Oleksandr Cheban war als Nr. 147 der U16-Weltrangliste in die Nachwuchs-Europameisterschaft in Bielsko-Biala (POL) gegangen – sollte mit Spitzenleistungen in den ersten Runden aber eine Schockwelle durchs Turnier schicken. Er kämpfte sich bis ins Finale, wo er auf den Italiener Raffaele Baldassare traf – und die Sensation perfekt machte. Cheban holt Gold in der Klasse bis -63kg. Für Karate Austria gab es dazu U18-Bronze durch Armin Selimovic in der +76 kg-Klasse. Aurelia Greif (-54 kg) wurde U16-Fünfte, Emma Schütze (+78 kg) U21-Neunte.
Was für eine beeindruckende Performance von Cheban: Der Neo-Österreicher dominierte im U16-EM-Finale der Klasse -63 kg den Italiener Raffaele Baldassare – seines Zeichens Viertelfinalist der Youth League von Jesolo (ITA) – klar, gewann mit 2:0 und versprach mit Gold auf der Brust: „Ich werde nicht bei diesem Ergebnis stehenbleiben!“ Dann bedankte er sich bei allen, die ihn unterstützt und angefeuert haben: „Besonders bei meiner Familie. Auch bei meinen Trainern Juan Luis Benitez Cardenes, Matjaz Koncina und Alisa Buchinger.“
Es war die erste Nachwuchs-EM-Goldene für Karate Austria seit fünf Jahren. 2020 holte Lora Ziller den U21-Titel in der Klasse +68 kg. ÖKB-Präsident Georg Rußbacher ließ es sich nicht nehmen als EKF Executive Member die Medaillen persönlich zu übergeben: „Ich bin sehr stolz auf all unsere Athlet:innen und freue mich für sich das gesamte Mitarbeiter-Team!“ Team-Manager Andreas Moser ergänzt: „Eine Medaille war das Ziel, nun nehmen wir einmal Gold und einmal Bronze mit nach Hause, zusätzlich gab es noch einen fünften und einen neunten Platz – das ist unbeschreiblich. Die Stimmung innerhalb der Mannschaft ist fantastisch und diese Resultate sind eine Team-Leistung.“
Bei den 48. DUNLOP Österreichischen Einzelstaatsmeisterschaften, dotiert mit einem Gesamtpreisgeld von 2.000 Euro, gibt es die erwarteten Favoritensiege.
Im Damenbewerb lässt Heeressportlerin Jacqueline Peychär (Squashunion Wiener Neudorf Mödling) nichts anbrennen und gewinnt das Endspiel im Racket Sport Center Graz gegen ihre erst 17-jährige Klubkollegin Kristina Begeba klar mit 3:0. Peychär holt damit ihren sechsten Staatsmeistertitel in Serie, den siebten insgesamt.
Das Podium komplettiert Gioia D’Alonzo (Squashunion Wiener Neudorf Mödling), die im Spiel um Platz drei die steirische Landespräsidentin Birgit Seiner besiegt. Rang fünf geht mit Johanna Spiegl ebenfalls an eine U17-Spielerin aus Tirol.
Rehman holt 19. Titel in Serie
Bei den Herren führt wie in den vergangenen fast zwei Jahrzehnten (!) kein Weg an Aqeel Rehman (ASKÖ Styria Squash People Oberösterreich) vorbei: Der Salzburger marschiert ohne Satzverlust ins Finale und gibt auch dort gegen Jakob Dirnberger (Union Squashclub Wiener Neudorf Mödling) keinen ab.
Rehman triumphiert nach 29 Minuten mit 3:0 und feiert seinen 19. (!) Staatsmeistertitel in Serie. “Ich bin sehr dankbar über diesen Titel, wobei ich mich über die treue Unterstützung aus meinem Umfeld ganz besonders freue”, so der 39-Jährige.
Österreichs Squash-Stars gibt es auch wieder bei den Sport Austria Finals 2025 in Innsbruck und Tirol zu sehen. Dort werden nämlich wie 2024 die Mannschafts-Staatsmeister ausgetragen.
Was für ein Weltcupfinale am Freitag im norwegischen Lillehammer! Samuel Maier krönt sich auf der Olympiabahn zum Europameister. Der 25-jährige Tiroler ist der fünfte Österreicher, der Gold bei einer Skeleton-EM holt, zuletzt hatte es 2007 eine Silbermedaille durch Markus Penz gegeben.
