Der Rudersport schlägt bei den Sport Austria Finals erstmals seine Zelte auf – und bringt gleich ein neues, spektakuläres Wettkampfformat mit nach Wien. Statt der gewohnten Langstrecken-Duelle stehen beim größten heimischen Multisport-Event Sprintbewerbe auf dem Programm. Die Rennen dauern nur rund 50 Sekunden, Entscheidungen fallen oft um wenige Zehntelsekunden.
„Wir haben in den vergangenen Jahren beobachtet, wie gut die Sport Austria Finals funktionieren, und freuen uns riesig, heuer endlich selbst dabei zu sein“, sagt ÖRV-Vizepräsident Dieter Boyer. „Wir bringen unsere besten Athletinnen und Athleten nach Wien und sind stolz, Teil dieser großen Multisportveranstaltung zu sein.“
Die Premiere erfolgt dabei gleich mit einer Premiere innerhalb des Rudersports: Erstmals werden österreichische Sprint-Meisterschaften ausgetragen. Das neue Format verspricht maximale Dynamik. „Die Rennen sind sehr kurzweilig. Fahrtzeiten von rund 50 Sekunden sorgen für Spannung, knappe Entscheidungen und viel Action“, erklärt Boyer.
Austragungsort ist das Wiener Ruderzentrum, die sportliche Heimat vieler österreichischer Spitzenruderinnen und -ruderer. Für Olympiateilnehmerin Louisa Altenhuber ist die Bühne der Sport Austria Finals daher etwas Besonderes. „Für den Rudersport ist es extrem toll, dabei zu sein. Es ist eine großartige Möglichkeit, unsere Sportart zu präsentieren. Gerade in diesem Sprintformat wird es unglaublich spannend.“
Während bei klassischen Regatten Ausdauer und Renneinteilung entscheidend sind, verschieben sich im Sprint die Anforderungen. „Der Start wird viel wichtiger“, erklärt Altenhuber. „Man muss von Beginn an sehr schnell und kräftig sein, viele Watt produzieren können und eine hohe Schlagzahl fahren.“
Ob ihr das neue Format entgegenkommt? Die Wienerin bleibt vorsichtig optimistisch. „Ich komme ursprünglich aus dem Leichtgewichtsbereich und bin nicht unbedingt die Größte oder Stärkste. Aber Schnellkraft bringe ich mit. Mal schauen, was möglich ist.“
Neben dem sportlichen Reiz schätzt Altenhuber vor allem den Charakter der Sport Austria Finals. Als Olympiateilnehmerin kennt sie die besondere Atmosphäre großer Multisport-Events. „Es entsteht eine eigene Stimmung, weil so viele Sportarten zusammenkommen. Man fällt richtig in ein Sportfieber. Das macht solche Veranstaltungen besonders.“
An den Start geht Altenhuber im Mixed-Doppelzweier, im Mixed-Doppelvierer sowie im Damen-Achter. Gerade Letzterer liegt ihr besonders am Herzen. „Im Damen-Achter freuen wir uns, ein großes Feld an Ruderinnen zu repräsentieren, die in Wien trainieren.“
Die ersten österreichischen Sprint-Meisterschaften machen Prognosen allerdings schwierig. Viele Duelle finden in dieser Form erstmals statt. Altenhuber formuliert ihre Erwartungen dennoch klar: „Ich kann die Konkurrenz noch nicht ganz einschätzen, aber über eine Medaille würde ich mich sehr freuen.“
Die Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien feiern heuer ihre Premiere in Wien – und mit ihnen kommt auch Österreichs Schwimm-Elite in die Bundeshauptstadt. Von 4. bis 7. Juni werden im Wiener Stadthallenbad die internationalen österreichischen Staats- und Juniorenmeisterschaften ausgetragen. Mit 403 Athlet:innen aus 53 Vereinen und sechs Nationen zählt das Teilnehmerfeld zu den größten und hochkarätigsten der gesamten Veranstaltung.
Für die Schwimmer:innen geht es dabei um mehr als nationale Titel. Die Staatsmeisterschaften sind eine der letzten Gelegenheiten, sich für die Europameisterschaften von 31. Juli bis 16. August in Paris zu qualifizieren. Die Qualifikationsfrist endet am 14. Juni, entsprechend hoch ist die sportliche Bedeutung der Wettkämpfe. Mit wenigen Ausnahmen werden nahezu alle bereits qualifizierten österreichischen Nationalteam-Athlet:innen in Wien an den Start gehen und die Sport Austria Finals als wichtige Standortbestimmung nutzen.
Für den Österreichischen Schwimmverband bietet die Einbettung in Österreichs größte Multisportveranstaltung eine besondere Bühne. Während in ganz Wien zeitgleich die besten Athlet:innen des Landes um Medaillen und Titel kämpfen, steht auch das Stadthallenbad ganz im Zeichen des Spitzensports. „Die Sport Austria Finals haben einen ganz besonderen Charakter. Es ist etwas Einzigartiges, wenn die besten Athletinnen und Athleten aus so vielen unterschiedlichen Sportarten gleichzeitig um Staatsmeistertitel kämpfen und dabei gemeinsam Teil eines großen Sportfestes sind“, sagt OSV-Generalsekretärin Julia Powischer. „Unsere Schwimmerinnen und Schwimmer bekommen dadurch eine Bühne, die weit über den Schwimmsport hinausreicht.“
Dass das Niveau entsprechend hoch sein wird, zeigt ein Blick auf die Startlisten. Fast alle bereits fixierten EM-Teilnehmer:innen wollen die Staatsmeisterschaften für eine letzte Formüberprüfung nutzen. Gleichzeitig kämpfen zahlreiche Athlet:innen noch um die Erfüllung der Qualifikationskriterien oder um einen Platz in den Staffelaufstellungen für Paris.
Besonders spannend dürfte dabei die Besetzung der österreichischen Staffeln werden. Vor allem die in den vergangenen Jahren so erfolgreiche 4×100-Meter-Lagenstaffel der Herren verfügt aktuell über mehrere Kandidaten auf nahezu allen Positionen. Die Leistungen im Wiener Stadthallenbad könnten daher entscheidende Hinweise für die endgültige Zusammenstellung des Teams liefern.
