Im Rahmen der Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien (18. bis 22. Juni) kommt es in wenigen Tagen zu einer spektakulären Premiere. Hoch über Innsbruck heben bei Österreichs größter Multi-Sportveranstaltung erstmals die besten Drachenflieger-Pilot:innen des Landes ab.
Peter Siess ist als Präsident des veranstaltenden Drachenfliegerclubs Innsbruck (DCI) nicht nur für die Durchführung der Österreichischen Meisterschaften im Streckenflug (vier Tasks zwischen 19. und 22. Juni) verantwortlich, sondern gehört obendrein zu den besten Athleten der Welt.
Im Rahmen von Dreharbeiten im Vorfeld der Sport Austria Finals hob der 38-Jährige vom „Flieger“-Hotspot „Seegrube“ direkt an der Nordkette ab – aber nicht ohne den interessierten Touristen noch schnell die wesentlichen Merkmale seiner Sportart zu erklären.
POV: Du startest von der Seegrube aus in Richtung Innsbruck.
Spitzengeschwindigkeiten von 150km/h möglich
„Der Hängegleiter – auch Drachen genannt – besteht überwiegend aus Karbon, Aluminium und einem Technora-Segel. Er hat eine Spannweite von ungefähr zehn Metern“, beginnt Siess seine Ausführungen. Es sollte nicht die einzige Zahl bleiben, die bei den Schaulustigen für ungläubiges Staunen sorgte.
„Der Geschwindigkeitsbereich beim Fliegen reicht von etwa 40 km/h bis hin zu 130 km/h“. Nachsatz: „Wenn man es darauf anlegt, sind sogar 150 km/h möglich.“ Dagegen fühlt sich der „100er“ auf der Inntal-Autobahn fast wie Schrittgeschwindigkeit an.
Zeit, den Flug zu genießen, bleibt den Pilot:innen in der Regel trotzdem, zumindest im Training. „Das Gefühl ist einzigartig und schwer zu beschreiben. Für mich ist es wie im Traum“, versucht Siess die am häufigsten gestellte Frage zu beantworten. Er wird noch etwas genauer „Das Schöne am Hängegleiten ist die Flugposition. Wir fliegen mit dem Kopf voraus, wie Superman. Uns wachsen die Flügel direkt aus den Schultern.“ Schlussendlich zahlt er dann aber auch noch ins imaginäre „Phrasenschwein“ ein: „Drachenfliegen bedeutet für mich Freiheit.“
Zehn Meter Spannweite, bis zu 150 km/h Höchstgeschwindigkeit – nur “Feuer spucken” kann er nicht, der (Hochleistungs-)Drachen der Profis.
“… dann bin ich müde und gehe landen”
Handfester als die Beschreibung des subjektiven Empfindens bei einem Flug mit dem Hängegleiter ist da schon die Aufgabenstellung im Wettkampf. „Beim Streckenflug geht es darum, an mehreren Wettkampftagen jeweils eine vorgegebene Strecke abzufliegen – und das schnellstmöglich.“ Die Pilot:innen müssen dafür – vereinfacht gesagt – Thermiken nutzen, um Höhe zu gewinnen und anschließend wieder ‚Meter machen‘ zu können. Gelenkt wird übrigens mit Gewichtsverlagerung, Steuerklappen gibt es am Drachen keine.
Um das Drachenfliegen zu meistern, sind viele Trainingsflüge nötig. Und Siess ist auch schon unterwegs in Richtung Startrampe, als ihm ein Passant noch eine letzte Frage zuwirft: „Wann wirst denn wieder landen?“ Der Drachen könne theoretisch den ganzen Tag in der Luft bleiben, lacht Siess. “Aber nach vier bis fünf Stunden bin ich meistens müde und gehe landen.” Und dann hebt er ab …
Mit Jahresbeginn 2025 hat der Österreichische Badminton Verband (ÖBV) erstmals eine offizielle Koordinator:innenstelle für Para-Badminton geschaffen. Besetzt wurde sie mit Kilian Meusburger, der Para-Badminton im Verband seit Jahren mit aufgebaut hat – zunächst ehrenamtlich, jetzt professionell. Eine Entwicklung, die auch bei den Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien sichtbar wird: Erstmals eine Österreichische Meisterschaft im Para-Badminton bei Österreichs größtem Multisport-Event statt.
Vom Einzeltraining zur Koordination
„Vor dreieinhalb Jahren wurde ich gefragt, ob ich in Wien ein Para-Training leiten kann“, erinnert sich Meusburger. „Damals haben die Athlet:innen ohne Coach trainiert. Ich habe sofort zugesagt.“ Aus dieser ersten Initiative wuchs mehr: Im Sommer 2022 absolvierte er die Trainerausbildung bei Badminton Europe, baute Trainingsgruppen auf – und überzeugte. Seit heuer stehen dem ÖBV endlich auch die Mittel zur Verfügung, die Koordinator:innenrolle offiziell zu schaffen.
„Ich wurde gefragt, ob ich das machen möchte – und habe mich bewusst dafür entschieden. Jetzt können wir strukturiert arbeiten und wirklich etwas bewegen“, so Meusburger.
Individuelle Lösungen statt Standardtraining
Was ihn am meisten reizt? „Jede:r Sportler:in bringt eine ganz eigene Einschränkung mit. Es gibt keine Standardlösung – das ist die Challenge“, erklärt er.
Zunächst werde der ideale Bewegungsablauf erklärt, „dann tasten wir uns gemeinsam heran. Es geht darum, adaptive Lösungen zu finden, individuell anzupassen und sich schrittweise zu verbessern.“
Aktuell trainieren rund zehn aktive Para-Spieler:innen in Österreich: In der Südstadt bildet Paralympics-Teilnehmerin Henriett Koosz das Nationalteam, zusätzlich gibt es zwei regionale Stützpunkte in Wien und Graz. „In Wien haben wir drei aktive Rollstuhl-Spieler:innen, zwei stehende und zwei Hobbyspieler:innen. In Graz sind zwei Rollstuhlfahrer:innen regelmäßig aktiv“, berichtet Meusburger.
