Sechs offizielle Elite-Titel wurden bei der Staatsmeisterschaft in Rhythmischer Gymnastik am 11. und 12. Mai 2024 in St. Pölten vergeben.
Fünf davon – Mehrkampf und Team am Samstag, die Gerätefinals mit Reifen, Ball und Band am Sonntag – gewann die erst 15-jährige Wiener Neustädterin Serafyma Sytnikova. Nur mit den Keulen öffnete die ansonsten dominante Ukraine-Vertriebene wegen eines Fehlers die Tür zum Erfolg für andere. Julie Neumann (Korneuburg) sicherte sich so ihren zweiten Titel nach dem gemeinsamen NÖ-Teamerfolg mit Sytnikova.
Die Elite-Einzel-Silbermedaillen gingen an Neumann (2x) und Wiens Dina Mironskaya (3x), Bronze an Sytnikova (1x), Neumann (1x), Dina Mironskaya (2x) und ihre Zwillingsschwester Arina Mironskaya (1x). Bei den Juniorinnen stachen die Wiener Neustädterin Amanda Jantsky (4x Gold) und Melina Märk (2x Gold) aus Röthis heraus.
Mit Ausnahme der Vorarlbergerin Märk (die nur bei speziellen Anlässen dazu stößt) trainieren alle diese Gymnastinnen sowie noch weitere Kadermitglieder gemeinsam im Bundesleistungszentrum in Wien-Stadlau.
Turnsport Austria trägt im Rahmen der Sport Austria Finals in Innsbruck (29. Mai bis 2. Juni) die Österreichischen Meisterschaften und Staatsmeisterschaften in Sportaerobic, Double Mini Tramp und Trampolin aus.
Turnsport Austria ist auch in diesem Jahr bei den Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien (29. Mai bis 2. Juni) in Innsbruck vertreten. Im Universitäts-Sportinstitut Innsbruck (USI) können Fans von Donnerstag bis Samstag die (Staats-)Meisterschaften in drei Disziplinen verfolgen: Trampolinspringen, Double Mini Tramp und Sportaerobic. Wir haben uns die drei Disziplinen genauer angesehen:
TRAMPOLINSPRINGEN
Vor allem die sehr große Wurfkraft ist das besondere Kennzeichen der Wettkampf-Trampoline (z.B. im Gegensatz zu den Geräten in diversen Freizeitanlagen). Um die Springer:innen auf fast 10 Meter Höhe zu katapultieren benötigt man einen Rahmen von 5,2 x 3,05 Metern, der über einen Meter (115 cm) über dem Boden steht. Das Sprungtuch ist mit 118 Stahlfedern am Rahmen befestigt und selbst auch noch sehr elastisch: Es besteht aus einem Geflecht von eng verknüpften Nylonbändern.
Das erste gebrauchte Trampolin „verirrte“ sich 1959 ins Wiener Universitätssportzentrum. 1968 gab es erste Ansätze eines Trainingsbetriebs. Die erste Österreichische Meisterschaft fand 1993 unter der Verantwortung des Österreichischen Fachverbandes für Trampolinspringen statt, der sich 2000 selbst auflöste, als der Turnsport Austria die Verantwortung übernahm und Trampolinspringen als Sparte eingliederte.
Je eine Pflicht- und eine Kürübung (seit 2022 in der Elite zwei Küren und keine Pflicht) in der Qualifikation und eine weitere Kür im Finale werden absolviert. Das Finale erreichen jedoch nur die acht Besten jeder Wettkampfklasse. Jede Übung besteht aus zehn aneinander gereihten Einzelsprüngen. Bei der Pflichtübung sind einige Sprünge vorgegeben, die gezeigt werden müssen. In der Kür versucht jede:r Teilnehmer:in entsprechend ihrer/seiner Neigungen und des Leistungsstandes möglichst schwierige Sprünge gut zu turnen.
Sechs Haltungswertungsrichter:innen beurteilen allein die Ausführung einer Übung, die maximal 10.0 Punkte erreichen kann. Bei jedem Sprung können die Wertungsrichter:innen für Haltungsfehler (Körperposition, Beine, Arme und Öffnungsphasen) pro Sprung bis zu 0.5 Punkte abziehen. Auch die Schwierigkeit und die Zeit in der Luft fließen mit ein. Durch die getrennte Bewertung von Ausführung und Schwierigkeit kann es durchaus passieren, dass eine sehr schwere Übung niedrigere Haltungsnoten erhält als eine leichte, die exakt vorgetragen wird. Die Addition von Haltungs- und Schwierigkeitsnoten führt aber in jedem Fall zu einer gerechten Bewertung der Trampolinspringer:innen.
Bei nationalen Wettkämpfen werden die Punkte aus der Qualifikation (Jugend: Pflicht+ Kür, Elite: bessere Kür) mit den Punkten der Finalkür addiert. Die/der Teilnehmer:in mit dem höchsten Gesamtwert gewinnt den Wettkampf. Bei internationalen Wettkämpfen beginnt das Finale bei null, die/der Teilnehmer:in mit der höchsten Finalnote ist Sieger:in.