Für OSV-Präsident Arno Pajek sind die Sport Austria Finals aber nicht nur sportlich von großer Bedeutung. Die Veranstaltung lenkt auch den Blick auf die Rahmenbedingungen, die Spitzensport überhaupt erst ermöglichen. „Wir sehen in Österreich Jahr für Jahr, wie viel Potenzial in unseren Schwimmerinnen und Schwimmern steckt. Damit wir dieses Potenzial langfristig ausschöpfen können, braucht es aber die entsprechende Infrastruktur“, betont Pajek. „Moderne Trainingsstätten, ausreichend Wasserflächen und leistungsfähige Zentren sind entscheidende Voraussetzungen, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Die Sport Austria Finals zeigen eindrucksvoll, wie attraktiv unser Sport ist – gleichzeitig zeigen sie auch, wie wichtig Investitionen in die Zukunft des Schwimmsports sind.“
Für die Zuschauer:innen versprechen die vier Wettkampftage jedenfalls Schwimmsport auf höchstem Niveau. Von den größten Nachwuchshoffnungen bis zu den etablierten Nationalteam-Stars wird die gesamte österreichische Schwimmfamilie vertreten sein. Und während in Wien die Staatsmeistertitel vergeben werden, richtet sich der Blick vieler Athlet:innen bereits auf das nächste große Ziel: die Europameisterschaften in Paris.
Wenn von 3. bis 7. Juni die Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien erstmals in Wien stattfinden, feiert auch eine der außergewöhnlichsten Sportarten des Landes ihre Premiere bei Österreichs größter Multisportveranstaltung: Roller Derby. In der AHS Theodor Kramer wird es laut, schnell und körperbetont – irgendwo zwischen Vollkontaktsport, Subkultur und Show.
Wer Roller Derby zum ersten Mal sieht, weiß oft nicht genau, wohin er oder sie zuerst schauen soll. Auf der ovalen Bahn rasen Spieler:innen auf Rollschuhen gegeneinander, es wird geblockt, geschoben und taktiert. Mittendrin: die sogenannte „Jammerin“, erkennbar am Stern auf dem Helm. Sie ist die einzige Person, die Punkte erzielen kann – indem sie sich durch das gegnerische Feld kämpft und Gegenspielerinnen überrundet. Klingt chaotisch? Ist es manchmal auch. Und genau das macht den Reiz aus. „Je mehr man sich auskennt, desto cooler wird es zum Zuschauen, weil man dann die Strategien erkennt“, erklärt Roller-Derby-Referentin Catrin Freundlinger. „Es ist eine unglaublich schnelle Sportart mit extrem viel Action.“
Doch Roller Derby ist weit mehr als nur harte Hits auf Rollschuhen. Die Szene lebt von ihrer Offenheit, Kreativität und ihrem Gemeinschaftsgefühl. Fast alle Athlet:innen treten unter sogenannten Derby-Namen an – kunstvolle Alter Egos irgendwo zwischen Punkrock, Popkultur und Wortspiel. Dazu kommen selbst gestaltete Outfits, lautstarke Fans und eine Atmosphäre, die eher an ein Underground-Event als an eine klassische Sporthalle erinnert.
„Roller Derby ist nicht nur eine Sportart, sondern auch eine gewisse Lebenskultur“, sagt Rollsport-Austria-Präsident Andreas Freiberger. „Wenn man bei einer Roller-Derby-Veranstaltung ist, merkt man sofort: Diese Offenheit wird dort wirklich gelebt.“
Denn die Community versteht sich bewusst inklusiv. Bei den vorrangigen FLINTA-Teams sind trans- und nicht-binäre Personen selbstverständlicher Teil des Sports. „Bei uns dürfen grundsätzlich alle Personen mitmachen, die sich nicht als cis-männlich identifizieren“, erklärt Freundlinger. Gleichzeitig organisieren viele Teams ihre Events, Vereinsstrukturen und sogar Teile des Schiedsrichterwesens selbst – getragen von ehrenamtlichem Herzblut.
Für die Sport Austria Finals ist die Wien-Premiere deshalb die perfekte Bühne. „Wir haben die Finals als großartige Chance gesehen, unseren Sport bekannter zu machen“, sagt Freundlinger. „Wir lieben diesen Sport und wollen diese Begeisterung weitertragen.“
Auch Freiberger sieht enormes Potenzial: „Roller Derby ist körperbetont, hat unglaublich viel Energie und wahrscheinlich die stärksten Show-Elemente aller Sportarten, die wir im Verband haben.“ Und genau das dürfte die Zuschauer:innen in der AHS Theodor Kramer erwarten: schnelle Jams, harte Blocks, kreative Derby-Namen und eine Szene, die Sport ganz bewusst anders denkt. Oder anders gesagt: ein „Wiener Derby“ der etwas anderen Art.
Wer an Billard denkt, hat meist sofort Tische mit sechs Löchern vor Augen. Pool, Snooker, versenkte Kugeln. Doch bei den Sport Austria Finals powered by Österreichische Lotterien feiert eine Disziplin Premiere, die selbst viele Billardfans noch nie live gesehen haben: Karambol.
Gespielt wird auf Tischen ohne Löcher, mit nur drei Bällen – und mit einer gehörigen Portion Präzision, Geduld und Nervenstärke. „Viele kennen Billard nur mit Löchern, wie beim Snooker oder Pool. Karambol ist aber die traditionsreichste Form unseres Sports, die erste, die in Österreich gespielt wurde“, erklärt Andreas Felser, Präsident der Österreichischen Billardunion, mehrfacher Staatsmeister und selbst Teilnehmer bei den Finals. Dabei ist Karambol alles andere als eine neue Erfindung. Im Gegenteil. Lange bevor Poolhallen das Bild prägten, gehörten Karambol-Tische zur Ausstattung zahlreicher Kaffeehäuser. „Es hat eigentlich kein Kaffeehaus gegeben, in dem nicht zwei, drei oder vier Billardtische gestanden sind“, erzählt Felser. Heute ist davon nur noch wenig übrig geblieben. Wirtschaftliche Gründe hätten den Sport zunehmend aus dem öffentlichen Raum verdrängt. „Mit einem Pooltisch versammelst du Jugendliche, die trinken, essen und konsumieren. Beim Karambol bestellt man ein Getränk, konzentriert sich sich zwei oder drei Stunden lang auf das Spiel – das rechnet sich für viele Lokale einfach nicht.“ Genau deshalb ist die Premiere bei den Sport Austria Finals für die Karambol-Community eine besondere Chance. „Wir wollen zeigen, dass es nicht nur die Tische mit den Löchern gibt“, sagt Felser. „Viele Kinder kommen zu uns und fragen: ,Habt ihr auch die richtigen Tische?‘ Gemeint sind die mit den sechs Löchern. Sobald sie aber selbst spielen, merken sie schnell, wie faszinierend Karambol ist.“
Faszinierend ist vor allem die Herausforderung. Ziel ist es, mit dem eigenen Spielball nacheinander die beiden anderen Kugeln zu treffen und so Punkte zu erzielen. Klingt einfach, verlangt aber höchste Präzision. Winkel, Effet, Geschwindigkeit und taktisches Denken müssen perfekt zusammenspielen. Für Felser ist deshalb klar: „Präzisionssportarten sind vielleicht ruhiger, aber sie fordern Körper und Geist enorm. Die neurologischen Herausforderungen sind gewaltig.“
Ein weiterer Reiz liegt in der Langlebigkeit des Sports. Während viele Athletinnen und Athleten in anderen Disziplinen früh ihre Karriere beenden, bleiben Karambol-Spieler oft bis weit über das 50. Lebensjahr hinaus auf höchstem Niveau konkurrenzfähig. „Da kommen Erfahrung, Ruhe und Nervenstärke dazu. Das sind in unserem Sport ganz entscheidende Faktoren.“ Ausgetragen wird bei den Sport Austria Finals ein Team-Biathlon, eine Kombination aus zwei völlig unterschiedlichen Karambol-Disziplinen. Jeweils zwei Spieler bilden ein Team, wobei zunächst Dreiband und anschließend Kegelbillard gespielt wird. Das Besondere: Frauen und Männer treten gemeinsam an. Mehrere Staatsmeister und Landesmeister werden dabei um den Titel kämpfen.