Samuel Maier musste sich im Weltcup nur dem Chinesen Qinwei Lin um 12 Hundertstelsekunden geschlagen geben, blieb aber vor allen anderen Top-Europäern und gewann EM-Gold vor Silbermedaillengewinner Marcus Wyatt (GBR) und dem EM-Dritten Axel Jungk (GER). Maiers Teamkollege Alexander Schlintner belegte den 18. Rang (15 in der EM-Wertung).
„Ich kann es immer noch nicht ganz glauben“, jubelte Samuel Maier. „Aber im Training hat es sich schon angekündigt! Außer der Kurve 13 war der erste Lauf (Anm.: nur 0,03 Sekunden hinter Qinwei Lin) nahezu perfekt. Ich wollte im zweiten dann noch einmal eins drauflegen. Da muss ich mit meinem Startrückstand aber eben alles perfekt erwischen, dafür war dann meine Fahrt im oberen Gleitteil zu unruhig. Man kann sagen, dass ich oben den Weltcupsieg vergeben und im unteren Teil EM-Gold gewonnen habe. Dazu hatte ich zweimal absoluten Top-Speed in der Bahn – es ist ein Traum der wahr wird!“
Die Weltcup-Gesamtwertung schloss Samuel Maier als Vierter mit 1436 Punkten ab, ganze 26 Zähler hinter dem Drittplatzierten Olympiasieger Christopher Grotheer aus Deutschland (1462). Der Gesamtsieg ging an den Briten Matt Weston (1640), der in Lillehammer nur Platz 8 belegte, vor dessen Teamkollegen Marcus Wyatt (1557).
Samuel Maier fasst die Saison mit zwei zweiten, einem dritten und drei weiteren Top-12-Plätzen wie folgt zusammen: „Es ist alles von Woche zu Woche besser geworden. Ich bin im Flow mit meinem Schlitten, konnte mich am Start immer weiter verbessern. Ich habe bis auf Platz 12 in China immer abgeliefert. Für die WM möchte ich mich athletisch noch ein bisschen weiterentwickeln und mir die Bahn in Lake Placid, wo ich noch nicht so viele Fahrten habe, völlig neu erarbeiten. Ich komme ja mit einem funktionierenden Setup! Jetzt aber werde ich meinen EM-Titel noch ein bisschen feiern!“
Nationaltrainer Michael Grünberger traut seinem Schützling für die WM alles zu: „Was besseres kann Samuel vor der WM gar nicht passieren. Dort gehört er für mich definitiv zu den Medaillenkandidaten.
Markus Sammer, dreifacher Olympiateilnehmer im Bobsport, kennt das Leben zwischen Höchstleistung und Regeneration nur zu gut. Doch diesmal ist es anders. Eine hartnäckige Schambeinentzündung zwang den Anschieber seit einigen Wochen zu einer Zwangspause. Im März geht in Lake Placid (USA) mit der Weltmeisterschaft das Saisonhighlight über die Bühne, daher wollte der 36-Jährige in diesen Tagen wieder in den Weltcup zurückkehren. Doch aus dem langersehnten Comeback wurde nichts. Pilot Markus Treichl fällt aufgrund eines Meniskusrisses, den er sich Mitte Jänner beim Heimweltcup in Innsbruck zugezogen hat, für die verbleibende Saison aus. Daher sind seine Anschieber auch zum Zuschauen verdammt. „Für meinen Körper ist die längere Pause super, für meinen Kopf nicht”, gesteht Sammer, den seit Jahren sein Spitzname „Doc“ begleitet, offen.
Das Geheimnis des Erfolgs
Österreichs Bob-Teams haben sich in der aktuellen Saison oftmals von ihrer besten Seite gezeigt und die internationale Community nicht nur mit starken Startzeiten, sondern auch mit viel Feingefühl in der Bahn überrascht. „Wir haben in den letzten Jahren eine Trainingsstruktur aufgebaut, die einfach funktioniert. Unsere Entwicklung und die Leistungen im Weltcup bekräftigen uns in der tagtäglichen Arbeit“, erklärt Sammer. Vom Training bis zum Material – alles ist durchdacht und mit einem klaren Plan hinterlegt. Und auch die Startzeiten sprechen eine deutliche Sprache. „Ein normaler Sprinter will so wenig Bodenkontakt wie möglich – wir genau das Gegenteil. Viel Kontakt bedeutet viel Vortrieb, mehr Geschwindigkeit und Zeitersparnis“, erklärt der Pilot des BSC Salzburg. Diese Philosophie zahlt sich aus: Österreichs Einser-Bob rund um Markus Treichl gehört international mittlerweile zu den schnellsten Startern im Teilnehmerfeld.