DOUBLE MINI TRAMP
Jeder und jedem im Turnsport gefällt das Springen auf dem Großtrampolin. Dennoch verbreitet sich diese Wettkampf-Disziplin hierzulande nicht rasend schnell. Die großen Trampoline kosten sehr viel Geld, man braucht aber mindestens zwei davon, um sinnvoll beginnen zu können. Selbst dann kann die Gruppe nur klein sein, damit alle gut drankommen. Und sobald man halbwegs gut springt, ist man im wahrsten Sinn des Wortes schon am Plafond der meisten Turnsäle in Österreich angelangt.
Beim Doppel-Minitramp fällt das alles weg: man kommt (so wie beim normalen Minitramp-Springen) mit einem Gerät aus, eine:r nach der/dem anderen kommt vielfach dran. Und es kostet zwar nicht wenig, aber auch nicht die Welt, jedenfalls nicht mehr als ein neuer Top-Sprungtisch oder Stufenbarren.
Turnsport Austria startete im letzten Jahr eine Initiative und lud im Olympiazentrum Salzburg in Rif/Hallein zum Kick-Off-Workshop. International werden inzwischen Welt- und Europameisterschaften ausgetragen, auch bei den World Games 2025 wird das Doppel-Minitramp ausgetragen.
SPORTAEROBIC
Jeder kennt „Aerobic“ als tolle Methode um fit zu bleiben oder werden. Doch „Aerobic“ ist auch ein trendbewusster Hochleistungssport, den Turnsport Austria fördert. Erste Aerobic-Wettkämpfe wurden in den 1980er-Jahren ausgetragen – diese Sportart ist weltweit also noch vergleichsweise jung. Phasenweise bestanden rund um die Jahrtausendwende sogar bis zu fünf sogenannte „Weltverbände“, die sich gegenseitig mit jeweils unterschiedlichen Reglements und Bewerben Konkurrenz machten. Doch das ist längst Schnee von gestern. Denn seit 1995 widmet sich der Weltturnverband FIG der Sportaerobic – und setzte sich infolge Schritt für Schritt durch.
Heute bestimmt eindeutig die FIG das internationale Geschehen – und veranstaltete 2021 bereits die 16. Sportaerobic-Weltmeisterschaft. Vor diesem Hintergrund startete 1999 die Aerobic-Initiative des Turnsport Austria. Bald entwickelten sich in Vorarlberg, Tirol, Oberösterreich, Wien und Niederösterreich mehrere Trainingsgruppen. Ein Schneeballeffekt setzte ein. 2000 wurde erstmalig eine Österreichische Meisterschaft veranstaltet. Seit 2003 ist Österreich der Gastgeber des periodisch an unterschiedlichen Orten stattfindenden „Austrian Aerobic Open“.
Jede Sportaerobic-Choreografie/-Kür besteht aus den sieben Basisschritten, die in Variationen ausgeführt und mit Armen/Händen kombiniert werden. Ziel ist, keine Schrittkombinationen zu wiederholen. Die Basisschritte werden mit den Elementen (der Gruppen Push Ups, Stütze, Sprünge und Beweglichkeit) choreografisch verbunden.
Eine Sportaerobic-Kür enthält bis zu zwölf Elemente im Wert von je 0,1-1,0 Punkten. Aus jeder der vier Elementegruppen (Push Ups, Stütze, Sprünge und Beweglichkeitselemente) muss mindestens ein Element enthalten sein. Maximal sechs Bodenelemente, zwei Push-Up- und zwei Spagat-Landungen sind erlaubt. Diese Elemente sind ausgewogen in der Kür zu platzieren.
Eine Übung ist bis zu 1:30 min lang. Die Musik hat zumeist ein Tempo von 140 bis 160 BpM (Beats per Minute). Mehrere Musikstücke können gemischt werden. In der Sportaerobic ist im Gegensatz zum Turnen oder zur Rhythmischen Gymnastik Gesang mit Worten erlaubt. Musiken aus den aktuellen Charts sind daher bei den Athlet/inn/en sehr beliebt. Themen wie Krieg, Gewalt, Religion oder Liebe dürfen aber nicht vorkommen.
Wenn dir Bälle mit einer Geschwindigkeit von mehr als 200 km/h um die Ohren fliegen und du nach einer Stunde Spielzeit so am Ende bist, wie nach einem gelaufenen Marathon, dann befindest du dich in einem Squash-Court.
Genauer gesagt, in einem Rechteck mit den Maßen 9,75 Meter mal 6,40 Meter. In dieser Box benötigt man im Grunde genommen nicht viel: Schläger und Ball, dann kann es auch schon losgehen. Wobei: Eine große Portion an sportlicher Vielseitigkeit wäre ebenfalls ganz hilfreich, wie ÖSRV-Präsident Thomas Wachter erklärt: „Man muss ganz viele Eigenschaften miteinander verbinden: Athletik, Spielverständnis, Bewegung und dreidimensionales Denken.“
Diese Kombination fanden die Engländer bereits Anfang des 19. Jahrhunderts so spannend, dass sie ein Rückschlagspiel namens „Rackets“ – quasi den Vorgänger des Squash – erfanden. Da die Zugänge zu richtigen Spielfeldern jedoch rar waren, wichen viele Begeisterte auf Gassen sowie Höfe aus und spielten dort mit einem Gummiball. Der landesweite Durchbruch erfolgte dann 1883 als der erste offizielle Squash-Court in England gebaut wurde.
