Wenn Benedikt Ernst über den Ringsport spricht, dann spürt man sofort: Hier geht es nicht nur um Zahlen, Platzierungen oder Taktiken. Hier spricht jemand, der für seine Sportart in all seinen Facetten brennt. Der Sportdirektor des Österreichischen Ringsportverbands ist längst mehr als nur Funktionär – er ist Motivator, Analyst, Krisenmanager und Visionär in Personalunion. Gerade in Zeiten, in denen Erfolge und Unsicherheiten eng beieinanderliegen.
Ein Bronze-Märchen mit Hindernissen
Die jüngste Europameisterschaft brachte dem österreichischen Ringsport einen wichtigen Lichtblick: Martina Kuenz griff im Freistil nach einer Medaille – und hielt sie am Ende trotz aller Widrigkeiten fest in der Hand. Für Ernst ein Moment, der weit über das Sportliche hinausgeht. „Wenn man weiß, durch was sie gegangen ist – Verletzungen, Krankheiten, eine verkorkste Vorbereitung – dann hat diese Bronzemedaille fast goldenen Glanz. 2018 gab es für die Kuenz die erste Medaille, was seither passiert ist, kann sich sehen lassen“, so Ernst, der Kuenz seit 15 Jahren begleitet. Für ihn ist klar: Diese Leistung steht sinnbildlich für den unbändigen Willen, den es braucht.
Zwischen Sparzwang und Aufbruchsstimmung
Doch so groß die Freude über sportliche Erfolge auch ist – Ernst bleibt Realist. Der Ringsport in Österreich steht sportpolitisch unter Druck. „Einsparungen sind aktuell unser ständiger Begleiter. Wir haben Strukturen aufgebaut, kämpfen um Professionalität, und gleichzeitig weiß keiner, wie die Förderlandschaft in ein paar Monaten aussehen wird.“ Eine Herausforderung, die den Verband beschäftigt – aber nicht lähmt. Im Gegenteil: Gemeinsam wird weiter akribisch an der Zukunft des Ringsports gearbeitet, auch wenn der Weg manchmal steinig ist.
Generation Umbruch: Von Paris nach L.A.
Nach den verpassten Olympia-Qualifikationen für Paris richtet sich der Blick vorsichtig Richtung Los Angeles 2028. Doch Ernst weiß, dass gerade bei seinen arrivierten Athlet:innen Zeit ein kritischer Faktor ist. „Wir denken von Großereignis zu Großereignis. Gerade bei Athleten über 30 muss man individuell planen – zwischen sportlichen Zielen und privaten Lebenssituationen.“ Während Routiniers wie wie zum Beispiel Martina Kuenz, Johannes Ludescher oder Daniel Gastl genau diesem Credo folgen, ist das Thema Nachwuchs ein großes. „Ringen im Breitensport ist bei den Männern durch unterschiedliche Angebote wie eine Liga im Herbst oder Landesmeisterschaften möglich. Das gibt’s für Frauen in Österreich nicht. Ein Mädchen Mannschaftsvergleichsturnier wurde 2024 erstmalig ins Leben gerufen. Allerdings ist klar, wer sich für den Ringsport entscheidet, muss Entbehrungen hinnehmen. Wer ist dafür noch bereit in unserer Gesellschaft?“
Doch es gibt Hoffnung: In den Altersklassen U17 und U20 gibt es einige interessante Athlet:innen, die diesen harten Weg eingeschlagen haben und schon tolle Teilerfolge erzielen konnten. Ob sie den Sprung in die internationale Spitze schaffen werden, wird sich in den nächsten Jahren zeigen.
Freistil im Aufwind – dank Mut und Vision
Ein Bereich, den Ernst aktuell positiv wahrnimmt, ist die Stilart Freistil. Anfang 2000 wurde Österreich vom griechisch-römischen Stil dominiert, erlebt der Freistil-Ringkampf nun eine Renaissance. „Viele Vereine haben sich vor Jahren Expertise aus dem Ausland geholt. Auf der internationalen Ringer Landkarte boomt Freistil und Amerika gilt hier als Vorreiter. In den letzten Jahren sehen wir das Ergebnis sowohl im männlichen und weiblichen Ringkampf“, erklärt der ÖRSV-Sportdirektor.
Die Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien, bei denen heuer erstmals die Freistil-Athlet:innen ihre Bühne bekommen, versprechen daher ein stark besetztes Teilnehmerfeld – mit mehr Teilnehmenden als im Vorjahr. „Die Stimmung war schon 2024 großartig, heuer wird’s noch besser“, ist sich Ernst sicher.
Blick nach vorne – trotz Gegenwind
Ob Fördergelder, Olympia-Träume oder Nachwuchsarbeit – Benedikt Ernst bleibt trotz aller Herausforderungen der Optimist, den der österreichische Ringsport braucht. „Wir wissen, dass der Weg nicht einfach ist. Aber genau das macht unseren Sport aus. Kämpfen liegt uns im Blut – auf und neben der Matte.“
Die Geschichte des Wakeboardens ist eine relativ junge. Wobei nicht ganz eindeutig ist, wann die Sportart tatsächlich das Licht der Welt erblickte. Die ersten Anfänge datieren jedenfalls aus den 1950er Jahren, wo aus dem Wasserskifahren mit Monoskiern die Urform des Wakeboardings entstand. Mit dem heutigen, modernen Wakeboarden hatte das damals allerdings noch nicht viel zu tun.
Erst in den 1980er Jahren, als das Snowboarden immer mehr aufkam, stand auch das Pendant im Sommer plötzlich im Rampenlicht. Zum richtigen Trend wurde es dann in den 1990er Jahren, nachdem der US-Amerikaner Herb O’Brien mit dem „Hyperlite“ ein besonderes leichtes und kurzes Wakeboard entwickelte. Von da weg war der Aufstieg nicht mehr aufzuhalten, wie sich auch Michael Krikula, Wakeboard-Sportdirektor im Österreichischen Wasserski- und Wakeboard-Verband (ÖWWV), erinnert:
Rot-weiß-rotes World-Games-Comeback
„1997 bin ich zum ersten Mal mit dem Wakeboard in Kontakt gekommen. Und zwar beim Wakeboard-Lift auf der Donauinsel in Wien. Damals war Wakeboarden dem damaligen Wasserskifahren gleichgestellt, das heißt man musste dazwischen immer warten, bis man wieder fahren durfte. Das hat sich in den vergangenen Jahren massiv verändert. Wakeboarden wurde am Lift einfach immer größer, Wasserskifahren immer kleiner. Der Lift in Wien heißt auch mittlerweile Wakeboard-Lift und nicht mehr Wasserski-Lift.“
2001 fand schließlich die ersten offizielle Wakeboard-Weltmeisterschaft in Duisburg statt, seit 2005 ist Wakeboarden außerdem bei den World Games vertreten. Und erstmals seit 20 Jahren wird auch Österreich dort wieder mit dabei sein. Mariella Flemme (Cable Wakeboard) und Alina Binder (Wake Surf) werden in Chengdu (7. bis 17. August) die rot-weiß-roten Fahnen im Wasser hochhalten.
