedanken gekommen, dass wir in Telfs ebenfalls eine Minigolfanlage besitzen und dort auch einmal probieren könnten. Ausgestattet mit den klassischen Platzschlägern haben wir uns dann Bahn für Bahn versucht. Der Vereinsobmann der Anlage, Anton Ploner, ist sehr schnell auf unser Talent aufmerksam geworden und hat begonnen uns zu fördern. Das war dann der Startschuss, erinnert sich Kreutner, der in seiner Freizeit beim Darts ebenfalls seine Präzession bis ans Limit austestet, an seine Anfänge zurück.

Mit dem richtigen Ballmaterial und einem geeigneten Schläger ging es für den heute 27-Jährigen in seiner Entwicklung zügig voran. Mit den Erfolgen war der Faktor Spaß natürlich ebenfalls hoch. „Ich liebe diesen Sport, aber er fordert auch gleichzeitig ein großes Know-how und Umsetzungsvermögen. Im Minigolf spricht man von zwei verschiedenen Spielerarten: Jene, die mit viel Ehrgeiz und Know-how die einzelnen Bahnen mit Ballmaterial austesten und jene, die die einzelnen Linien und Bälle gut umsetzen können. Über die Jahre sammelt man genug wissenswertes, natürlich auch durch vereinseigene Spieler, mit dem man sich zur Weltelite hocharbeitet. Ein essentieller Ansatz verbindet den Minigolfsport sogar mit dem Klettersport. Dort klettern alle Athlet:innen gegen die Wand, nicht gegen ihre Konkurrent:innen. Ähnlich ist es auch im Minigolf: „Es ist sehr familiär. Es gibt keine Feindschaft. Jeder hilft jedem und es wird um Erfahrungen kein Geheimnis gemacht, sogar Tipps und Tricks werden verraten. Das macht den ganzen Rahmen noch einmal schöner.“

Rückkehr auf die internationale Bühne

2016 holte sich Kreutner unerwartet den Vize-Staatsmeistertitel in Bischofshofen und konnte in drei internationalen Jahren in der Jugend und einem in der allgemeinen Klasse aufzeigen. Nach einer schöpferischen Pause kehrte der passionierte Minigolfer nun wieder zurück ins Nationalteam und liebäugelt mit einer Teilnahme an der Europameisterschaft in Kroatien: „Ich bin einer von acht nominierten Spielern, bedingt durch zahlreiche Ausfälle von Weltklassespielern, wovon sieben in Zaton an den Start gehen werden. Ich bin jedenfalls bereit und freue mich, auf die kommenden Herausforderungen“, erklärt der Spieler des MSV Unterland, der sich über viele Jahre mit seinem Bruder ein Familien-Battle geliefert hatte. Meistens gab es jedoch für den 27-Jährigen, der ein akribischer Spieler war und ist, das Happy End. Die Rangordnung war somit klar vergeben. Aber auch bei den Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien hätte Kreutner 2024 gerne mitgespielt und das Heimspiel aktiv erlebt. „Es wäre schon cool gewesen, nur leider bin ich in der Rangliste aufgrund meiner längeren Pause abgerutscht und habe somit kein Recht auf einen Platz im K.o.-Raster. Ich werde aber dabei sein. Es ist für unseren Sport eine coole Sache.“

Zukunft: Adventure Golf

Viele Dinge laufen im heimischen Minigolfsport gut, aber was fehlt, ist der Nachwuchs. Kreutner hat sich da ebenfalls schon seine Gedanken gemacht und ein klares Bild, wohin die Reise in Zukunft gehen könnte. „Ich denke, man muss gewisse Dinge überarbeiten. Oftmals geht der Anreiz verloren. Für den Spitzensport muss viel Geld investiert werden. Das ist speziell bei Jugendlichen, die um die 400 Bälle (Anm.: ein Ball kostet ca. EUR 20) brauchen, damit sie den Sport gut ausüben können, oft nicht machbar. Die Spieler, die das meiste Material haben, haben auch die meisten Möglichkeiten. Eventuell findet sich ein Setup, dass es 5–10 Bälle gibt, die drei Jahre Gültigkeit haben. Somit würden alle unter den gleichen Rahmenbedingungen spielen. Es würde den Einstieg erleichtern“, so der Straßenverkehrstechniker der Firma Siemens, der einen weiteren Ansatz parat hat: „Vielleicht geht es auch eher in Richtung ‚Adventure Golf‘. Das ist langsam im Kommen, hat einen großen Reiz und wäre meiner Meinung nach für unseren Sport sehr hilfreich. Ich bin überzeugt, dass man damit viele neue Menschen begeistern kann.“

Das letzte große Ziel

Was wäre das Sportler:innenleben ohne Ziele? Eher langweilig. Und an Zielen mangelt es auch beim 27-Jährigen nicht. „Ich habe schon viel gesehen und erlebt, aber eines ist noch offen und will ich unbedingt erreichen. Ich möchte Staatsmeister werden, dann kann ich mir meinen eigenen Ball mit den von mir ausgesuchten Eigenschaften inklusive des eigenen Namens, der am Minigolfball bedruckt wird, produzieren lassen. Das ist eine coole Sache, mein letztes großes Ziel!“

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