Richtig professionell wurde es dann im Jahr 1924 als Charles Arnold und der „Tennis and Squash Association“ das erste offizielle Handbuch veröffentlichten. Darin wurden erstmals einheitliche Spielregeln, Spielfeldmaße und Materialien für die Wände definiert. Die „Squash Rackets Association“ hat dieses Handbuch dann 1928 ergänzt und weitere Normen für den Ball und den Schläger festgesetzt.
1930 schwappte der Sport schließlich auch nach Kontinental-Europa, genauer gesagt nach Deutschland über: Die Firma Siemens entdeckte Squash für sich und baute die ersten vier Hallen. 1936 schloss sich die Deutsche Luftfahrt an und errichtete ebenfalls Courts, um ihre Piloten fit zu halten. Durch den zweiten Weltkrieg verschwand Squash allerdings schnell wieder in der Versenkung und sollte erst in den 1970er Jahren einen erneuten Aufschwung erleben. Nach dem großen Boom in den 1980er Jahren folgte Ende der 1990er Jahre allerdings der nächste Nackenschlag.
„Mit Ende der 1990er-Jahre ist der Boom etwas abgeflaut und die Betreiber haben dann kühl gerechnet und den vielen Raum umgewidmet in Fitnessräume“, erinnert sich Wachter. „Vom wirtschaftlichen Aspekt muss man das auch verstehen. Ein ganz gutes Beispiel ist da Graz, wo die Sport Austria Finals drei Jahre stattgefunden haben. Als ich in den 1990er-Jahren dort Bundesliga gespielt hab‘, gab es im Umfeld von Graz fast 100 Courts. Mittlerweile haben wir gerade noch drei Anlagen in Graz.“
Immerhin geht die Tendenz der Squash-Begeisterten wieder etwas nach oben, konstatiert Wachter. „Viele ältere Squasher, die früher mehr gespielt haben, greifen nun wieder zum Racket. Das hat zwar den Nachteil, dass der Altersschnitt relativ hoch ist, aber mir ist das vollkommen egal. Ich sag‘ immer: Je mehr Leute den Sport machen, desto besser ist es.“
Für einen zusätzlichen Boost könnte auch die erstmalige Teilnahme an den Olympischen Spielen sorgen. Denn Squash feiert 2028 in Los Angeles die langersehnte Olympia-Premiere.
Wer Lust hat, sich ebenfalls am Squash-Court auszupowern, der findet hier die wichtigsten Infos und Regeln:
Der Squash-Court:
Ist wie oben beschrieben ein Rechteck mit den Maßen 9,75 Meter mal 6,40 Meter und wird durch vier Wände begrenzt. Die Front- bzw. Stirnwand ist mit mehreren Linien versehen, die vor allem für den Aufschlag relevant sind. Im Spiel darf der Ball nicht über die Auslinie bzw. auf das Tin-Board gehen.
So wird ein Punkt erzielt:
Wenn der Ball zwei Mal auf dem Boden aufkommt, bevor ihn der Gegner zurückschlagen kann.
Wenn der Ball hinter den Außenlinien landet oder das Tin-Board berührt.
Wenn der Gegenspieler im Weg steht und der Ball nicht mehr spielbar ist.
Wenn der Aufschlag falsch ausgeführt wird.
Wenn man nicht die Stirnwand trifft oder bevor man sie trifft, der Ball zuerst den Boden berührt.
Zählweise:
Die offizielle Zählweise heißt im Squash „point a rally scoring“, kurz PAR. Die PAR-Zählweise bedeutet, dass es durch jeden Ballwechsel einen Punkt gibt. Beim Squash wird in Sätzen gespielt, ein Satz geht bis elf Punkte. Steht es 10:10, wird so lange gespielt, bis ein Spieler mit zwei Punkten in Führung ist. Bei internationalen Turnieren wird üblicherweise bis zu drei Gewinnsätzen gespielt. Während des Spiels hat immer der Spieler den Aufschlag, der zuvor den Punkt erzielt hat. Zu Spielbeginn wird das Aufschlagrecht gelost.
Equipment:
Um Squash spielen zu können, braucht man einen Schläger und einen Ball. Anfänger können sich das Equipment auch bei den jeweiligen Anlagen ausborgen. Bei den Bällen unterscheidet man zwischen Anfänger-, Fortgeschrittenen- und Profibällen. Sie haben unterschiedliche Farben und sind mit ein oder zwei Punkten markiert. Die Farbe Blau ist für Anfänger und ein schneller Ball, die Farbe Gelb hingegen ist langsam und für Fortgeschrittene. Wichtig: Der Ball muss erst warm gespielt werden, damit er spielbereit ist.
Für die meisten Menschen gestaltet sich Rodeln so, dass sie in einer verzauberten Winterlandschaft einen Berg hochwandern und anschließend mit der Rodel wieder runterfahren. So sind Anfang des 20. Jahrhunderts auch die ersten Rodelrennen entstanden.
Zuerst nutzte man verschneite und unpräparierte Waldwege als Strecken, erst ab 1910 begann man, eigens für den Rodelsport Bahnen anzulegen und die überhöhten Kurven zu vereisen, um sie länger befahrbar zu machen. Die ersten Kunstbahnen waren geboren!