Vision: EM, WM – und langfristig Paralympics
„Wenn wir so weitermachen, können wir mit all diesen Spieler:innen zu Europa- und Weltmeisterschaften fahren“, zeigt sich Meusburger zuversichtlich. Der Weg zu den Paralympics sei aber noch steinig: „Die Qualifikation ist viel härter. Das braucht langfristige Planung und gezielte Förderung.“
Derzeit wird das Netzwerk sukzessive erweitert. Mit Schnuppertrainings in Rehazentren wie dem Weißenhof, regionalen Projekten in Graz und regelmäßiger Präsenz bei Veranstaltungen wie dem Tag des Sports oder dem Talent Day des Österreichischen Paralympischen Committees soll der Einstieg in den Sport erleichtert und Awareness geschaffen werden.
Sport Austria Finals als großer Schritt
Ein Meilenstein in dieser Entwicklung ist die Teilnahme an den Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien. „Erstmals seit Jahren haben wir die Möglichkeit, eine Para-ÖM auf die Beine zu stellen – und das gleich in diesem großen Rahmen. Das ist extrem wichtig für uns“, betont Meusburger.
„Wenn wir das still und heimlich irgendwo austragen würden, hätte es kaum Wirkung. Aber in diesem Umfeld – mit Medienpräsenz, mit Zuschauer:innen – können wir zeigen, dass Para-Badminton da ist.“
Der Bewerb wird offen ausgetragen, Männer und Frauen treten gegeneinander an. Klare Favoritin ist Nationalteamspielerin Henriett Koosz. „Aber dahinter wird’s spannend. Viele knappe Matches sind zu erwarten. Mein Geheimfavorit ist Johann Färrer aus Graz – ich bin ein großer Fan seines Spielstils. Er ist noch nicht lange im Rollstuhl, hat aber riesiges Potenzial.“
Ausblick: Nachhaltig wachsen
Für Meusburger ist klar: Die Finals sind kein Endpunkt, sondern der Auftakt. „Wir wollen regelmäßig dabei sein. Aber dafür brauchen wir nachhaltige Strukturen – Trainer:innen, Hallenzeiten, Förderungen. Jetzt haben wir die Chance, das Fundament zu legen.“
Und das Ziel? „Dass sich mehr Menschen für Para-Badminton interessieren. Und dass unsere Athlet:innen die Bühne bekommen, die sie verdienen.“
Innsbruck gilt seit vielen Jahren als Kletter-Hotspot und zieht Sportler:innen sowie Zuschauer:innen gleichermaßen an, sowohl im Breiten- als auch im Spitzensport. 2025 kehrt der Kletter-Weltcup nach Innsbruck-Tirol zurück. Vom 23. bis 29. Juni 2025 werden zum fünften Mal in Folge ein Para-Climbing-, Boulder- und Lead-Weltcup im Kletterzentrum Innsbruck ausgetragen. In der Vorwoche steigt mit den Österreichischen Staatsmeisterschaften (ÖSTM) im Lead und Speed im Rahmen der Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien die sportliche Generalprobe, es kommt somit zum „Doubleheader“ in der Tiroler Landeshauptstadt.
„Die letzten Wochen waren intensiv, die nächsten werden es noch mehr“, sagt Julia Pinggera. Als Verantwortliche im Kletterverband Österreich (KVÖ) für den IFSC Climbing World Cup – und die ÖSTM – sorgt sie mit ihrem Team für die Durchführung des Event-Doppelpacks. „Im Vorjahr hatten wir etwas mehr Zeit zwischen ÖSTM und Weltcup, diesmal gibt es noch weniger Spielraum für Fehler – zum Beispiel beim Aufbau.“
Denn bei den ÖSTM am 19. Juni soll die „Freiluft-Arena“ am Areal des Kletterzentrum Innsbruck bereits zum Großteil fertiggestellt sein. Die nationalen Titel im Speed werden Indoor an der Speed-Wand vergeben, jene im Lead wie gewohnt am spektakulären Freiluft-Turm.
Perfekte Weltcup-Generalprobe
„Der dicht gedrängt Terminkalender ist für uns eine große Challenge und hat die Planungen kompliziert gemacht“, berichtet KVÖ-Geschäftsführer Heiko Wilhelm. „Aber wie im letzten Jahr war für uns klar: Wenn eine großartige Multisport-Veranstaltung wie die Sport Austria Finals in Innsbruck stattfinden, darf Sportklettern nicht fehlen.“
Einer der Unterschiede: Für den IFSC Climbing World Cup Innsbruck werden für die Finaltage Tickets benötigt, dieses sind bereits zu großen Teilen ausverkauft. Am 16. Juni startet noch die „Late Ticket Phase“, bei der noch einmal ein kleines Kontingent zur Verfügung gestellt wird. Bei den Österreichischen Staatsmeisterschaften im Rahmen der Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien ist der Eintritt frei.
Für Österreichs Kletter-Asse ist der Heim-Weltcup eines der großen Highlights im Kalenderjahr und vergleichbar mit einer Großveranstaltung wie EM oder WM. Von Außenstehenden wird Innsbruck als „Wimbledon des Kletterns“ bezeichnet, die Weltcup-Woche stets in höchsten Tönen gelobt. Doch auch die Staatsmeisterschaften haben im Klettern, aufgrund der großen Dichte im österreichischen Team, einen hohen Stellenwert.