Neben Training und Technik spielt für den Vorzeigeathleten auch das Team eine zentrale Rolle. „Wir sind nicht nur Kollegen, sondern eine echte Einheit. Jeder kann sich auf den anderen verlassen – ob am Start, bei der Materialabstimmung oder bei der mentalen Unterstützung.“ Die Harmonie innerhalb der Gruppe sei entscheidend für die konstante Leistung. „Wenn du weißt, dass du dich zu 100 Prozent auf dein Team verlassen kannst, dann gehst du mit noch mehr Vertrauen und Power an die Aufgaben heran.“
Die Schuhfrage – Handwerk trifft Hochleistung
Apropos Material: Markus Sammer ist nicht nur Mr. Zuverlässig und der Tüftler im Team, auch eine besondere Zusatzqualifikation macht ihn einzigartig. Der 36-Jährige ist ausgebildeter Orthopädieschuhmacher – und das kommt nicht nur ihm selbst zugute. „Ich habe für ein paar Athleten die Schuhe umgebaut, so auch für Kati (Anm.: Beierl).“ Der Trick dabei: die Kombination aus normalen Sprint-Spikes und speziellen Eis-Spikes. „Das Problem ist, dass du jeweils zwei Paar brauchst, um einen ordentlichen Schuh herzustellen.“ Trotzdem tüftelt Sammer gern an der perfekten Lösung. „Es ist mein kleines Hobby. Ich probiere es aus, verbessere, schaue, ob es hält, und verfeinere Nuancen. Es macht mir Spaß, daher bin ich da mit großer Akribie dahinter.“
Olympia 2026 als großes Ziel
Nachdem die letzten Wochen aufgrund der Verletzung nicht nach Wunsch verlaufen sind, ist der Blick schon wieder nach vorn gerichtet: Die Olympischen Spiele 2026 in Mailand und Cortina d‘Ampezzo sind für Sammer ein letzter großer Anreiz. „Ich will das noch einmal erleben. Spiele in Europa – das wäre was.” Doch bis dahin bleibt viel zu tun. „Wir müssen gesund durch den Sommer kommen. Das ist die halbe Miete. Aber ich muss ehrlicherweise sagen, dass ich die vielen harten Trainingsjahre schon etwas merke. Aber die Jüngeren in unserem Team spornen mich an, weiterhin Höchstleistungen zu erbringen. Ich werde aber gut in meinen Körper hineinhorchen und in den nächsten Monaten den Trainingsbetrieb gezielt steuern. In meiner Planung ist alles für 2026 ausgelegt, da gibt es in den nächsten Wochen keine Harakiri-Aktionen.“
Ob mit selbst modifizierten Spikes oder einfach nur mit der jahrelangen Erfahrung – eines ist klar: Markus Sammer wird in den nächsten Monaten wieder angreifen und versuchen, sein körperliches Potenzial voll auszuschöpfen. Es entscheidet aber nicht nur sein Wille, sondern auch der Körper hat ein kräftiges Wörtchen mitzureden.
Sport Austria Finals – Bobsport im Sommer?
Dass Bobfahren mehr als nur Eis und Winter bedeutet, zeigen die Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien. Dort präsentieren die Anschieber ihre Paradedisziplin – den explosiven Start. „Ich finde es super, dass wir dabei sind. Gerade weil normalerweise bei diesem einzigartigen Multi-Sport-Event nur Sommersportarten im Fokus stehen.“ Und das Interesse ist da: „Die Kids lieben es. Ein bisschen laufen, anschieben, reinhüpfen – das kommt immer gut an. Und wer weiß, vielleicht werden wir den einen oder die andere auch mal im Eiskanal sehen.“
Vom 29. Mai bis 1. Juni 2025 verwandelt sich die PlusCity in Pasching bei Linz erneut in eine Bühne für rasante Züge und kluge Strategien. Das bestdotierte Blitz- und Schnellschachturnier Mitteleuropas zieht Jahr für Jahr nicht nur Großmeister:innen, sondern auch Hobbyspieler:innen in seinen Bann. Auch diesmal erwarten die Organisatoren über 100.000 PlusCity-Kund:innen als begeisterte Zuseher:innen – und das bei voller medialer Aufmerksamkeit.
