Die Dynamik, Kraft und Spannung von Kampfsportarten üben von jeher eine unbeschreibliche Faszination für die Menschen aus. Beine (Kicken) und Fäuste (Boxen) werden in einer Vielzahl von schnellen Kombinationen und taktischen Manövern in einem fairen, sportlichen Zweikampf eingesetzt, um den Gegner zu treffen, ohne selbst getroffen zu werden. Oftmals ein schmaler Grat.
„Die Kunst des Kämpfens hat mich immer schon fasziniert. Die Dynamik, die vielseitigen Variationen und eine große Portion Flexibilität machen Kickboxen für mich so speziell. Ich will dem Gegner meinen Stil aufzwingen und aktiv meinen Weg bestimmen“, erklärt Marco Masser und ergänzt: „Am Anfang war das alles einfacher gestrickt – ich wollte einfach nur kämpfen. Das hat sich im Alter etwas geändert. Jede Situation ist anders, egal ob es im Training ist, oder im Wettkampf. Es ist immer etwas Neues dabei und je schneller man sich umstellen kann, umso einfacher ist es.“ Der Steirer gilt seit Jahren als aktiver Kickboxer, der seine Angriffe und die Verteidigung auf seine Beine und Hände aufteilt. „Ich würde jeden Kampf verlieren, wenn ich mich nur auf eine der beiden Varianten fokussieren würde. Der Mix ist meine große Stärke. Ich bin sehr variabel und habe reagiere schnell“, schmunzelt Masser.
Es geht nicht immer um Talent, es geht um Mentalität
Aktuell kommt der talentierte Kickboxer neben der Schule auf 20 bis 25 offizielle Trainingsstunden pro Woche. Aber damit nicht genug: Im Keller seines Elternhauses geht er gemeinsam mit seinem zwei Jahre jüngeren Bruder Kevin die bekannten Extrameter. „Es ist cool, wenn man die Leidenschaft mit seinem Bruder teilen kann. Wir ziehen unser Programm durch, pushen uns und helfen uns weiter – eine perfekte Kombination. Vielleicht sind wir ein wenig verrückt, aber unser unbändiger Wille treibt uns täglich an“, schmunzelt der 19-Jährige, den neben seinem Ehrgeiz auch sein unstillbarer Wissensdurst auszeichnet. Dabei scheut er auch nicht den direkten Wettkampfvergleich mit seinem Bruder: „Wir schauen natürlich, dass wir uns nicht verletzen. Aber prinzipiell kämpfen wir mit vollem Einsatz und voller Konzentration. Kevin will mich in einem Wettkampf mit offiziellen Schiedsrichtern – ohne Ausreden – endlich besiegen. Ich will das mit aller Kraft verhindern, die Familien-Rangordnung muss bestehen bleiben. Wir wollen das so, das spornt uns an.“
Das Glück hilft den Mutigen
Die Arbeit des Österreichischen Bundesfachverbandes für Kick- und Thaiboxen trägt seit vielen Jahren Früchte. Zahlreiche Athlet:innen zeigten sich in der Vergangenheit in der absoluten Weltspitze und haben Österreich viel Respekt und Wertschätzung erarbeitet. Sorge über eine erfolgreiche Zukunft braucht man sich beim ÖBFK allerdings nicht zu machen. Mit Marco Masser & Co. ist bereits die nächste Generation auf der Überholspur, die ihren eigenen Siegeszug auf globaler Ebene vorantreiben will. „Unsere Generation ist sehr stark. Wir haben uns über Jahre auf nationaler Ebene ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert und uns angetrieben. Die stärkeren Athleten waren dann schnell im Nationalteam, die anderen hat das noch mehr angestachelt. Das Niveau ist super, daher stehen wir auch international so gut da“, berichtet der 19-Jährige, der 2020 seinen schönsten Sieg feiern konnte. Kurz vor der Corona-Pandemie setzte sich Masser bei den German Open, einem großen internationalen Turnier, gegen namhafte Gegner in der U19 durch und war „emotional und vom Adrenalin her ganz oben.“
Multisport-Event als Standortbestimmung
Nach dem souveränen Sieg im vergangen Jahr Spielen die Sport Austria Finals für den 19-Jährigen in puncto Vorbereitung auf die European Games in Polen eine große Rolle. „Die Sport Austria Finals haben in Hinblick auf die European Games für mich heuer einen sehr wichtigen Stellenwert. Der Wettkampf in Graz ist ein essentieller Teil meiner Vorbereitung und eine letzte Standortbestimmung, bevor es in die finale Vorbereitungsphase geht. Gegebenenfalls habe ich noch ein wenig Zeit, um blöde Fehler auszumerzen bzw. kann noch an den letzten Stellschrauben drehen“, gibt Masser einen kleinen Ausblick. Es wird sich zeigen, ob es auch 2023 zum familieninternen Finale kommt. 2022 setzte sich Marco im Finale gegen seinen jüngeren Bruder Kevin durch.
Die “International Cheer Masters” 2023 (ICM) waren ein voller Erfolg. Nicht nur Österreichs Cheerleading und Cheer Performace Verband (ÖCCV) präsentierte sich (beim ersten Event nach der Anerkennung des Verbandes durch die Sport Austria; Anm.) von seiner besten Seite.
Auch die rund 1.300 Athlet:innen aus dem In- und Ausland legten sich ordentlich ins Zeug. Nachdem die Cheerleaderinnen ihre Masters-Champs und EM-Qualifikanten ermittelt und die Nationalteams ihre – derzeit noch streng geheimen – WM-Routines erstmals vor Publikum präsentiert hatten, rundeten die Performance-Cheer-Bewerbe am Sonntag das Top-Event in der Südstadt ab.
Im Unterschied zum Cheerleading geht es beim Performance Cheer weniger um Akrobatik und spektakuläre Hebefiguren inklusive “Flugshows”, sondern um eine tänzerische, präzise und synchrone, sowie technisch schwierige Performance. Kein Unterschied bestand jedenfalls in der Wertigkeit der Bewerbe, denn auch standen neben den Masters-Titeln auch nicht weniger als die EM-Tickets auf dem Spiel.
Performance Cheer: Großer Sport am Schlusstag der International Cheer Masters 2013
ICM-Titel in “Seniors”-Kategorien gehen nach Wien
Insgesamt performten beim krönenden ICM-Abschluss 46 Teams in 20 Kategorien. Nicht nur die heimische Performance-Cheer-Elite war am Start. Auch Vereine aus Ungarn, Slowenien, Kroatien und Polen mischten mit. Der Performance Floor in der BSFZ Arena glühte jedenfalls noch einmal gewaltig und die Fans kamen voll auf ihre Kosten.
Bei den “Seniors” räumten die Milleniumdancers (Jazz; Pom; Doubles Pom) gleich dreimal ab. Auch die Premium Dancers (Hip Hop) dürfen sich über einen ICM-Titel in der offenen Klasse freuen.