Schubert freut sich auf Heim-Doppelpack
Bei den ÖSTM wird einmal mehr „Olympia-Flair“ herrschen. Während das Antreten von Olympia-Bronzemedaillengewinnerin Jessica Pilz verletzungsbedingt offen ist, wird der zweifache Olympia-Bronzemedaillengewinner Jakob Schubert in seiner Paradedisziplin Lead starten. „Die ÖSTM sind eine gute Generalprobe für den Heim-Weltcup“, so Schubert, der in dieser Saison noch keinen Weltcup bestritten hat und mit Heimvorteil in Innsbruck in seine Wettkampf-Saison startet. Der sechsfache Weltmeister peilt am 19. Juni seinen 13. Staatsmeistertitel im Vorstieg an.
Im Speed konnte Kevin Amon in den letzten drei Jahren den Titel gewinnen. „Nachdem heuer kein Europacup in Innsbruck stattfindet, steigt die Vorfreude auf die ÖSTM im Rahmen der Sport Austria Finals noch einmal. In Innsbruck vor vielen bekannten Gesichtern zu klettern, ist etwas Besonderes. In den letzten Jahren ist es bei den Staatsmeisterschaften gut für mich gelaufen, ich will die Serie gerne fortsetzen.“
Bergstation Seegrube, 1.905 Meter Seehöhe, Kaiserwetter.
Die frisch servierte Speckknödel-Suppe und das atemberaubende Panorama des Patscherkofels rücken für eine Gruppe von Touristen kurzzeitig in den Hintergrund des Interesses. Direkt neben ihnen, unweit der großen Sonnenterasse, trifft eine Pilotin mit ihrem Drachenflieger gerade die letzten Startvorbereitungen. So weit, so normal? Mitnichten!
Zwar ist die Seegrube der Flieger-Hotspot der Nordkette, fast im Minutentakt heben hier Piloten mit ihren Gleitschirmen in Richtung der rund 1.500 Höhenmeter talwärts liegenden Landeshauptstadt Innsbruck ab. Aber es sind größtenteils eben Piloten, männliche Gleitschirm-Piloten. Weibliche Fliegerinnen – und dann noch mit einem „Drachen“, einem Hängegleiter – sieht man auch hier selten.
Alexandra „Sasha“ Serebrennikova ist derzeit vermeintlich die Beste unter ihnen. Weltweit. Die amtierende Weltmeisterin im Streckenflug nimmt ordentlich Anlauf, zischt noch ein paar Meter knapp über die saftig grünen Wiesen, bevor sie an Höhe gewinnt und ihren Flug weit über den Gipfeln genießen kann.
Nur wenige Frauen mit Drachen
„Bis man einmal in der Luft ist, ist es ziemlich anstrengend und vor allem auch logistisch nicht einfach“, betont die 39-Jährige. Die Ausrüstung wiegt etwa 50 Kilogramm. „Wenn ich starte, habe ich auf meinen Schultern noch einmal die Masse meines eigenen Körpergewichts“, sagt die zierliche Athletin. Zwar erleichterte ihr die Nordkettenbahn an diesem Tag die Auffahrt zum Startplatz, doch das Equipment ist eigentlich auch für die Gondel des bekanntesten Innsbrucker Nahverkehrsmittels zu groß. „Der Hängegleiter muss auf dem Dach der Gondel fixiert werden“, erklärt Serebrennikova, die neben dem passenden Auto auch eine entsprechende Lagermöglichkeit für den Drachen hat. „Es ist einfach so, dass unser Sport für Frauen insgesamt schwerer zugänglich ist.“
Beim Paragleiten ist die Einstiegshürde deutlich niedriger. Logistik, Starten, Landen – das alles ist mit einem Gleitschirm (im Rucksack) weitaus einfacher. Spitzengeschwindigkeiten von (weit) über 100 Stundenkilometern erreicht man aber nur mit dem Drachen. Dass es Serebrennikova einst vom Bergsteigen zum Drachenfliegen verschlug, hat aber nicht mit einem Verlangen nach dem Geschwindigkeitsrausch zu tun. Und auch nicht mit dem „Traum von Fliegen“, den habe sie nie geträumt, „zumindest kann ich mich nicht daran erinnern“. Vielmehr war es der Zufall, der die gebürtige Moskauerin einst in die Lüfte zog. Über ihren ehemaligen Lebensgefährten trat sie 2010 in Russland erstmals einem Flugsport-Verein bei.
Die Liebe zum Drachenfliegen entdeckte sie wenig später auf einem „Road Trip“ durch ein paar der wichtigsten Hot-Spots des Kontinents. „Wir waren eine kleine Gruppe und sind mit dem Auto durch Europa gefahren. Ich war eigentlich nur die Fahrerin. Wenn es sich ausgegangen ist, durfte ich am Abend selbst fliegen“, lacht „Sasha“. Es war der Beginn einer Liebe, die bis heute anhält. Vor allem das „Weitfliegen“ hat es der ehrgeizigen Sportlerin schnell angetan.
Lang und weit
In der Weihnachtswoche 2017, sieben Jahre nach ihrem ersten Flug, boten sich Serebrennikova in Australien zwei Chancen, sich in die Annalen des Drachenfliegens einzutragen. Sie nutzte die guten Bedingungen am anderen Ende der Welt bei zwei Flügen für vier neue Weltrekorde – unter anderem flog sie einen 200-Kilometer langen Dreieckskurs mit einer bis dato noch nie erreichten durchschnittlichen Geschwindigkeit von 37,40 km/h (27. Dezember 2017) und legte 408 Kilometer auf dem Weg zu einem deklarierten Ziel zurück (2. Januar 2018). Acht Stunden dauerte allein das letztgenannte Abenteuer. Ohne Training wäre das unmöglich. „Ich muss körperlich und mental topfit sein. Fliegen erfordert ein großes Maß an Fleiß und Disziplin.“
Spätestens nach den in Australien erflogenen Meilensteinen reifte in Serebrennikova die Erkenntnis, es mit Corinna Schwiegerhausen, der über viele Jahre besten Drachenfliegerin der Welt, aufnehmen zu können. 2023 bot sich bei der Weltmeisterschaft in Nord-Mazedonien dann die Chance, die mehrfache Titelträgerin aus Deutschland zu fordern. „Eine Weltmeisterschaft für Frauen gibt es nicht so oft, ich musste sehr lange auf meine Chance warten. Umso motivierter war ich. Ich bin wirklich sehr gut geflogen“ Von neun Wettkampftagen gingen fünf an Serebrennikova, die schlussendlich den WM-Titel gewann. Einen WM-Titel für Österreich! Denn seit ihrem Umzug nach Graz im Jahr 2018 startet die Russin für ihre neue Heimat.