Staatsmeistertitel und mehr Preisgeld als je zuvor
Eine der großen Neuerungen: Die Teambewerbe sind erstmals von Sport Austria als offizielle Staatsmeisterschaften anerkannt. Am 31. Mai und 1. Juni kämpfen die Teams um nationale Titel – und dank einer klugen Turnierplanung gibt es die Möglichkeit, noch vor Ort „Fantasy-Teams“ zu bilden.
Das Preisgeld wurde nochmals aufgestockt – satte 75.000 Euro warten auf die Sieger:innen. „Unser Fokus liegt bei der Verteilung des erhöhten Preisfonds bewusst auf den Hobbyspieler:innen“, betont der Präsident des Österreichischen Schachbundes, Michael Stöttinger. „Wir haben die ersten Preise für die Einzelbewerbe nicht erhöht, stattdessen aber zwei neue Kategorien bei den Teambewerben eingeführt.“ In den neuen Wertungsklassen bis 1850 und bis 2150 Elo werden erstmals 10.000 Euro an Kategoriepreisen vergeben.
Top-Spieler:innen und Überraschungsgäste
Die großen Namen der Schachwelt lassen sich ein solches Event nicht entgehen. Zwar dürfte es schwer werden, den spektakulären Auftritt von Vishy Anand (FIDE-Team) auf Brett 1 aus dem Vorjahr zu toppen, doch spannende Überraschungen sind garantiert.
Blick nach vorne
Auch über den Sommer hinaus geht es mit hochkarätigem Schach weiter: Die Staatsmeisterschaft 2025 im Standardschach steigt vom 19. bis 27. Juli im Oberbank Donau Forum in Linz. 25.000 Euro Preisgeld, ein stark besetztes Teilnehmer:innenfeld und eine neue Regelung für Berufstätige: „Um möglichst vielen Spieler:innen die Teilnahme zu ermöglichen, starten die Runden von Montag bis Donnerstag erst um 17:00 Uhr“, erklärt Stöttinger, der sich dadurch mehr Anmeldungen erwartet.
Doch bevor es im Standardschach um Ruhm und Ehre geht, warten im Rahmen der Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien vom 18. bis 22. Juni 2025 in Innsbruck wieder die Titelkämpfe im Schnell- und Blitzschach. Eine gute Möglichkeit, das Spiel der besten nationalen Spieler:innen von jung bis alt zu analysieren und sich in puncto Strategie ein paar gewinnbringende Inputs anzueignen. „In diesem Sinne freue ich mich sehr auf gemeinsame Schachfeste der Extraklasse, hoffe auf viele gute Spiele und Werbung für unsere Sportart“, sagt Stöttinger.
Judo Austria setzte am Wochenende neue Maßstäbe im Bereich Kata: Mehr als 100 Teilnehmer:innen aus fünf Nationen (AUT, CZE, GER, SLO, SUI) nahmen am Erasmus-Expert Workshop „Kata Alliance“ in Linz teil. Es war das mit Abstand größte Kata-Workshop in der heimischen Judo-Geschichte.
Der Kurs bildete den offiziellen Startschuss für ein zweijähriges EU-Erasmus-Projekt. Für die inhaltliche Gestaltung zeichneten Vanessa Wenzl und Alexander Dick verantwortlich. Die Theorie-Einheiten an den beiden Kurstagen widmeten sich dem Thema „Positive Auswirkungen der Kata für die körperliche und geistige Entwicklung.“
Der praktische Teil des Workshops bot ein interaktives Trainingsformat, geleitet von den führenden heimischen Kata-Experten. Praktiziert wurden eine Vielzahl von Kata-Formaten – allen voran Nage no Kata, Kodokan Goshin Jutsu und Kime no Kata.
Im Rahmen des Seminars wurden Myriam Buda, Anton Bamberger, Rene Fuger, Robert Hatzl, Franz Winter und Günter Zinnöcker mit dem Goldenen Verdienstzeichen des Österreichischen Judoverbandes ausgezeichnet.