Bis in die 1960er Jahre gab es allerdings keine formale Trennung zwischen Naturbahn-Rodeln und Kunstbahn-Rodeln. Erst nach der Olympia-Premiere 1964 trennten sich die beiden Sparten und sind auch heute noch eigenständig. Auch, weil es mittlerweile nur mehr wenige Gemeinsamkeiten gibt, wie Naturbahn-Sportdirektor Gerald Kammerlander erklärt:
„Die Kunstbahn hat sich in Richtung Formel 1 entwickelt: Hochtechnisch und extrem Start-lastig. Im Eiskanal bin ich dann relativ Material-abhängig. Als Fahrer kann ich da weniger beitragen als auf der Naturbahn. Die Naturbahn ist für mich der Rallye-Sport. Als Fahrer hast du durch die Brems-Manöver und das Risiko mehr Einfluss, auf das Geschehen einzugreifen.“
Professionell auf Naturbahn gerodelt wird bereits seit Ende der 1960er Jahre, als 1967 der Europapokal eingeführt wurde. 1970 kam die Europameisterschaft hinzu, seit 1979 gibt es außerdem die Weltmeisterschaft. Lediglich die Aufnahme ins Olympische Programm fehlt noch – die blieb bislang den Kollegen der Kunstbahn vorbehalten. Ein Schatten-Dasein fristet die Naturbahn laut Kammerlander dennoch nicht.
„Wir leben sehr gut damit. Jeder hat bei uns die Möglichkeit, auf die Kunstbahn zu wechseln. Man betreibt einen Sport ja meistens nicht aus Motiven wie Aufmerksamkeit oder Geld – das macht man aus Idealismus! Insofern freuen wir uns immer mit, wenn die Kunstbahn Erfolge feiert. Wir partizipieren auch davon, denn wenn es dem Verband gut geht, geht es uns auch gut. Drum drücken wir die Daumen und sind nicht neidisch.“
https://www.youtube.com/watch?v=6lqvlCiC6wk
Vielmehr freut sich der Sportdirektor darüber, dass Naturbahn-Rodeln in den vergangenen Jahren eine gute Entwicklung genommen hat. „Wir stehen international viel besser da und haben gute TV-Produktionen. Auch das Niveau ist höher geworden, da mehr Nationen teilnehmen. Als ich 2011 aufgehört hab‘, gab es circa elf, zwölf Nationen. Mittlerweile mischen 22 bis 25 Nationen mit.“ Darüber hinaus hat es der österreichische Verband geschafft, dass Rodeln auch im Sommer präsent ist.
Rollenrodeln als Sommer-Spektakel
„In den vergangenen Jahren haben wir diesbezüglich viel bewegt und können auf die Entwicklung stolz sein“, so Kammerlander. „Unter anderem haben wir das Rollenrodeln etabliert und aus Rodeln, das eigentlich eine zeitliche Begrenzung von drei Monaten hatte, eine Ganzjahres-Sportart gemacht. Unser Schwerpunkt liegt dabei auf den Kindern, die über das Rollenrodeln gescoutet werden und hier die ersten Erfahrungen machen.“
Wer das Spektakel einmal live und hautnah erleben will, der hat bei den Sport Austria Finals 2024 powered by Österreichische Lotterien erneut die Gelegenheit dazu. Nach den spektakulären Bewerben in Graz rasen die besten österreichischen Rodler:innen 2024 den Bergisel hinunter und küren dabei ihre Staatsmeister:innen.
Nach der knapp verpassten Olympia-Qualifikation ist vor der Taekwondo-Europameisterschaft. Die WM-Fünfte Marlene Jahl will es nach zwei EM-Bronzemedaillen in der Klasse +73 Kilogramm noch einmal wissen. Am Mittwoch fliegt die Oberösterreicherin zu ihrer fünften und letzten EM.
„Ein schräges Gefühl, weil ich ja wusste, dass meine sportliche Karriere zu Ende geht. Jetzt, wo es so weit ist, ist doch auch ein gewisser Abschiedsschmerz dabei“, sagt die Heeressportlerin, die nach ihrer historischen WM-Bronzemedaille im Jahr 2022 gemeinsam mit ihrem Erfolgstrainer Markus Weidinger alles dem Traum von einer Teilnahme bei Olympischen Spielen untergeordnet hatte. Jahl legte auch ihre berufliche Karriere als fertig studierte Medizinerin vor dem klinisch-praktischen Jahr auf Eis.
„Wir haben alles in diese Olympia-Qualifikation reingehaut. Der Druck bei der kontinentalen Qualifikation war einfach enorm, die Angst Fehler zu machen war zu groß, Platz drei hat am Ende leider nicht gereicht. Die Enttäuschung war für mich und meinen Trainer riesengroß“, erinnert sich die 29-Jährige an das Olympia-Qualifikationsturnier Mitte März in Sofia.
„Jetzt will ich mich ordentlich von der großen Sportbühne verabschieden. Wir haben das Training nach einer kurzen Pause wieder voll aufgenommen. Es war wieder alles wie vor der Olympia-Quali: Kraft, Grundlagentraining und viel Technik. Ich habe die Freude am Trainieren schnell wiedergefunden, das waren Taekwondo-Einheiten mit viel Spaß!“, erzählt die Gewinnerin von insgesamt 31 Medaillen auf der Taekwondo-Tour, davon fünf in Gold.