In Australien flog Serebrennikova über Dünen und zu neuen Weltrekorden.
Vom Labor in die Lüfte und wieder zurück
Berufliche Gründe und ihre Leidenschaft für das Drachenfliegen zogen Serebrennikova damals in die Steiermark. Als Wissenschaftlerin im Feld der physikalischen Chemie sei für sie in Russland nichts zu verdienen gewesen. „Ich wollte Wissenschaftlerin sein – und ich wollte drachenfliegen. In Österreich hatte ich bereits viele Freundschaften geknüpft, deshalb habe ich 2014 angefangen, Deutsch zu lernen und Geld zu sparen.“ Vier Jahre später erfolgte dann schließlich der Umzug. Bereut hat sie den Schritt nie. „Österreich liegt sehr zentral und das Wissenschaftsklima hierzulande ist sehr freundlich.“
An der TU Graz absolviert sie noch ein Master-Studium in Advanced Material Sience, ein PhD-Angebot folgte. Serebrennikova arbeitet heute Vollzeit als Materialwissenschaftlerin in einem steirischen Betrieb und forscht beispielsweise an der Optimierung von biobasierten Verpackungsmaterialien wie Holz oder Papier.
Ob die Weltklasse-Pilotin ihr Wissen auch zur Optimierung ihrer Flugleistungen einsetzen kann? „Mir hat mein Verständnis von Physik und Mechanik vor allem am Anfang sehr viel gebracht.“ Genauso viele Dinge ließen sich aber vom Flugsport ins Berufsleben transferieren. „Beim Drachenfliegen und in der Wissenschaft brauche ich immer einen Plan B. Was tue ich, wenn etwas nicht funktioniert? Worauf liegt mein Fokus als nächstes?“
Mit der sportlichen und beruflichen Gegenwart könnte Serebrennikova aktuell nicht zufriedener sein. Konkrete Vorstellungen, wohin ihre Entscheidungen sie führen würden, hatte sie nie. Eines war ihr aber immer klar: „Ich wollte ein internationales Leben führen!“ Die Wissenschaft und das Drachenfliegen gaben ihr die Möglichkeit dazu.
Nur wenige haben den Wilden Kaiser bislang aus dieser Perspektive gesehen.
„Fenster in die Welt“ führt auch zu den Sport Austria Finals
In wenigen Tagen hebt die Weltmeisterin und Weltrekordhalterin bei den Österreichischen Meisterschaften im Streckenflug ab, die im Rahmen der Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien ausgetragen werden. Von Donnerstag bis Sonntag (19. bis 22. Juni) stehen hoch oben über Innsbruck insgesamt vier Tasks auf dem Programm. Gewinnen wird sie die Konkurrenz, in der Männer und Frauen gemischt antreten, nicht. „Das ist aus physischen Gründen unmöglich“, unterstreicht die Wahl-Steirerin. Doch auch als Leistungssportlerin und nach 15 Jahren in der Luft gehe es ihr sowieso nicht immer nur ums Gewinnen. „Drachenfliegen war mein Fenster in die Welt. Ich habe Menschen, Länder und Orte gesehen, die nur wenige jemals sehen. Die Fliegerei hat mir Erlebnisse geschenkt, von denen ich niemals geträumt hätte.“
Fliegen bedeute für sie auch Freiheit sagt Serebrennikova – und Lebensschule. „Jeder Flug ist wie ein kleines Leben. Start und Landung markieren Anfang und Ende. Dazwischen musst du in verschiedenen Flugphasen mit Höhen und Tiefen zurechtkommen und immer neue Strategie erlernen, wie das am besten funktioniert.“
Wenn Nikolaus Gstättner über seine Sportler:innen spricht, dann klingt das nicht nach nüchterner Funktionärssprache. Da spürt man Leidenschaft, Stolz – und eine tiefe Überzeugung, dass Kampfsport weit mehr ist als Sieg oder Niederlage. „Wir haben gerade eine sehr spannende Phase“, sagt der Managementdirektor des Österreichischen Bundesfachverbands für Thai- und Kickboxen. „Mit den World Games in Chengdu steht uns im Sommer ein echtes Highlight bevor – und gleichzeitig setzen wir mit dem Parasport ein starkes gesellschaftliches Zeichen.“
Zwei Kickbox-Asse für Österreich
Für Chengdu haben sich zwei Athleten aus dem Nationalteam qualifiziert: Erik Zimmermann aus Kärnten und Noel Salzburger aus Tirol – beide im Pointfighting, beide in starker Form. Und beide, so Gstättner, mit realistischen Medaillenchancen. „Europa ist im Kickboxen die mit Abstand stärkste Region weltweit. Wer sich hier durchsetzt, hat auch global das Potenzial für Edelmetall.“
Zimmermann überzeugte zuletzt beim World Cup in Istanbul mit einer dominanten Vorstellung, während Salzburger seine Form beim Heim-Highlight der Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien in Innsbruck testen will – für den Tiroler ein fast schon symbolischer Vorlauf vor dem ganz großen Ziel in China. „Es ist nicht nur ein Formcheck, sondern auch eine emotionale Geschichte“, sagt Gstättner. „Innsbruck ist sein Heimspiel – und diese Verbindung zum Publikum gibt nochmal einen besonderen Push.“
Zwischen Turnierfieber und Trainingsdisziplin
Die Vorbereitung ist ebenso professionell wie individuell. Beide Athleten trainieren in ihren Heimvereinen, unterstützt von den jeweiligen Olympiazentren, und nehmen regelmäßig an nationalen Teamlehrgängen teil. Sparring, Leistungsdiagnostik, mentale Vorbereitung – nichts wird dem Zufall überlassen. „Wir tun alles, was in unserer Macht steht, um die Burschen optimal auf Chengdu vorzubereiten. Und sie wissen, dass sie nicht nur für sich kämpfen – sondern für ein ganzes Land.“
Innsbruck wird zum Kampfsport-Cluster
Auch abseits der Einzelschicksale steht viel Bewegung am Programm. Die Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien kehren nach der gelungenen Premiere 2024 wieder nach Innsbruck zurück – mit einem echten Kampfsport-Feuerwerk. „Wir sind gemeinsam mit Taekwondo und Judo in der Olympiahalle“, erzählt Gstättner. „Das wird ein Cluster, das es so in dieser Form noch nie gegeben hat.“ Die Bühne ist also bereitet – für nationale Meistertitel, internationale Ausblicke und: ein ganz besonderes Pilotprojekt.
