Go go go! Sport Austria Finals in vollem Gange
Das “geht” in die Finals-Geschichte ein!
Zu den Klängen von “Walking on Sunshine” eröffneten Österreichs beste Geher:innen am Donnerstagvormittag den ersten Wettkampftag der Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien.
Und als hätten Katrina and the Waves es schon 1983 bei der Aufnahme ihres Mega-Hits geahnt, strahlte die Sonne auf der Prater Hauptallee mit den Sportler:innen um die Wette. Bei perfektem “Race Walking”-Wetter waren alle Augen auf Youngster Theresia Mohr gerichtet. Die Vorarlbergerin ist trotz ihrer erst 20 Jahre bereits die schnellste Geherin Österreichs und fix für die EM in Birmingham im August qualifiziert.
Gimme Mohr!
Dementsprechend war Mohr bei den Staatsmeisterschaften über die Halbmarathon-Distanz in der Favoritenrolle. Und die Dame vom TS Egg gestaltete das Rennen von Beginn an und kam in 1:42,51 als Erste durchs Ziel.
„Es ist megacool hier zu gehen, eine Ehre. Es war ein mehr als solides Rennen, ich bin sehr zufrieden”, sagte die nunmehrige Staatsmeisterin. Auch über die Zeit herrschte Zufriedenheit. „Wenn mir das jemand vor zwei Jahren gesagt hätte, hätte ich nicht gedacht, dass ich je so schnell gehen kann. Diese Zeit wird reichen, um bei der EM dabei zu sein“, sprach die Vorarlbergerin von einem großen, wichtigen Schritt in Richtung des Großereignisses in Birmingham.
Fernziel bleiben für Mohr die Olympischen Spiele. “Los Angeles 2028 wäre ein absoluter Traum”, so die Jung-Geherin, die auf der Hauptallee die Strecke mit Johann Siegele teilte. Die 77-jährige Geher-Legende schreib am Donnerstag ein besonders Kapitel Finals- oder besser gesagt Sport-Geschichte! Der Tiroler war 1980 in Moskau 22. bei den Olympischen Spielen und kam bei den diesjährigen Staatsmeisterschaften nach 2:54,46 als vielumjubeltes Schlusslicht ins Ziel. “Es hat extrem Spaß gemacht, in diesem hohen Alter noch bei so einer tollen Veranstaltung dabei zu sein.”
Spannender Zweikampf um Herren-Titel
An der Spitze des Herren-Feldes entwickelte sich in Abwesenheit des verletzten Thomas Hollegger ein Zweikampf um den Halbmarathon-Sieg. Rainer Heinzl vom LC Profis und Franz Kropik von SVS-Leichtathletik mussten zwar das internationale Spitzenfeld rasch ziehen lassen, schenkten sich aber im Kampf um den Österreichischen Staatsmeistertitel nichts. Erst in der zweiten Rennhälfte schlug das Pendel in Richtung Heinzl aus.
“Ich bin überglücklich, dass ich es geschafft habe. Es ist mein erster Staatsmeistertitel”, jubelte Heinzl nach 2:07,47. Eine besondere Bedeutung hat die Goldmedaille für den Wiener auch deshalb, weil er sonst nur auf den Kurzdistanzen unterwegs ist. “Ich bestreite 60 bis 70 Wettkämpfe im Jahr, sowohl im Laufen als auch im Gehen, aber immer nur über Kurzdistanzen. Ich habe die 20 Kilometer erstmals bei der EM probiert und es ist gut gegangen, deshalb freue ich mich umso mehr über meinen heutigen Premieren-Sieg.”
Mit dem Pendelkurs und den warmen Temperaturen hatte der neue Champion aber dann doch ein wenig zu kämpfen. “Die ersten zehn bis zwölf Kilometer sind sehr gut gegangen, ich bin mit Barbara Hollinger mitgegangen, aber sie ist dann weggezogen. Alleine waren die letzten Kilometer dann sehr zäh.” Wichtig sei gewesen, so der 53-Jährige, dass er den Abstand zu Kropik stets halten konnte.
So ein … Ischias!
Heinzls Hauptkonkurrent um den Titel konnte in der ersten Rennabschnitt noch Schritt halten, musste aber dann abreißen lassen. “Es schwingt das Gefühl mit, dass ein wenig mehr drinnen gewesen wäre. Leider hat sich der Ischias-Nerv etwa bei der Hälfte des Rennens bemerkbar gemacht hat”, so Kropik (2:09,49). Der um fünf Jahre ältere Niederösterreicher erläuterte: “Es wurde dann bei Kilometer 15 wieder besser, aber es war dann schon etwas zu spät. Ich bin mit der Silbermedaille dennoch sehr zufrieden und gratuliere Rainer zum Titel. Er war heute der bessere Geher.”
Für die Sport Austria Finals hatte der Zweitplatzierte nur lobende Worte über: “Die Finals sind eine großartige Veranstaltung, weil das Gehen – wie viele andere Sportarten – nicht so bekannt ist. Hier bekommen wir eine Bühne, unsere Sportart zu zeigen und vielleicht wecken wir damit mehr Interesse. Die Finals sind eine grandiose Sache.”
Staudacher bestätigte WM-Form
Ein besonderes Rennen war die Finals-Premiere der Geher auch für Marlen Staudacher vom LAC Klagenfurt. Die Kärntnerin unterbot zuletzt überraschend das Limit für die im August in Eugene (USA) stattfindenden U20-Weltmesiterschaften. Um tatsächlich nominiert zu werden, braucht die 19-Jährige allerdings noch das ein oder andere gute Ergebnisse um im World-Athletics-Ranking noch nach oben zu klettern.
Über die 10km-Distanz holte Staudacher am Donnerstag in 51:30 Minuten souverän den Sieg, der gleichzeitig auch den österreichischen U23-Meistertitel bedeutete. „Ich hätte nie mit so einer starken Zeit gerechnet, ich bin vollends zufrieden“, resümierte das Nachwuchstalent. „Am Treppchen ganz oben zu stehen, ist immer schön. Das stehe ich auch am liebsten.“
