Bronze bei der Racketlon-Premiere! Stadtrat Kurt Hohensinner holte im Rahmen der Sport Austria Finals powered by Holding Graz in der Racketlon-Einsteigerklasse Platz 3 mit seinem Doppelpartner Martin Brandstätter.
„Ein unerwarteter Erfolg! Diese Medaille ist mehr als das olympische Dabeisein. Danke an das Organisationsteam und die Sport Austria Finals für dieses tolle Erlebnis“, jubelte der sportliche Stadtrat, der nach seinem akrobatischen Auftritt mit den Cheerleaderinnen der Graz Giants und einer Rollenrodel-Raserei vom Grazer Schlossberg im Doppelsitzer mit Markus Trieb bei den dritten Sport Austria Finals eine neue Herausforderung suchte und fand!
Hohensinner, der lange begeisterter Tennisspieler war, trat bei den 21. Österreichischen Meisterschaften im Racketlon gemeinsam mit Gemeinderat Martin Brandstätter, einem ehemaligen steirischen Jugend-Landesmeister im Tischtennis in der Einsteigerklasse an.
Bewegende Finals-Vorbilder
„Die Wild Card für diese Teilnahme haben wir erst nach einem harten Probetraining bei Marcel Weigel, dem Präsidenten des Racketlonverbandes bekommen“, erzählt Hohensinner, dem in seiner politischen Profession die Vorbildwirkung ein Anliegen ist. „Die 6.500 Athlet:innen die heuer bei den Sport Austria Finals am Start sind, sind potenzielle Vorbilder für unsere Kinder. Im besten Fall werden viele junge Leute durch die Finals anfangen regelmäßig Sport zu betreiben.“
Der Präsident räumt ab
In den Eliteklassen im Schläger-Vierkampf aus Tischtennis, Badminton, Squash und Tennis räumte am Freitag standesgemäß RFA-Präsident Marcel Weigl im Racket Sport Center Graz in Ragnitz ab. Gemeinsam mit Florian Harca holte er Gold im Doppel, vor Michael Dickert und Lukas Windischberger und Emanuel Schöpf und Stefan Urban. Mit Bettina Bugl legte Weigl noch Silber im Mixed-Doppel nach. Der Sieg ging dort an Emanuel Schöpf mit Irina Olsacher, Clarissa Steiner und Stefan Urban holten Bronze.
Das Damendoppel gewannen Bettina Bugl und Irina Olsacher vor Linda Schedl und Clarissa Steiner, Bronze ging an Izabella Elek und Renate Perschinka.
“Wir sind von Anfang an dabei gewesen bei den Sport Austria Finals, es ist eine Innovation für die etwas kleineren Verbände. Wir fühlen uns sehr wohl hier bei diesem Mulitsport-Event und freuen uns auf die weiteren Entscheidungen in den nächsten zwei Tagen”, sagte RFA-Präsident Weigl im gutbesuchten Finals Dome am Grazer Karmeliterplatz bei der Siegerehrung.
Beinhartes Finale bei „perfektem Rugby-Wetter“, wie die Spielerinnen im ASKÖ Sportcenter glaubhaft versicherten. In der finalen Regenschlacht setzte sich Titelverteidiger Stade Rugby Club Wien mit 20:5 gegen die Spielgemeinschaft Wombats/Melk durch.
Über Graz-Eggenberg tobte der Regensturm, auf der Tribüne die begeisterten Fans und am Rasen die Rugby-Damen, die in der olympischen 7er- statt der traditionellen 15er-Variante um den Titel kämpften.
5 Teams hatten sich über die „Women’s 7s Series“ von Rugby Austria für das Titel-Finale im Rahmen der Sport Austria Finals powered by Holding Graz qualifiziert. Den direkten Weg ins Finale fanden die Titelverteidigerinnen von Stade Rugby Club Wien mit einem 22:5 gegen die Rugby Union Donau Wien.
Einen Umweg dorthin nahm die Spielgemeinschaft Wombats/Melk über Spiel 7 im Turnierbaum. Dort gelang Spielgemeinschaft, gegen Rekordmeister Rugby Union Donau Wien die Revanche für die 5:10-Niederlage aus Spiel 2. Mit einem 12:5 zog Wombats/Melk, die unter dem Teamnamen „Red Rucking Rockets“ die „Women’s 7s Series“-Gesamtwertung gewann, ins Finale ein.
Und dort ging der Underdog mit der ersten Aktion mit 5:0 gegen Stade in Führung. Doch kurz danach übernahmen die Favoritinnen das Kommando, drehten bis zur Pause das Spiel. In die letzten 7 Minuten ging Stade also mit einem Score von 10:5. Die Entscheidung fiel mit zwei „trys“ (5 Punkte für den Ball in die Endzone bringen) kurz vor Schluss – Endstand 5:20.