Über die Nominierungen für die ICU European Cheerleading Championships, die von 30. Juni bis 2. Juli in Verona (Italien) stattfinden, informiert der ÖCCV in den kommenden Tagen.
Diese Premiere macht Lust auf mehr! Österreichs Cheerleading-Nationalteams zeigten am Sonntag beim International Cheer Masters im BSFZ Südstadt erstmals ihre neuen Routinen für die Weltmeisterschaften in Orlando, Florida (USA, 19. bis 21. April 2023). Die spektakuläre Vorführung war exklusiv für die Zuschauer:innen in der Halle, auf einen Live-Stream wurde wegen erhöhter „Spionage“-Gefahr durch die WM-Konkurrenz verzichtet.
Der Countdown für die ICU World Cheerleading Championships in Orlando läuft. In 30 Tagen werden die Titelkämpfe der weltbesten Cheerleader:innen im ESPN Wide World of Sports Complex eröffnet. Österreich geht mit insgesamt acht Teams – je vier im Cheerleading und Performance Cheer – und in verschiedenen Divisions an den Start. Am Sonntag präsentierten die neu zusammengesetzten Cheerleading-Nationalteams ihre WM-Routinen erstmals der Öffentlichkeit. Der Premiere vorausgegangen war ein Tryout im Herbst, gefolgt von mehreren Sichtungstrainings und vielen gemeinsamen Trainings-Sessions.
Spektakuläre Routine bleibt geheim
Das Senior-Team startet nach dem letztjährigen WM-Titel (Level 5) erstmals im Level 6, der Cheerleading-Königsklasse – und hat für den Showdown mit Top-Nationen wie USA und Finnland eine spektakuläre Routine zusammengestellt. Diese bekamen aber nur die Fans in der Halle zu sehen, zu groß die Gefahr, dass die Konkurrenz „spioniert“. Der geplante Live-Stream wurde kurzerhand abgesagt.
„Beim Cheerleading geht es nicht um Tore oder Punkte, wir haben ein Wertungssystem, in dem Kreativität und Schwierigkeitsgrad eine Hauptrolle spielen – deshalb sind wir auf Nummer sicher gegangen. Wir möchten nicht vorab unsere Konkurrentinnen auf Ideen bringen, sondern bei der WM in Orlando die Jury mit einem einzigartigen Programm überzeugen“, erklärt Nationaltrainerin Jannine Körber, die aber zumindest so viel verrät: „Es wird definitiv richtig hoch bei Stunts und Pyramiden, mit viel Bewegung und jeder Menge Ausstrahlung.“ Und mit einem Abschluss, den man auf der WM-Matte so noch nicht gesehen hat.
Perfekte Standortbestimmung
Für Magdalena Bramböck, im Vorjahr mit WM-Gold und Championship-Ring dekoriert, war der Auftritt beim International Cheer Masters in der Südstadt einen Monat vor dem ersten WM-Einsatz die perfekte Standortbestimmung. „Es war für alle Athlet:innen eine intensive Woche, weil der Fokus auf den ICM-Einsätzen mit den Vereinen lag. Aber wir haben jetzt auch für die Nationalteams einen guten Status-quo unter Wettkampfbedingungen, wissen, woran wir in den nächsten Wochen noch arbeiten müssen. Wichtig ist, dass wir in Orlando unsere Trainingspeaks haben, um auch gegen die besten Teams der Welt abzuliefern.“
Die Erwartungshaltung ist bei Athlet:innen, Trainer:innen und Betreuer:innen hoch, die Nationalteams – nach der Aufnahme als assoziiertes Mitglied bei Sport Austria dürfen sich die ÖCCV-Teams heuer auch offiziell so nennen – wollen wieder nach möglichst vielen Medaillen greifen. Petra Gruber, sportliche Leiterin der Nationalteams, schätzt die Chancen durchaus gut ein. „Gerade der Nachwuchs hat heute gezeigt, dass sie in Orlando zum Kreis Mitfavoritinnen gehören. Und auch die Senior-Units sind auf einem sehr guten Weg. Für uns ist es immer wieder eine riesengroße Ehre, bei der WM für Österreich an den Start zu gehen – diesen Spirit bringen wir mit Athlet:innen aus verschiedenen Vereinen im Nationalteam auf einen Nenner!“
Die ICU World Cheerleading Championships finden von 19. bis 21. April 2023 in Orlando statt. Bevor es am 12. April für die ersten Athlet:innen nach Florida geht, findet am Ostersonntag in der Sporthalle Brigittenau noch ein Showcase und also die offizielle WM-Generalprobe statt.
Große Emotionen, großartige Kulisse, aber vor allem großer Sport. Die zweite Ausgabe des International Cheer Masters im Bundessport- und Freizeitzentrum Südstadt in Maria Enzersdorf hatte alles zu bieten, was den Cheerleading-Sport ausmacht. 57 Teams aus Österreich und den Nachbarländern mit rund 1.300 Athlet:innen ermittelten am Samstag vor ausverkauftem Haus in 18 Divisions ihre Besten. In der Senior Premier All Girl sicherten sich die ÖBV Fierce Dragons zum Auftakt den begehrten ICM-Titel.
Fliegende Menschen bis unter das Hallendach, meterhohe Pyramiden, spektakuläre Akrobatik, bunte Uniformen, pulsierende Beats und Bässe – und Ausnahmezustand auf den Tribünen. Das International Cheer Masters in der Südstadt begeisterte am ersten Wettkampftag fast 2.000 Fans in der Halle und viele weitere am Live-Stream auf Cheerleading Austria TV powered by SportPass. Und die bekamen von den Teams – begonnen bei den Minis bis zum Level 6 – großen Sport geboten, ging es doch darum, die über Monate einstudierten und trainierten Routinen erstmals in dieser Saison vor Publikum zu präsentieren.
Anspruchsvoll und vielfältig
„Cheerleading ist anspruchsvoll, Cheerleading ist vielfältig, aber vor allem ist es Spitzensport – und das haben wir heute quer durch alle Divisions gesehen. Herzlichen Glückwunsch an die Teams zu diesem gelungenen Start in die neue Wettkampfsaison, die mit den World Championships in Orlando, den Europameisterschaften in Verona und den Sport Austria Finals in Graz jede Menge Highlights für die Athlet:innen bereithält“, so ÖCCV-Präsidentin Julia Harrer.
In der Division Senior Premier All Girl – höchste Kategorie im Cheerleading – ging der Titel an die ÖBV Fierce Dragons, die sich knapp und mit 1,4 Punkten Vorsprung gegen die AFC Vienna Vikings Allstars durchsetzen konnten. Platz drei ging an die Swarco Raiderettes Ladies6 aus Innsbruck. Die Danube Dragons waren mit insgesamt fünf Titeln auch das erfolgreichste Team. Die Nominierung für die Europameisterschaften in Verona (ITA) in den Divisions Youth Median All Girl, Junior Elite All Girl und Senior Premier All Girl und Senior Premier Coed erfolgt Anfang nächster Woche durch den ÖCCV-Vorstand.