Mitten drin steht auch Felser selbst. Der elfache Staatsmeister wird gemeinsam mit seinem Partner Andreas Effler auf Titeljagd gehen. Nach Platz zwei im Vorjahr soll diesmal wieder Gold her. Noch wichtiger als das Ergebnis ist für ihn allerdings die Bühne, die die Sport Austria Finals seinem Sport bieten.
Denn vielleicht wird am Ende des Wochenendes genau das passieren, was Felser sich erhofft: Dass möglichst viele Besucherinnen und Besucher zum ersten Mal einen Billardtisch ohne Löcher sehen – und überrascht feststellen, wie spannend Karambol sein kann.
Manche verbringen ihren Hochzeitstag bei einem romantischen Abendessen. Andreas Ernhofer wird versuchen, einen Weltrekord zu schwimmen. Wenn die Sport Austria Finals von 3. bis 7. Juni erstmals nach Wien kommen, feiert auch Para-Schwimmen seine Premiere bei Österreichs größter Multisportveranstaltung. Mittendrin: Andreas Ernhofer. Zweifacher Paralympics-Teilnehmer, Weltrekordhalter und einer der erfolgreichsten Para-Schwimmer des Landes. Für ihn könnten die Bewerbe im Floridsdorfer Bad kaum mehr Bedeutung haben. Denn dort, wo heute um Staatsmeistertitel und Bestzeiten geschwommen wird, hat für Ernhofer einst alles begonnen.
Weltrekordjagd statt Candle-Light-Dinner
Der Samstag der Sport Austria Finals ist für Ernhofer ein ganz besonderer Tag: Gemeinsam mit seiner Frau feiert er den ersten Hochzeitstag. Statt Restaurantbesuch und romantischem Abendprogramm steht allerdings Wettkampfmodus auf dem Programm. Für den Niederösterreicher ist das alles andere als ein Problem. „Irgendwie ist es stimmig, dass wir den Hochzeitstag gemeinsam in der Schwimmhalle verbringen“, sagt er.
Dass das möglich ist, verdankt er auch der Unterstützung seiner Frau, die ihn regelmäßig zu Wettkämpfen und Trainingslagern begleitet. „Sie akzeptiert meinen Sport nicht nur, sondern unterstützt mich wahnsinnig. Sie ist bei fast allen Wettkämpfen dabei und meine unmittelbare Betreuerin.“
Passend zu diesem besonderen Anlass hat sich Ernhofer ein außergewöhnliches Ziel gesetzt. Über 100 Meter Rücken will er einen offiziellen Weltrekordversuch starten. Die Bestmarke hat er bereits einmal unterboten, damals wurde die Leistung aufgrund fehlender formaler Voraussetzungen jedoch nicht anerkannt. „Jetzt möchte ich das unbedingt offiziell schaffen“, betont der Para-Schwimmer. Die Voraussetzungen dafür werden bei den Sport Austria Finals erstmals vollständig gegeben sein.
Zurück an den Anfang
Dass die Bewerbe ausgerechnet im Floridsdorfer Bad stattfinden, verleiht dem Wochenende zusätzliche Bedeutung. Denn genau dort begann einst seine Karriere. An seinen ersten Wettkampf erinnert sich Ernhofer noch heute genau: „Ich bin damals Vorletzter geworden und war wahnsinnig stolz, nicht Letzter zu sein.“
Was auf den ersten Blick unscheinbar klingt, wurde zum Wendepunkt. Die Freude am Wettkampf war so groß, dass der junge Schwimmer beschloss, seinen Weg im Leistungssport weiterzugehen. „Das war damals der Grundstein meiner Karriere. Es hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich gesagt habe: Ich möchte trainieren und schauen, wie weit ich es treiben kann.“ Wie weit ihn dieser Weg führen würde, hätte er damals selbst nicht geglaubt. Zwei Paralympics-Teilnahmen, Weltrekorde und zahlreiche internationale Großereignisse später kehrt Ernhofer nun an jenen Ort zurück, an dem alles begann. „Dass ich jetzt wieder in Floridsdorf schwimmen darf, ist schon etwas ganz Besonderes für mich.“
Der Traum von Los Angeles
So emotional die Rückkehr nach Floridsdorf auch ist – der Blick richtet sich längst in die Zukunft. Die Paralymischen Spiele 2028 in Los Angeles sind das große Ziel des Niederösterreichers und begleiten ihn nahezu täglich. „Los Angeles ist für mich natürlich das ganz große Ziel“, sagt Ernhofer. „Ich habe schon hundertmal davon geträumt, wie ich dort schwimme und um Medaillen kämpfe.“ Die Voraussetzungen dafür stimmen. Ein Trainingsaufenthalt mit dem australischen Nationalteam, neue persönliche Bestleistungen und internationale Medaillenerfolge haben das laufende Jahr bereits zu einem erfolgreichen gemacht. Gleichzeitig weiß Ernhofer, dass bis Los Angeles noch viel Arbeit vor ihm liegt. Die Motivation dafür ist allerdings größer denn je. „Ich möchte dort nicht nur dabei sein, sondern wirklich um die Medaillen mitschwimmen und im besten Fall eine gewinnen.“ Die Sport Austria Finals sind für ihn dabei weit mehr als nur eine Staatsmeisterschaft – sie sind ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zu seinem größten Traum.