Stade Rugby Club Wien verteidigte damit den Titel, den sie im Vorjahr noch als Spielgemeinschaft mit Celtic geholt hatten. Kaya Fournier jubelte: „Wir haben uns den Titel wieder gesichert, wir sind wirklich stolz auf uns. Jede von uns musste im Finale noch einmal 100 Prozent geben. Dass wir im Rahmen der Sport Austria Finals soviel mediale Aufmerksamkeit bekommen und die Spiele sogar live auf ORF Sport + gelaufen sind, ist umso schöner.“
Kampfansage der Vize-Meisterinnen
Karoline Moser, Kapitänin der Vize-Meisterinnen der Spielgemeinschaft Wombats Melk, gab sich kämpferisch: „Wir haben definitiv Silber gewonnen, weil wir doch den schwereren Weg ins Finale nehmen mussten. Im letzte Jahr war es Bronze, in diesem Jahr Silber, nächstes Jahr holen wir Gold! Ende September geht die Saison wieder los!“
Den Rekordmeisterinnen von Rugby Union blieb immerhin die Bronzemedaille. „Über die freuen wir uns wirklich. Auch wenn wir uns im Spiel um den Finaleinzug leider wieder selbst zu viel Druck gemacht haben, statt kontrolliert zu spielen, wie in Spiel 2. Dann passieren uns blöde Fehler und das Wetter hat uns auch nicht in die Karten gespielt, da haben wir einige Bälle verloren“, sagte Kapitänin Dorothea Fahrwald.
Atemberaubende Akrobatik und purzelnde Rekorde gab es bei der Trampolin-Staatsmeisterschaft im Rahmen der Sport Austria Finals powered by Holding Graz. Benny Wizani (21) sprang mit Schwierigkeitsrekord zu Titelverteidigung und zehntem Gold in Folge, Amelie Wansch (17) mit persönlichen Bestleistungen zum Premieren-Titel im ersten Elite-Jahr.
Draußen tobte die Rugby-Regenschlacht, drinnen im ASKÖ Sportcenter sprang Österreichs Trampolin-Elite unter tosendem Applaus der Fans auf der vollbesetzten Tribüne fast bis unters Hallendach. Vor allem Olympia-Kandidat Benny Wizani beeindruckte mit seinen Weltklasse-Übungen.
Mit 7 Punkten Vorsprung ging der bald 22-jährige Wiener in die Titelentscheidung. Mit 60,5 Punkten sprang Wizani in der Qualifikation schon WM-Final-Niveau und stellte dabei mit einem Schwierigkeitswert von 17,4 den eigenen österreichischen Schwierigkeitsrekord ein. Im Finale blieb er souverän, siegte mit einem Gesamtscore 113,6 Punkten.
„Mein Staatsmeistertitel Nummer 9 und 10 bedeuten mir sehr viel. Vor allem hier im Rahmen der Sport Austria Finals, soviel mediale Aufmerksamkeit bekommen wir selten“, jubelte Wizani, der mit Niklas Fröschl zuvor auch den Synchronspringbewerb gewonnen hatte, beim Siegerinterview über zweimal Staatsmeisterschafts-Gold.
Dahinter geriet der Kampf um Silber und Bronze zwischen Niklas Fröschl, Martin Spatt und Georg Hopfgartner zum Zehntel-Punkte-Krimi, den Spatt (108,855 Punkte) vor seinen WAT-Wien-Teamkollegen Fröschl (108,780) und Georg Hopfgartner (105,045) hauchdünn für sich entschied.
Spannung bis zur letzten Übung gab es auch im Titel-Duell bei den Damen. Nach der Qualifikation führte Amelie Wansch, die mit persönlicher Bestleistung von 49,380 im Finale vorlegte. Titelverteidigerin Sara Hekele konnte als Quali-Zweite mit 9 Zehntel Rückstand in ihrer Final-Kür den Rückstand nicht mehr aufholen. Die Serie der 23-jährigen Salzburgerin von 5 Einzel-Titeln in Serie wurde damit ausgerechnet von ihrer 17-jährigen Synchronspring-Partnerin gestoppt. Immerhin konnte sich Hekele mit Gold im Synchronspring-Bewerb trösten.
Amelie Wansch jubelte: „Ich habe nicht damit gerechnet. Aber ich habe zweimal meinen persönlichen Rekord gebrochen, einmal in den Vorkämpfen mit 48,290 und dann die 49,380 im Finale. Ich kann es fasst nicht glauben.“
Wenn dir Bälle mit einer Geschwindigkeit von mehr als 200 km/h um die Ohren fliegen und du nach einer Stunde Spielzeit so am Ende bist, wie nach einem gelaufenen Marathon, dann befindest du dich in einem Squash-Court.
