Über Wien nach LA: The Wiener takes it all
Mit 1,94 Metern sticht er auf jedem Schießplatz sofort heraus. Nico Wiener ist einer der größten Bogenschützen Österreichs – und längst auch einer der erfolgreichsten. Der Compound-Spezialist aus dem Burgenland zählt seit Jahren zur Weltspitze und steht bei den Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien in Wien besonders im Fokus. Wenn Anfang Juni auf dem Wiener Rathausplatz die Medaillen bei den Österreichischen Staatsmeisterschaften vergeben werden, will Österreichs Aushängeschild im Compoundbogen erneut für Aufsehen sorgen.
Die Bühne könnte kaum spektakulärer sein. Wie schon bei den Olympischen Spielen in Paris wird auch in Wien mitten vor einer weltbekannten Sehenswürdigkeit geschossen. Die Final-Entscheidungen im Recurve- und Compoundbogen steigen direkt am Rathausplatz, die Qualifikations- und Eliminationsrunden zuvor am Freigelände des BC Union Wien. Für Wiener ist genau dieses Setting ein großer Schritt für den gesamten Sport.
„Das wird sicher eine richtig coole Sache – vor allem, wenn die Tribünen so voll sind wie bei den Weltcup-Finali. Genau solche Bühnen braucht unser Sport. Das wird eine Top-Werbung für den Bogensport und eine große Möglichkeit, uns noch stärker bei Sponsoren und in den Medien zu positionieren“, sagt der 29-Jährige.
Wiener weiß, wie man auf den größten Bühnen besteht. 2021 gewann der Schreibersdorfer in den USA sensationell den WM-Titel im Compound und feierte damit einen seiner größten Karriere-Erfolg. Drei Jahre später schrieb er erneut österreichische Bogensport-Geschichte: Mit seinem Weltcupsieg in Shanghai holte Wiener als erster Österreicher überhaupt einen Weltcupsieg im Bogenschießen. Dazu kommen mehrere WM-Titel im Nachwuchsbereich und Teilnahmen an den World Games – bislang die größte internationale Bühne für Compound-Schütz:innen.
Das wird sich allerdings bald ändern. Bei den Olympischen Spielen Los Angeles 2028 wird Compound erstmals Teil des olympischen Programms sein. Seit der Wiedereinführung des Bogenschießens 1972 wurde nie eine neue Bogenklasse aufgenommen – bis jetzt. Ausgetragen wird in Los Angeles allerdings ausschließlich ein Mixed-Team-Bewerb im Compound.
„Es ist großartig, dass Compound erstmals Teil der Olympischen Spiele sein wird. Im Mixed wird es sicher nicht leicht für uns. International gibt es viele Profis, in Österreich keinen einzigen. Aber wir werden es auf jeden Fall versuchen“, sagt Wiener, der neben dem Spitzensport ganz normal 40 Stunden pro Woche arbeitet.
Der Compoundbogen gilt als modernste und technisch präziseste Form des Bogenschießens. Durch spezielle Rollen und sogenannte Cams an den Bogenenden wird das Haltegewicht beim Zielen deutlich reduziert. Dadurch sind extrem ruhige Zielphasen und enorme Präzision möglich. Gleichzeitig ist Compound eine Wissenschaft für sich: Kleinste Veränderungen an Material und Einstellungen können große Auswirkungen haben. Genau dieses Tüfteln fasziniert Wiener seit Jahren, schreckt andere jedoch ab. Für Wiener eine Herausforderung bei der Wahl einer Mixed-Partnerin in Richtung Los Angeles. Bei der EM im Mai spielte er mit Andrea Ratzer, das Duo erreichte das Achtelfinale und insgesamt den 9. Platz.
Zum Bogensport kam der Burgenländer übrigens erst mit zwölf Jahren über seinen Vater Wolfgang, der selbst aktiv ist und ihn coacht. Heute zählt Nico Wiener zu den besten Compound-Schützen der Welt – und bekommt bei den Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien nun die Chance, seinen Sport mitten ins Herz von Wien zu tragen. Auf einer Bühne mit Olympia-Flair.