Der Weg des in der Steiermark lebenden Tirolers Max Foidl war schon sehr früh vorgezeichnet. Der Papa hat für seinen Sohn und seine zwei Freunde zeitig ein Radtraining auf die Beine gestellt. Auch wenn der 26-Jährige dadurch wohl keine andere Wahl hatte, als sich dem Radsport zu widmen, genießt er die Vorzüge seiner Sportart bis zum heutigen Tag. Es folgten die ersten Rennen und Foidl machte einen Schritt nach dem nächsten. „Ich habe immer brav weitergemacht und mich überraschen lassen, wo die Reise hingeht. Ich hätte mir nie gedacht, dass es so lange und so gut funktioniert beziehungsweise ich so weit komme. Es war nicht alles durchgeplant, es ist einfach passiert. Ich bin aber sehr dankbar dafür, dass ich so weit gekommen bin und auf diesem Niveau fahren kann. Es ist einfach ein cooler Sport – man ist flexibel und zieht im Wald seine Runden – das macht mich sehr zufrieden“, berichtet Foidl.
Im ersten Moment ist es vielleicht ein wenig verwunderlich, dass der 26-Jährige seiner Heimat 2015 den Rücken gekehrt hat und in die Steiermark übersiedelt ist – man hat immer die vielen Tiroler-Berge im Hinterkopf und assoziiert perfekte Bedingungen für einen Radsportler. Doch es gibt hierfür eine einfache Erklärung: „Das mag jetzt auf den ersten Blick für viele Leute verwunderlich klingen, aber in Graz gibt es bessere Möglichkeiten und die Trainingsbedingungen sind optimaler. Rund um Graz gibt es alles, was ich für meinen Sport brauche. Wenn ich wo hinauffahren will, dann geht es auf den Schöckl, ansonsten gibt es genug Routen, die perfekt sind. Klimatisch hat man auch viele Vorteile – jetzt könnte ich in Tirol noch nicht in dem Umfang trainieren, wie ich es aktuell in der Steiermark kann. Davon bin ich immer wieder überrascht.“
„Bei unserem Massenstart ist nicht nur die Ausdauer gefragt, sondern spielt auch die technische Komponente eine entscheidende Rolle, da die Strecken immer anspruchsvoller werden. Ich vergleiche das gerne mit dem Biathlon. Was bei uns die schwierigen Abfahrten sind, ist beim Biathlon das Schießen. Es überwiegt zwar die Ausdauer, aber es fließen viele andere Faktoren ein. Mir taugt das Kräftemessen, das ist die reine Form des Leistungssportes. Wer als erstes im Ziel ist, hat gewonnen – das ist purer Rennsport“, so Foidl. In den letzten Jahren war im Cross-Country eine starke Entwicklung in Österreich zu erkennen. Speziell bei den Damen konnte der Sport durch Mona Mitterwallner und Laura Stigger profitieren und erhielt durch die großartigen Erfolge der letzten Monate viel Aufmerksamkeit.
Aber auch bei den Herren ist viel passiert, die Richtung stimmt. „Ich denke, dass wir für das, was wir leisten, noch zu wenig Aufmerksamkeit bekommen. Es wird super gearbeitet und es geht etwas weiter, aber in puncto Vermarktung im Radsport ist sicherlich noch Luft nach oben. Da komme ich jetzt wieder zum Biathlon zurück. Die IBU (Anm.: International Biathlon Union) hat das verstanden und Rennformate ausgeklügelt, die unterhaltsam und spannend sind. Vielleicht gibt s bei uns da auch in Zukunft neue Ansätze“, gibt Foidl interessante Einblicke.
Neben den Olympischen Spielen war in einem stressigen Jahr 2021 auch die Premiere der Sport Austria Finals ein großes Highlight für den Tiroler, der den Heimvorteil in der Steiermark nutzen konnte und sich erstmals den Staatsmeistertitel in der Elite im Mountainbike sichern konnte. „Der Sieg bei den Sport Austria Finals im letzten Jahr hat für mich einen sehr großen Wert. Es war direkt nach der Qualifikation für die Olympischen Spiele in Tokio. Ein wirklich schöner und emotionaler Moment, zumal viele meiner Freunde und die ganze Familie an der Stecke waren. Trotzdem ist das Wort ‚Hausstrecke‘ nicht ganz zutreffend. Man kommt zwar beim Training hin und wieder über dieser Route zurück in die Stadt. Aber es ist nicht so, dass man immer auf einer Rennstrecke trainiert“, erklärt Foidl, der die Marschrichtung für 2022 vorgibt: „Ich werde heuer definitiv wieder am Start stehen, das ist für mich gesetzt. Ich werde in zwei Disziplinen in Graz dabei sein und möchte um die Titel mitfahren – die Ambitionen sind ganz klar da.“
Olympische Spiele 2.0
Nach seiner persönlichen Premiere in Tokio und vielen gesammelten Erfahrungen hat Foidl nun bereits Paris 2024 in den Fokus genommen: „Ich wäre gerne in Paris noch einmal dabei. Ich möchte zeigen was ich kann und was möglich ist – aber unter anderen Umständen. Das habe ich mir fest in den Kopf gesetzt. Und ich weiß, dass ich das konsequent durchziehen kann. Das wird in den nächsten Jahren mein Antrieb sein.“
Seit Jänner 2021 ist Thomas Nievergelt Trainer der Floorball-Nationalmannschaft der Frauen in Österreich. Der Schweizer hat in seinen ersten Monaten schon viel bewegt, ist voller Tatendrang, hat zukunftsorientierte Konzepte entwickelt und eine langfristige Idee. Eine Verletzung hat seinen Traum einer Eishockey-Karriere früh einen Strich durch die Rechnung gemacht, aber jetzt hat der 34-Jährige als Trainer und Sportchef im Floorball seine neue Berufung gefunden. Durch das Engagement von Nievergelt, dem Experten eine große Trainierlaufbahn prophezeien, sind schon einige Schweizer-Augen nach Österreich gerichtet.