“Ich war 2005 schon bei den World Games mit und es war echt eine coole Sache. Es wurde Zeit, dass wir wieder einmal dabei sind”, schmunzelt Krikula. Für seine Athlet:innen ist das Event jedenfalls ein Riesen-Highlight. “In den vergangenen zwei Saisonen war das große Ziel von Mariella, dass sie sich für die World Games qualifiziert. Sie hat deshalb auch sehr viel Fokus auf die Weltranglistenplatzierung gelegt, weil das letztendlich auch der ausschlaggebende Punkt war, um sich zu qualifizieren. Es ist voll verdient, dass sie da dabei ist.”
Nur die Aufnahme in das olympische Programm blieb Wakeboarden bislang verwehrt. 2011 kam Wakeboarden zwar auf die Shortlist des IOC, wurde aber letztlich nicht berücksichtigt. „Ich habe damit gerechnet“, sagt Krikula. „Der internationale Verband ist einfach zu klein, um relevante Lobby-Arbeit leisten zu können. Und auf die kommt es aus meiner Sicht letztlich an. Wir müssten eher probieren, im Windschatten von Skateboard oder Snowboard zu fahren. Man weiß ja, dass Snowboarden zu den aller beliebtesten Sportarten bei Olympia gehört und weltweit auch viel größer übertragen wird als die alpine Herren-Abfahrt. Auch wenn man das in Österreich nicht wahrhaben will.“
Ausrüstung & Modus
Welche Arten des Wakeboardens es gibt und was man dazu braucht, erfahrt ihr in unserem kleinen Guide:
Das Wakeboard:
Die handelsüblichen Wakeboards sind zwischen 111 und 151 cm lang sowie ca. 38 bis 50 cm breit und bestehen aus einem Schaum-, Waben- oder Holzkern. Wichtige Eigenschaften des Boards sind die Rocker (Biegungen), die Channels (Führungskanäle), die Form des Bretts und die Gestaltung der Finnen.
Technik & Tricks:
Analog zum Snowboarden unterscheidet man auch beim Wakeboarden zwischen „Goofy“ und „Regular“. Beim Goofy-Fahren steht der rechte Fuß vorne in Fahrtrichtung, beim Regular der linke. Ziel ist es, in seinem Lauf viele Elemente einzubauen und eine hohe Jury-Bewertung zu kommen. „Es gibt drei Schiedsrichter, die den technischen Schwierigkeitsgrad bewerten. Also wie die Fahrer:innen die Obstacles mitnehmen, wie sie über die Schanzen springen und die Air-Tricks machen“, erklärt Krikula. „Die Air-Tricks kann man nur mit Hilfe des Seilzugs, das wie ein Katapult funktioniert, durchführen. Hat man dann genug Spannung und Geschwindigkeit, kann man alle möglichen Tricks wie zum Beispiel den Superman-Sprung oder Saltos zeigen. Außerdem müssen die Fahrer:innen einen abwechslungsreichen Lauf zeigen und alle Bewegungen sauber ausführen.
Cable oder Boot:
Wakeboarden kann man entweder mit Cable (Seilbahnanlage) oder Boot ausführen. Beim Boot-Antrieb werden die Sportler:innen werden von einem Motorboot mit einer Geschwindigkeit von rund 35 km/h gezogen. Die Kielwelle des Bootes (Englisch: „Wake“) kann als Rampe verwendet werden, um Tricks zu zeigen. Beim Cable werden die Sportler:innen von einer Seilanlage (“Cable”) mit etwa 30 km/h gezogen. Der Parcours besteht aus Obstacles und Rampen/Kicker, auf denen die Tricks gezeigt werden müssen.
Wenn Johannes Ludescher über seine letzten Monate spricht, schwingt Ehrlichkeit mit – und ein guter Schuss Selbstreflexion. Der 32-jährige Vorarlberger blickt auf eine Ring-EM zurück, die wie eine Sinus-Kurve verlaufen ist. „Erster Kampf gut, zweiter Kampf schlecht“, fasst er nüchtern zusammen. „Am meisten ärgert mich, dass es nicht mit der Hoffnungsrunde geklappt hat. Ich wäre so gern noch einmal auf die Matte gegangen.“
Doch wer glaubt, dass sich Ludescher lange mit verpassten Chancen aufhält, kennt ihn schlecht. Vielmehr blickt er nach vorne – oder besser gesagt: über den großen Teich. Zwei längere Aufenthalte in den USA prägten sein vergangenes Jahr und brachten frischen Wind in seine Karriere. „Ich war fast fünf Wochen und dann nochmal drei Wochen in Michigan. Das hat mir brutal gutgetan“, erzählt er mit spürbarer Begeisterung.
Allein unter Schwergewichten
Der Hauptgrund für seine Amerika-Reisen war simpel, aber entscheidend: Trainingspartner. „In Österreich gibt’s einfach nicht viele Schwere“, erklärt der leidenschaftliche Ringer aus Vorarlberg. „Daheim fehlt mir oft jemand in meiner Gewichtsklasse.“ In den USA fand Ludescher genau das – starke Gegner im Training, die ihn forderten und förderten. Doch es war nicht nur die physische Herausforderung, die ihn weiterbrachte.
„Das war das erste Mal, dass ich komplett allein auf ein Trainingslager gegangen bin. Kein Trainer, kein Team – nur ich und die Matte.“ Eine Erfahrung, die ihn nicht nur sportlich, sondern auch menschlich wachsen ließ. „Man lernt, mehr auf das eigene Gefühl zu hören. Wenn der Trainer nicht gleich eine Lösung parat hat, bist du gezwungen, selbst zu denken.“
Angriff ist die beste Verteidigung
Besonders an seiner größten Schwäche hat Ludescher in den Staaten gefeilt: dem Angriff. „In Michigan wirst du regelrecht gedrillt – Angriff, Angriff, Angriff“, lacht er. Eine Umstellung, die leichter klingt, als sie ist. „Es ist unglaublich schwer, Muster zu durchbrechen, die man sich über Jahre antrainiert hat. Im Training klappt’s oft schnell, aber unter Stress fällst du wieder in alte Gewohnheiten zurück.“
Doch Ludescher wäre nicht Ludescher, wenn er sich davon entmutigen ließe. Der Plan für die Zukunft steht: Mehr solcher Solo-Trainingsreisen, mehr Eigenverantwortung – und der Fokus auf die Weltmeisterschaft im September. „Gerade ist mal Pause, Kopf abschalten. Aber dann geht’s wieder Richtung Großereignis“, sagt er gelassen.
