29. MAI – 2. JUNI IN INNS­BRUCK/TIROL

Spatt aber doch

Benny Wizani will trotz Kreuzbandriss bei den Olympischen Spielen in Paris starten. Bereits die Qualifikation für Paris war für Wizani und Turnsport Austria ein riesengroßer Erfolg. Vor einigen Jahren war genau das auch das Ziel von Martin Spatt, der in der Jugend vielversprechende Ergebnisse einfahren konnte. Gelingen sollte das Kunststück nicht, stattdessen beendete der Oberösterreicher seiner Karriere in jungen Jahren.

„Wir waren damals in Steyr eine Keimzelle, als das auseinandergefallen ist, bin ich zum Training nach Deutschland gependelt. Das Ziel waren die Olympischen Spiele 2016 in Rio, leider habe ich in Deutschland kaum sozialen Anschluss gefunden, dann kamen Schmerzen im Fuß dazu, die Motivation ist gesunden und mit Anfang 20 habe ich den Hut draufgehaut“, erinnert er sich.

Jahre später kennt Spatt die Gründe für den frühen Rückzug. „In meiner Jugend waren alle Augen auf mich gerichtet. Ich war das Aushängeschild, aber ich wollte eigentlich nie im Mittelpunkt stehen, diese Rolle liegt mir nicht. Erst später habe ich gelernt, dass Leistungssport auch Spaß machen muss.“

„Eine Art gemeinsamer Traum“

Nach drei Jahren Auszeit vom professionellen Trampolinspringen fand Spatt 2018 wieder zurück, auch der Liebe wegen. „Ich habe als Instructor am USI Wien Trampolin-Kurse gegeben, dort habe ich meine jetzige Partnerin und Mutter meines Kindes kennengelernt und durch sie die Liebe zum Trampolin neu entdeckt.“

2019 erfolgt die Rückkehr ins Nationalteam, dass dort inzwischen mit Benny Wizani und Niklas Fröschl zwei starke Athleten etabliert waren, war ihm sehr recht. Zu Ersterem verbindet Spatt eine besondere Beziehung. „Ich habe Benny kennengelernt, als er im Alter von fünf Jahren mit dem Trampolinspringen begonnen hat. Es hat mich sehr gefreut, seine Reise zu beobachten. Er ist immer besser geworden und hat das durchgezogen, das war richtig cool anzusehen.“

Wizanis Erfolge sind auch Erfolge für das Team und den gesamten Sport. „Dadurch wird Trampolinspringen größer und professioneller, die Trainer arbeiten gut zusammen. Die Olympia-Qualifikation war der Traum von vielen, Benny hat es geschafft. Das war immer meine Hoffnung und mein Wunsch, es war eine Art gemeinsamer Traum, wir sehen uns als Team.“

Paris-Start nur auf Wizanis Wunsch

Auch deshalb kam nie die Hoffnung auf, dass sich Spatt durch Wizanis Verletzung womöglich doch noch den Olympia-Traum erfüllen könnte. Sollte der Youngster nicht starten können, wäre Spatt wohl der erste „Nachrücker“ und könnte den Paris-Platz übernehmen.

„Ich würde es nur machen, wenn Benny nicht kann und es sein ausdrücklicher Wunsch ist, dass ich in Paris starte“, stellt Spatt klar. „Dann würde ich es tun, auch um Österreich zu vertreten. Sicher würde ich es dann wahrscheinlich auch genießen, aber es wäre keine Erfüllung eines persönlichen Traums.“

Die Gründe für die Rückkehr in den Leistungssport waren andere. Zum Beispiel, die gesammelte Erfahrung an die nächste Generation weiterzugeben. „Ich bin erwachsener geworden und habe einen anderen Zugang gefunden. Jetzt ist viel mehr Freude dabei, obwohl ich viel weniger trainiere als früher werde ich immer noch besser. Die körperliche Voraussetzung spricht eigentlich dagegen, aber die Punkte bei Bewerben beweisen das Gegenteil.“

Spannende Titel-Entscheidung garantiert

Neben seiner Tätigkeit am USI Wien gründete Spatt mit seiner Partnerin einen Verein namens „Liberty Bound“ in Gedersdorf bei Krems. Für diesen startet er heuer auch bei den Österreichischen Staatsmeisterschaften im Rahmen der Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien in Innsbruck. Spatt erwartet am Freitag (31. Mai/Qualifikation) und Samstag (1. Juni/Finale) ein enges Rennen um den Titel, mit Niklas Fröschl und Georg Hopfgartner, mit dem Spatt im Synchronbewerb startet, gibt es zwei Mitfavoriten.

„Die Staatsmeisterschaften haben schon einen hohen Stellenwert, es geht um einen Titel und den will man gewinnen. Alle drei haben gute Chancen und können gewinnen, für die Fans wird es sicher sehr interessant“, sagt er.

Vom Finals-Konzept ist Spatt, der letztes Jahr in Graz hinter Wizani Platz zwei holen konnte, überzeugt: „Die Idee ist genial, wenn ich nicht starten würde, wäre ich sicher als Zuseher vor Ort dabei und würde mir neben ‚meiner‘ Sportart einige andere ansehen. Manchmal dauert es eine Zeit, bis so etwas auch wirklich in der Bevölkerung ankommt, aber die Finals sind für viele Sportarten sehr wichtig.“

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