“Unglaubliche Stimmung”
„Die Stimmung in der Halle war unglaublich, ein Extra-Boost für alle Teams – es hat richtig Spaß gemacht, hier zu starten. Wir haben seit Wochen auf unseren Auftritt hingefiebert, hart trainiert und uns die Medaille verdient geholt“, war Nina Ringl von den ÖBV Fierce Dragons zufrieden. „Das International Cheer Masters ist aus dem Kalender nicht mehr wegzudenken!“
Am Sonntag ist die Team Austria-Athletin noch einmal im Einsatz, wenn am Vormittag (ab 9:45 Uhr) insgesamt acht Nationalteams (Cheerleading und Performance Cheer) ihre WM-Routinen erstmals präsentieren. „Wir werden Skills zeigen, die man so noch nie gesehen hat – hoffentlich können wir die Fans damit begeistern“, so Ringl, die mit ihren Teamkolleg:innen nach einem Tryout und mehreren Sichtungstrainings seit Herbst für die Weltmeisterschaften im April in Orlando, Florida (USA) trainieren.
Ebenfalls am Sonntag fallen die Entscheidungen im Performance Cheer mit 46 Teams aus Österreich, Ungarn, Slowenien, Kroatien und Polen. Die Halle ist bereits ausverkauft – Fans können via Livestream auf http://www.cheerleading-at.tv ab 11 Uhr dabei sein.
Ende Jänner veranstaltete der Österreichische Floorball Verband in Salzburg das wichtige Qualifikationsturnier für die U19-Weltmeisterschaft in Dänemark. Neben hochklassigen Sport – die rot-weiß-rote Nachwuchs-Nationalmannschaft konnte sich erstmals für die Endrunde qualifizieren – galt das Event in der Mozartstadt auch als wichtiges Pilotprojekt in puncto Nachhaltigkeit.
„Mit der Durchführung des Qualifikationsturnieres zur U19-Weltmeisterschaft in Salzburg haben wir einen ersten sehr wichtigen Schritt gesetzt. Das Thema Nachhaltigkeit ist bei uns ein sehr großes und soll zukünftig zum sichtbaren Markenzeichen unseres Verbandes werden. Wir als Österreichischer Floorball Verband haben in den letzten Wochen und Monaten sehr viel Zeit und Arbeit in eine zielgerichtete Nachhaltigkeitsstrategie gesetzt, das wollen wir jetzt sukzessive umsetzen. Wir wollen nicht nur Vorbild sein, gesellschaftliche Verantwortung übernehmen, aber auch ein tiefgründiges Bewusstsein für umweltschonendes Verhalten schaffen“, erklärt Gerold Rachlinger, der Generalsekretär des Österreichischen Floorball Verbandes.
Startschuss für nachhaltiges Denken
Die Stadt Salzburg ist prädesdiniert für derartige Sportveranstaltungen. Kurze Wege, alle Sportanlagen sind perfekt in den öffentlichen Nahverkehr integriert und gut zu erreichen. Das neu errichtete Sportzentrum Liefering – Austragungsort des Qualifikationsturniers – ist die erste Sportstätte Österreichs, die klimaaktiv den Gold-Standard erreicht. Wenig verwunderlich, dass sich der Österreichische Floorball Verband bewusst für diese Austragungsstätte entschieden hat. „Wir sind sehr stolz, wie das alles gelaufen ist. Es klingt im ersten Moment oftmals einfach, aber die Umsetzung ist dann doch meistens herausfordernd. Es beginnt bei Kleinigkeiten, wie beispielsweise Mülltrennen, aber auch die Mobilität spielt eine entscheidende Rolle. Die meisten Mannschaften, bei denen es möglich war, sind öffentlich nach Salzburg angereist und auch beim Transport in Salzburg wurde auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgegriffen. Wir haben uns sehr gefreut, dass wir da großen Zuspruch erhalten haben“, berichtet Diana Reuter, die sich auf ehrenamtlicher Basis diesem Themenkomplex angenommen hat und die Wichtigkeit der einzelnen Bereiche (Anm.: Politik, Dienstleister:innen, Zuschauer:innen, Sportler:innen, etc.) herausstreicht.
Der Wille ist da, auch wenn man oftmals mit Widerständen zu kämpfen hat. Prinzipiell ist alles umsetzbar, es ist aber oftmals eine Frage der finanziellen Ressourcen. „Die meisten Kosten wurden direkt vom Verband getragen. Das Thema hat eine große Wichtigkeit, von daher nimmt man da selbst auch Geld in die Hand. Die wichtigste Erkenntnis für uns war, dass man es nicht alleine schaffen kann. Man ist auf viele Partner angewiesen, aber da werden einem leider oftmals Steine in den Weg gelegt. Am Ende des Tages haben sich aber alle kleineren Probleme in Wohlwollen aufgelöst und wir haben alles, was möglich war, mehr als zufriedenstellend umgesetzt“, so Reuter. In Kürze soll eine Nachbesprechung mit allen Parteien für den wichtigen Abschluss sorgen und gewonnenen Erkenntnisse zu Papier gebracht werden.
Durchdachter Weitblick
Es war ein erster essentieller Schritt in einem langfristigen Konzept, die nächsten Schritte sollen folgen: „Wir haben einen konkreten Zeitplan hinter unserem Vorhaben gelegt. Das gehen wir mit bestem Wissen und Gewissen an. Wir bereiten gerade alle Informationen sauber für die ÖFBV-Website auf und werden zeitnah die erste große informative Kommunikation zu unserem Mitgliedsvereinen machen. Wir streben dahingehend einen intensiven Austausch in diesem Jahr an, werden Feedback einholen, dann genau evaluieren und dann die nächsten Schritte setzen“, gibt die Nachhaltigkeitsbeauftragte zu Protokoll – Analysen und sorgfältige Dokumentationen spielen hierbei eine große Rolle. Die Vereine bekommen einen detaillierten Leitfaden und Checklisten zur Verfügung gestellt. Das ist das Um und Auf für einen erfolgreichen Einstieg. „Wir wollen die Vereine, je nach Möglichkeit, auch mit Workshops und einer Betreuung vor Ort begleiten und logischerweise auch auf individuelle Themen eingehen. Wir als Verband wollen in dieser Sache ein Vorbild sein und unsere Erfahrungen mit unseren Vereinen teilen. Nur gemeinsam können wir etwas erreichen – das ist unser Antrieb. Wir wollen zukünftig ‚grün‘ auftreten und ‚grün‘ denken“, unterstreicht Reuter die Wichtigkeit des langfristen Zusammenarbeitens zwischen Verband und den Vereinen.