Zwischen Bundesheer-Druck und Plan B
Ein weiteres Thema, das ihn im letzten Jahr begleitete: der Druck vom Bundesheer. „Es gab eine klare Ansage: Entweder kommen Ergebnisse oder das war’s“, erzählt Ludescher offen. Existenzängste? Fehlanzeige. „Ich habe Mechatronik studiert, könnte jederzeit arbeiten gehen.“ Dennoch weiß er, wie sehr Athleten auf Strukturen wie Bundesheer, Polizei oder Zoll etc. angewiesen sind. „Ohne das geht’s als Ringer nicht. Du brauchst einfach eine finanzielle Basis. Nur dann kannst du dich als Sportler entfalten.“
Österreichs Ringer: Stark, aber der Weg ist hart
Wie sieht er den Ringsport in Österreich? „Ich glaube, wir sind in der Spitze so gut wie lange nicht. Es gibt einige, die internationale Kämpfe gewinnen können.“ Sorgen um den Nachwuchs macht er sich nur bedingt. „Wir haben im Verband eine coole Gruppe von 17- bis 20-Jährigen. Aber der Sprung von der Nachwuchs- zur Männerklasse ist brutal hart.“
Die Liebe zum härtesten Sport
Warum tut man sich das alles an? Warum Ringen – dieser fordernde, oft undankbare Sport? Der 32-Jährige muss nicht lange überlegen: „Weil du alles brauchst. Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Technik, Taktik und ein verdammt starkes Mindset.“ Für ihn ist klar: „Ich kenne keine Sportart, die vielseitiger ist.“
Mit 32 sieht sich der Schwergewichtler fitter denn je. „Körperlich geht’s mir top. Je schwerer das Gewicht, desto länger kann man auf hohem Niveau ringen.“ Ob die Olympischen Spiele LA 2028 noch ein Thema ist? „Ich schaue von Jahr zu Jahr“, sagt er diplomatisch – doch ein bisschen klingt es so, als hätte er die Ringe doch noch im Hinterkopf.
Kraft tanken daheim
Und wenn der Kopf mal frei werden muss? Dann zieht es den Vorarlberger in die Berge, rund ums Elternhaus. „Das ist mein Platz zum Abschalten.“ Dort sammelt er die Energie, die er auf der Matte braucht – für Angriffe, für neue Herausforderungen und für den Kampf gegen sich selbst.
Vom 24. bis 27. April fand in Prag das Czech Aerobic Open statt. In den stark besetzten Altersklassen mit teilweise bis zu 100 Teilnehmerinnen aus 13 Ländern traten auch fünf österreichische Athletinnen an.
Drei von ihnen erreichten Top-10-Platzierungen und qualifizierten sich für das Finale: Lea Robl (Oberösterreich) belegte in der Elite-Kategorie den achten Platz, Jana Kaar (Oberösterreich) wurde Siebte in der Jugendwertung (siehe Foto) und Valentin Poigner (Niederösterreich) erreichte Rang sechs in der Jugendklasse.
Valerie Paßecker (Niederösterreich) belegte in der Jugend weiblich den 42. Platz, Norah Rötzer (ebenfalls Niederösterreich) landete in derselben 79-köpfigen Kategorie auf Rang 61.
Das nationale Highlight in der Sportaerobic folgt bei den Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien. Am Fronleichnam-Donnerstag (19. Juni) wird – wie schon im Vorjahr – die Österreichische Staatsmeisterschaft und Österreichische Meisterschaft in der Sportaerobic ausgetragen.
Vom 24. bis zum 27. April fand in Prag (CZE) das Czech Aerobic Open statt. In den teils bis zu knapp 100 Aktive starken Altersklassen-Feldern aus 13 Ländern befanden sich fünf österreichische Sportler:innen.
Drei von ihnen schafften es in die Top-10 bzw. in die Finalentscheidungen: Lea Robl (OÖ, 8. Platz Elite), Jana Kaar (OÖ, 7. Platz Jugend) und Valentin Poigner (NÖ, 6. Platz Jugend).
Valerie Paßecker (NÖ) belegte in der Jugend-Wertung weiblich Rang 42, Norah Rötzer (NÖ) kam in derselben, 79 Teilnehmer:innen umfassenden Klasse, auf Platz 61.
Die Österreichischen Staatsmeisterschaften in der Sportaerobic steigen 2025 im Rahmen der Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien in Innsbruck (18. bis 22. Juni).
Für Kevin Masser ist Kickboxen mehr als nur ein Sport – es ist eine Passion, die ihn seit seiner Kindheit begleitet. „Ich habe damals gar nicht gewusst, dass mein Bruder schon beim Kickboxen war“, erinnert sich der 19-jährige Steirer mit einem Schmunzeln. „Ich habe einfach gesehen, dass er zum Training geht und wollte es auch mal ausprobieren. Seitdem bin ich dabeigeblieben.“
Heute zählt Masser zu den aufstrebenden Talenten im Pointfighting – einer Disziplin, bei der Reaktionsschnelligkeit und taktisches Gespür gefragt sind. „Das Faszinierende am Pointfighting ist für mich das schnelle, reaktive Handeln. Du musst ständig auf deinen Gegner reagieren, kannst nichts automatisieren. Jeder Kampf ist anders“, erklärt Masser begeistert.
Brüderliche Unterstützung als Erfolgsfaktor
Gemeinsam mit seinem Bruder Marco bildet Kevin ein unschlagbares Team – im wahrsten Sinne des Wortes. „Kickbox-Training machen wir fast nur zu zweit, ob im Verein oder zu Hause. Klar, beim Krafttraining oder Laufen geht jeder mal seinen eigenen Weg, aber auf der Matte pushen wir uns gegenseitig“, erzählt er. Natürlich bleibe es nicht immer konfliktfrei: „Jeder hat seinen eigenen Kopf, das lässt sich nicht vermeiden. Aber unterm Strich funktioniert es richtig gut zwischen uns.“
Gerade in schwierigen Zeiten, wie während der Corona-Pandemie, war diese Partnerschaft Gold wert. „Wir hatten das Glück, dass wir im Keller trainieren konnten. Wenn einer mal keine Lust hatte, hat der andere gesagt: ‘Komm, wir ziehen das durch.’ Diese Disziplin habe ich aus der Zeit definitiv mitgenommen. Es hat uns beiden sehr viel gebracht.“
Mit Sidekick und Taktik Richtung Weltspitze
Seine größte Waffe im Kampf? „Definitiv meine Kicks – besonders der Sidekick. Durch meine Größe kann ich damit ordentlich Druck machen“, sagt der Steirer selbstbewusst. Schwächen? „Man kann immer an den Händen arbeiten und taktisch feilen, aber ich sehe das nicht als Schwäche, sondern als Potenzial.“
Von seinem Bruder lernt er Vielseitigkeit – und gibt dafür etwas anderes zurück: „Ich bleibe bei meinen Stärken, das kann er sich auch mal abschauen. Man braucht im Kampf immer eine Waffe, auf die man sich verlassen kann.“
Zielgerichtet nach Abu Dhabi
Aktuell richtet sich sein Fokus voll auf die Weltmeisterschaften in Abu Dhabi. „Ich bin jetzt im zweiten Jahr in der Allgemeinen Klasse und will dort zeigen, dass ich vorne mitmischen kann“, so Masser. In der Weltrangliste liegt er in seiner Gewichtsklasse bis 89 Kilogramm derzeit auf Platz vier – das Ziel ist klar: „Ich will an die Spitze.“
Dass er diesen Weg professionell gehen kann, verdankt er auch der Unterstützung seiner Leistungssportschule. „Ich hatte perfekte Voraussetzungen, genug Zeit fürs Training und wurde für Wettkämpfe freigestellt. Jetzt hoffe ich, dass ich es ins Heeresportprogramm schaffe, um weiterhin optimale Bedingungen zu haben.“
Rituale, Ruhe und der richtige Moment
Vor dem Wettkampf verlässt sich der 19-Jährige nicht nur auf seine Technik, sondern auch auf seine Rituale. „Ich habe eine bestimmte Zahl, die ich mir vor jedem Kampf auf die Brust schreibe. Und kurz bevor es losgeht, habe ich mein kleines Anfangsritual auf der Matte.“ Welche Zahl das ist, bleibt jedoch sein Geheimnis.
