Legenden trumpfen auf

Spannende Entscheidungen bei den Österreichischen Meisterschaften im Para-Boccia.

Im ASKÖ Sportcenter wurden die Bewerbe am Donnerstag und Freitag (16./17. Juni) im Rahmen der Sport Austria Finals powered by Intersport & Holding Graz ausgetragen.

In der Klasse BC 3 zeigte sich schon in der Vorrunde, dass Dauersieger Michael Kiefler diesmal hart zu kämpfen hatte. Dauerkonkurrent Dominik Herzog gewann gar die Vorrunde, im Finale musste Kiefler sein bestes Boccia zeigen, um ein 3:2 nach Hause zu spielen.

„Temperatur und Luftfeuchtigkeit waren variabel, dazu hatte ich einen Ball mit starkem Rechtsdrall. Aber gewonnen ist gewonnen!“, so Kiefler. Detail am Rande: Herzog musste nicht ganz ausgeschlafen zum Finale antreten, da sein Zimmerkumpane in der Nacht krank wurde und der deshalb kein Auge zubekam.

Die Klasse BC 1 entschied Routinier Erich Mecl für sich. Mecl holte sich auch im Teamwettbewerb Gold – und das, obwohl man durch einen Ausfall im Team ABSV nur zu zweit statt zu dritt antreten konnte – und somit statt sechs auch nur vier Bälle zur Verfügung hatte. Mecl ist einer der erfolgreichsten Boccia-Spieler, war 1996 bei den Paralympics dabei. Was es braucht, damit Österreich dort wieder im Para-Boccia vertreten ist? „Mehr Spieler:innen, mehr Turniere, eine höhere Dichte und hartes Training“, so Mecl.

Die Klasse BC 2 war eine Millimeter-Entscheidung zu Gunsten von Thomas Schweiger. Im Finale traf er auf den überraschend groß aufspielenden Georg Unterladstätter. Beide freuten sich ausgiebig über das tolle Ergebnis.

Ebenfalls ausgetragen wurde Pair – da ging Gold an das Team Cool Runnings vor Domax. Außer Konkurrenz lief der Einzelwettbewerb in der Klasse BC 5. Dort siegte Michael Janecka.

„Die Schwierigkeit beim Boccia ist, dass die Sportart einen eher schlechten Ruf hat, also dass das nur ältere italienische Männer machen oder dass es kein Sport ist wie bei Darts oder Stockschießen. Wenn man dann aber spielt merkt man, wie schnell man dabei ins Schwitzen kommt und wie toll es ist, dass man sich messen kann – auch mit körperlicher Beeinträchtigung. Letztens habe ich gehört ‚ich wusste gar nicht, dass ich auch Sport machen kann‘“, so Boccia Koordinatorin Danila Innerlohninger. „Es freut uns total, dass wir bei den Sport Austria Finals dabei sein konnten, es ist so gut organisiert! Ein Riesen-Event, wir hoffen, dass wir neue Sportler bekommen und unser Image ein bisschen verändern können und die Sportart verbreiten können.“

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