Zu ihrer Farewell-Tour bei der Europameisterschaft in Serbien kommt die ganze Familie mit: Mama Dagmar, Papa Wolfgang und die jüngere Schwester Pauline. Jahl: „Sie wollten mich eigentlich überraschen, haben dann aber meinen Trainer gefragt, weil ich den Fokus nicht verlieren sollte. Ich freu mich, dass sie dabei sind und mich anfeuern werden!“
Mittwoch fliegt Marlene Jahl von Wien nach Belgrad, am Donnerstag ist Abwaage und Registrierung, am Freitag findet der Wettkampf in der Klasse +73 Kilogramm statt. „Auch wenn ein bisschen Wehmut mitschwingt, ich werde meinen letzten Wettkampf genießen und auf der Matte noch einmal alles reinhauen, was geht“, verspricht Jahl.
Die Österreichischen Staatsmeisterschaften im Rahmen der Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien (29. Mai bis 2. Juni) wird Jahl nicht mehr aktiv in Angriff nehmen.
Bogenschützin Elisabeth Straka hat beim European Continental Qualifier in Essen (GER) einen Quotenplatz für die Olympischen Spiele in Paris geholt.
Die 24-Jährige setzte sich am Montag in einem spannenden Bewerb mit dem Recurve-Bogen durch und jubelte am Ende überraschend über Platz eins.
„Ich habe viele, viele Jahre dafür gearbeitet und nun wird dieser Traum wahr“, sagte Straka danach, und: „Ich bin immer stärker, wenn ich Druck habe, und so war es auch heute.“
Als aktuell einzige österreichische Bogenschützin in der Weltspitze hatte Straka keine Chance, den Quotenplatz über das Team zu gewinnen, stand dementsprechend unter Druck.
„Jedes Match war ein Wahnsinn, es ist mein größter Erfolg. Bisher haben sich erst zwei österreichische Bogenschützinnen in der Geschichte für Olympia qualifiziert“, freut sich Straka. 1984 war Ursula Valenta, 2016 Laurence Baldauff bei Olympischen Spielen für Österreich am Start.
Direkt im Anschluss wird in Essen auch die Europameisterschaft ausgetragen.
Bei den Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien (29. Mai bis 2. Juni) wird Straka in Innsbruck die Olympia-Generalprobe absolvieren. Der Österreichische Bogensportverband trägt die Österreichischen Staatsmeisterschaften im Olympic Recurve und im Compound im Tivoli-Stadion aus.
Beim Kletter-Weltcup im Bouldern und Speed in Salt Lake City (USA) konnte das KVÖ-Team über zwei Podestplätze jubeln. Während sich Platz drei von Jakob Schubert im Bouldern nach der starken Semifinal-Leistung abgezeichnet hatte, sorgte Kevin Amon im Speed in seinem ersten Weltcup-Finale für eine große Überraschung. Der Niederösterreicher jubelte am Ende ebenfalls über Platz drei. Pech hatte hingegen Jan-Luca Posch. Der Tiroler verpasste das Podest um Nuancen und verletzte sich zudem am Knie.
Jakob Schubert fühlt sich in Salt Lake City wohl, das hat der Olympia-Bronzemedaillengewinner von Tokio einmal mehr eindrucksvoll bestätigt. Nach Platz eins im Semifinale holte der Ausnahmesportler im Finale ein Top und vier Zonen und konnte sich mit Platz drei über seinen nächsten Podestplatz im Weltcup freuen. Der Sieg ging an den Japaner Sorato Anraku, der sich mit drei Tops und vier Zonen souverän vor seinem Teamkollegen Meichi Narasaki (ein Top, vier Zonen) durchsetzen konnte.
„Der Tag war für den Verband ein kompletter Wahnsinn. Dass Kevin dann auch noch Platz drei holt, ist einfach megageil. Endlich wieder auf einem Weltcup-Boulder-Podest zu stehen ist einfach super. Nach dem Finale hatte ich aber gemischte Gefühle. Ich bin nicht ganz so gut gebouldert wie noch im Semifinale. Vom Ergebnis bin ich sehr zufrieden, aber bei den letzten zwei Bouldern war mehr drinnen. Für mich war der Wettkampf in Richtung Olympia-Vorbereitung sehr wichtig. Es war ein super Tag, eine coole Erfahrung, mit Jani (Anm.: Jan-Luca Posch) im Finale zu stehen, und einfach ein super Bewerb – fette Stimmung inklusive“, sagt Schubert, der nach knapp drei Jahren wieder einen Boulder-Weltcup auf dem Podest abschließen konnte. 2021 wurde der Tiroler in Salt Lake City ebenfalls Dritter.
Für seinen Teamkollegen Jan-Luca Posch fällt die Finalteilnahme in die Kategorie „bitter“. Der amtierende Staatsmeister (ein Top, drei Zonen) verpasste das Podest um Nuancen, holte Platz fünf und verletzte sich am letzten Boulder am Knie. „Das Finale war für mich richtig bitter. Beim ersten Boulder ist mir kurz vorm Top der Fuß gegangen, beim letzten Boulder habe ich die Startposition ganz knapp nicht einnehmen können. Der Rest war aber richtig gut. Beim letzten Boulder habe ich mir wieder bei meinem Knie wehgetan, das müssen wir jetzt noch abklären lassen. Über den ganzen Bewerb habe ich eine super Performance abgeliefert und bin voll zufrieden“, bilanziert Posch.