20 Jahre lang leitete Marcel Weigl als Präsident die Geschicke der Racketlon Federation Austria (RFA). Vor einigen Monaten übernahm Roland Pichler als Chef eines insgesamt achtköpfigen Vorstands das verantwortungsvolle Amt. Der 35-jährige Niederösterreicher ist selbst aktiver Tischtennis-, Squash- und natürlich Racketlon-Spieler. Für die kommenden vier Jahre haben er und sein Team Ziele und Visionen formuliert, um den spektakulären „Schläger-Vierkampf“ weiter voranzubringen. Unverändert bleibt die feste Integration der Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien in den Racketlon-Turnierkalender – zum fünften Mal ist die Sportart Teil der größten Multi-Sportveranstaltung.
Roland, du bist nun seit etwa einem halben Jahr als RFA-Präsident in der Verantwortung. Wie hast du den Verband vorgefunden, den Marcel Weigl zwei Jahrzehnte lang geführt hat?
Roland Pichler: Ich habe einen Verband übernommen, der im Verhältnis zu Größe und Status der Sportart sehr professionell aufgestellt ist. Die RFA hat beispielsweise ein offizielles Büro in der Europahalle inklusive Angestellten und Lagerräumlichkeiten. Außerdem gibt es gut funktionierende Sparten, wie zum Beispiel Spitzensport, Turnierwesen oder Finanzen, für die nun jeweils ein Vorstandsmitglied die Verantwortung trägt. Die Aufgaben wurden auf mehrere Schultern verteilt. Wir sind außerdem sehr stolz, drei weibliche Vorstandsmitglieder zu haben.
Du bist sehr aktiv in der Racketlon-Szene, spielst viele Turniere. Wann bist du dem Sport verfallen?
Markus Holzer, ein ehemaliger Racketlon-Spieler, hat meinen Bruder zum Training mitgenommen und so bin auch ich erstmals auf die Sportart aufmerksam geworden. Ich habe 2012 im Tennis Point Vienna angefangen. Eigentlich komme ich aus dem Tischtennis. Racketlon gefällt mir vor allem, weil es darum geht, sicher zu spielen, Punkte nicht zu verlieren, statt auf den Gewinnschlag zu gehen.
Paradedisziplin Tischtennis: Neo-RFA-Präsident Roland Pichler ist selbst ein ambitionierter Turnier-Spieler.
Was sind eure Ziele als neuer Vorstand?
Wir haben uns Maßnahmen für vier große Bereiche vorgenommen. Einerseits den Ausbau des Jugendleistungssports, wo wir Trainings für unsere besten Talente über die Babolat Talent Tour anbieten oder über das „Train with the Champions“-Projekt Racketlon an den Schulen verbreiten. Im Bereich des Breitensports wollen wir eine durchgängige Turnierserie mit zehn bis 20 Stops etablieren. Wir hoffen auf die Unterstützung der Vereine bei der Ausrichtung der Turniere.
Und abseits des Sportlichen?
Was die Verbesserung der Zusammenarbeit mit dem internationalen Racketlon-Verband (FIR) betrifft, ist uns schon viel gelungen. Ich bin selbst als FIR-Delegate bei internationalen Turnieren in Österreich im Einsatz, was die Kommunikation einfacher macht. Unser großes Ziel ist außerdem die Vollmitgliedschaft bei Sport Austria, wobei die Erfüllung eines wichtigen Kriteriums nicht in unserer Hand liegt, da die FIR noch keine Mitgliedschaft in einem internationalen Sport-Verband aufweist.
Keine Veränderung gibt es hingegen hinsichtlich der Teilnahme an den Sport Austria Finals. Die RFA wird auch bei der fünften Ausgabe des Events seine Meisterschaften austragen. Gibt es Neuerungen?
Die Sport Austria Finals sind für uns das größte und wichtigste nationale Event, die Crème de la Crème des heimischen Racketlon-Sports ist am Start. Die Finals bedeuten für uns aber auch viel Arbeit und großen organisatorischen Aufwand. Um uns auf die Top-Bewerbe konzentrieren können, haben wir in diesem Jahr die Bundesliga ausgegliedert. Sie wird zu einem anderen Termin gespielt. Es könnte außerdem sein, dass wir in eine andere Halle umziehen. Das steht aber noch nicht fest.
Wie hast du als Spieler die Finals erlebt?
