29. MAI – 2. JUNI IN INNS­BRUCK/TIROL

„Habe den Anspruch, zu gewinnen“

Kevin Hundstorfer ist einer der erfolgreichsten österreichischen Sportler überhaupt, zumindest wenn es nach Titeln geht. Der 32-Jährige ist unter anderem dreimaliger Weltmeister – davon zweimal im Einzel (2013, 2015) und einmal mit dem Team (2022) – sowie Champions-League-Sieger (2022). Der obendrein noch mehrfache Staatsmeister und World-Series-Champion ist den meisten Sportfans hierzulande dennoch völlig unbekannt. Hundstorfer ist eben kein Fußballer – er ist Tischfußballer. Bei den Sport Austria Finals 2023 powered by Holding Graz (7. bis 11. Juni) feiert „seine“ Sportart große Premiere. Der Oberösterreicher ist Zweiter der Weltrangliste und zählt (sich) zu den Topfavoriten.

Kevin, wann hat sich deine Liebe zum Tischfußball entwickelt?
Kevin Hundstorfer: Bereits im Kindesalter. Ich spiele seit dem fünften Lebensjahr Tischfußball und bin schon als Jugendlicher zu internationalen Turnieren gefahren. Auch meine Eltern haben bereits gespielt, allerdings nicht auf so einem hohen Niveau.

Was macht den Sport für dich so besonders?
Hundstorfer: Beim Tischfußball spielt es keine Rolle, wie alt man ist oder welche körperlichen Voraussetzungen man mitbringt. Jede und jeder kann den Sport ausüben, egal ob als Hobby oder als Leistungssport.

Tischfußball ist aber auch abwechslungsreich und verlangt hohe Flexibilität. Vor allem international werden viele unterschiedliche Tische bespielt, oder?
Hundstorfer: Ja, es gibt fünf offizielle Turniertische: Bonzini, Garlando, Roberto Sport, Tornado und Leonhart. Es reicht nicht, nur auf seinem „Heimtisch“ gut zu sein. Es kann passieren, dass man bei einem Turnier auf allen fünf Tischen bestehen muss.

Wo liegen die Unterschiede zwischen den Tischen?
Hundstorfer: Die verschiedenen Hersteller setzen zum Beispiel auf unterschiedlich breite oder schwere Figuren und Stangen. Auch die Bälle und die Tischplatte sind jeweils anders. Abweichungen ergeben sich somit bei der Geschwindigkeit und bei der Griffigkeit des Tisches.

Hundstorfer im Vereinsheim des TFC Pielachtal auf dem Garlando.

Tischfußball ist erstmals Teil der Sport Austria Finals. Was bedeutet das für die Sportart?
Hundstorfer: Es ist ein großer und wichtiger Schritt. Die Sport Austria Finals bieten einen super Rahmen, der den Tischfußball populärer machen und positive Auswirkungen auf die Zukunft des Sports haben wird.

Was dürfen die Fans von den Bewerben im Raiffeisen Sportpark erwarten?
Hundstorfer: Auf jeden Fall ein Turnier mit hohem Niveau und vielen Weltklassespieler:innen. Ich blicke den Finals mit großer Euphorie entgegen.

Das Turnier ist mit Goldpreisen im Wert von 50.000 Euro dotiert. Wie stehen deine Chancen auf einen Titel und einen Goldbarren?
Hundstorfer: Die Konkurrenz ist beispielsweise mit Stefan und Daniel Burmetler oder dem Grazer Benjamin Willfort sehr groß. Ich sehe mich aber in der Favoritenrolle und habe den Anspruch, das Turnier zu gewinnen.

Du bist Einzel- und Team-Weltmeister, Champions-League-Sieger und die aktuelle Nummer zwei der Weltrangliste. Gibt es noch Ziele?
Hundstorfer: Ich möchte mein Leistungsniveau weiterhin konstant halten und so lange wie möglich erfolgreich sein. Ab einem gewissen Alter kann ich dann womöglich nicht mehr mithalten, dann wird der Spaß im Vordergrund stehen.

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