Bei den Damen schaffte es Jessica Pilz im Bouldern ins Semifinale und belegte schließlich Rang 14.
Speed-Überraschung durch Amon
Aufgrund der schlechten Wetterprognosen wurde der Speed-Bewerb kurzfristig einen Tag nach vorne verlegt. Kevin Amon, aktuell der schnellste Speed-Kletterer des Landes, hat in Salt Lake City einen weiteren Meilenstein seiner noch jungen Karriere erreicht. Der Niederösterreicher qualifizierte sich mit einer Zeit von 5,55 Sekunden und Rang 15 für sein erstes Weltcup-Finale. Und dort sollte für den österreichischen Rekordhalter seine große Stunde schlagen. Im Achtelfinale setzte sich Amon gegen den zweitschnellsten der Qualifikation, Yaroslav Tkach (UKR), durch, ehe er auch im Viertelfinale gegen den Chinesen Lin Yu die Oberhand behielt. Im Halbfinale brachte der 19-Jährige gegen Lokalmatador Noah Bratschi keine Zeit an die Wand und matchte sich in weiterer Folge mit dem Italiener Matteo Zurloni um Platz drei. Der amtierende Staatsmeister behielt die Nerven, setzte sich mit 5,48 Sekunden durch und jubelte in seinem ersten Weltcup-Finale über Bronze.
„Einfach unfassbar. An diesen Tag werde ich mich wohl noch sehr lange erinnern. In Salt Lake City bin ich letztes Jahr erstmals im Weltcup gestartet. Bei meinem fünften Start habe ich es jetzt in ein Weltcup-Finale geschafft. Heute ist es passiert, ich bin einfach überglücklich. Ich bin dann richtig in einen Lauf gekommen und hatte das Momentum auf meiner Seite. Dass es am Ende dann auch noch Platz drei gibt, macht mich sprachlos. Ich will den Moment jetzt einfach genießen. Diese Medaille gibt noch einmal einen richtigen Boost“, strahlt Amon, der sich in den letzten Tagen mit einer Verkühlung herumschlagen musste, nach der Siegerehrung.
KVÖ-Coach Katharina Saurwein ergänzt: „Das war heute ein super Erlebnis. Kevin hat sich riesig über die Finalteilnahme gefreut und einen unglaublichen Lauf hingelegt. Man hat gesehen, wenn man es in die K.-o.-Phase schafft, ist alles möglich. Kevin hat nie aufgegeben, toll abgeliefert und sich mit Platz drei belohnt. Einfach spitzenmäßig!“
Für seinen Teamkollegen Lukas Knapp verlief der Wettkampf nicht nach Wunsch. Der Salzburger fabrizierte in der Qualifikation einen Fehlstart, musste den Bewerb damit frühzeitig beenden und konnte seine gute Form an diesem Tag leider nicht bestätigen.
Über 120 Fahrer kamen in die AREA 47 nach Tirol, um beim X-Wake Opening 2024 – einem International 4 Stars Wettbewerb – wertvolle Punkte für das offizielle IWWF-Ranking zu sammeln. Denn das Rennen für die Qualifikation der World Games 2025 in Chengdu ist noch völlig offen, dementsprechend stark war das Feld in der WakeAREA besetzt.
In der Kategorie Open Men sichert sich der aktuelle Europameister Oliver Orban (UNG) den ersten Platz. Dicht dahinter folgt der amtierende Weltmeister Max Milde auf Platz zwei vor dem italienischen Landesmeister Alessandro Dagostino. Bester Österreicher wird Kilian Pircher auf Rang neun.
Bei den Open Ladies ist Dominatorin Julia Rick erneut nicht zu schlagen. Die Deutsche triumphiert auch beim zweiten Saisonbewerb und lässt das österreichische Ausnahmetalent Mariella Flemme hinter sich. Die 19-jährige ÖWWV-Athletin darf sich aber immerhin über einen starken zweiten Platz freuen. Dritte wird Aurélie Godet aus Frankreich.
Wenn man so etwas wie die Königsklasse des Ausdauersports benennen müsste, es wäre wohl der Triathlon. Schwimmen, Radfahren, Laufen – in langen Distanzen und alles direkt nacheinander. Mehr Herausforderung geht nicht.
Anders als andere Sportarten ist die Historie des Triathlons aber eine vergleichsweise kurze. In den 1920er Jahren tauchte in Frankreich erstmals ein Mehrkampf, bestehend aus den drei Sportarten, auf. Unter dem Namen „Les Trois Sports“ fand ab 1920 jährlich ein Bewerb statt, in dem ein 3-km-Lauf, ein 12-km-Radrennen und die Überquerung des Flusses Marne absolviert werden musste.
Durchbruch erst in den 1970er Jahren
Bis zum richtigen Durchbruch sollten aber noch weitere 50 Jahre vergehen. Denn erst mit der Fitnesswelle der 1970er Jahre kam auch der Triathlon auf die sportliche Landkarte. Am 25. September 1974 veranstalteten die beiden US-Amerikaner Jack Johnstone und Don Shanahan in San Diego den ersten Bewerb, der offiziell den Namen Triathlon („Mission Bay Triathlon“) trug.