Es war immer ein super Gefühl, Teil der Finals zu sein. Die Energie, die von den Spieler:innen und dem Finals-Flair ausgeht, spürt man als Sportler. Besonders cool war auch, dass die Siegerehrungen am Hauptplatz stattgefunden haben und das Event via Livestreams auf verschiedenen Kanälen übertragen wurde, sodass Freunde und Bekannte mich im Fernsehen sehen konnten.
Wenn deine erste Amtszeit in vier Jahren zu Ende geht, was willst du dann über Racketlon in Österreich sagen können?
Dass die Verbandsstruktur funktioniert, wir regelmäßig Turniere veranstalten, Racketlon noch weiter verbreitet ist und einen Mitglieder-Rekord vermelden kann. Racketlon soll wieder ein Sport sein, der mit Enthusiasmus betrieben wird.
Minigolf – das klingt nach Freizeitspaß, Kindergeburtstagen und entspannten Nachmittagen im Park. Doch wer schon mal versucht hat, mit möglichst wenigen Schlägen den Ball ins Loch zu bugsieren, weiß: Ganz so einfach ist das nicht. Die Miniaturversion des Golfsports hat ihre eigenen Tücken – und ihre eigenen Profis. Einer von ihnen ist Christian Gobetz, Präsident des Österreichischen Minigolf-Sportverbands (ÖMGV), mehrfacher Staatsmeister und WM-Bronzemedaillengewinner.
Der Steirer prägt seinen Sport in Österreich in vielen verschiedenen Funktionen wie kaum ein anderer und weiß, worauf es ankommt, um den Ball sicher ins Ziel zu bringen – und räumt gleichzeitig mit ein paar Irrtümern sowie Mythen auf: „Viele glauben, es reicht, einfach draufzuhauen. Aber Minigolf ist eine Sportart, die viel mehr mit Technik, Gefühl und Strategie zu tun hat.“ Damit das nächste Match nicht in einem frustrierenden Ball-Chaos endet, hat Gobetz fünf unschlagbare Tipps parat.
Die richtige Position: Wie du sicher stehst Der erste Schritt zu einem präzisen Schlag beginnt mit der Körperhaltung. „Stell dich parallel zur Schlagrichtung“, rät Gobetz. Der Schläger gehört mittig vor den Körper. „Wenn du zwischen deinen Füßen und dem Schläger ein gleichschenkeliges Dreieck zeichnen könntest, stehst du perfekt.“ Ein stabiler Stand sorgt dafür, dass der Ball exakt die geplante Richtung einschlägt – und nicht irgendwo im Nirgendwo landet.
Das perfekte Pendel: Keine Kraft, nur Gefühl Viele Anfänger machen den Fehler, aus dem Handgelenk zu schlagen. „Das führt zu unkontrollierten Bällen“, erklärt Gobetz. Der Trick: „Die Arme bewegen sich wie ein Pendel – ruhig, gleichmäßig, ohne ruckartige Bewegungen.“ Wer das beherrscht, trifft den Ball sauber und vermeidet unnötige Umwege.
Nimm dir Zeit – Minigolf ist kein Sprint Gerade auf einer vollen Anlage ist die Versuchung groß, schnell zu spielen, um die nachfolgenden Spieler:innen nicht aufzuhalten. Doch das ist ein Fehler: „Minigolf ist ein Präzisionssport. Schau dir jedes Loch genau an, lies die Bahn und überlege dir eine Strategie, bevor du schlägst“, rät der Experte. „Wer einfach blind draufhaut, wird am Ende mit vielen Extraversuchen bestraft.“
Das richtige Equipment – mehr als nur Schläger und Ball Klar, auf normalen Bahnen gibt es Standard-Schläger und einen einzigen Ball. Doch wer ambitionierter spielen möchte, sollte über eine eigene Ausrüstung nachdenken. „Ein Schläger mit Gummi auf der Schlagfläche und eine Auswahl an unterschiedlich harten Bällen machen einen riesigen Unterschied“, so Gobetz. Je nach Bahn kann ein härterer oder weicherer Ball entscheidend sein.