Mentale Stärke gehört für ihn ebenso dazu. „Ich brauche vor dem Kampf ein bisschen Zeit in der Halle, um anzukommen. Ich mag es, wenn rundherum was los ist. Das pusht mich.“
Multi-Sportevent als Gradmesser
Auch die Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien haben für Masser einen festen Platz im Kalender. „Ich finde es richtig cool, dass unser Verband von Anfang an dabei ist. Es ist eine super Gelegenheit, unseren Sport zu zeigen und gleichzeitig zu sehen, wo man im Vergleich steht. Klar, Weltmeisterschaften und World Cups haben Priorität, aber die Finals sind ein wichtiger Indikator.“
Kraft tanken bei Familie und Freunden
Wenn Masser einmal nicht auf der Matte steht oder trainiert, findet er seinen Ausgleich im Kreis seiner Liebsten. „Einen speziellen Kraftplatz habe ich nicht – aber Zeit mit Familie und Freunden ist für mich der beste Weg, um den Kopf freizukriegen.“
Der Weg an die Weltspitze ist für den jungen Steirer klar vorgezeichnet – mit Disziplin, Leidenschaft und einem starken Partner an seiner Seite.
In Österreich wächst die Begeisterung für Floorball – und jetzt gibt es die perfekte Gelegenheit, selbst Teil dieser dynamischen Sportart zu werden! Mit dem neuen Projekt „Train and Play with the Floorball Champions“ schafft der Österreichische Floorballverband (ÖFBV) in Zusammenarbeit mit sieben engagierten Vereinen aus vier Bundesländern eine Brücke zwischen Schulsport und Vereinssport. Das Ziel: Kinder und Jugendliche sollen direkt in den Floorball-Verein finden und dort weiter gefördert werden.
Die Vereine und Bundesländer: Das Projekt wird von erfahrenen Vereinen in ganz Österreich getragen:
Wien: Floorballbunnies Wien, Wiener Floorball Verein.
Tirol: UHC Alligator Rum und Hot Shots Innsbruck
Oberösterreich: UHC Linz und SU Floorball Bad Ischl
Kärnten: VSV Unihockey
Diese Vereine arbeiten in ihren jeweiligen Regionen intensiv mit Schulen zusammen und ermöglichen den Schüler
Zugang zu professionell geleiteten Trainings sowie spannenden Turnieren. Das Projekt umfasst 18 Volksschulen und zahlreiche Mittelschulen sowie Gymnasien in Wien, Tirol, Oberösterreich und Kärnten.
Das Budget und die Förderung: Damit das Projekt „Train and Play with the Floorball Champions“ ein Erfolg wird, stehen insgesamt € 95.000 zur Verfügung. Ein großer Teil, € 85.000, wird durch das Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport (BMKÖS) gefördert. Die restlichen € 10.000 stammen aus Eigenmitteln der beteiligten Vereine sowie durch Mitgliedsbeiträge und regionale Förderungen.
Mit diesen Mitteln wird das Projekt vor allem in folgende Bereiche investiert:
Ausrüstung: Schläger, Bälle, Tore und sogar Goalie-Ausrüstung stehen für alle teilnehmenden Schulen bereit.
Trainerkosten: Da das Projekt zusätzliche Trainings und Einheiten an Schulen erfordert, wird in qualifizierte Trainer investiert, die die Kinder professionell betreuen.
Turniere und Meisterschaften: Ein wichtiger Teil des Projekts ist es, den Schüler die Teilnahme an regionalen und nationalen Wettbewerben zu ermöglichen, um die Begeisterung für den Sport zu fördern.
Nachhaltigkeit und Zukunft: Ein besonderes Augenmerk liegt auf der langfristigen Wirkung des Projekts. Durch Kooperationen mit den Schulen sowie die enge Zusammenarbeit mit den Vereinen soll sichergestellt werden, dass die Trainings auch nach der Förderphase fortgeführt werden. Geplant ist, dass ein großer Teil der Kosten nach dem Projektende durch Mitgliedsbeiträge und weitere Sponsoren gedeckt wird.
Unsere Vision: Mit „Train and Play with the Floorball Champions“ bieten wir Kindern und Jugendlichen in Österreich die Chance, eine spannende und wachstumsstarke Sportart zu entdecken. Wir möchten möglichst viele junge Talente für den Floorball begeistern und ihnen den Weg in die Vereinsstrukturen ebnen.
Mach mit und werde ein Champion! Ganz egal, ob du den Schläger zum ersten Mal in die Hand nimmst oder schon ein paar Tricks beherrschst – bei uns gibt es für jedes Level den perfekten Einstieg! Werde Teil unserer Floorball-Community, trainiere mit erfahrenen Spieler und erlebe den Teamgeist in einem der aufregendsten und schnellsten Sportarten der Welt.
Diese Geschichte hebt nicht nur die sportliche Bedeutung, sondern auch die finanziellen und strukturellen Rahmenbedingungen des Projekts hervor und zeigt, wie nachhaltig und zukunftsorientiert dieses Vorhaben ist. Sie ist ideal für die Webseite, um das Projekt umfassend zu präsentieren.
Für das Senior-Coed-Nationalteam bleibt zum WM-Abschluss nur der bei Großereignissen so „undankbare“ vierte Platz. Nach einer soliden aber nicht perfekten Routine im Semifinale ist das gemischte Team aus männlichen und weiblichen Athlet:innen auch im Finale am Freitag (Ortszeit) nicht ganz an seine Bestleistung herangekommen.
„Leider ist es uns heute nicht gelungen, unsere Routine fehlerfrei auf die Matte zu bringen – damit haben wir die Medaille ganz knapp verpasst“, analysiert Coach Saskia Luksch.