Parasport im Kickboxen: Der stille Star der Finals
Momente geben: die erste offizielle Para-Kickbox-Demonstration in Österreich. „Es ist uns ein riesiges Anliegen, das Thema Inklusion endlich sichtbar zu machen“, sagt Gstättner. „Der Parasport gehört in vielen Kampfsportarten längst zum festen Repertoire – wir wollen da nicht hinterherhinken.“
Im Para-Kickboxen stehen keine Kämpfe gegeneinander im Fokus, sondern kontrollierte Bewegungsformen – sogenannte Forms und Schlagschule. Dabei arbeiten die Athlet:innen mit ihren Trainern und Pads, präsentieren Technik, Haltung und Ausdruck, ähnlich einer Kür im Eiskunstlauf. Bewertet wird nicht, wer stärker oder schneller ist, sondern wie sauber und ausdrucksstark Bewegungsabläufe durchgeführt werden. Es geht um Stärkung der Persönlichkeit, Selbstwirksamkeit und Sichtbarkeit.
„Noch ist die Community klein“, gibt Gstättner ehrlich zu. „Aber wir haben in den letzten Monaten viel Aufbauarbeit geleistet. Sechs bis sieben Vereine in Österreich sind bereits involviert, rund 40 bis 50 Sportler:innen mit Handicap trainieren regelmäßig.“ Das Ziel: Aufzeigen, was möglich ist. Und den Raum schaffen, damit diese Bewegung wachsen kann. Nicht mit Druck – aber mit echtem Respekt.
Mehr als ein Bewerb: Eine gesellschaftliche Aufgabe
Inklusion ist für Gstättner kein PR-Begriff, sondern eine Haltung: „Ich kenne das Thema auch aus der Wirtschaft – Barrierefreiheit wird immer wichtiger. Webseiten, Gebäude, Kommunikation: Das alles muss künftig inklusiv gedacht werden. Und der Sport darf da keine Ausnahme machen.“ Die Präsentation beim Multisport-Event ist daher bewusst als Demonstrationsbewerb angelegt. „Wir wollen nicht bewerten, sondern Bewusstsein schaffen.“
Ein Verband mit Geschichte – und Vision
Der Blick auf das große Ganze fehlt dabei nie. 2026 feiert der Verband sein 50-jähriges Bestehen. Gstättner arbeitet bereits an einer umfangreichen Chronik – ursprünglich geplant als schlanker Rückblick, inzwischen angewachsen auf 288 Seiten. „Da steckt so viel Geschichte drin. So viele Geschichten. Und mit dem Schritt in den Parasport schreiben wir jetzt ein besonders wichtiges Kapitel.“
Wenn sich also im Juni die Kickbox-Elite in Innsbruck trifft, geht es um mehr als Pokale. Es geht um Vorbilder wie Zimmermann und Salzburger, um Chancen auf Gold in Chengdu – aber auch um ein mutiges Zeichen für eine inklusive Zukunft. Der Ring wird damit zum Symbol: für Leistung, für Gemeinschaft, für gelebte Vielfalt.
Und Nikolaus Gstättner? Der lächelt und sagt: „Der Kampfsport hat viele Gesichter. Wir wollen, dass man sie alle sieht.“
14 Kilometer Strecke, 800 Höhenmeter, Steigungen mit bis zu 16 % – bei der Österreichischen Berg-Meisterschaft im Rahmen der Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien (18. bis 22. Juni 2025) kämpfen die besten Radfahrer:innen des Landes auf einer Strecke, die geschichtsträchtiger kaum sein könnte. Vom Start in Kematen führt die Route hinauf zur Axamer Lizum – dorthin, wo bei den Olympischen Winterspielen in Innsbruck einst die Alpin-Bewerbe der Damen ausgetragen wurden.
Steile Anstiege, kräftezehrende Kurven, das Ziel auf 1.580 Meter Seehöhe – das erwartet die besten Radfahrer:innen des Landes bei der diesjährigen Berg-Meisterschaft. Mittendrin: Marco Schrettl. Der Tiroler gilt als eines der heißesten Eisen im Kampf um den Titel bei den Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien. Der 21-Jährige hat in den letzten Jahren Tritt für Tritt den Sprung in die nationale Spitze geschafft. Im Trikot des Tirol KTM Cycling Teams konzentriert sich der Heeressportler voll und ganz auf den Radsport – mit einem klaren Ziel vor Augen: Er will nach ganz oben, nicht nur bei der Berg-Meisterschaft.