Mit dem Startschuss kann der Österreichische Floorball Verband zufrieden sein, auch wenn sicherlich noch viele Herausforderungen in den nächsten Wochen und Monaten warten werden. „Wir wollen, wir können und wir tun. Das ist seit längerem unser Credo. Wir haben einen klaren Plan, den werden wir konsequent umsetzen und unbeirrbar unseren Weg gehen. Zusammengefasst lässt sich sagen: Wir wollen den Klimaschutz und Inklusion fördern, den Ressourcenverbrauch reduzieren, Beschaffung und Verpflegung nachhaltiger gestalten sowie Sensibilität und Bewusstseinsbildung schaffen“, meint ÖFBV-Generalsekretär Rachlinger.
Der Österreichische Floorball Verband will nicht nur Vorbild sein, sondern auch andere Verbände mit ihren Vereinen motivieren, in die gleiche Richtung zu denken und ebenfalls Maßnahmen für einen nachhaltigen und „grünen“ Sport zu setzen. Der Sport hat schon oftmals bewiesen, dass bei einem geschlossenen Auftritt viel erreicht werden und sich schnell eine positive Dynamik entwickeln kann.
Am kommenden Wochenende (18./19. März) erfolgt in der Südstadt der Startschuss zur Cheerleading-Saison – und das gleich mit dem (nach den Sport Austria Finals) zweitgrößten heimischen Event.
Bei den “International Cheer Masters 2023” (ICM) performen an den zwei Wettkampftagen mehr als 100 Teams aus dem In- und Ausland. Abgerundet wird die Veranstaltung durch ein Rahmenprogramm der Extraklasse, bei dem die österreichischen Cheerleading-Nationalteams erstmals Einblicke in ihre WM-Performances geben.
Fan-Ansturm auf die Südstadt
Knapp 1500 Athlet:innen geben in diesem Jahr in verschiedenen Kategorien ihr Können zum Besten. Die ICM sind zudem ein wahrer Fan-Magnet. Die Tickets waren in weniger als 30 Minuten restlos ausverkauft, auf der Ticketplattform war die Veranstaltung der Topseller. “Auch, wenn uns der enorme Andrang überrascht und dementsprechend auch vor einige Herausforderungen gestellt hat, überwiegt natürlich der Stolz und die Freude, so eine große und loyale Community zu haben. Für zukünftige Veranstaltungen müssen wir bei der Auswahl der Location jedenfalls darauf achten, die Nachfrage nach Tickets auch bedienen zu können”, so ÖCCV-Präsidentin Julia Harrer.
Trotz der Unterteilung des Events in sechs Zeitblöcke zu je 500 Zuseher:innen überstieg die Nachfrage die Anzahl der aufgelegten Tickets bei weitem. Darum wird in Zusammenarbeit mit SportPass Austria kurzerhand ein Livestream zur Verfügung gestellt.
Zum Saisonauftakt im Rahmen der ICM trifft die gesamte Cheerleading-Szene zusammen. Die kleinsten Teilnehmer:innen des Events sind gerade einmal sechs Jahre alt und starten in den Kategorien “Tiny” sowie “Mini”. Das unterstreicht die Aufbauarbeit, mit der der ÖCCV und seine Vereine die Zukunft des Leistungssports Cheerleading sicherstellen. Denn der Weg nach oben kann mitunter kurz sein: Im Cheerleading und im Performance-Cheer sind EM- und WM-Teilnahmen bereits ab dem Alter von zwölf Jahren möglich.
Neben der Vergabe der ICM-Meistertitel entscheidet in den jeweiligen Cheerleading- und Performance-Cheer-Kategorien die Platzierung in der Südstadt auch über die Qualifikation für die diesjährigen ICU European Cheerleading Championships, die von 30. Juni bis 2. Juli in Verona (Italien) stattfinden. Österreichs Teams greifen dort nach der insgesamt vierten EM-Medaille nach Bronze in den Jahren 2014, 2017 und 2022.
Große Nationalteam-Show im Anschluss an Meisterschaften
Das Highlight und damit den krönenden Abschluss der ICM bilden am Sonntag die Auftritte der österreichischen Cheerleading-Nationalteams. Für die Performances der ÖCCV-Auswahlen, die in der Südstadt außer Konkurrenz ihr großes Saison-Debüt vor Publikum geben, sind auch nach wie vor Tickets verfügbar.
Die Fans erwarten dabei erste Einblicke in jene Performances, mit denen die Nationalteams Mitte April bei den Weltmeisterschaften in Orlando (Florida, USA) an den Start gehen. Insgesamt ist Österreich bei den ICU Cheerleading Worlds mit acht Cheerleading- und Performance-Cheer-Teams vertreten – unter anderem in der Kategorie Senior Premier (Level 6), der “Königsklasse” des Cheerleading.
Offizielle Anerkennung durch Sport Austria
Den ersten Meilenstein hat der ÖCCV bereits vor Saisonstart erreicht. Nachdem der Weltmeistertitel von 2022 den Prozess vor rund einem Jahr ins Rollen gebracht hatte, war es am 7. März 2023 so weit: Einen Tag vor dem Internationalen Weltfrauentag wurde der Österreichische Cheerleading & Cheer Performance Verband offiziell als assoziiertes Mitglied in den Kreis der Sport Austria aufgenommen. Cheerleading und Performance Cheer sind damit in Österreich offiziell als eigenständige Sportarten anerkannt.
“Das ist der Lohn unserer sportlichen Entwicklung, zu der wir alle beigetragen haben”, freut sich die ÖCCV-Präsidentin im Namen aller Athlet:innen und Funktionär:innen.
Für die Sport Austria Finals heißt es ab 2024: „Go West!“ Nach drei erfolgreichen Jahren in Graz übersiedelt das Multisport-Event mit Staatsmeisterschaften in mehr als 25 Sportarten und mit rund 6.000 Athlet:innen nach Innsbruck. Das gaben Sport Austria-Präsident Hans Niessl, Landeshauptmann-Stellvertreter und Sportlandesrat Georg Dornauer und Sportstadträtin Elisabeth Mayr am Montag im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz am Bergisel bekannt. Die Tiroler Sportler:innen zeigten sich begeistert.
Die Olympia-Stadt wird in den Jahren 2024 und 2025 zur Meister:innen-City! 60 Jahre nach den ersten Olympischen Winterspielen in Innsbruck darf sich die Tiroler Landeshauptstadt wieder auf Olympia-Flair freuen – über das ganze Stadtgebiet verteilt. Bei den Sport Austria Finals werden an vier Wettkampftagen rund 6.000 Sportler:innen aus rund 25 Verbänden in 200 Medaillen-Entscheidungen ihre Besten und also die Österreichischen Staatsmeister:innen ermitteln. Dazu wird es eine Eröffnungsfeier, gemeinsame Sieger:innenehrungen und ein vielfältiges Rahmenprogramm mit Sport und Kultur geben – und das alles bei freiem Eintritt für die Tiroler:innen und die vielen Finals-Besucher:innen aus ganz Österreich.
