Rugby-Spektakel geht an Vienna Celtic RFC
Spannung bis zur letzten Minute, knapp 1.000 begeisterte Zuschauer:innen und ein Finale, das Werbung für den Rugbysport in Österreich machte: Der Vienna Celtic RFC sicherte sich bei den Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien in Wien den Österreichischen Staatsmeistertitel im 15er-Rugby. Die Wiener setzten sich in einem packenden Endspiel gegen den Rugby Club Graz mit 17:13 durch und holten damit den nationalen Titel zurück in die Bundeshauptstadt.
„Bessere Werbung für den Rugbysport in Österreich kann man sich kaum wünschen. Die Leidenschaft auf dem Feld und auf den Tribünen war heute überall spürbar. Genau dafür steht Rugby: für Gemeinschaft, Emotionen und Zusammenhalt“, sagte Rugby-Austria-Vizepräsident Josef Lagler. „Wir sind stolz, Teil der Sport Austria Finals zu sein. Diese Bühne hilft uns enorm dabei, unseren Sport noch sichtbarer zu machen und neue Menschen für Rugby zu begeistern.“
Leissing verabschiedet sich mit Meistertitel
Das Endspiel zwischen Vienna Celtic RFC und Rugby Club Graz hielt, was es versprach. Die Grazer erwischten den besseren Start und setzten die Wiener vor allem in der ersten Halbzeit unter Druck. Celtic blieb jedoch defensiv stabil, kämpfte sich zurück und übernahm im zweiten Durchgang zunehmend die Kontrolle. Ausschlaggebend war letztlich die größere Tiefe im Kader, die den Wienern in der entscheidenden Phase zusätzliche Energie brachte.
„Die Grazer haben uns vor allem in der ersten Halbzeit enorm gefordert. Je länger man verteidigen muss, desto schwieriger wird es. Wir haben unseren Rhythmus erst nach der Pause gefunden und uns Schritt für Schritt zurück ins Spiel gearbeitet“, analysierte Jakob Leissing.
Der 36-Jährige stand dabei besonders im Fokus. Nach 17 Jahren beendete der langjährige Celtic-Spieler seine Karriere ausgerechnet mit einem Meistertitel. Mit blauem Auge und stark lädierten Fingern kämpfte sich Leissing bis zum Schlusspfiff durch die Partie und verabschiedete sich emotional von seinem Team.
„Mit dieser Mannschaft und diesen Menschen einen Titel zu gewinnen und so Abschied zu nehmen, ist etwas ganz Besonderes. Viele von uns kennen sich seit Jahren, einige sogar seit Jahrzehnten. Wir sind weit mehr als Teamkollegen – es sind echte Freundschaften entstanden. Dass wir diesen Moment gemeinsam erleben dürfen, macht ihn unvergesslich“, sagte Leissing. „Und schonen war heute keine Option. Wenn man ein Rugby-Spiel bestreitet, gibt man 100 Prozent – für die Mannschaft, für das Trikot und für die Menschen neben einem.“
Große Kulisse begeistert auch die Finalgegner
Für den Rugby Club Graz blieb nach der knappen Finalniederlage zwar nur Silber, dennoch überwog der Stolz auf eine starke Saison und einen beherzten Auftritt im Endspiel. „Gratulation an Celtic, sie haben ihre Chancen eiskalt genutzt und den Titel verdient gewonnen“, sagte Graz-Kapitän Donovan Goodman. „Natürlich ist es bitter, ein Finale so knapp zu verlieren, besonders nachdem wir schon im Vorjahr knapp gescheitert sind. Aber wir können auf unsere Leistung stolz sein.“
Besonders beeindruckt zeigte sich Goodman von der Atmosphäre im Rugbyzentrum Wien. „So etwas habe ich in dieser Form noch nicht erlebt. Die Tribünen waren voll, die Stimmung großartig und unser gesamter Fanbus war da, um uns zu unterstützen. Dafür möchte ich mich bei allen bedanken, die gekommen sind. Solche Momente geben unserem Sport unglaublich viel Energie.“
Mit dem hochklassigen Finale vor knapp 1.000 Zuschauer:innen feierte das 15er-Rugby eine gelungene Premiere bei den Sport Austria Finals. Die Begeisterung auf und neben dem Platz zeigte eindrucksvoll, welches Potenzial in der österreichischen Rugby-Community steckt.
Rugby Donau holt Bronze
Im Spiel um Platz drei setzte sich Titelverteidiger RC Rugby Donau gegen die Rugby Wachau/Linz mit 54:17 durch und sicherte sich damit die Bronzemedaille.