In der Vorausscheidung am Donnerstag hatte Team Austria mit seiner Professionalität für Aufsehen gesorgt, als es sich von gröberen technischen Problemen an der Soundanlage nicht aus dem Konzept bringen ließ. Mit der „Blechernen“ ist die Belohnung im Finale aber dann ausgeblieben. Auch für das hochgesteckte Ziel des Aufstiegs ins höchste internationale Level – dafür wäre der WM-Titel notwendig gewesen – hat es am Ende nicht gereicht. WM-Gold holte Puerto Rico vor Belgien und Spanien.
“Werden stärker zurückkommen”
Coach Luksch stellt einen weiteren Anlauf in Aussicht: „Unsere Trainingsleistungen zeigen, was in uns steckt – und genau das wollen wir bei der nächsten Weltmeisterschaft auf die Matte bringen. Wir sind bereit, weiter an uns zu arbeiten und als Team noch stärker zurückzukommen!“
Geht es rein nach der Platzierung, ist die Coed-Nationalteam dennoch die zweiterfolgreichste Formation der Cheersport-Sparte. Neben dem WM-Bronzenen Youth-All-Girl-Team belegte das Junior-All-Girl-Team (15 bis 18 Jahre) Rang sechs. In der „Königsklasse“ (Senior All Girl Premier) bewies Team Austria nach einer schweren Verletzung einer Athletin Moral und holte Platz 13.
Mit Ausnahme des Coed-Teams ist Österreich in allen übrigen Kategorien ausschließlich in den allerhöchsten internationalen Levels vertreten. Auch deshalb fällt die WM-Bilanz der für die Cheersport-Nationalteams verantwortlichen Vizepräsidentin insgesamt positiv aus. „Wir haben gesehen, dass wir im Nachwuchs sehr starke Platzierungen holen und mit den stärksten Ländern der Welt mithalten können. Das ist ein gutes Zeichen, dass unser Weg der richtige ist“, ist Petra Gruber überzeugt. Nach den beiden B-WM-Titeln 2023 (Youth, Junior) – und den damit verbundenen Aufstiegen – entschied sich der Österreichische Cheersport Verband (Cheersport Austria) 2024 dafür, in den Aufbau zu gehen und die WM (mit allen rein-weiblichen Teams) auszulassen. Die kontinuierliche Entwicklungsarbeit mit den besten Talenten des Landes habe man nun ein weiteres Mal in eine WM-Medaille ummünzen können.
Gleichzeitig sieht Gruber aber noch immer ungenutzte Potenziale: „Allen voran in den höheren Altersklassen haben wir noch Arbeit vor uns. Dazu braucht es aber auch im Bereich der Trainingsinfrastruktur, wo wir nach wie vor uns nach wie vor für bessere Bedingungen für unsere Athlet:innen einsetzen, den nächsten Schritt. Für einen gezielten Aufbau von Kraft, aber auch für die idealen Regenerationszeiten, fehlen uns nach wie vor eigene Infrastrukturen und Möglichkeiten“, so die Vizepräsidentin. Auch die Arbeit im mentalen Bereich könne man noch professioneller aufstellen.
Die letzte ro-weiß-rote Pyramide dieser WM baute das Coed-Team.
Performance-Cheer-Nationalteams holen zwei weitere Top-10-Plätze
Nicht nur in der Cheersport-Sparte sondern auch mit seinen Performance-Cheersport-Teams gehört Österreich zur absoluten Weltspitze. Das haben am abschließenden WM-Wettkampftag auch die beiden Senioren-Teams bewiesen.
Nach dem sechsten Platz im Junior Pom und dem achten Platz im Junior Hip Hop, die beide bereits am Donnerstag fixiert worden waren, legten die Nationalteams der Kategorien Senior Jazz (9.) und Senior Pom (9.) zum WM-Abschluss noch zwei Top-10-Platzierungen nach.
„Am Finaltag haben unsere Seniors ihre Leistung noch einmal steigern können und damit eindrucksvoll unterstrichen, dass sie zu den Top-10-Teams der Welt gehören. Wir sind unheimlich stolz auf das gesamte Team“, freute sich Katharina Horky, die Trainerin beider Units.
Ein starkes WM-Ergebnis für die Performance-Cheer-Sparte komplettierte das Pom-Double mit Lena Satorina und Anastasiia Rubtsova, das schon am ersten Wettkampftag (Mittwoch) Platz 15 unter 33 Duos belegt hatte. “Ich bin mit den Leistungen aller Performance-Cheer-Teams sehr zufrieden. Wir haben es in allen Team-Kategorien ins Finale geschafft und das war auch unser Ziel. Mit den immer stärker werdenden Teams Jahr für Jahr mitzuhalten, ist nicht einfach. Mit viel Training, Fleiß und Einsatz haben es die Tänzerinnen zusammen mit ihren Coaches geschafft und gezeigt, dass sie zu den Top-10 der Welt gehören“, unterstreicht Theresia Maurer-Lelard, sportliche Leiterin der Performance-Cheer-Sparte.
Das Senior-Pom-Team holte den vierten Top-10-Platz für die Performance-Cheer-Sparte.
“Österreich gehört zu den besten Nationen der Welt” – Nach der WM ist vor der EM
Für die insgesamt neun rot-weiß-roten Nationalteams endet mehr als eine Woche nach der Ankunft in Orlando ein ebenso erfolgreiches wie lehrreiches WM-Abenteuer.
Cheersport-Austria-Präsidentin Julia Harrer, die alle Auftritte live vor Ort mitverfolgte, zeigte sich mit den Leistungen der insgesamt 182 heimischen Athlet:innen auf der „größten Matte der Welt“ zufrieden. “Österreich kann auf seine Cheersportler:innen mehr als stolz sein. Die Athlet:innen haben die harte Arbeit und die unverkennbare Leidenschaft für den Cheersport in ihren Routines zum Ausdruck gebracht und bewiesen, dass Österreich zu den Top-Nationen der Welt gehört.”
Neben den Sportler:innen bedankte sich Harrer auch bei allen Coaches, Staffmitgliedern und der sportlichen Führung. “Das gesamte Team von Cheersport Austria unter unseren Nationalteam-Leitungen Jannine Körber und Theresia Maurer-Lelard hat außerordentlich gute Arbeit geleistet. Wir kommen mit einer Medaille und vielen Top-Platzierungen im Gepäck zurück nach Österreich. Jetzt gilt es, die guten Punkte unserer Routines herauszuziehen und die nächsten Schritte zu gehen, um eine nachhaltige Entwicklung für alle Teams sicherzustellen”, so die Präsidentin.
Team Austria wird spätestens 2027 nach Orlando zurückkehren. Bevor die Saison 2025 zu Ende geht, gibt es aber noch eine Premiere. Bei den ICU European Cheerleading Championships, die von 27. bis 29. Juni in Ljubljana (Slowenien) stattfinden, ist Österreich erstmals mit seinen Nationalteams am Start. Medaillen? Höchstwahrscheinlich!