„Multisport-Event der Extraklasse“
„Die Sportfans in Tirol dürfen sich auf ein Multisport-Event der Extraklasse freuen. Mit den Sport Austria Finals bringen wir die Vielfalt des österreichischen Sports nach Innsbruck und damit auch Welt- und Europameister:innen oder Olympia-Teilnehmer:innen. Wir freuen uns, dass wir nach drei erfolgreichen Jahren in Graz, wo wir auch dank der sehr guten Zusammenarbeit mit Stadt, Land und dem Sportministerium viel bewegen konnten, ab 2024 mit Innsbruck und Tirol das umsetzen können, was auch immer geplant war. Nämlich diese wunderbare Veranstaltung in andere Städte und möglichst viele Bundesländer zu bringen. Klar ist: wo Innsbruck draufsteht, steckt Sport drin. Drei Mal Olympia-Gastgeber, Austragungsort von zahlreichen nationalen und internationalen Top-Events im Sommer und Winter. Vor allem aber war die große Sport-Begeisterung bei allen Beteiligten vom Start unserer Gespräche spürbar. Wir freuen uns auf die Sport Austria Finals 2024 und 2025 in Innsbruck – die Rahmenbedingungen hier sind hervorragend“, erklärt Sport Austria-Präsident Hans Niessl.
„Die Idee der Sport Austria Finals ist genial“, freut sich Landeshauptmann-Stellvertreter und Sportlandesrat Georg Dornauer, „dass Tirol als Sportland Nummer eins und die Stadt Innsbruck als Mekka des Sports den Zuschlag bekommen haben, die Finals in den nächsten beiden Jahren auszutragen. Auch weil diese Sport-Großveranstaltung perfekt nach Innsbruck passt. Der olympische Charakter dieses Events rückt den nationalen Spitzensport in den Fokus der Öffentlichkeit und holt Sportarten vor den Vorhang, die sonst nicht so im Blickpunkt stehen. Für uns ist es nicht nur eine weitere hervorragende Gelegenheit, uns als top Gastgeber zu beweisen, gemeinsam wollen wir den verschiedenen Sportverbänden einen mehr als würdigen Rahmen und die größtmögliche Bühne bieten.“
Termine bereits fixiert
Die Termine wurden bereits fixiert, die Sport Austria Finals bleiben auch in Innsbruck am bewährten Fronleichnam-Wochenende: 2024 werden die begehrten Meisterschafts-Medaillen von 29. Mai bis 2. Juni vergeben, 2025 finden die nationalen Titelkämpfe von 18. bis 22. Juni statt.
„Mit der Austragung der Sport Austria Finals 2024 und 2025 wird die Stadt Innsbruck für mehrere Tage zum Hotspot des heimischen Spitzensports. Von Klettern und Cheerleading über Behindertensport bis hin zu Biken und Schwimmsport wird den Sportfans einiges geboten. Dieses Event soll außerdem die Begeisterung für Sport und Bewegung in der Bevölkerung wecken, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Die Landeshauptstadt bietet mit ihren modernen Sportstätten und der vorhandenen Infrastruktur optimale Rahmenbedingungen für dieses Event. Viele Wettbewerbe auf nationaler und internationaler Ebene, die in der Vergangenheit in der Tiroler Landeshauptstadt ausgetragen wurden, bezeugen dies“, betont Innsbrucks Sportstadträtin Elisabeth Mayr.
Noch in dieser Woche werden die Fachverbände eingeladen, ihr Interesse an einer Teilnahme bei Sport Austria zu deponieren, in einem nächsten Schritt wird ein Sportstätten-Plan für die Finals 2024/2025 entwickelt.
Heimische Athlet:innen begeistert
Mountainbike-Weltmeisterin Mona Mitterwallner, die zur Pressekonferenz am Bergisel mit dem Rad „anreiste“, durfte sich bei der Premiere der Sport Austria Finals 2021 bereits das begehrte Staatsmeisterin-Trikot in Rot-weiß-rot überstreifen. „Das Konzept der Finals ist richtig cool! Ein riesiges Sport-Event mit vielen verschiedenen Sportarten – das ist toll für die Zuschauer:innen und uns Athlet:innen bringt es mehr Aufmerksamkeit. Davon profitieren alle. Ich freue mich schon darauf nach meinem Rennen auch andere Sportarten zu besuchen.“
Auch Cheerleading, seit kurzem assoziiertes Mitglied von Sport Austria und damit als Sportart anerkannt, ist seit der ersten Finals-Edition mit jährlich mehr als 1.000 Sportler:innen dabei. Für Emily Kern, Cheerleaderin bei den Swarco Raiderettes, ist es mehr als nur eine nationale Titel-Entscheidung. „Die Finals sind super für unseren Sport, neben der Unterstützung in der Organisation ist vor allem die mediale Sichtbarmachung ein großer Mehrwert. Klar ist: Innsbruck darf sich auf ein Cheerleading-Fest freuen!“
Klettern wird im nächsten Jahr zum ersten Mal Teil der Sport Austria Finals sein. In welcher Form ist noch offen, bei Austria Climbing findet das Finals-Konzept aber großen Anklang und mit dem Kletterzentrum Innsbruck hat man zudem die perfekte Infrastruktur. Auch bei Tobias Plangger, Olympia-Hoffnung im Speedklettern für Paris 2024, ist die Vorfreude riesig. „In Graz hat es noch nicht gepasst, aber wenn die Finals nach Tirol kommen, darf Klettern nicht fehlen. Für uns Athlet:innen ist es lässig, weil wir neben dem Heim-Weltcup ein weiteres Kletter-Highlight in Innsbruck haben. Hoffentlich können wir damit noch mehr junge Menschen für unseren Sport begeistern.“
Die Salzburgerin Valentina Höll und der Kärntner Marco Haller wurden von einer Expertenjury und einer Publikumsbefragung zu Österreichs Radsportlerin und Österreichs Radsportler des Jahres gekürt.
Höll, die sich im Vorjahr in Frankreich zur ersten Weltmeisterin in der Disziplin Downhill krönte, siegte vor Mountainbikerin Mona Mitterwallner und Straßenspezialistin Christina Schweinberger. Haller, der in Hamburg bei den Cyclassics als erster Österreicher ein Eintagesrennen der UCI WorldTour für sich entscheiden konnte, setzte sich vor Downhill-Europameister Andreas Kolb und dem Radball-Duo Patrick Schnetzer/Stefan Feurstein durch, die in ihrer Sportart Welt- und Europameister wurden.
Novum bei Wahl der Parasportler:innen
Das Voting setzte sich, wie in den letzten beiden Jahren aus einer Expertenjury als auch einer Fanabstimmung zusammen. Ein Novum stellte die Wahl zur Para-Radsportlerin sowie Para-Radsportler des Jahres, denn erstmals in der seit 1995 durchgeführten Wahl wurden auch in dieser Kategorie sowohl die Frauen als auch die Männer mit einem Titel belohnt.
