Vom Krimi zum Drama: “Buzzer Beater” bringt 3×3-Gold
Fast auf die Minute genau 48 Stunden nachdem die Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien per “Buzzer” eröffnet wurden, bringt ein spektakulärer “Buzzer Beater” beim Basketball-Finale den Rathausplatz erneut zum Beben. 3×3-Youngster Yann Obiora Grandperret warf das U23-Nationalteam mit seinem Distanzwurf gegen die ÖBV-U21-Auswahl zum 20:19 und damit zum erstmals vergebenen Staatsmeisterschaftsgold in der Halbfeld-Variante. Nach dem emotionalen Game Winner brachen in der mit hunderten Fans gefüllten 3×3-Arena am Rathausplatz alle Dämme.
“Wahnsinn! Vor so einer Kulisse so einen Wurf zu treffen, ist das Schönste für einen Sportler – das schlägt alles”, jubelte der Matchwinner der ÖBV-U23 nach dem Overtime-Drama ins Mikrofon. “Solche Würfe trifft man nicht oft in seiner Karriere, daran werde ich mich immer erinnern. Erster 3×3-Staatsmeister der Geschichte, das klingt cool”, sagte Grandperret nach dem hollywoodreifen Ende der Premieren-Ausgabe der urbanen Basketball-Variante.
Schon die ersten Seiten des Drehbuchs für das Rathausplatz Spektakels hätten spannender und dramatischer nicht sein können. Im Duell der U21- und der U23-Auswahl der Herren, gespickt mit Bundesliga-Assen und 3×3-Stars der Zukunft, entwickelte sich ein enges und physisches Duell. Beide Teams schenkten sich nichts, die U23-Auswahl von Enis Murati hatte aber während der regulären Spielzeit die Nase knapp vorne. Nur nicht mehr am Ende…
“… dann war auf einmal Platz”
Als alles schon mit einem Sieg der “Roten” rechnete, gab es für die in weiß spielende U21-Auswahl einen letzten Angriff. Simon Schlögl nahm sich beim Stand von 16:18 mit wenigen Sekunden auf der Spieluhr ein Herz und traf zum Ausgleich – Verlängerung! “Das Spiel war eigentlich schon gewonnen, wir haben so viele Freiwürfe vergeben, wie noch nie”, so Grandperret, der aber keine Zeit zum Hadern fand.
In der Overtime legte “Team Weiß” vor, ehe der Ball für die alles entscheidende Szene des Spiels in die Hände von Grandperret wanderte. “Ich habe davor schon den Wurf gesucht, wurde aber immer gut verteidigt. Dann war auf einmal Platz”, schilderte er die Momente vor der entscheidenden Szene.
Unter dem großen Jubel der zahlreichen Basketball-Fans fand der Ball den Weg durch die Reuse – 20:19. “Das Hirn schaltet für einige Sekunden aus, man hat keine Kontrolle über seine Emotionen. Es war pure Freude”, so Grandperret über die Jubeltraube mit seinen Teamkollegen Miro Zapf, Paul Kircher und Starlin Inoa Gil.
Nationalteam-Stars räumen Damen-Titel ab
Das Hirn eingeschaltet und deshalb auch voll fokussiert gingen am Nachmittag die Damen des österreichischen Nationalteams zu werke. Die favorisierte Truppe mit Sigi Koizar, Anja Fuchs-Robetin, Alexia Allesch und Simone Sill marschierte zunächst bis ins Endspiel durch und gewann dort dann ebenfalls souverän.
Mit 20:9 ließen die ÖBV-Stars den Gegnerinnen um Superliga-Finals-MVP Sina Höllerl kaum eine Chance. “Super, dass wir bei der Premiere den Sieg geholt haben”, sagte Koizar, die die Atmosphäre in der “3×3-Hauptstadt” Wien lobte. “Die Stimmung war super. Ich wusste vorab nicht, wie groß die Sport Austria Finals eigentlich sind.” Nachsatz: “Nur das Wetter hätte ein wenig besser sein können.”
Aber dank der ikonischen Dachkonstruktion, die auch für die Finals errichtet wurde, blieben die Spielerinnen und der Court trocken. Das Spiel lief dennoch flüssig – und actionreich! “Wir wussten, dass es Sina unbedingt zu stoppen gilt. Das haben wir gut gelöst. Auch am Rebound hatten wir Vorteile”, bilanziert Koizar.
Die Wienerin freute sich nicht nur über “Heim”-Gold, sondern auch über eine perfekte Generalprobe für die kommenden Aufgaben. “Wir haben ein paar harte Turnier vor uns – unter anderem auf dem Heumarkt und im Rahmen der EM-Qualifikation. Wir konnten heute jedes Spiel nutzen, um uns weiter darauf vorzubereiten.”