Die Witterung – unterschätzter Einfluss auf den Ball Minigolfbälle sind kleine Sensibelchen. Ihre Eigenschaften verändern sich mit der Temperatur – und das sollte man wissen! „Ideal sind 20 bis 22 Grad. Ist es kälter, wird der Ball härter und springt mehr. Ist es wärmer, wird er weicher und langsamer.“ Gobetz’ Profi-Tipp: „Nimm einen Kühlakku mit oder wärme den Ball mit einer Sportsocke durch Reibung. Deine Mitspieler werden staunen, wenn du auf diese Details achtest!“
Minigolf ist weit mehr als ein Zeitvertreib – mit der richtigen Technik, Geduld und einem Hauch Taktik kann jeder Spieler seine Leistung deutlich verbessern. Wer Gobetz’ Tipps beherzigt, wird bald nicht nur weniger Schläge brauchen, sondern auch viel mehr Spaß auf der Bahn haben. Also: Schläger in die Hand, Strategie im Kopf – und dann mit Schwung zum Hole-in-One!
Lust bekommen? Im Rahmen der Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien wird der ÖMGV am Landestheater-Vorplatz erneut seinen Mixed-Bewerb austragen, der in den letzten Jahren nicht nur für viel Spannung, sondern auch für viel Unterhaltung, zahlreiche Emotionen inklusive, gesorgt hat. Dabei kannst du den Profis selbst über die Schultern schauen und dir wertvolle Tipps und Tricks holen.
Mit einem Doppelsieg in Sigulda sichert sich Julia Erlacher vorzeitig den Gesamtsieg im Skeleton-Europacup. Mit 810 Punkten liegt die 24-jährige Steirerin ein Rennen vor Schluss uneinholbar in Führung.
Mit ihrer beeindruckenden Serie von 5 Siegen, einem zweiten und einem dritten Platz in 7 Saisonrennen löste Julia Erlacher wohl auch das zweite WM-Ticket neben Fixstarterin Janine Flock, die ihrerseits vor dem Finale am Wochenende in Lillehammer im Weltcup führt.
Das gesamte Europacup-Team überzeugte bei am vergangenen Rennwochenende auf der lettischen Eisbahn: neben den zwei Siegen durch Julia Erlacher kratzte Annia Unterscheider mit den Rängen 5 und 4 jeweils am Podest, liegt in der Gesamtwertung mi 414 Punkten auf Platz 3.
Bei den Herren raste Alexander Schlintner bei seinem ersten Auftritt im Europacup in dieser Saison als Zweiter um fünf Hundertstelsekunden am Sieg vorbei. Am zweiten Tag patzte der Niederösterreicher nach Top-Zeit in Kurve 15, fiel auf Rang 6 zurück. Dafür sprang Teamkollege Florian Auer, der am Vortag Siebenter gewesen war, mit Platz 3 ein.
„Es ist fantastisch, wie unser kleines Team rund um unsere Europacup-Trainerin Agathe Bessard arbeitet. Eigentlich komplett über dem Limit, deshalb sind dies Leistungen auch so außergewöhnlich, im Vergleich zur internationalen Konkurrenz, die alle breiter aufgestellt sind. In der Vorsaison gab es kein einziges Podium im Europacup für Österreich, diesmal stehen wir bei 12, davon 5 Siege!“, lobt Skeleton-Nationaltrainer Michael Grünberger, der mit dem Weltcup-Team bereits das erste offizielle Training auf der Olympiabahn in Lillehammer absolvierte.
In Norwegen steht am Freitag das Skeleton-Weltcupfinale mit gleichzeitiger Vergabe der EM-Medaillen an. Am Samstag folgt noch ein Teambewerb, der zum Weltcup zählt. In der Woche darauf findet in Lillehammer das Europacupfinale statt.
In den letzten Wochen und Monaten hat Bob-Pilotin Lea Haslwanter einen ordentlichen Entwicklungsschub gemacht und scheint in ihrer Sportart so richtig angekommen zu sein. Als Belohnung gab es im Mono- sowie Zweierbob bereits einige Weltcupeinsätze – die Bilanz ist durchaus positiv. „Ich habe mir für heuer vorgenommen, im Weltcup in die Top-20 zu fahren, und das habe ich geschafft.“ Doch wie so oft im Leistungssport gilt auch für sie: Es geht immer noch ein bisschen besser, und Nuancen machen oftmals den Unterschied.