Bei den Frauen setzte sich die Salzburgerin Cornelia Wibmer durch, die bei den Heim-Europameisterschaften Bronze im Zeitfahren errang, zahlreiche Podestplätze bei Welt- und Europacups holte und sowohl im Straßenrennen auch auch im Zeitfahren als Vierte bei den Weltmeisterschaften nur knapp an einer Medaille vorbeischrammte.
Bei den Herren setzte sich der Steirer Thomas Frühwirth durch – der zweifache Silbermedaillengewinner bei den Paralympischen Spielen in Tokio holte den EM-Titel im Zeitfahren, und den Vize-Europameistertitel im Straßenrennen. Auch bei den Weltmeisterschaften gab es zwei Silbermedaillen für den Frühwirth, der auch zwei Weltcuprennen in dieser Saison für sich entschied. In der Wahl setzte er sich vor dem Oberösterreicher Walter Ablinger und dem Steirer Franz-Josef Lässer durch.
Präsident Mayer gratuliert
„Ich gratuliere allen Preisträgern von ganzem Herzen. Die Wahl gibt uns jedes Jahr ein Spiegelbild der zahlreichen Erfolge der rot-weiß-roten Athletinnen und Athleten. Auch zeigt sie immer wieder, welche großartigen Sportlerinnen und Sportler unsere Sparten haben und was sie für den heimischen Radsport leisten“, erklärte Harald J. Mayer, Präsident des heimischen Radsportverbandes Cycling Austria.
Die Siegerinnen und Sieger werden am 15. April 2023 im Rahmen des ARGUS Bikefestival Wien – Europas größtem Fahrrad-Fest am Wiener Rathausplatz geehrt.
Während viele Spielerinnen mit dem Floorball bereits in Kindestagen beginnen, zählt Katharina Hoedt zweifelsohne zu den Spätstarterinnen. Ein USI-Kurs an der Johannes-Kepler-Universität Linz sollte für den sanften Einstieg der damals 22-Jährigen sorgen. „Meine erste Berührung mit dem Floorball war in der Tat eher unspektakulär. Nach dem ersten Semester hat mich der Leiter gefragt, ob ich nicht beim normalen Damentraining vorbeischauen möchte. Ich habe mich dort gleich sehr wohl gefühlt und dann beim UHC Linz gestartet, wo ich bis heute mit großer Leidenschaft dabei bin. Im Laufe der Zeit hat sich die Spielgemeinschaft FSG Linz/Rum entwickelt, mit der wir jetzt in der Bundesliga spielen“, blickt die in Wien lebende Oberösterreicherin noch einmal an ihre Anfänge zurück. Auch wenn der Lebensmittelpunkt vor einigen Jahren in die Bundeshauptstadt verlegt wurde, pendelt Hoedt beruflich und für ihren Sport regelmäßig nach Linz. Als Universitätsassistenten an der JKU-Linz und Doktorandin hat sie die Möglichkeit neben ihrem Büro in Linz auch von Wien aus zu arbeiten – somit lassen sich die beiden wichtigen Lebensblöcke Beruf und Sport gut miteinander verbinden. Bei ihrer Doktorarbeit beschäftigt sich die 28-Jährige mit der Anwendung von Künstlicher Intelligenz in der Musik – ein spannendes und herausforderndes Thema.
Schöner Sport mit viel Eleganz
Seit etwas mehr als 6 Jahren ist Floorball ihr treuer Wegbegleiter, doch was ist die Faszination dahinter? „Es ist ein schöner und wirklich faszinierender Sport, der auf eine gewisse Art und Weise elegant ist. Wenn man die Technik gut beherrscht, schaut es sehr schön aus. Floorball ist schnell, oftmals auch körperbetont – das gefällt mir. Im Vergleich zu anderen Sportarten ist der Start sehr einsteigerfreundlich. Soll heißen, dass man wenig Equipment (Anm.: Schuhe, Schläger und Ball) braucht und auch mit einem ‚fortgeschrittenen‘ Alter einsteigen kann – so wie es bei mir war. Das zeigt, dass alles möglich ist. Es gibt kein zu spät“, schmunzelt die universell einsetzbare Spielerin, die momentan zwischen Center und Sturm hin und her pendelt. Die FSG Linz/Rum zählt in Österreich nicht nur zu den Vorzeigevereinen, sondern begeistert auch mit einem einzigartigen Teamspirit. „Unser Team ist einfach unglaublich cool. Wir haben einen tollen Mix, das macht es aus. Manche Mädls spielen seit sie laufen können, manche haben später angefangen. Das Teamgefüge ist wirklich super, es ist einfach harmonisch. Daher ist es umso schöner, wenn wir gemeinsam etwas gewinnen. Dafür trainieren wir und es ist dann immer richtig emotional. Ich liebe diese Momente“, erklärt Hoedt.
Zwischen den Stühlen
2022 befand sich Hoedt, die als wissbegierig und sehr loyal gilt, in der entscheidenden Meisterschaftsphase fast ein wenig in der Zwickmühle. Ihre Mannschaft hatte in der Finalserie den ersten Matchball, der in ihrem Fall eine sehr große Bedeutung hatte. Wäre das Spiel verloren gegangen, wäre das entscheidende Match genau an jenem Tag gewesen, an dem ihre Hochzeit geplant gewesen wäre. Logischerweise wären da auch einige Mitspielerinnen bei den Feierlichkeiten dabei gewesen. „Es war schon eine spezielle Situation. Nervös war ich eigentlich nicht, nur etwas angespannt. Ich hatte aber von Anfang an ein gutes Gefühl und der Glaube, dass wir das zu diesem Zeitpunkt Schaffen, war sehr groß. Für mich hätte es eh keine andere Option gegeben, aber ich wollte beim großen Finale dabei sein. Am Ende war ich dann aber erleichtert, wie wir den Titel gewonnen haben. Aber ich bin ehrlich, natürlich beschäftigt man sich mit allen Szenarien. Ich habe sogar überlegt, ob ich bei der Hochzeit eventuell ‚kurz‘ weg bin“, nimmt es die 28-Jährige mittlerweile mit Humor. Die emotionalen Bilder vom Gewinn der Meisterschaft haben sich bis heute in ihrem Kopf festgesetzt.