Wann sind Sie mit dem Floorball erstmals so richtig in Berührung gekommen? Thomas Nievergelt: Ich habe bis zu meinem 18. Lebensjahr Eishockey gespielt, mich aber leider am Rücken verletzt und war zu einer längeren Pause gezwungen – das habe ich für mich dann aber so akzeptieren können. Eines Tages hat dann ein Freund angerufen und mir Floorball schmackhaft gemacht. Es hat für mich sehr interessant geklungen, von daher bin ich einmal mit und habe es als sehr coole Sportart kennen gelernt. Daraufhin habe ich drei Jahre selbst gespielt, aber nicht profimäßig. Bei meinem damaligen Verein wurden zu dieser Zeit Trainer gesucht. Ich hatte selbst während meiner Zeit als Sportler viele gute Trainer und Förderer, da wollte ich etwas zurückgeben und habe bei den Kleinsten angefangen. Man kann sagen, dass mir die Verletzung zu meiner zweiten Karriere verholfen hat, auch wenn mein Floorball-Engagement reiner Zufall war und es anders als eigentlich geplant gelaufen ist.
Jetzt sind Sie als Nationaltrainer der Damen und Sportchef in diesem Bereich in Österreich. Wie kam es dazu? Nievergelt: Ich habe schnell gemerkt, dass mir das alles sehr Spaß macht. Es ist unglaublich berührend, wenn man sieht, wie viel Freude Kinder am Sport haben – das ist ein tolles Gefühl. Aber ich wollte zurück in den Leistungssport und habe begonnen mich weiterzubilden. Die Sportart hat mich komplett gepackt. Irgendwann habe ich auf der Instagram-Seite des Österreichischen Floorball Verbands ein Videogesehen, dass ein neuer Trainer gesucht wird. Das hat mich sofort angesprochen. Ich habe mir selbst gesagt „Thomas, du musst etwas riskieren, wenn du weiterkommen willst“. Daraufhin bin ich mit Gerold (Anm.: Rachlinger, Generalsekretär) in Kontakt getreten. Hier in Österreich soll langfristig etwas entstehen und aufgebaut werden, das und die Leidenschaft, die an den Tag gelegt wird, hat mich überzeugt. Wir wollen in Österreich etwas entwickeln. Es braucht zwar Zeit, aber der Rahmen ist perfekt. Ich identifiziere mich zu 100 Prozent mit dem eingeschlagenen Weg.
Anfang des Jahres ist noch die Tätigkeit des Damen-Sportchefs dazugekommen. Was steht da auf Ihrer Agenda? Nievergelt: Ich bin mit der Schweizer Mentalität „Es muss funktionieren“ vor etwas mehr als einem Jahr nach Österreich gekommen. Es war nicht ganz einfach, aber ich habe gemerkt, dass die Frauen und die Verantwortlichen im Verband schnell mitgezogen haben. Wir hatten Ende des letzten Jahres ein sehr gutes Gespräch und haben uns dazu verständigt, dass jetzt der perfekte Zeitpunkt ist, um unsere Strategie anzupassen. Jetzt gilt es ein wichtiges Grundgerüst zu schaffen, damit wir dann die gewünschten Schritte nach vorne kommen. Wir sehen sehr viel Potential bei den jungen Sportlerinnen, das wollen wir nützen, bevor wir diese Chance übersiehen. Der Weg stimmt und die Idee ist klar: Wir wollen langfristig etwas Professionelles auf die Beine stellen und uns der Weltspitze annähern. Eines ist mir in diesem Zusammenhang aber ganz wichtig. Es ist für mich eine große Ehre, dass ich diese beiden Positionen bekleiden darf und ich das volle Vertrauen erhalte.
Wie sehen Sie die Entwicklung im Bereich Floorball in den letzten Jahren und können Sie abschätzen, wo Ihr Team im internationalen Vergleich steht? Nievergelt: In den letzten Jahren, speziell in den letzten 14 Monaten, ist sehr viel an Entwicklungsarbeit passiert. Uns ist bewusst, dass das nicht alles von heute auf morgen funktionieren wird, aber wir geben uns die Zeit. Der wichtige Indikator ist aber, dass wir in jeder Phase einen Fortschritt erkennen. Eine internationale Einschätzung ist schwierig, es gab ja Corona-bedingt in den letzten zwei Jahren kaum Vergleiche. Ich denke, dass wir das Zeug für die Top-15 haben. Aktuell stehen wir zwischen 26 und 28, aber das entspricht nicht dem Leistungsvermögen und dem Potential, das wir in unserer Mannschaft haben.
Wie viele Spielerinnen stehen Ihnen fürs Nationalteam zur Verfügung? Nievergelt: Aktuell umfasst der Kader in etwa 28 Spielerinnen, wenn man den fortgeschrittenen Nachwuchs dazurechnet, sind wir bei 40-50 Athletinnen. Ich versuche mir alle Spiele unserer Kadermitglieder anzusehen – manche live manche im Nachgang. Darüber hinaus bin ich mit den verschiedenen Vereinsverantwortlichen im intensiven Austausch. Soll heißen, dass ich immer up-to-date bin. Uns ist es wichtig, dass wir für „Nachschub“ sorgen. Wir investieren da sehr viel Zeit und möchten Talente früh finden und erkennen, auch wenn es nicht immer einfach ist. Floorball muss einfach bekannter werden, erst dann kann man sie etwas anstubsen.
Was sind Sie für ein Trainer?Nievergelt: Ich würde mich selbst als Taktikfuchs bezeichnen und bin gerne unberechenbar, der Gegner soll sich nur schwer auf meine Mannschaft einstellen können. Ich arbeite gerne langfristig, will etwas aufbauen und entwickeln. Daher bin ich beim ÖFBV sehr gut aufgehobn.
Schauen wir ein wenig in die Glaskugel. Wohin wird sich Floorball in den nächsten Jahren entwickeln? Nievergelt: Generell ist ein Blick in die Zukunft nicht immer einfach. Was ich versprechen kann ist, dass wir im Verband alles dafür tun werden, damit wir uns sportlich der Weltspitze annähern und uns regelmäßig für Großveranstaltung qualifizieren. Der Startschuss ist erfolgt, jetzt müssen wir da konsequent dabeibleiben. Aber nicht nur auf dem Spielersektor wollen wir für Entwicklung sorgen, auch bei den Trainern werden wir den nächsten Schritt machen und versuchen, sie gezielt auszubilden – frei nach dem Motto „Heute für morgen“. Das ist unser Auftrag!
In wenigen Wochen beginnt die zweite Auflage der Sport Austria Finals powered by Intersport & Holding Graz. Was ist von der Premiere 2021 hängengeblieben und wie sieht die Erwartungshaltung für 2022 aus? Nievergelt: Es sind super Eindrücke geblieben. Der Zusammenhalt der verschiedenen Sportarten war richtig cool. Und man sieht, dass man gemeinsam etwas Großes auf die Beine stellen kann. Ich denke, es wird heuer noch eine Stufe gehoben werden. Zum einen haben wir jetzt alle die Erfahrungswerte vom letzten Jahr, zum anderen werden heuer sicherlich die Zuschauer, die heuer erlaubt sein werden, für gute Atmosphäre bei den Sportstätten sorgen. Bei uns wird sicherlich viel Action geboten. Unsere Intention ist es, dass die teilnehmenden Mannschaften in Top-Besetzung kommen. Wir wollen Floorball von der besten Seite zeigen, das ist unser Credo.