Das Youth-Nationalteam (11 bis 14 Jahre) holt sich am zweiten Wettkampftag der ICU World Cheerleading Championships in Orlando (USA) sensationell den dritten Platz in der Cheersport-Kategorie Youth All Girl Advanced. Der bislang größte Erfolg der rot-weiß-roten Youngsters, die sich nur den USA und England geschlagen geben müssen, kommt damit nur zwei Jahre nach dem Aufstieg ins höchste internationale Youth-Level. Das starke Nachwuchs-Ergebnis rundet die Junior-Formation (15 bis 18 Jahre) mit dem sechsten Platz – ebenfalls auf höchstem Level – ab.
Top-10-Platzierungen schaffen auch beide Nachwuchs-Teams der Performance-Cheersport-Sparte, den Seniors gelingt in Pom und Jazz der Final-Einzug. Indes wahrt das Coed-Nationalteam, in dem Männer und Frauen gemeinsam antreten, die Chance auf den WM-Titel – trotz Musikpanne. Dramatische Szenen spielen sich hingegen in der Cheersport-Königsklasse (Senior All Girl Premier) ab, wo Team Austria verletzungsbedingt seine Routine abbrechen muss, aber „weltmeisterliche“ Moral beweist.
Freud’ beim Youth-Team: WM-Bronze im ersten Anlauf
Am Donnerstag-Abend (Ortszeit) kam der lauteste rot-weiß-rote Jubel im Wide World of Sports Complex in Orlando aus dem Lager des Youth-Nationalteams. Die Österreicherinnen holten sich in der Kategorie Youth All Girl Advanced – dem höchsten Level in der Altersklasse der 11- bis 14-Jährigen – sensationell WM-Bronze hinter den USA (1.) und England (2.). Nachdem die Youngsters am Mittwoch mit einer soliden Performance den Final-Durchgang erreichten, zeigten sie auch beim entscheidenden Auftritt auf der „größten Matte der Welt“ keine Nerven.
„Wir sind das drittbeste Team der Welt! Das ist einfach unglaublich, wir sind unfassbar stolz, so eine emotionale Valentina Mahr. „Heute ist ein Tag, der uns für immer in Erinnerung bleiben wird und für den wir unseren Trainerinnen unfassbar dankbar sind.“ Teamkollegin Sara Strohmayer ergänzt: „Wir hatten im gestrigen Semifinale zwei Verletzungen. Keiner dachte, dass wir im Finale so einen Auftritt auf die Matte bringen können, aber wir sind zurückgekommen und haben es gerockt. Wir kommen voller Stolz und mit der WM-Medaille nach Hause.“
Bronze für diesen Auftritt des Youth-Nationalteams.
Für den Österreichischen Cheersport Verband (Cheersport Austria) ist es nach mehreren WM-Titeln auf den zweithöchsten Levels aller Altersklassen die erste WM-Medaille auf höchstem internationalem Niveau überhaupt. Der Verband freut sich neben Youth-Edelmetall zudem über einen starken sechsten Platz im höchsten Juniorinnen-Level (Junior All Girl Elite). „Unsere Strategie, nach den Youth- und Junior-B-WM-Titeln vor zwei Jahren in den Aufbau zu gehen und erst 2025 auf die WM-Bühne zurückzukehren, war der richtige Schritt. Wir sind auf einem guten Weg. Die Juniors waren in den Semifinals sogar auf Rang vier, das Youth-Team hat Bronze geholt“, sagt Vizepräsidentin Petra Gruber.
Für die Funktionärin, die für die Entwicklung der Nationalteams verantwortlich ist, ist das Ende der Fahnenstange aber noch nicht erreicht. „Beide Routines waren nicht fehlerfrei, es ist also sogar noch Luft nach oben. Wir werden mit all dem Stolz von diesem Jahr eine weitere Entwicklung vorantreiben und nach weiteren Erfolgen streben“, so Gruber.
Leid in “Königsklasse”: Verletzungsdrama kostet Final-Ticket
Wenige Stunden vor der großen „Jubelparty“ war es in der Arena allerdings kurzzeitig mucksmäuschenstill gewesen. Der Auftritt von Team Austria in der Cheersport-Königsklasse Senior All Girl Premier musste nach einer schweren Knieverletzung von Marina Holzmann abgebrochen werden. Beim anschließenden „Re-Start“ bewiesen die Österreicherinnen zwar “weltmeisterliche” Moral, das Finale der besten zehn Teams der Welt war aber mit einer Athletin auf der wichtigen „Base“-Position außer Reichweite. “Eine Verletzung direkt auf der Worlds-Matte hinnehmen zu müssen, ist besonders hart. Für mich, aber allen voran auch für das Team. Die Mädels haben dennoch bis zum Schluss gekämpft. Auch wenn es für die Finals nicht gereicht hat, haben wir unser Herz auf dieser Matte gelassen“, sagt Holzmann.
Coach Jannine Körber nach dem 13. Rang: „Es ist unglaublich, wie sehr das Team zusammengehalten hat und nach dem verletzungsbedingten Abbruch erneut auf die Matte gegangen ist. Das Team hat alles gegeben, um den kurzfristigen Ausfall zu kompensieren, leider hat es nicht für die Finals gereicht. Das Team hat unseren größten Respekt.“
Coed-Team wahrt Aufstiegschance trotz Musik-Panne
Insgesamt waren am zweiten Wettkampftag acht der neun entwendeten Nationalteams im WM-Einsatz. Das Senior-Coed-Team, in dem männliche und weibliche Athlet:innen gemeinsam antreten, strebt als letztes rot-weiß-rotes Cheersport-Nationalteam den Aufstieg auf das höchste Level an. Dazu ist allerdings in der Kategorie Senior Coed Elite der Weltmeister-Titel notwendig.
Die Leistung im Semifinale am Donnerstag samt souveränem Final-Einzug stimmte positiv. Herausforderungen, wie ein technisches Gebrechen bei der Musik-Anlage, wurden weggesteckt. „Unsere Semi-Finals waren voller Überraschungen – leider auch voller technischer Herausforderungen, die uns auf der Matte musikalisch einiges abverlangt haben. Doch wir haben das als Team stark gemeistert und gehen nun mit einer großartigen Platzierung und viel Selbstvertrauen in die Finals“, so Nico Galanos. „Als Nationalteamathlet auf der Weltmeisterschaft zu stehen, erfüllt mich mit unglaublichem Stolz. Es ist eine große Chance, ein Zeichen für Coed in Österreich zu setzen“, so der Athlet.
Machte auf sich aufmerksam: das Coed-Nationalteam.