Internationale Entwicklung
In den letzten Jahren ist speziell im Floorball viel passiert und die Entwicklungskurve zeigt stark nach oben und das Umfeld hat sich enorm professionalisiert. Daher wäre es vermessen sich mit anderen Ländern, in denen Floorball zu den Nationalsportarten zählt, direkt zu vergleichen. „Wir sind gerade von einer WM-Qualifikation zurückgekommen. Da sieht man schnell, wo wir stehen und wo wir noch Luft nach oben haben. Man spürt, dass sich etwas entwickelt und es kommen einige gute Spielerinnen von unten nach. Wir freuen uns immer über jeden merklichen Aufschwung und Verbesserung. Beim vorletzten Spiel gegen Finnland mussten wir eine empfindliche 37:0-Niederlage einstecken, das war hart. Dieses Mal konnten wir phasenweise schon gut mithalten und sind beispielsweis die ersten 10 Minuten ohne Gegentor geblieben – das sind die kleinen Erfolgserblebnisse, die sich positiv auswirken, auch wenn wir das Spiel trotzdem noch deutlich verloren haben. In unserem Team sind einige motivierte Mädls, die noch etwas weiterbringen wollen. Perfekt Voraussetzungen sozusagen“, berichtet Hoedt, die in ihrer Freizeit gerne liest und beim Gitarre spielen richtig abschalten kann. Aber auch auf einer Aussichtswarte am Damberg in der Nähe von Linz kann die 28-Jährige gut entspannen und ihren Gedanken freien Lauf lassen: „Das ist mein Lieblingsplatz. Wenn man da in der Früh hinaufgeht, hat man einen unglaublich tollen Ausblick. Man sieht über den Nebel drüber, über Steyr bis nach Linz. Ein magischer Platz, der gut für die Seele ist.“
Die Magie eines Multisportevents
Auch für Hoedt zählen die Sport Austria Finals powered by Holding Graz zu den Jahreshighlights. „Ich habe selbst bei dem Event schon mitgespielt. Es war wirklich super, und ich freue mich auf 2023. Unser Zeitplan war leider sehr straff, sodass wir nur oberflächlich etwas von den anderen Sportarten mitbekommen haben. Aber man merkt, dass Graz im Sportfieber war – das war richtig beeindruckend. Der Sport hat in der Gesellschaft eine richtig große Kraft, umso schöner, wenn man das dann noch für einen positiven Impuls bündelt“, blickt die Oberösterreicherin zurück und findet schöne Schlussworte: „Floorball ist wirklich eine coole Sportart. Ich kann sie den Menschen nur nahelegen. Auch wenn man es nicht selbst spielen kann/will, zumindest zuschauen lohnt sich. Versprochen! “
Für die 28-jährige in Niederösterreich lebende Yael Yvon (Kategorie -60 Kilogramm) ist Kickboxen nicht nur ein Sport. In einem ausführlichen Interview erzählt sie, wie sie ihre Sportart für sich entdeckt hat, warum es sich lohnt für seine Leidenschaft zu kämpfen und wie ihr Sohn den Blick verändert hat.
Kickboxen hat in den letzten Jahren in Österreich einen Aufschwung erlebt, aber dennoch sind immer noch gewisse Vorurteile in der Allgemeinheit verankert, die den Kampfsport in einem falschen Licht darstellen. Es geht nicht immer nur ums Eins-gegen-Eins im Ring, vielmehr spielen einige sportmotorische Fähigkeiten eine wichtige Rolle, die auch für Kinder und Jugendliche einen wertvollen Impact auf deren Entwicklung haben können.
Wie bist du eigentlich zum Kickboxen gekommen? Yael Yvon: Als ich 12 Jahre alt war, hat mich mein älterer Bruder zu sich nach London eingeladen. Er hat hobbymäßig geboxt und hat mich dann auf eine Privatstunde bei seinem Trainer eingeladen. Es hat mir extrem viel Spaß gemacht, auch wenn ich mir kurz davor den Fuß gebrochen hatte – ich konnte das Training aber erfolgreich durchziehen. Dann ist das alles ein bisschen in Vergessenheit geraten und mit 15 Jahren ist mir das von heute auf morgen wieder eingefallen. Meine Mutter ist dann mit mir in ein Gym im 3. Bezirk in Wien gegangen. Da habe ich dann meine ersten Eindrücke im Kickboxen gesammelt. Für mich war es der perfekte Sport, ich habe mich extrem leichtgetan.
Wie hat deine Mama darauf reagiert? Ich kann mir vorstellen, dass sich die Begeisterung in Grenzen gehalten hat? Yvon: Sie war verständlicherweise sehr vorsichtig und skeptisch. Sie wollte sich das einfach mit mir anschauen. Das Umfeld war natürlich ein sehr wichtiger Faktor, aber das hat gleich super gepasst. Ich habe dann einen 10er Block bekommen und konnte meine ersten Trainingseinheiten absolvieren. Mama hat es zwar nicht nachvollziehen können, aber hat meinen Weg dann bedingungslos unterstützt.
Was ist deine Faszination am Kickboxen? Yvon: Das ist schwierig, aber es macht einfach Spaß. Du spürst deine Kraft, deine Entwicklungen und die schnelleren Reaktionen, die sich durch das Training formen. Nicht zuletzt ist es immer die Herausforderung, die dich vorantreibt. Für mich ist das Gefühl entscheidend. Als ich begonnen habe, hatte ich in der Pubertät eine schwierige Phase, beim Kickboxen konnte ich alles rauslassen – das hat mich super reguliert. Es ist zwar immer spannend sich im Eins-gegen-Eins zu messen, aber es hat prinzipiell mit dem Gegenüber nichts zu tun. Natürlich will man gewinnen, aber Kickboxen verbindet so viele Dinge wie Schnelligkeit, Kraft, Ausdauer, Koordination und Taktik – es ist alles dabei, was wichtig ist.
Kickboxen hat oftmals mit dem klassischen Klischee zu kämpfen, da viele Leute einfach brutale Bilder im Kopf haben. Was entgegnest du dem? Yvon: Es ist sicherlich schon besser geworden, aber noch nicht optimal. In Österreich ist unsere Sportart noch nicht so bekannt und etabliert, wie das in anderen Ländern der Fall ist. Bei uns steigen die Jugendlichen meistens erst zwischen 12 und 15 Jahren in den Ring, in anderen Ländern passiert das schon mit 5 Jahren. Somit haben sie mit 18 Jahren meistens schon einen Vorsprung, da sie bereits ca. 200 Kämpfe absolvieren konnten. Dort ist das normal, bei uns haben viele Menschen Berührungsängste, weil sie nicht im Thema sind. Im täglichen Training sind Schlagtechniken mit Polstern ein wichtiger Bestandteil – es gehört mehr dazu, wie nur das Kämpfen. Das klassische Sparring, wo ein Kampf simuliert wird, nimmt nur einen kleinen Part ein. Ganz wichtig ist, dass der Respekt und die Disziplin großgeschrieben werden. Das zieht sich bei uns allen durch.