Sein Weg auf zwei Rädern begann auf dem Mountainbike. Bei einem Junioren-Straßenrennen gelang ihm auf Anhieb die Qualifikation für die Europäischen Olympischen Jugendspiele in Baku. „Das war der Moment, in dem ich gemerkt habe, wie viel Emotion im internationalen Radsport steckt“, schwelgt der ÖRV-Youngster in Erinnerungen. Von da an ging es – wie sollte es anders sein – steil bergauf. 2021 holte er gleich zwei nationale Titel bei den Junioren: im Einzelzeitfahren und im Straßenrennen.
Nach einer Saison beim britischen Nachwuchsteam Trinity Racing kehrte er 2023 nach Tirol zurück und schloss sich dem Tirol KTM Cycling Team an. 2024 folgte der nächste Schritt: Er wurde Österreichischer U23-Meister im Straßenrennen und feierte im März seinen ersten internationalen Sieg bei der Trofeo Città di San Vendemiano. Zuletzt gewann er den prestigeträchtigen Orlen Nations Grand Prix in Polen, ein Etappenrennen, welches in den letzten Jahren fast ausschließlich von zukünftigen Profis gewonnen wurde, darunter Kim Heiduk, Ilan van Willder oder Daan Hoole.
Bei den Sport Austria Finals will er nun den nächsten Titel einstreifen. Die Bergmeisterschaft gilt als wichtiges Kräftemessen auf nationaler Ebene – und findet praktisch vor seiner Haustür statt. „Wenn alles zusammenpasst, kann richtig was gehen. Das ist auch mein Anspruch.“
Erst die Pflicht, dann das Vergnügen
Die Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien sind für den Tiroler aber mehr als nur ein Rennen. Sie sind eine Bühne, die den gesamten österreichischen Sport in den Fokus rückt. „Ich finde es richtig stark, dass der Sport in seiner ganzen Breite gezeigt wird. Viele Leute sehen dabei erstmals, wie intensiv und spannend auch jene Sportarten und Disziplinen sind, die nicht ständig im Fernsehen laufen.“
Für Schrettl auch ein Moment der Begegnungen: „Athlet:innen aus verschiedenen Sportarten, ein gemeinsamer Ort, ähnliche Geschichten – das verbindet. Man hat sofort Respekt voreinander – egal ob auf der Matte, im Becken oder am Rad.“ Und dennoch zählt für ihn nur, was auf der 14 Kilometer langen Strecke vom Backhaus Ruetz bis zur Axamer Lizum passiert: „Auf die anderen Sportarten freue ich mich erst, wenn ich im Ziel bin“, lacht er.
Ein Ziel, drei Titel
Bei den Österreichischen Meisterschaften im Bergfahren wird pro Altersklasse ein Rennen gefahren, gewertet wird aber dreifach: für die Staatsmeisterschaft, die Tiroler Landesmeisterschaften und die Road Cycling League Austria. Damit zählt das Rennen nicht nur zur nationalen Titelvergabe, sondern gleichzeitig auch zur höchsten heimischen Rennserie auf der Straße.
“Wir freuen uns sehr, dass wir mit einer prestigeträchtigen Titelvergabe im Programm der Sport Austria Finals in Innsbruck mit dabei sind. Innsbruck weckt, vor allem durch die Straßenweltmeisterschaften 2018 immer besondere Gefühle. Die Berg-Meisterschaften haben dort ein ideales Terrain und es werden sicher sehr spektakuläre Rennen“, erklärt Harald Mayer, Präsident von Cycling Austria.
Organisiert wird das Event vom Landesradsportverband Tirol unter der Leitung von Christian Kapferer, unterstützt von den Gemeinden Kematen und Axams sowie den Axamer Lizum Bergbahnen. Für Kapferer ist klar: „Radsport transportiert extrem viele Emotionen – und wer an der Strecke steht, spürt das. Diese Meisterschaft ist mehr als ein Rennen. Sie zeigt, wie stark Radsport in der Gesellschaft verankert ist.“
Dort, wo bei der Rad-Weltmeisterschaft 2018 und den Olympischen Spielen 1976 um Medaillen gekämpft wurde, wird nun um die Titel bei den Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien gerungen. Ein Rennen mit Geschichte(n) – und eine Bühne, auf der neue geschrieben werden.
Wenn in Innsbruck im Rahmen der Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien wieder gejubelt, geschwitzt und gefeiert wird, steht eine Sache ganz klar im Mittelpunkt: die Begeisterung für den Sport. Doch heuer bekommt diese Begeisterung eine neue Facette – eine inklusive, eine besondere. Denn mit dem Unified Floorball Cup zeigt Special Olympics Österreich, wie Sport Menschen verbindet, die auf den ersten Blick vielleicht verschieden erscheinen. Auf dem Spielfeld sind sie dann nur noch eines: ein Team.
„Es ist sehr cool, einen kleinen Bewerb im Zuge der Finals auszurichten. Aber es ist noch viel cooler, dass wir einen inklusiven Floorball Cup auf die Beine gestellt haben“, bringt es Sebastian Koller von Special Olympics Österreich auf den Punkt. Der ehemalige Zivildiener, heute Sportdirektor-Stellvertreter, Projektleiter, Motivator und unermüdlicher Antreiber für mehr Sichtbarkeit, war von Anfang an überzeugt von der Idee, Menschen mit und ohne intellektuelle Beeinträchtigung gemeinsam Floorball spielen zu lassen.
Ein Bewerb mit Strahlkraft
Der Spieltag selbst ist – rein sportlich gesehen – ein kleiner. Vier Teams treten im Westen gegeneinander an. Jeder gegen jeden, zweimal zehn Minuten. Der Rahmen wirkt überschaubar, doch was hier passiert, ist groß. „Es gibt diesen inklusiven Bewerb in dieser Form weltweit kein zweites Mal im Special-Olympics-Kontext. Das ist schon besonders“, sagt Koller nicht ohne Stolz. Und recht hat er.
