Final-Thriller am Wiener Rathausplatz
Herzschlagfinale bei den Österreichischen Staatsmeisterschaften im Bogenschießen im Rahmen der Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien. In packenden Finalduellen am Rathausplatz setzten sich am Ende die Favorit:innen durch.
Nach der Vorrunde im Bogenclub Union Wien wechselten die Bogenschütz:innen am Sonntag auf den Wiener Rathausplatz, wo auf einer temporären Anlage geschossen wurde. Im Compound-Bewerb der Herren ging Nico Wiener als Top-Favorit ins Rennen. Der Burgenländer ist Weltmeister von 2021 und internationaler Top-Star. „Speziell in der K.o.-Runde kann in unserem Sport immer etwas passieren“, wollte er im Vorfeld nichts von einem „Titel zum Abholen“ wissen.
Mit souveränen Leistungen zog der 29-Jährige ins Finale ein, wo er gegen Michael Matzner mit 147:144 die Oberhand behielt. „Einen Titel nimmt man immer gerne, das ist alles andere als selbstverständlich. Besonders gefreut hat mich, dass viele Leute zugeschaut haben. Ich habe mir auch einige Bewerbe angesehen, das war sehr cool.“
Er selbst hat die Augen bereits auf die Olympischen Spiele Los Angeles 2028 gerichtet, wo Compound mit einem Mixed-Bewerb seine Olympia-Premiere feiert. „Das ist und bleibt das große Ziel. Es wird schwierig, weil für die Olympia-Qualifikation alles passen muss. Aber ich gebe alles dafür“, sagte er und verließ den Rathausplatz in Richtung Flughafen. Das Ziel: Antalya und der nächste Weltcup.
Die möglichen Mixed-Partnerinnen betraten wenig später das Finalfeld. Brigitte Steiner setzte sich mit 137:132 gegen Eva-Maria Seidel durch. Die Salzburgerin besticht durch ihre Vielseitigkeit: „Ich bestreite verschiedene Disziplinen, auch Feld und 3D. Ich sage immer: Treffen muss man da wie dort.“ Steiner ist mit dem Bogen auf dem Feld und im Gelände unterwegs, die Wiener Innenstadt war aber auch für sie Neuland. „Die Kulisse war einmalig, sehr beeindruckend.“
Im olympischen Recurve-Bewerb war Elisabeth Straka, Olympia-Starterin von Paris 2024, eine Klasse für sich. Die Niederösterreicherin entschied das Finale mit 6:2 in Sets für sich. „Die letzten Tage waren nicht ganz so einfach. Manchmal fühlen sich die Schüsse einfach nicht gut an. Aber ich bin immer besser hineingekommen.“
Bei der Frage nach der Premiere am Rathausplatz geriet Straka ins Schwärmen: „Es war unglaublich, hier dabei zu sein. Es waren wirklich viele Leute da und haben uns zugeschaut. Das war nach Paris sicher der beeindruckendste Wettkampf meiner Karriere. Hoffentlich können wir nächstes Jahr wieder dabei sein.“
Das Recurve-Finale der Herren bildete das große Finale im Bogenschießen – und die Zuschauer:innen wurden nicht enttäuscht. Das Traumfinale Lukas Kurz gegen Andreas Gstöttner hielt, was es versprach: Spannung pur. Kurz ging mit 4:0 in Sets in Führung, Gstöttner gelang der Ausgleich. Bei 4:4 endete der Set in einem Unentschieden – mit 5:5 ging es ins Stechen. Kurz legte eine 8 vor, Gstöttner traf nur die 7.
„Es war ein Tag mit Höhen und Tiefen. Das Finale war nichts für schwache Nerven. Vor dem letzten Schuss habe ich einfach versucht, mich zu fokussieren – zum Glück mit Erfolg“, so Kurz, der seinem Finalgegner umgehend gratulierte.
In den Teambewerben setzten sich bei den Compound-Herren Burgenland (Wiener, Maximilian Berger, Daniel Brajko), im Compound-Mixed Salzburg (Ingrid Ronacher, Clemens Schöber), bei den Recurve-Damen Tirol (Rebeka Bogar, Jasmine Hye, Anna Kienzler), bei den Recurve-Herren Niederösterreich (Gstöttner, Jonas Molnar, Martin Schleritzko) und im Recurve-Mixed Niederösterreich (Straka, Gstöttner) durch.