Wenn die von dir beschriebenen motorischen Fähigkeiten heranzieht, stellt sich die Frage: Kickboxen kann ja Kindern auch sehr viel bringen? Yvon: Ich halte da grundsätzlich sehr viel davon, man muss nur schauen, wie man es macht. In Thailand stehen 5-jährige Kinder ohne Helm und Schoner im Ring – das passt nicht. Die Gesundheit ist das wichtigste Gut, darauf müssen wir immer schauen – vor allem bei den Kindern und Jugendlichen. Da gehört die Schutzausrüstung dazu und Schläge auf den Kopf, auch wenn es im Training ist, haben da nichts verloren. Aus sportmotorischer Sicht können Kinder sehr viel profitieren. Es gibt einen gewissen Altersbereich, in dem man beispielsweise am besten die Schnelligkeit trainieren kann. Wenn man das dann besonders gut macht, schafft man sich eine wertvolle Basis für die Zukunft. Das kann dann später nicht mehr aufgeholt werden. Ich bin eine große Befürworterin, dass man ihnen da sehr viel für die Zukunft mit aus dem Weg geben soll. Aber auch der gesellschaftliche Aspekt spielt eine große Rolle. Respekt und Disziplin sind auch im Alltag sehr wichtig!
Hat sich dein persönlicher Ansatz – seit du selbst Mama bist – zum Sport verändert? Yvon: Logisch, hat sich das verändert. Früher habe ich alles dem Sport untergeordnet. Ich habe in der Gastronomie gearbeitet und mir meine Arbeitszeiten so eingeteilt, dass ich zweimal am Tag trainieren konnte. Das geht jetzt nicht mehr. Jetzt muss ich für ein stabiles Einkommen sorgen, habe geregelte Arbeitszeiten im Büro. Der Sport steht nicht mehr an erster Stelle. Zuerst kommen das Kind und die Familie sowie die Gesundheit, dann erst das Kickboxen. Mein Partner ist auch Kickboxer im Nationalteam und leitet ein Gym, daher ist die Planung noch einmal herausfordernder und bedarf einer guten Abstimmung. Aber wir haben jetzt beide nicht nur Verantwortung für uns selbst, sondern vor allem für unseren Sohn. Dieser Verantwortung sind wir uns bewusst und reduzieren das Verletzungsrisiko und die Gefahren so gut es geht. Daher gibt es auch einige Momente, die zwar einen Reiz für uns haben, aber in der Praxis nicht mehr in Frage kommen. Sollte sich unser Sohn einmal fürs Kickboxen interessieren, bekommt er die ganze Unterstützung – entscheidet er sich für eine andere Sportart, ist das genauso.
Du hast ja sicherlich schon viel erlebt. Was war bislang dein Karriere-Highlight? Yvon: Da gibt es zwei Momente, die mir in Erinnerung geblieben sind. 2012 bin ich Junioren-Europameisterin geworden. 2019 habe ich dann Bronze bei der Weltmeisterschaft in der Allgemeinen Klasse geholt. Aber es gibt einen Sieg in meiner Karriere, der mir noch eine Spur mehr bedeutet. In Wien gibt es seit längerem eine internationale Kampfserie, die Vandetta Fight Night. Dort habe ich vor vielen Jahren gegen eine Deutsche um den Veranstaltungstitel gekämpft. Ich wurde von vielen bereits im Vorfeld abgeschrieben, die meine Gegnerin eine richtig große Nummer war. Ich habe den Kampf dann gemacht und habe die ersten 4 Runden gut überstanden. Dann hat mein Trainer gesagt, ich müsse in der entscheidenden Runde alles raushauen. Das habe ich gemacht, ich habe dann aber aus dem letzten Loch geblasen. Die Runde ging an mich und überraschenderweise hat der Punkterichter ein Unentschieden verlautbart – somit ging es noch einmal 3 Minuten in einer Extrarunde. Ich habe um mein Leben gekämpft und am Ende gewonnen. Den Sieg habe ich mit der letzten Kraft und mit jeder Faser meines Körpers hart verdient. Ich habe es mir, aber auch allen anderen gezeigt, dass immer alles möglich ist – man muss nur daran glauben. Ich habe keine Ahnung wie ich es geschafft habe, aber in der Schlussphase des Kampfes konnte ich voll aufdrehen.
Welche Ziele stehen bei dir noch am Zettel? Yvon: Seit mein Kleiner da ist, habe ich wenig gekämpft. Ich kämpfe nur, wenn ich optimal vorbereitet bin – das ist mein Credo. Halbherzig steige ich in keinen Ring, da tu ich mir keinen Gefallen. Im Endeffekt will ich mir dann nichts vorwerfen müssen. Mit der Eingewöhnungszeit im Kindergarten und einigen ‚kleinen Krankenständen‘ meines Kindes hat das der Rahmen in den letzten Wochen nicht hergegeben. Aber ich möchte wieder auf internationale Turniere fahren und vielleicht geht sich im Herbst die Weltmeisterschaft aus. Es wird aber von der Vorbereitung abhängen, ob es zu einem Thema wird.
Ist eigentlich eine Teilnahme bei den Sport Austria Finals powered by Holding Graz ein Thema? Yvon: Zuerst einmal muss ich sagen, es ist eine extrem coole Veranstaltung. Meine Kolleginnen und Kollegen, die in den letzten beiden Jahren teilgenommen haben, haben richtig geschwärmt. Ich hatte ebenfalls eine Teilnahme geplant, aber kurzfristig wurden Nennungen zurückgezogen und ich stand ohne Gegnerin da – sehr schade! Ich vertrete die Meinung, dass man viel an Erfahrung gewinnen kann und es für die Entwicklung gut ist. Ich habe damals auch als unerfahrenere Athletin begonnen. Solange es gesundheitlich nicht gefährlich ist, sollte man jede Chance in Angriff nehmen. Vor vielen Jahren habe ich an einem Turnier teilgenommen, wo drei Kämpfe geplant waren. Bei einem Kampf habe ich von meinem Trainer keine Freigabe bekommen – das habe ich respektiert, die Gesundheit steht über allem. Ich hätte gegen eine Athletin antreten müssen, die schon über 100 Kämpfe absolviert hat und Profiboxerin war. Da war das Risiko zu groß. In den verbleibenden beiden Kämpfen habe ich einen gewonnen, einen verloren. Man muss klein anfangen, um großes zu erreichen. Stella Hemetsberger (Anm.: Goldmedaillengewinnern bei den World Games) ist da ein super Beispiel. Sie ist damals auch unerfahren mit mir in den Ring gestiegen, hat auch verloren – aber sie hat nun ihren Weg gemacht, und den sehr erfolgreich.
Mit Familie, Kind und Sport ist der Terminkalender wohl schon ziemlich voll. Bleibt da noch Zeit für dich? Yvon: Wenig, aber das passt so. Ich bin immer wieder gerne im Gym, da geht es dann nur um mich. Aber am besten kann ich bei meiner Oma abschalten. Die wohnt in einem Ort mit maximal 200 Einwohnern, da war ich als Kind oft. Da habe ich immer das Gefühl, dass ich komplett bei mir bin. Da lenkt mich nichts ab. Da habe ich ebenfalls viele schöne Erinnerung – es ist ein Leben in der Natur, ohne Störgeräusche. Ich mag das und genieße dort immer meine Zeit.
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