Kick- und Thaiboxen – Sport, Selbstverteidigung, Fitness! Die Dynamik, Kraft und Spannung von Kampfsportarten stellt seit jeher eine Faszination – gerade für die Jugend – dar und zieht die Menschen in ihren Bann. Kick- und Thaiboxen zählt zu den attraktivsten und modernsten Kontaktkampfsportarten unserer Zeit.
Beine (Kicken) und Fäuste (Boxen) werden in einer Vielzahl von Kombinationen und taktischen Manövern in einem fairen, sportlichen Zweikampf eingesetzt, um den Gegner zu treffen, ohne jedoch selbst getroffen zu werden. Eine hochwertige Schutzausrüstung und ein strenges Reglement schützen die Gesundheit und Sicherheit der AthletInnen. Gelenkigkeit und Körperbeherrschung werden als Voraussetzung zum Erlernen der Techniken ebenso trainiert wie Kondition, Reaktion und Kombinationsfähigkeit.
Fitness, Selbstverteidigung oder sportliche Wettkämpfe – die Vereine des ÖBFK bieten neben dem Erfahrungsschatz von Welt- und EuropameisterInnen, Trainingsqualität durch staatlich geprüfte InstruktorInnen und TrainerInnen. Die Ausbildung unserer TrainerInnen und BetreuerInnen liegt uns besonders am Herzen, da sich nur durch qualifizierte TrainerInnen nachhaltige sportliche Erfolge einstellen können.
Der Österreichische Bundesfachverband für Kick- und Thaiboxen ist der anerkannte Sportfachverband in Österreich, der Breiten-, Leistungs- und Spitzensportler die organisierte Ausübung dieser modernen Kampfsportart ermöglicht. Die klare Mission ist die Weiterentwicklung des Kick- und Thaiboxens, die Anerkennung und Integration des Fachverbandes auf allen Ebenen des organisierten Sportes, bis hin zur Aufnahme in die Gruppe der olympischen Sportarten.
Der ÖBFK ist die sportliche Heimat zweier selbständiger Sportarten (Kickboxen und Muay Thai), die international in zwei Weltverbänden autonom und unabhängig organisiert sind (WAKO und IFMA). In Österreich werden beide Sportarten in einem Fachverband betreut, um Synergieeffekte bestmöglich nutzen zu können.
Der Kickboxsport generell und damit auch im ÖBFK lässt sich in den Tatamisport (Pointfighting, Leichtkontakt, Kick Light und den Musikformen) und den Ringsport (Vollkontakt, K1 und LowKick) unterteilen. Die Thaibox- oder Muay Thai-Wettkämpfe werden ebenfalls im Ring ausgetragen und sind somit auch im Ringsport beheimatet.
Der Österreichische Bundesfachverband für Kick- und Thaiboxen sieht sich als Schirmherr für den österreichischen Kick- und Thaiboxsport. In dieser Funktion ist es das erklärte Ziel, die Landesfachverbände und Vereine zu unterstützten, um Menschen für sportliche Kampfsport-Aktivitäten – im Spitzen-, Breiten- und Fitnesssport – zu begeistern, was derzeit wichtiger denn je erscheint. Es wird sowohl der Breiten- als auch der Leistungssport gefördert – mit einem eindeutigen Bekenntnis, den Nachwuchsleistungssport als Basis für den Spitzensport zu festigen und auszubauen.
Sowohl Kickboxen als auch Thaiboxen sind inzwischen durch das IOC anerkannt und werden beide Sportarten 2023 bei den Europäischen Olympischen Spielen Teil des Sportprogrammes sein.
Die Sport Austria Finals powered by Intersport und Graz Holding bieten dem ÖBFK nach einer gelungenen Premiere 2021 erneut die Möglichkeit sich einer breiten Sportöffentlichkeit zu präsentieren. „Wir waren mit der Premiere im letzten Jahr sehr zufrieden. Unsere Athletinnen und Athleten haben sich zu Höchstleistungen gepusht. Aber nicht nur auf sportlicher Ebene war die Veranstaltung ein großer Erfolg, aber auch die Organisation war großartig. Es gibt glaube ich niemanden, der diese Veranstaltung nicht genossen hat. Wir sind sehr froh, dass wir auch 2022 wieder als Verband teilnehmen können und freuen uns auf viele spannende Wettkämpfe“, erklärt Nikolaus Gstättner, Management Direktor Österreichische Fachverband für Kick- und Thaiboxen.
Bei den Sport Austria Finals powered by Intersport & Holding Graz werden im Juni die Österreichischen Meisterschaften im Slowpitch, einer Mixed-Variante im Softball, ausgetragen. Caroline Meriaux, Vizepräsidenten der Austrian Baseball Softball Federation und für den Bereich Softball (Slow- und Fastpitch) verantwortlich, ist nicht nur als Funktionären seit Jahren äußerst engagiert, sondern ist auch als Spielerin bei den Vienna Wanderers noch aktiv.
Wann sind Sie mit dem Softballsport erstmals so richtig in Berührung gekommen? Caroline Meriaux: Ich bin mit 18 Jahren relativ spät zum Softball gekommen. Eine Studienkollegin war zu der Zeit schon sehr aktiv und ich habe sie immer ausgefragt. Ich hatte keine Ahnung wie das funktioniert, ich war einfach neugierig. In Österreich ist Baseball und Softball der breiten Masse nur aus den Filmen bekannt. Eines Tages hat sie mich dann mitgenommen. Ich bin dann bis heute dabeigeblieben und habe immer noch großen Spaß, diesen Sport ausüben zu können.
Sie sind nicht nur als Spielerin aktiv, sondern auch seit Jahren im Funktionärswesen tätig. Können Sie uns da einen kleinen Einblick geben? Meriaux: Wie bereits erwähnt, bin ich bei den Vienna Wanderes noch sehr aktiv als Spielerin, bin dann aber relativ schnell auch im Vereinswesen aktiv geworden, in den Vorstand eingestiegen und seit 2009 Obfrau. Über den Wiener Verband, bei dem ich seit Jahren auch geschäftsführende Obfrau bin, bin ich im Oktober 2021 auch zur Austrian Baseball Softball Federation als Vizepräsidentin gekommen.