Konstanz als essentieller Schlüssel
Die Saison biegt langsam, aber doch in die entscheidende Phase. Mit der Junioren-Weltmeisterschaft in Altenberg (GER) wartet in Kürze noch ein großes Highlight. Es waren schon viele gute Fahrten dabei, aber an der Konstanz in der Bahn will die 25-Jährige noch arbeiten. „Fahren, fahren, fahren und nochmal fahren!“, lacht Haslwanter, als sie über ihre To-dos im Eiskanal spricht. „Es kommt einfach mit der Erfahrung, auf so vielen verschiedenen Bahnen wie möglich zu fahren.“ Gerade die beständige Performance auf den unterschiedlichen Strecken sei entscheidend, um sich langfristig in der Weltspitze zu etablieren. Aber auch beim Start ortet Haslwanter noch Luft nach oben. „Grundsätzlich war das heuer bislang schon sehr solide. Aber da könnte bzw. muss ich sicher noch ein paar Hundertstel rausquetschen.“
Heimweltcup in Innsbruck: Ein Highlight der Saison
Der Heimweltcup in Innsbruck war für Haslwanter ein besonderes Erlebnis: „Das erste Mal vor so vielen Freunden und Familienmitgliedern zu fahren, das war einfach genial. Es macht Lust auf mehr! Mit meiner Leistung kann ich sehr gut leben.“ Nettes Detail am Rande: Die 25-Jährige wurde in der letzten Vorbereitungsphase mit dem Lied „Barbie Girl“ zusätzlich motiviert. „Mittlerweile wissen alle, dass ich Pink liebe. Der Bahnsprecher hat gefragt, welches Lied ich will, und da musste es einfach ‘Barbie Girl’ sein. Manchmal darf ich selbst auch ein bisschen ‚Barbie Girl‘ sein – daher hat das heuer prima gepasst.“ Und was ist mit einem pinken Bob? „Das wird dauern. Pink passt noch nicht zum einheitlichen Auftritt – aber vielleicht ändert sich das ja irgendwann einmal. Ich würde mich freuen.“
Auf dem Weg zur Junioren-WM
Aktuell wird die Pilotin von den beiden Anschieberinnen Isabel Indruchova und Linda Braun unterstützt. „Isabel ist athletisch topfit, bringt super Startzeiten hin, und wir verstehen uns einfach gut. Linda dagegen hat mehr technisches Know-how und hilft mir oft bei Materialfragen. Ich bin da nicht gerade die Beste, und da ist es gut, jemanden mit Erfahrung im Team zu haben.“ Die Entscheidung, welche der beiden Mädls bei der Junioren-WM mit ihr im Bob sitzt, wird nach einem fairen Ausschieben getroffen: „Wir testen das im Training, direkt an der Wettkampfbahn. Gleicher Tag, gleiche Bedingungen – dann sehen wir, wer schneller ist.“
Ob am Ende Indruchova oder Braun das Rennen macht, ändert hingegen nichts an der Zielsetzung. „Ich will sowohl im Mono- als auch im Zweierbob in die Top-6 fahren. Die deutschen Athletinnen werden auf ihrer Bahn wohl schwer zu schlagen sein. Ein Podest wäre natürlich wahnsinnig cool, aber realistisch gesehen wird das schwer. Wir können nur unser Bestes geben, dann sehen wir, was rauskommt.“
Nach dem Winter kommt der Sommer
Aktuell ist die 25-Jährige noch im Trainings- und Rennstress, aber die Planungen für den Sommer laufen schon im Hintergrund. Fixer Bestandteil sind einmal mehr die Die Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien, die auch 2025 wieder in Innsbruck über die Bühne gehen werden. Ein gern gesehenes Sommer-Highlight in der langen und intensiven Vorbereitungszeit für Österreichs Bob-Teams. Haslwanter hat gute Erinnerungen, konnte sie doch den Anschieb-Bewerb bei der Premiere des Österreichischen Bob- und Skeletonverbandes 2024 für sich entscheiden. „Letztes Jahr war das ein richtig cooles Event. Der Bewerb hat gezeigt, wie spektakulär und physisch anspruchsvoll unser Sport ist. Es ist eine tolle Möglichkeit, Menschen für den Bobsport zu begeistern, die sonst vielleicht nicht so viel Berührung damit haben. Ich freue mich riesig darauf, auch dieses Jahr wieder dabei zu sein und vielleicht meinen Titel zu verteidigen!“
Eines ist sicher: Lea Haslwanter ist eine Athletin, die nicht nur mit Leistung, sondern auch mit Charisma und Leidenschaft punktet. Die Zukunft im Bobsport? Liegt für sie auf Eis – aber im positiven Sinne!
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