Denn beim Unified Floorball Cup geht es nicht bloß um Tore, Punkte und Tabellen. Es geht um ein Miteinander, das gelebt wird. Um Sport, der nicht trennt, sondern verbindet. „Nur ein Spieler ohne Beeinträchtigung darf pro Team gleichzeitig am Feld sein. Damit stellen wir sicher, dass das Teamplay wirklich im Fokus steht – und alle gemeinsam Verantwortung übernehmen“, erklärt Koller.
Zusammenarbeit, die wirkt!
Dass Special Olympics mit Floorball gerade bei den Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien andockt, ist kein Zufall. Die Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Floorball Verband, insbesondere mit Generalsekretär Gerold Rachlinger, besteht schon länger – teils informell, teils strukturell. Koller sitzt selbst im Verbandsvorstand und kümmert sich dort um das Thema Inklusion. „Wir wollen die Kooperation bei den Finals auch offiziell machen“, kündigt er an. Ein sichtbares Zeichen für eine gelebte Partnerschaft.
Das Multisport-Event selbst bietet dafür die perfekte Bühne. Der Freitag als Spieltag passt organisatorisch perfekt – viele Ehrenamtliche müssen keinen Urlaub nehmen, die Halle ist da, das Equipment steht. Für Koller, der normalerweise Turniere in Eigenregie organisiert, ein willkommener Lichtblick: „Ich genieße das richtig, dass ich mich diesmal nicht um Bandentransport, Schiris und Verpflegung kümmern muss.“
Große Ziele, kleiner Anfang
Was in Innsbruck beginnt, soll wachsen. Der inklusive Spirit soll sich ausbreiten, andere Verbände zum Nachdenken bringen. „Unser Ziel ist, dass wir in Zukunft nicht nur mit dem Floorball Verband zusammenarbeiten, sondern mit vielen anderen auch. Segeln, Judo, Powerlifting – da gibt es Potenzial“, so Koller. „Wir haben vor kurzem ein Turnier in Hartberg gehabt, da waren zehn Teams am Start. Im Westen sind wir gerade erst dabei, das aufzubauen. Wir sind sehr optimistisch, dass wir da aufschließen können.“
Inklusion mit Gänsehautmomenten
Was bleibt, ist die Emotion. Die Kraft des Sports. Die Geschichten, die man nicht in Worte fassen kann – oder nur schwer. Auch für Sebastian Koller. Auf die Frage nach einem besonderen Moment fällt ihm keine einzelne Anekdote ein. „Es sind so viele kleine Erlebnisse, die mich berühren. Wenn man sieht, wie der Sport Menschen zusammenbringt – das bewegt mich. Das macht mich glücklich.“
Der Unified Floorball Cup – drei Spieltage im Westen (2x Vorarlberg, 1x Innsbruck) und drei weitere Spieltage (Mitte/Ost) in Hartberg, Wien und Weiz münden im Finalturnier in Graz – ist also mehr als nur ein Bewerb. Er ist ein Statement. Eine Einladung, genauer hinzuschauen. Und ein Versprechen: Inklusion ist möglich. Und sie beginnt mit einem gemeinsamen Spiel.
Am 31. Mai und 1. Juni fanden im Sportpark Linz – Auwiesen die 126. Österreichischen Staatsmeisterschaften der Männer im Gewichtheben sowie die nationalen Titelkämpfe in den Altersklassen U15 bis U23 statt. Bei großartiger Stimmung und zahlreichem Publikum präsentierten sich die Athleten in beeindruckender Form.
Veranstaltet wurde die Meisterschaft vom SK VÖEST Linz, der den Teilnehmern beste Rahmenbedingungen bot. Erstmals wurden die neuen Gewichtsklassen gemäß der ab 1. Juni geltenden IWF-Regelung angewendet. Insgesamt lagen 77 Meldungen vor, 62 Athleten gingen letztlich an den Start.
Während bei den Männern die Titel vergeben wurden, findet die Staatsmeisterschaft der Frauen im Rahmen der Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien statt – ein Zeichen für die zunehmende Bedeutung und Sichtbarkeit des Frauen-Gewichthebens in Österreich.
Medaillenspiegel
In den acht Gewichtsklassen der Männer holten sich jeweils drei Athleten aus Oberösterreich und Niederösterreich die Titel, je ein Titel ging in die Steiermark und nach Wien. Bei der Jugend und im Nachwuchsbereich (U15–U23) dominierte Oberösterreich mit 9 Goldmedaillen, gefolgt von Niederösterreich (6), der Steiermark (2) sowie Tirol und Wien mit je einem Titel.
Dramatik pur in der 79-kg-Klasse
Ein enges Duell lieferten sich Jonas Klinger (VÖEST), Jakob Weber (Lochen), Paul Majer (Baden) und Phillip Boresch (Ranshofen). Nach einem spannenden Reißen lag Klinger mit 126 kg in Führung, dicht gefolgt von Majer (125 kg). Im Stoßen konnte Klinger seine Führung nicht verteidigen – die Gewichtsreduktion auf 79 kg kostete ihn Kraft. Paul Majer überzeugte mit insgesamt 280 kg im Zweikampf und wurde erstmals Staatsmeister in der Allgemeinen Klasse vor Weber (276 kg) und Boresch (274 kg).
Misakyan überragt mit U23-Rekord
In der stark besetzten 88-kg-Klasse setzte sich Hmayak Misakyan (VÖEST) souverän durch. Mit 146 kg im Reißen stellte er einen neuen U23-Rekord auf, im Stoßen glänzte er mit 174 kg. Die Zweikampfleistung von 320 kg liegt nur 7 kg unter der WM-Norm. Platz zwei ging an Dominik Certov (302 kg), Rang drei an Luca Modrey (293 kg).