46 Teilnehmer musste 6 Meilen (ca. 10 km) Laufen, 5 Meilen (ca. 8 km) Radfahren und 500 Yards (ca. 0,5 km) Schwimmen. Vier Jahre später initiierten Navy-Offizier John Collins und seine Frau Judy den ersten Hawaii Iron Man Triathlon, der bis heute als prestigeträchtigster Bewerb gilt. Collins‘ Idee damals: Wer den 2,4 Meilen lange Rough Water Swim vor Waikiki Beach durchschwimmt, die 112 Meilen über die Ride Around Oahu radelt und den klassischen Honolulu-Marathon am schnellsten läuft, der darf sich „Iron Man“ nennen.
Ironman als ultimative Herausforderung
Mehr als 30 Jahre später haben die damals festgelegten Distanzen von 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und den abschließenden Lauf über 42,195 km noch immer ihre Gültigkeit. Seit 1982 wird der Ironman Hawaii unter der Bezeichnung „Ironman World Championship“ im Oktober auf der Hauptinsel Hawaii ausgetragen.
Mittlerweile haben sich im Triathlon-Sport allerdings mehrere Formate bzw. Distanzen etabliert, seit 2000 ist der Sport auch im olympischen Programm vertreten. „Im Prinzip gibt es zwei Hauptformate“, erläutert ÖTRV-Generalsekretär Herwig Grabner. „Einmal die Olympische Distanz, mit 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und 10 Kilometer Laufen. Für uns im Verband ist das die wichtigste Disziplin. Dann gibt es noch die Mittel- und Langdistanz-Bewerbe, die auch touristisch sehr interessant sind und die Massen anziehen.“
Wer’s noch härter mag, macht Crosstriathlon
Eine weitere, extremere Form des Straßen-Triathlons ist der Crosstriathlon, der auch im Rahmen der Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien ausgetragen wird. Dort wird zwar auch geschwommen, aber die Radstrecken gehen – im Gegensatz zum Straßen-Triathon – durch herausfordernde Routen, die häufig über 1.000 Höhenmeter mit steilen Anstiegen und technisch anspruchsvollen Abfahrten umfassen. Das Laufen findet meistens als Crosslauf auf schwierigem Gelände statt.
„Am Crosstriathlon reizt mich am meisten, dass es hier nicht darauf ankommt, wie schnell man sich in diversen Triathlonfeldern in einer Gruppe beim Radfahren vorwärts bewegen kann. Hier kommt es wirklich auf den einzelnen Athleten an. Vor allem muss man sich auf dem Mountainbike bewegen können. Im Grunde genommen ist am Ende das Ergebnis einfach ehrlicher“, so Jens Roth, ehemaliger deutscher Top-Crosstriathlet.
Österreichs beste Crosstriathletin Carina Wasle ergänzt: „Mir taugt am Crosstriathlon, dass man so naturverbunden ist. Jedes Rennen ist total unterschiedlich und eine neue Herausforderung. Auch die Strecken sind so unterschiedlich, dass es immer ein neues Abenteuer ist. Zum Trainieren ist es ebenfalls sehr abwechslungsreich. Außerdem finden die Wettkämpfe immer an den schönsten Plätzen der Erde statt, an die man sonst nie hinkommen würde.“
Kate Allen holte 2004 für Österreich Olympia-Gold im Triathlon
Hier die wichtigsten Formate im Überblick:
Olympische Distanz bzw. Kurzdistanz (z.B.: ITU World Championship Series und Olympische Sommerspiele)
Schwimmen: 1,5 km Radfahren: 40 km Laufen: 10 km
Mitteldistanz (z.B.: Ironman 70.3)
Schwimmen: 1,9 km Radfahren: 90 km Laufen: 21,1 km
Langdistanz (Ironman)
Schwimmen: 3,86 km Radfahren: 180 km Laufen: 42,2 km
Crosstriathlon bei den Sport Austria Finals 2024 (Samstag, 1. Juni 2024, Startzeit: 12 Uhr)
Schwimmen: 1 km Radfahren: 30 km (350 Höhenmeter) Laufen: 9,6 km (320 Höhenmeter)
„Prahle damit für den Rest deines Lebens!“
Für Hobby-Triathleten steht vor allem das Gefühl im Vordergrund, das dreiköpfige Biest besiegt und einen Triathlon gefinished zu haben. Schon Ironman Hawaii-Erfinder schrieb damals handschriftlich auf einen Zettel: „Schwimme 3,8 km, radle 180 km, laufe 42,2 km. Prahle damit für den Rest Deines Lebens!“
Das kann Herwig Grabner, selbst ehemaliger Triathlet, nur bestätigen: „Natürlich ist es schon sehr aufwändig und kräftezehrend. Gerade der Marathon am Ende ist für viele ein Thema. Aber wenn man sich das Ding gut einteilt und gut vorbereitet ist, ist das alles machbar. Es sagt zwar jeder, der einen Langdistanz-Triathlon absolviert hat, dass es extrem hart, aber auch eine der tollsten Erfahrungen in seinem Leben war. Ich kann es nur jedem empfehlen, einen Triathlon zu probieren – am besten mal einen Kurzdistanz, um mal reinzuschnuppern. Für viele ist es eine enorme Veränderung, weil man dadurch fitter und stärker wird und positiver in die Zukunft geht.“
Der Begriff „vielseitig“ trifft perfekt auf Victoria Steiner zu. In der Brust der 20-jährigen Tirolerin schlagen gleich mehrere Herzen: Gewichtheben, Harfe und Skeleton. Da auch ihr Tag nur 24 Stunden hat, musste sie sich vor kurzem von einer der drei Leidenschaften verabschieden, in einer anderen träumt sie weiterhin von der Weltspitze.