Wie sehr sind Sie in dem halben Jahr schon eingetaucht und was steht da auf Ihrer Agenda? Meriaux: Wir sind schon mittendrin in der Jahresplanung. Im Überbegriff geht es darum, die Softball- und Fastpitch-Spielerinnen weiterzuentwickeln und in der nahen Zukunft jüngere Teams zu implementieren.
Rainer Husty hat die Austrian Baseball Softball Federation letztes Jahr als „Eine große Familie, die ihren Sport lebt und viele positive Emotionen nach außen trägt“ beschrieben. Stimmen Sie dem zu? Meriaux: Natürlich stimme ich da zu. Hätte ich unseren Verband beschreiben müssen, wäre das mit Sicherheit in exakt die gleiche Richtung gegangen. Wir sind einfach ein Verband, wo gewisse Werte einfach großgeschrieben werden – die versuchen wir auch mit unserem Tun an unsere Mitglieder, aber auch an Baseball-fremde Personen zu vermitteln.
Wie sehen Sie die Entwicklung im Bereich Slowpitch in den letzten Jahren? Meriaux: Slowpitch ist unsere Breitensportvariante und war in den letzten zwei Jahren sicherlich die schwierigste unserer beiden Schienen. Der Spitzensport durfte ja schnell wieder trainieren, aber im Breitensport hat das immer ein wenig länger gedauert. Aber es hat der gesamten Entwicklung keinen wesentlichen Abbruch getan. Wir haben in Vorarlberg eine eigene Liga, auch in der Mitte von Österreich wird gespielt. In Wien und Umgebung gibt es sogar zwei Ligen. Von dem Aspekt her kann man zufrieden sein, aber wir wollen das logischerweise weiterhin ausbauen und bekannter machen.
Um eine gute Spitze zu haben, braucht man auch in der Breite einen wichtigen Grundbau. Wie legt der Verband den Grundstein und sorgt für ein gefestigtes Fundament? Meriaux: Bei uns ist das ein wenig anders. Wir versuchen über zwei Schienen zu arbeiten. Über die Variante Slowpitch wollen wir den Leuten das Baseball und Softball näherbringen und es bekannter machen. Da kommen in der Regel wenige Spitzensportlerinnen und Spitzensportler raus. Es gibt aber auch ein Nationalteam, dass sich aus dieser Schiene rekrutiert. Vor drei Jahren hat diese Mannschaft zuletzt bei einer Europameisterschaft teilgenommen. Auch 2022 gibt es wieder eine EM, wo wir teilnehmen werden. Die zweite Schiene ist der Nachwuchssport, aus dem wir versuchen unsere heimischen Baseball- und Softball-Talente an die österreichische und in weiterer Folge an die internationale Spitze heranzuführen.
Wie sind Sie mit dem Nachwuchszulauf zufrieden? Meriaux: Aktuell haben wir zu wenige Mädchen, dass wir eigene Mädchenmannschaften im Nachwuchs füllen könnten. Das ist aber eines unserer Ziele, an denen wir sehr intensiv arbeiten. Aktuell spielen die Burschen und Mädchen zusammen, ehe es meist mit 13 oder 14 Jahren zur Trennung kommt. Dann geht es für die männlichen Spieler in Richtung Baseball, die weiblichen Athletinnen bleiben dann eher beim Softball. Alles in allem kann man aber sagen, dass sich das in eine sehr gute Richtung entwickelt.
Was gibt es sonst aus dem Verband zu berichten? Meriaux: Wir versuchen unseren Verband Schritt für Schritt zu professionalisieren. Es ist in vielen Bereichen eine große Aufbruchsstimmung zu spüren. Wir wollen kontinuierlich weiterkommen, das ist unser Zugang. In den letzten Monaten haben wir uns auch dem Thema Livestreaming angenommen, weil es einfach ein wichtiger Faktor für uns ist – da wollen wir definitiv dranbleiben und langfristig etwas aufbauen. Auch die Vereine sind da sensibilisiert und haben erkannt, dass sie mit guten Bildern und Videos viel erreichen können. Gerade gute ‚Plays‘ und ‚Diving Catches‘ generieren Aufmerksamkeit, das sollten wir für uns nutzen.
In wenigen Wochen beginnt die zweite Auflage der Sport Austria Finals powered by Intersport & Holding Graz. Was ist von der Premiere 2021 hängengeblieben und wie sieht die Erwartungshaltung für 2022 aus? Meriaux: Wir haben die Sport Austria Finals 2021 in bester Erinnerung. Es war ein richtig cooles Event und wir als Verband sowie die teilnehmenden Teams waren mit der Premierenveranstaltung sehr zufrieden. Es hat einfach, aufgrund der vielen Verbände, eine echt gute Dynamik angenommen. Wir werden die zweite Auflage mit einem geänderten Modus in Angriff nehmen und haben aktuell schon acht Vereine, die um den Titel spielen wollen – das sind schon mehr als im letzten Jahr. Das spricht für das große Event in der Steiermark. Wir sehen uns sehr gut vorbereitet und freuen und schon auf spannende Tage im Juni in Graz.
90 Sportarten von Aerobic bis Zumba waren beim Grazer Sportjahr 2021 vertreten.
Unter dem Titel Let’s do it again! fand am 28. März das erste Vereinsprojekt des Grazer Sportjahres 2021 statt, das die Corona-Maßnahmen zuließen. An drei Tagen konnten Kinder auf dem LUV-Platz in Sechser-Gruppen Trampolinspringen, ein Mini-Tramp, eine Airtrackbahn, Laserpistolen, Fußball und Ropeskipping ausprobieren – ein aufregender Start ins Sportjahr nach der langen pandemiebedingten Pause.
Rund 300.000 Fotos wurden seit März 2021 bei der Schloßberg-Challenge am Photopoint vor dem Uhrturm geknipst, Tausende Menschen gingen oder liefen davor zu Fuß auf den 123 Meter hohen Dolomitfelsen.
Im Rahmen der Let’s Go! Schul-Challenge legten fast 1.500 TeilnehmerInnen gemeinsam über 250 Millionen Schritte zurück. Das entspricht in etwa 150.000 km und einer Gesamt-Geh-Zeit von 42.857 Stunden. Das bedeutet, dass die Grazer Schülerinnen und Schüler knapp viermal die Erde umrundet haben!
Im Rahmen der Bezirkschallenge wurden 873.946.706 Schritte registriert, was bei einer durchschnittlichen Schrittlänge von 0,6 Metern einer Distanz von 524.368 Kilometern oder der fast 1,4-fachen Strecke zwischen Erde und Mond entspricht.