Simbürger dominiert in der 94-kg-Klasse
Der Grazer Elias Simbürger (Sportsoldat) ließ der Konkurrenz keine Chance. Im Reißen verbesserte er den U23-Rekord auf 152 kg, im Stoßen sicherte er sich mit 191 kg auch den österreichischen Rekord in der Allgemeinen Klasse. Mit 343 kg im Zweikampf siegte er deutlich vor Benjamin Nezmah (281 kg) und Manuel Littringer (262 kg).
Heidenbauer mit Nervenstärke zum Titel
In der 110-kg-Klasse wurde Julian Heidenbauer (Steiermark) seiner Favoritenrolle erst im letzten Versuch gerecht. Nach zwei Fehlversuchen im Reißen und einem Wackler im Stoßen sicherte er sich mit 316 kg hauchdünn den Titel vor Milos Zivkovic (311 kg) und Ulrich Fürlinger (234 kg).
Sargis Martirosjan: Mit 38 Jahren am Podium
Der zweifache Olympiateilnehmer und Nationalcoach Sargis Martirosjan (VÖEST) bewies erneut seine Klasse. Mit 164 kg im Reißen und 186 kg im Stoßen erzielte er 350 kg im Zweikampf und belegte mit 383,22 Sinclairpunkten Rang drei der Gesamtwertung.
Weitere Klassensiege: 60 kg: Michael Baumgartner (Eiche Wien) holte mit 163 kg den einzigen Wiener Titel. 65 kg: Siegfried Neuhauser (Loosdorf) siegte mit 160 kg vor Julian Rauch (Feldkirchen). 71 kg: Bernhard Legel (Vösendorf) sicherte sich Gold mit einem starken Ausstoß bei 136 kg – Endstand 238 kg vor Schröpfler (234 kg) und Kanyka (228 kg).
Die Staatsmeisterschaften boten einmal mehr Gewichtheben auf höchstem Niveau – geprägt von persönlichen Bestleistungen, neuen Rekorden und spannenden Duellen bis zum letzten Versuch. Ein gelungener Auftakt, der Lust auf mehr macht – besonders auf die Staatsmeisterschaften der Damen, die im Rahmen der Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien ausgetragen werden.
Österreichs Speed-Kletterer haben beim dritten IFSC Speed-Weltcup der Saison in Denver (USA) die Finalplätze verpasst. Beim ersten Kletter-Weltcup der Geschichte in der Hauptstadt Colorados schaffte es Kevin Amon erneut in die Top-25, haderte jedoch mit einer vergebenen Chance.
Der IFSC Kletter-Weltcup Denver 2025 ist die 409. Weltcup-Veranstaltung in der Geschichte, der 142. Weltcup im Speed. Es ist der erste Kletter-Weltcup, der in Denver stattfindet, und der 24. in den USA. Mit Kevin Amon, Tobias Plangger und Lawrence Bogeschdorfer waren drei Österreicher am Start.
Amon zeigte in den Trainingsläufen mit starken Zeiten auf und machte sich berechtigte Hoffnung auf den ersten Finaleinzug der Saison. Im ersten von zwei Quali-Runs brachte der 20-jährige Niederösterreicher mit 5,31 Sekunden eine gute Zeit an die Wand, im zweiten Lauf rutschte er bereits beim ersten Tritt weg. Am Ende belegte er Platz 25, sieben Hundertstel fehlten auf die Top-16 und den damit verbundenen Finaleinzug.
„Ich habe stark angefangen, aber leider stark nachgelassen. Besonders bitter ist, dass meine Zeit aus dem Training (5,14 Sekunden/Anm.) für das Finale gereicht hätte“, so Amon. Nach den Plätzen 23 in Wujiang (CHN) und 17 in Bali (INA) war es das dritte Top-25-Resultat im dritten Speed-Weltcup des Jahres. „Ich kann jedenfalls mitnehmen, dass die guten Läufe besser werden und ich sie früher abrufen kann. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es wieder richtig aufgeht.“
Tobias Plangger belegte mit 5,80 Sekunden Rang 40 und zeigt sich optimistisch: „Ich fühle mich zurzeit sehr gut, die Fitness passt. Leider habe ich es nicht an die Wand gebracht. Ich schaue zuversichtlich auf die kommenden Wettkämpfe, seit meiner Verletzung habe ich mich nicht so gut gefühlt wie aktuell.“
Angeschlagen ging Lawrence Bogeschdorfer in den Wettkampf und musste sich mit 5,92 Sekunden mit Platz 43 zufrieden geben. „Seit ein paar Tagen habe ich leider Probleme mit dem Unterarm. Ich wusste, dass es unter diesen Voraussetzungen schwierig wird – und so war es auch.“
Der nächste Speed-Weltcup steigt am 5./6. Juli in Krakau (POL), zuvor steht mit den Österreichischen Staatsmeisterschaften im Rahmen der Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien am 19. Juni im Kletterzentrum Innsbruck ein nationales Highlight an.
Österreich durfte sich bei der Kata-EM in Riga (LAT) über einen Finaleinzug freuen.
Martin und Philipp Hinteregger (Judo Feldkirchen/JC SV Treffen/K) belegten in der Kodokan-Gopshin-Jutsu mit 506 Punkten den sechsten Rang. Auf Bronze fehlten 13 Punkte.
In der Katame-no-kata landeten Vanessa Wenzl/Matthias Heinrich (Judoklub Tantanto/W) und Manuel Müller/Philipp Stark (JC SV Treffen/K/WAT Hernals/W) in ihren Vorrundengruppen jeweils auf Rang sieben. Wenzl/Heinrich fehlten ganze fünf Punkte auf den erhofften Finaleinzug.
In Riga waren 332 Judoka aus 22 Nationen am Start.
Bei den Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien steigen die Österreichischen Kata-Staatsmeisterschaften.
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