Talentprobe auf der bislang größten Bühne
Für viele Athlet:innen sind die Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien die bislang größte Bühne. Für einige Athlet:innen bilden sie ein Sprungbrett für eine große Karriere. Bei Lauro Falchetto trifft beides zu. Der 17-jährige Niederösterreicher ist eines der größten heimischen Fecht-Talente und sicherte sich am Rathausplatz seinen ersten Staatsmeistertitel – es wird wohl nicht sein letzter Erfolg bleiben.
In Österreichs Fecht-Community herrschte in den letzten Wochen Aufbruchsstimmung. Die Tatsache, dass die Entscheidungen der Österreichischen Staatsmeisterschaften im Rahmen der Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien und am Wiener Rathausplatz stattfinden, sorgte für Vorfreude. Am Freitagnachmittag war es schließlich soweit – und im Zelt vor dem Rathaus herrschte Feststimmung.
Hunderte Fans waren lautstark mit dabei, als sich Alexander Biro im Finalgefecht gegen Jan Schuhmann durchsetzte. „Das war mit Sicherheit der beeindruckendste Wettkampf in Österreich. Wir sind es nicht gewöhnt, dass so viele Leute zuschauen. Mich persönlich hat es gepusht“, so der 24-jährige Kärntner, dessen großes Ziel die Olympischen Spiele sind. „Der Weg nach Los Angeles ist hart, aber ich will es versuchen!“
Los Angeles 2028 kommt für Lauro Falchetto wohl noch zu früh, bei den Finals lieferte er einmal mehr eine Talentprobe ab. Der 17-Jährige gewann das Finale im Herren-Florett gegen Moritz Lechner und damit seinen ersten Staatsmeistertitel. „Am Vormittag habe ich mich gar nicht so gut gefühlt, aber ich konnte mich von Gefecht zu Gefecht steigern“, erinnert er sich an die Vorrunde in der Sporthalle Brigittenau. Der Wechsel auf den Rathausplatz zum Finale tat ihm gut. „Es war richtig cool, weil so viele Leute da waren.“
Das Fecht-Talent wurde Lauro dabei quasi in die Wege gelegt, war doch Papa Marco ebenfalls ein erfolgreicher Fechter. Bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta holte Falchetto sen. mit Österreichs Fecht-Florett-Team den starken vierten Platz. Seinem Sohnemann attestiert er noch mehr Talent, weshalb er ihm auch noch mehr zutraut: „Ich hoffe, dass er es auch bis zu Olympia schafft und hoffentlich besser abschneidet als ich.“
Für den Youngster soll es Schritt für Schritt aus der Nachwuchswelt in den internationalen Erwachsenenbetrieb hineinwachsen. „Ich bin schon sehr zufrieden mit meiner Entwicklung. Wir haben bei uns in der Fechthalle eine Wand, da hängen Plakate von verschiedenen Fechtern und daneben stehen die Erfolge. Wenn ich da vorbeigehe, bin ich schon sehr happy, was da bei mir an Ergebnissen steht.“
Mit dem Herren-Säbel sicherte sich Luka Chiari den Titel.
Bei den Damen kam es in den drei Finals zu dramatischen Gefechten. Lilli Maria Brugger (Florett) wurde ihrer Favoritinnenrolle gegen Laetizia Mack gerecht, tat sich dabei aber schwer. „Ich habe heute gegen viele Teamkolleginnen gekämpft. Das ist einerseits cool, andererseits will man das nicht unbedingt. Es freut mich schon sehr, dass ich vor dieser Kulisse gewinnen konnte“, so die Salzburgerin.
Für die international erfahrene Brugger sind die Entscheidungen am Rathausplatz eine große Chance. „So müssen wir unseren Sport präsentieren und zu den Leuten bringen. Ich versuche auch in Salzburg, viele Kinder zum Fechten zu bringen, besonders Mädchen. Wenn wir hier auch nur ein paar Kinder dazu bringen, einmal ins Fechten hineinzuschnuppern, haben wir schon gewonnen.“
Luise Elmer (Degen) und Franziska Tanzmeister (Säbel) lagen in ihren Finalgefechten jeweils zurück, sicherten sich nach starken Comebacks aber noch die Titel.