Insgesamt 82 Unternehmen beteiligten sich an der Firmenchallenge. 2047 MitarbeiterInnen registrierten per StepsApp jeden ihrer Schritte, die AVL war mit 289 TeilnehmerInnen das aktivste Unternehmen.
Weit über die Stadtgrenzen angenommen wurde die Vereinschallenge, für die sich 73 Vereine anmeldeten.
Im Rahmen des Bewerbes um den „Tischtenniskaiser“ der „Tischtenniskaiserin“ wurden mehr als 10.000 Spiele absolviert, die meisten im privaten Bereich, im Juli und August wurden vom Sportjahr-Team aber auch täglich mobile Tische an 30 verschiedenen Locations aufgebaut. Die Grazerinnen und Grazer „erspielten“ sich mit ihrem sportlichen Engagement vier permanente Tische, von denen nun zwei im Augarten, einer auf dem Grünanger und einer auf dem Bezirkssportplatz Ries stehen.
Im Zuge der „Seven Summits“, in deren Rahmen es galt, sieben Grazer „Gipfel“ (Schloßberg, Fürstenstand, Lustbühel, St. Peter und Paul, Buchkogel, Platte, Schöckel) zu bezwingen, wurden 2.130 vollständig gestempelte Pässe eingeschickt.
Etwas mehr als 100 Athletinnen und Athleten erwiesen sich als die Härtesten unter der Grazer Sonne. Sie entschieden sich für die „Seven Summits Extreme“-Version, also für das Absolvieren aller sieben Gipfel ohne Pause, wobei die Zwischenwege per Rad oder zu Fuß zurückgelegt werden konnten.
Im Rahmen der „Tour around Graz“ konnte man die Stadt einmal anders erleben – per Radtour, die entlang bzw. in der Nähe der Grazer Stadtgrenze verläuft. Auf letsgograz.at/touraroundgraz ist die etwa 80 Kilometer lange Strecke nach wie vor als Google-Maps-Grafik zu finden. Bislang wurde diese Grafik mehr als 70.000-mal aufgerufen.
Mit 171 Events vom Roundnet-Crashkurs über das Radfest und den Ladies Run bis zur Taekwondo-Mitmachstunde und der Staatsmeisterschaft im Fallschirmspringen war der September der veranstaltungsintensivste des Grazer Sportjahres 2021.
Im Oktober war der „Persönliche Marathon“ das ganz große Thema. Dabei ging es darum, innerhalb von drei Wochen 42,2 Kilometer zu laufen. Rund 200 SportlerInnen dokumentierten per Foto, die Distanz im Grazer „Marathon-Monat“ zurückgelegt zu haben. Davon, dass es wesentlich mehr waren, darf man ausgehen.
15 verschiedene Projekte konnten Wassersportbegeisterte im Zuge des Sportjahres 2021 auf der Mur dank der Grazer Riverdays im August hautnah erleben. Von Yoga auf dem Wasser über Riverrafting und Tubing bis zu Drachenbootrennen und Paddeln mit Weltmeisterin Uschi Profanter war alles dabei.
Auf großartige Resonanz stieß der Grazer McDonald’s Stadtpokal: Er war eine Art „Ersatzprogramm“ für zehn Grazer Amateurvereine, nachdem die Fußball-Meisterschaft im Frühjahr abgesagt worden war. Ein Bewerb, der perfekt zum Sportjahr gepasst hat und große Zukunft hat – an der Fortsetzung im nächsten Jahr wird bereits gearbeitet! Den ersten Stadtpokal holten sich übrigens die GAK Juniors.
An insgesamt 27 Active Fridays wurde der Sport den GrazerInnen proaktiv vermittelt. Zum einen gab es auf öffentlichen Plätzen jeweils diverse Mitmach-Aktionen (vom sicheren Trampolinspringen über das „Racketlon Street & Squash Festival“ bis hin zum Mountainbike-Fahrtechnikkurs und dem „Boxfieber“). Zum anderen ging es um die Motivation, per Muskelkraft in die Arbeit, Schule oder Uni zu kommen.
21 namhafte Persönlichkeiten (Armin Assinger, Dr. Natalija Cokic, Franco Foda, Thomas Frühwirth, Andreas Gabalier, Ralph Hasenhüttl, Pia Hierzegger, Lena Hoschek, Conny Hütter, Jakob Jantscher, Franz Küberl, Marion Mitterhammer, Thomas Muster, Norbert Oberhauser, Michael Ostrowski, Marco Perchtold, Caroline Pilhatsch, Paul Pizzera, Nora Schmid, Nici Schmidhofer sowie Thomas Vanek) bildeten die Basis der „Mission 2021“, die es sich zum Ziel gesetzt hatte, zumindest 2021 Botschafter für das Grazer Sportjahr zu gewinnen. „Mission completed“ heißt es nun, mit Ende Februar waren knapp 2.100 Namen eingetragen.
Um dir ein optimales Erlebnis zu bieten, verwenden wir Technologien wie Cookies, um Geräteinformationen zu speichern und/oder darauf zuzugreifen. Wenn du diesen Technologien zustimmst, können wir Daten wie das Surfverhalten oder eindeutige IDs auf dieser Website verarbeiten. Wenn du deine Einwilligung nicht erteilst oder zurückziehst, können bestimmte Merkmale und Funktionen beeinträchtigt werden.
Funktional
Immer aktiv
Die technische Speicherung oder der Zugang ist unbedingt erforderlich für den rechtmäßigen Zweck, die Nutzung eines bestimmten Dienstes zu ermöglichen, der vom Teilnehmer oder Nutzer ausdrücklich gewünscht wird, oder für den alleinigen Zweck, die Übertragung einer Nachricht über ein elektronisches Kommunikationsnetz durchzuführen.
Präferenzen
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist für den rechtmäßigen Zweck der Speicherung von Präferenzen erforderlich, die nicht vom Abonnenten oder Benutzer angefordert wurden.
Statistiken
Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu statistischen Zwecken erfolgt.Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu anonymen statistischen Zwecken verwendet wird. Ohne eine Vorladung, die freiwillige Zustimmung deines Internetdienstanbieters oder zusätzliche Aufzeichnungen von Dritten können die zu diesem Zweck gespeicherten oder abgerufenen Informationen allein in der Regel nicht dazu verwendet werden, dich zu identifizieren.
Marketing
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist erforderlich, um Nutzerprofile zu erstellen, um Werbung zu versenden oder um den Nutzer auf einer Website oder über mehrere Websites hinweg zu ähnlichen Marketingzwecken zu verfolgen.