Performance-Cheer-Nationalteams geschlossen stark im Spitzenfeld
Zum Kreis der besten Teams der Welt gehören die Performance-Cheer-Nationalteams. In der Sparte, in der Tanzsport-Elemente im Vordergrund stehen, waren am Donnerstag ebenfalls vier Nationalteams im Einsatz. Im Nachwuchs-Bereich gab’s in den Kategorien Junior Pom (6.) und Junior Hip Hop (8.) die angestrebten Top-Ten-Platzierungen. Die Titel gingen an Japan beziehungsweise die USA.
„Wir sind sehr stolz auf unsere Leistung, konnten uns in den Finals enorm verbessern und unsere Punkte steigern. Nach den beiden Auftritten bei der Weltmeisterschaft freuen wir uns umso mehr auf die kommende Europameisterschaft mit diesem Team“, sagt Hip-Hop-Tänzerin Hannah Pemp.
Bei den Erwachsenen gab’s ebenfalls Grund zur Freude. Das Jazz- und das Pom-Team buchten mit Top-10-Platzierungen in den Semifinals ihre Tickets für die Finalrunden am Freitag.
Sophie Gneist: „Es war wahnsinnig aufregend und wirklich ein einzigartiges Gefühl heute auf der Fläche zu stehen und das zu zeigen für das wir Monate lang trainiert haben. Wir sind unheimlich stolz auf den Finaleinzug und werden morgen mit noch mehr Energie überzeugen!“ Teamkollegin Florentina Marchart erinnert sich vor allem an den entscheidenden Moment der Ergebnis-Verkündung. „Als wir erfahren haben, dass wir im Finale sind, war das Gefühl unbeschreiblich. Ich freue mich sehr, am Freitag noch einmal alles geben zu können.“
Coach Theresia Maurer-Lelard zieht zufrieden Zwischenbilanz: „Ich bin unheimlich stolz auf alle Tänzerinnen. Sie haben heute zwei technisch schwierige Programme gezeigt und es damit geschafft, ins Finale einzuziehen. Die Konkurrenz wird jedes Jahr stärker. Umso glücklicher sind wir, dass sich die harte Arbeit gelohnt hat und wir uns am Finaltag noch einmal mit den besten der Welt messen dürfen.“
Für die Performance-Cheer-Teams heißt es früh aufstehen. Die Auftritte sind für 09:22 Uhr Ortszeit (15:22 Uhr MESZ) bzw. 11:15 Uhr Ortszeit (17:15 Uhr MESZ) angesetzt. Für das Coed-Team der Cheersportler:innen wir es um 13:30 Uhr Ortszeit (19:30 Uhr MESZ) ernst.
Performance-Cheersport-Teams im Hoch: Top-10-Plätze am Fließband.
Der Squashsport hatte es in Österreich in den vergangenen Jahrzehnten nicht wahnsinnig leicht. Nach dem großen Boom in den 1980er-Jahren folgte Ende der 1990er der noch größere Abstieg. Viele Squashcourt-Betreiber trugen der immer schwächer werdenden Nachfrage Rechnung und widmeten die Räume zu Fitnessstudios um.
„Vom wirtschaftlichen Aspekt muss man das auch verstehen“, erklärt ÖSRV-Präsident Thomas Wachter und führt als Beispiel Graz an, wo die Sport Austria Finals drei Jahre (2021-2023) stattfanden. „Als ich in den 1990er-Jahren dort Bundesliga gespielt hab‘, gab es im Umfeld von Graz fast 100 Courts. Mittlerweile haben wir gerade noch drei Anlagen in Graz.“
Zwei ÖSRV-Hoffnungen mit Potenzial
Die mangelnde Infrastruktur wirkte sich auch dementsprechend auf die Präsenz von österreichischen Squash-Spieler:innen auf internationaler Ebene aus. Bis auf Aqeel Rehman, der seit über 20 Jahren die rot-weiß-rote Fahne hochhält, und Birgit Coufal waren Top-Spieler:innen in den vergangenen 15 Jahren Mangelware. Ohne Breite keine Spitze, ohne Spitze keine Breite. Ein Teufelskreis. Der aber durchbrochen werden könnte. Denn Squash ist dabei, in Österreich eine kleine Renaissance zu erleben. Zwar sieht es infrastrukturell nicht recht viel besser aus, dafür gibt es in der Spitze erfreuliche Entwicklungen.
Mit Jacqueline Peychär und Daniel Lutz hat der Österreichische Squash Rackets Verband nämlich zwei Asse im Ärmel, die Österreich in Zukunft noch viel Freude machen werden und auch schon gemacht haben. „Sie haben beide das Potenzial für die Top-50 der Weltrangliste“, so Nationaltrainer Heribert Monschein über seine beiden Schützlinge. Gerade bei Peychär merke man, dass sie nun den vollen Fokus auf Squash gelegt hat bzw. legen konnte. „Sie ist erst seit Juli vergangenen Jahres beim Heeressport und damit Vollzeit als Squash-Profi unterwegs. Davor war sie Physiotherapeutin und musste nebenbei arbeiten. Das ist für ein Profi-Metier natürlich nicht ideal. Jetzt kann sie sich voll auf den Squashsport konzentrieren“, erklärt Monschein.
Jacqueline Peychär ist Österreichs große Hoffnung im Damen-Squash.
Mentaler Bereich als größter Hebel
Für die 29-Jährige ist es mittlerweile fast unvorstellbar, wie sie ihr „altes“ Leben gemeistert hat. „Rückblickend weiß ich gar nicht mehr, wie sich das alles ausgegangen ist“, lacht Peychär. „Es ist schon ein gigantischer Unterschied zu vorher. Es fällt viel Stress und Zeitdruck weg – das Zeitmanagement ist jetzt viel einfacher. Auch finanziell ist der Druck weg, das ist eine riesige Entlastung.“ Jetzt müssen sich nur noch mehr sportliche Erfolge einstellen. Peychär ist oft dran, den nächsten Schritt zu gehen, scheitert dann aber immer wieder an sich selbst. „Der größte Hebel bei Jacqui liegt im mentalen Bereich. Sie muss die Trainingsleistungen ins Match transferieren – da hat sie aktuell zu viele Ups and Downs. Aber das wird mit zunehmender Spielpraxis besser“, ist Monschein zuversichtlich, dass Peychär mit Ende 2025, Anfang 2026 an die Top-50 der Weltrangliste anklopfen kann.
