“Mr. Finals” schlägt wieder auf – und an
Es gibt sie, die wenige Protagonist:innen, die bei jeder der bisherigen fünf Finals-Ausgaben mit von der Partie waren.
Und es gibt Marcel Weigl. Der 52-Jährige hat locker den inoffiziellen Titel “Mr. Finals” verdient, war er doch an jedem Wettkampftag in der Historie der Sport Austria Finals Teil des Events. Das hat vor allem mit “seiner” langjährigen Sportart Nummer eins zu tun: Racketlon. Der Schläger-Vierkampf sei “die einzige Sportart der Finals-Geschichte, die wirklich an jedem Wettkampftag einen Bewerb ausgetragen hat”, erklärt Weigl, der 20 Jahre lang nicht nur Top-Athlet sondern auch Präsident der Racketlon Federation Austria (RFA) war.
Bei den Finals 2024 ging die “Ära Weigl” dann nach zwei Jahrzehnten zu Ende. Die Abschiedsfeier – und das gleichzeitige 20-jährige Jubiläum des Verbandes – feierte er mit der Finals-Familie direkt auf der Bühne am Innsbrucker Landestheatervorplatz. Präsident Hans Niessl, die schwedische Racketlon Legende Magnus Eliasson, sie alle waren gekommen. “Das werde ich nie vergessen. Was gibt es schöneres, als sich bei den Sport Austria Finals auf der großen Bühne zu verabschieden?” Eine rhetorische Frage.
Große Finals Karriere als Spieler (noch nicht vorbei)
Und wenn beim “Finals-Triple” in Graz oder später in Innsbruck keine präsidialen Aufgaben auf der Agenda standen, griff der Racket-Enthusiast selbst zum Schläger – mit großem Erfolg. 2023 gewann er an der Seite von Florian Harca Staatsmeisterschaftsgold im Herren-Doppel. Im Einzel gab’s 2022 Silber.
Am besten lief es aber beim stets ebenfalls bei den Finals ausgetragenen Bundesliga-Bewerb. Der Vösendorfer kürte sich mit seinem Verein Sportunion Rackathletes Austria fünfmal in Serie zum Meister. “Als Wiener Verein müssen wir dieses Jahr zuhause Titel Nummer sechs holen”, lässt Weigl mit einer Kampfansage aufhorchen. Wir? Ja, das Racketlon-Urgestein will es noch einmal wissen und steht selbst auf dem Feld.
Weigl schlägt aber bei der Finals-Premiere in der Bundeshauptstadt nicht nur auf – sondern auch an. Nämlich hunderte Quadratmeter an Werbebannern und Transparenten an Wänden und Absperrgittern. Pünktlich zur sechsten Ausgabe des Mega-Events hat sich der Ex-RFA-Präsident nämlich dem Branding-Team von Regina Stanger angeschlossen. “Wir versuchen, die Sportstätten optisch so herzurichten, dass es für die Sportler:innen, für die Fans vor Ort und für die TV-Übertragung gut ausschaut – und die Sponsoren im Bild sind.”
Die Aufgabe mag eine neue sein, für den ausgebildeten Sportmanager ist aber das Mithelfen im Hintergrund großer Sport-Veranstaltungen kein Neuland.
Anfrage der Sport Austria: “Musste nicht lang überlegen”
Schon vor rund drei Jahrzehnten startete er bei der Firma von Tennis-Manager Ronny Leitgeb ins Berufsleben, war Teil des ATP-Turniers in St. Pölten. Eine Anekdote aus dieser Zeit? “Ich durfte einmal mit Patrick Rafter einspielen – und habe ein Ass geschlagen. Das war mir peinlich”, lacht Weigl, der später viele andere Aufgaben im Sport übernahm, beispielsweise bei der Fußball-Europameisterschaft 2008 als Leiter Akkreditierungen oder bei der Frauen-Handball-EM 2024 als Leiter Promotion und Akkreditierungen.
2026 erreichte ihn nunmehr die Anfrage der Bundes-Sportorganisation Sport Austria. Ausgerechnet Daniel Döller, der sich vor einigen Jahren im Bewerbungsverfahren um die Stelle des Finals-Projektleiters gegen Weigl durchsetze, fragte seinen ehemaligen “Konkurrenten” um Unterstützung.
“Ich musste nicht lange überlegen. Daniel will, genauso wie ich, das Beste für den Sport. Wenn ich irgendetwas beitragen kann, dass die Sportarten, die sonst weniger präsent sind, gesehen werden und es besser haben, dann bin ich sofort dabei. Das ist mein Antrieb”, unterstreicht das Racketlon-Ass.
Was wären die kleinen Sportarten ohne die Finals?
Passend dazu verrät Weigl sein persönliches Highlight aus nunmehr fast sechs Jahren Sport Austria Finals. “Die Titelgeschichte auf der ORF-Startseite mit einem Foto von mir im Racketlon-Einsatz!” Warum? “Das zeigt, was die Finals für eine Wirkung entfachen können. Wie hätte Racketlon ohne die Sport Austria Finals jemals so eine Sichtbarkeit bekommen sollen?” Wieder eine rhetorische Frage.
Keine Frage ist für Weigl, dass er dem Sport noch viele Jahre erhalten bleiben möchte. Ob mit seinem Projekt “Racketlon Unified” – wo Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam Racketlon spielen und als Volunteers bei großen Sportevents mithelfen – oder als “Mr. Finals”.