Der Reihe nach: Im Alter von sieben Jahren startete Steiner im Eiskanal durch. Kopf voraus, mit bis zu 100 km/h – Skeleton eben. „Meine beiden Brüder waren Bobfahrer, so bin ich zum Skeleton gekommen. Das war meine erste große Liebe“, erinnert sie sich. „Da man im Skeleton relativ viel Krafttraining machen musste, bin ich zum Gewichtheben gekommen.“
Familie verpflichtet
Und auch in dieser Sportart gab und gibt es familiäre Verbindungen. Vater Harald Steiner war als Gewichtheber jahrelang aktiv, wurde mehrfacher Staatsmeister und vertrat Österreich bei Welt- und Europameisterschaften. Inzwischen ist er Obmann beim KSV Rum und damit bei jenem Verein, bei dem Victoria aktiv ist – und der 2024 die Österreichischen Staatsmeisterschaften im Rahmen der Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien ausrichtet.
„Meine Trainingspläne schreibt er nicht, aber Papa ist beim Training immer dabei und schaut mir über die Schulter. Unser Verhältnis ist sehr gut, er gibt mir wertvolle Tipps“, sagt Victoria.
Bis vor zwei Jahren war die Tirolerin „zweigleisig“ unterwegs, jagte neben dem Gewichtheben auch durch den Eiskanal. 2020 vertrat sie Österreich sogar bei den Olympischen Jugend-Winterspielen in Lausanne (SUI) und wurde Fünfte. „Irgendwann wurde es sehr viel: Gewichtheben, Skeleton, Schule – vor zwei Jahren habe ich dann mit Skeleton aufgehört. Ich wäre da in den Europacup gekommen und wäre den ganzen Winter unterwegs gewesen, dann hätte das Gewichtheben zu sehr gelitten.“
Vorfreude auf die Finals
Ende 2023 erreichte sie bei der U20-WM Rang neun. „Ich habe letztes Jahr maturiert und mich dann voll auf das Gewichtheben konzentriert. Leider hatte ich mit Verletzungen zu kämpfen, mein Rücken hat immer wieder Probleme gemacht.“
Ab sofort ist Steiner in der U23 unterwegs, bei der WM würde sie bereits in der allgemeinen Klasse starten. In welcher Gewichtsklasse, hängt vom jeweiligen Wettkampf ab: „Ich bin zwischen 71 und 76 Kilogramm und kann in den beiden Klassen starten. Man schaut immer, wer bei welchem Event startet und entscheidet dann.“
Bei den Österreichischen Staatsmeisterschaften im Rahmen der Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien (29. Mai bis 2. Juni) wird Steiner bis 71 kg an den Start gehen. Der Grund: „Bis 76 kg gibt es keine Staatsmeisterschaft, sondern eine Meisterschaft. Also will ich es bis 71 kg wissen und im Idealfall den Titel holen, auch wenn die Konkurrenz stark ist. Es wird sicher ein spannender Bewerb!“
Die Österreichischen Staatsmeisterschaften haben im Gewichtheben einen hohen Stellenwert. „Da ist immer viel los, für mich ist es neben der U23-EM im Herbst das Saisonhighlight“, sagt Steiner. „Heuer ist es besonders cool, dass die ÖSTM im Rahmen der Sport Austria Finals stattfinden, da wird unsere Sportart sicher mehr gesehen als sonst. Gewichtheben ist nach wie vor eine Randsportart, obwohl es für viele andere Sportarten die Grundlage ist.“
Fingerspitzengefühl gefragt
Bei den Finals könnte Steiner theoretisch nicht nur im Gewichtheben antreten, sondern auch als Show-Act auf der Bühne am Vorplatz des Landestheaters auftreten. Denn die 20-Jährige spielt leidenschaftlich gerne – und gut – Harfe. „Ich spiele seit 13 Jahren Harfe. Meine beste Freundin hat damals gespielt, so habe ich damit begonnen“, berichtet sie. „Musik ist ein großer Teil meines Lebens, deswegen starte ich im Herbst auch ein Studium in Musikwissenschaften.“
Eine Stunde pro Tag spielt Steiner das Saiteninstrument. Während für das Gewichtheben viel Kraft gefordert ist, verlangt die Harfe Fingerspitzengefühl. „Bei beidem braucht es eine gute Technik, aber grundsätzlich ist der Kontrast groß. Genau das mag ich daran.“
Steiner träumt von den großen Konzerthallen dieser Welt. Aber eher im Gewichtheben, wo große Bewerbe – wie zuletzt bei den Olympischen Spielen in Tokio im „Tokyo International Forum“ – gerne in Konzerthallen ausgetragen werden. „Es ist noch ein großer Schritt an die absolute Weltspitze, aber ich glaube daran. Dafür trainiere ich täglich und gebe alles.“
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