„Manchmal fehlt – vielleicht auch unterbewusst – das Selbstvertrauen oder der Fokus, der in wichtigen Momenten woanders hingeht. Dann beginnt der Kopf zu denken. Wenn das Selbstbewusstsein da ist, werde ich viele Partien, die ich jetzt noch verliere, auch gewinnen“, weiß Peychär um ihr Potenzial. Von den Top-50 will sie im Gegensatz zu ihrem Nationaltrainer aber noch nicht sprechen. „Aktuell ist es schon ein Fortschritt, wenn ich meine Weltranglistenplatzierung halte, weil die Dichte im Damen-Squash einfach so hoch ist. Ich bin auch immer noch im Anpassungsmodus, dass ich jetzt Vollzeit als Squash-Profi unterwegs bin.“
Dani bringt alles mit: Er hat die körperlichen Voraussetzungen, er bewegt sich gut und er „sieht“ vor allem gut. Das räumliche Sehen, also, dass du früh genug erkennst, was der Gegner spielen will, ist beim Squash sehr wichtig. Zudem ist er auch irrsinnig schnell und beweglich
Nationaltrainer Heribert Monschein über Daniel Lutz
Matura, Bundesheer, Squash-Profi
Davon ist Daniel Lutz noch etwas weiter entfernt. Der Salzburger befindet sich aktuell im Maturajahr und muss im Herbst zum Bundesheer. Sollte er dort erwartungsgemäß im Heeressport aufgenommen werden, möchte er so wie Peychär als Profi durchstarten. Aktuell spielt er überwiegend Jugend-Turniere, so wie vor kurzem die U19-Europameisterschaft in Prag, bei der er starker Neunter wurde. Lutz erlitt im gesamten Turnierverlauf nur eine Niederlage – gegen die Nummer eins und späteren Europameister Amir Khaled-Joussein (FRA). „Auch da kann ich mit meiner Leistung zufrieden sein, auch wenn ich letztlich verloren habe. Die Rallys waren allesamt sehr knapp“, resümiert Lutz.
Fast alle Squash-Experten in Österreich sind sich einig: Lutz ist das seit Jahrzehnten größte heimische Talent. „Dani bringt alles mit: Er hat die körperlichen Voraussetzungen, er bewegt sich gut und er „sieht“ vor allem gut. Das räumliche Sehen, also, dass du früh genug erkennst, was der Gegner spielen will, ist beim Squash sehr wichtig. Zudem ist er auch irrsinnig schnell und beweglich“, analysiert Monschein und nennt zugleich auch jene Bereiche, in denen Lutz Luft nach oben hat. „Er muss noch die Kaltschnäuzigkeit und Ruhe am Court kriegen. Und lernen, zum richtigen Zeitpunkt zu attackieren. Er spielt oft zu brav.“
Auch Lutz weiß, dass er sich steigern muss, will er künftig bei den „Großen“ mithalten. „Wenn du von den Junioren zu den Erwachsenen umsteigst, ist es wichtig, dass du das Tempo mitgehen kannst und den Spielaufbau richtig hinbekommst. Du kannst nicht mehr irgendetwas ausprobieren und hoffen, dass man gewinnt. Du musst schlau spielen und wissen, wie du die Taktik umstellst, wenn es nötig ist. Bei den Erwachsenen kann sich die Taktik unterm Satz ändern, da musst du schnell reagieren.“
World Games als großes Highlight
Wie weit Peychär und Lutz tatsächlich sind, können sie im Sommer auf großer Bühne zeigen. Denn Squash ist erstmals bei den World Games dabei, die dieses Jahr im chinesischen Chengdu (7. – 17. August) stattfinden. „Die Teilnahme an den World Games bedeutet uns sehr viel. Es ist eine offizielle Beschickung des Sportministeriums mit Sport Austria und wir waren noch nie bei so einem Event dabei. Alleine die Einkleidung und die Verabschiedung durch den Bundespräsidenten bedeutet für uns als Sportart eine riesige Reputation“, fiebert Monschein dem großen Highlight bereits entgegen.
Auch Österreichs Damen-Nummer-1 kann es kaum noch erwarten, bis sie in China antreten darf. „Ich freue mich brutal auf die World Games. Es ist auch ein bisschen ein Reinschnuppern in ein Großereignis und immer eine große Ehre, Österreich vertreten zu dürfen.“ Auch Lutz ist bereits voller Vorfreude. „Als ich gehört habe, dass ich eine Wildcard bekomme, war ich glücklich und überrascht zugleich. Es wird eine coole Erfahrung, dort gegen die Profis zu spielen.“
Mir hat es schon einen großen Push gegeben, als ich erfahren habe, dass Squash olympisch ist. Der Gedanke daran schwingt eigentlich jeden Tag mit. Auf diesem großen Ziel baut alles auf, ansonsten wäre es auch nicht möglich gewesen, dass ich beim Heeressport bin.
Peychär über die erstmalige Olympia-Teilnahme 2028
Erstmaliger Olympia-Traum bereits präsent
Die nächste große und definitiv größte Bühne, die es im Sport gibt, wollen dann beide in gut drei Jahren betreten. Denn Squash hat es nach mehreren Anläufen endlich geschafft und wird 2028 in Los Angeles erstmals bei Olympischen Spielen dabei sein. „Wir wissen noch nicht, ob wir uns wirklich qualifizieren können, weil es vom World-Squashverband noch keine Richtlinien gibt. Aber alleine, dass Squash 2028 dabei ist, ist irre und eine Riesenchance“, weiß der Nationaltrainer, der die „Auswirkungen“ der Olympischen Spiele bereits jetzt spürt. „Bei uns im Verband sind die Olympischen Spiele natürlich schon präsent. Wir haben das Trainingskonzept etwas verändert, das heißt, ich arbeite als Nationaltrainer überwiegend mit Dani und Jacqui. Wir absolvieren sehr viele Einzelstunden, das hatten wir vorher in dieser Intensität nicht.“
Auch die rot-weiß-roten Hoffnungen können nicht leugnen, dass die fünf Ringe schon unterbewusst ein Thema sind. „Mir hat es schon einen großen Push gegeben, als ich erfahren habe, dass Squash olympisch ist. Der Gedanke daran schwingt eigentlich jeden Tag mit. Auf diesem großen Ziel baut alles auf, ansonsten wäre es auch nicht möglich gewesen, dass ich beim Heeressport bin“, sagt Peychär. „Für mich ist die Teilnahme an den Olympischen Spielen ebenfalls ein großes Ziel. Das wäre schon ein Traum, da dabei zu sein“, pflichtet Lutz seiner ÖSRV-Kollegin bei.
Peychär-Heimspiel bei den Sport Austria Finals
Einen kleinen Vorgeschmack auf Olympia bekommen die Beiden immerhin dieses Jahr bei den World Games und davor bei den Sport Austria Finals in Innsbruck, wo sowohl Lutz als auch Peychär im Rahmen des Mannschaftsbewerbs der Bundesliga im Einsatz sind. Gerade für die gebürtige Innsbruckerin Peychär sind die Spiele in der Heimat etwas Besonderes.
„Daheim zu spielen, ist immer total lässig. Ich bin ja nicht mehr so oft daheim, darum freue ich mich umso mehr, wenn ich mal wieder in Innsbruck sein und spielen kann. Außerdem finde ich die Sport Austria Finals total genial, weil es in die ganze Stadt eine andere Stimmung reinbringt. Wenn so viele Sportler:innen auf einem Haufen sind, herrscht eine ganz eigene Aura. Mir taugt es, wenn so viele gleich Verrückte an einem Platz sind.“
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