Genauer gesagt, in einem Rechteck mit den Maßen 9,75 Meter mal 6,40 Meter. In dieser Box benötigt man im Grunde genommen nicht viel: Schläger und Ball, dann kann es auch schon losgehen. Wobei: Eine große Portion an sportlicher Vielseitigkeit wäre ebenfalls ganz hilfreich, wie ÖSRV-Präsident Thomas Wachter erklärt: „Man muss ganz viele Eigenschaften miteinander verbinden: Athletik, Spielverständnis, Bewegung und dreidimensionales Denken.“
Anfänge in England
Diese Kombination fanden die Engländer bereits Anfang des 19. Jahrhunderts so spannend, dass sie ein Rückschlagspiel namens „Rackets“ – quasi den Vorgänger des Squash – erfanden. Da die Zugänge zu richtigen Spielfeldern jedoch rar waren, wichen viele Begeisterte auf Gassen sowie Höfe aus und spielten dort mit einem Gummiball. Der landesweite Durchbruch erfolgte dann 1883 als der erste offizielle Squash-Court in England gebaut wurde.
Richtig professionell wurde es dann im Jahr 1924 als Charles Arnold und der „Tennis and Squash Association“ das erste offizielle Handbuch veröffentlichten. Darin wurden erstmals einheitliche Spielregeln, Spielfeldmaße und Materialien für die Wände definiert. Die „Squash Rackets Association“ hat dieses Handbuch dann 1928 ergänzt und weitere Normen für den Ball und den Schläger festgesetzt.
Erst Boom, dann Absturz – nun wieder Boom?
1930 schwappte der Sport schließlich auch nach Kontinental-Europa, genauer gesagt nach Deutschland über: Die Firma Siemens entdeckte Squash für sich und baute die ersten vier Hallen. 1936 schloss sich die Deutsche Luftfahrt an und errichtete ebenfalls Courts, um ihre Piloten fit zu halten. Durch den zweiten Weltkrieg verschwand Squash allerdings schnell wieder in der Versenkung und sollte erst in den 1970er Jahren einen erneuten Aufschwung erleben. Nach dem großen Boom in den 1980er Jahren folgte Ende der 1990er Jahre allerdings der nächste Nackenschlag.
„Mit Ende der 1990er-Jahre ist der Boom etwas abgeflaut und die Betreiber haben dann kühl gerechnet und den vielen Raum umgewidmet in Fitnessräume“, erinnert sich Wachter. „Vom wirtschaftlichen Aspekt muss man das auch verstehen. Ein ganz gutes Beispiel ist da Graz, wo ja die Sport Austria Finals stattfinden. Als ich in den 1990er-Jahren dort Bundesliga gespielt hab‘, gab es im Umfeld von Graz fast 100 Courts. Mittlerweile haben wir gerade noch drei Anlagen in Graz.“
Immerhin geht die Tendenz der Squash-Begeisterten wieder etwas nach oben, konstatiert Wachter. „Viele ältere Squasher, die früher mehr gespielt haben, greifen nun wieder zum Racket. Das hat zwar den Nachteil, dass der Altersschnitt relativ hoch ist, aber mir ist das vollkommen egal. Ich sag‘ immer: Je mehr Leute den Sport machen, desto besser ist es.“ Wer Lust hat, sich ebenfalls am Squash-Court auszupowern, der findet hier die wichtigsten Infos und Regeln:
Der Squash-Court:
Ist wie oben beschrieben ein Rechteck mit den Maßen 9,75 Meter mal 6,40 Meter und wird durch vier Wände begrenzt. Die Front- bzw. Stirnwand ist mit mehreren Linien versehen, die vor allem für den Aufschlag relevant sind. Im Spiel darf der Ball nicht über die Auslinie bzw. auf das Tin-Board gehen.
So wird ein Punkt erzielt:
Wenn der Ball zwei Mal auf dem Boden aufkommt, bevor ihn der Gegner zurückschlagen kann.
Wenn der Ball hinter den Außenlinien landet oder das Tin-Board berührt.
Wenn der Gegenspieler im Weg steht und der Ball nicht mehr spielbar ist.
Wenn der Aufschlag falsch ausgeführt wird.
Wenn man nicht die Stirnwand trifft oder bevor man sie trifft, der Ball zuerst den Boden berührt.
Zählweise:
Die offizielle Zählweise heißt im Squash „point a rally scoring“, kurz PAR. Die PAR-Zählweise bedeutet, dass es durch jeden Ballwechsel einen Punkt gibt. Beim Squash wird in Sätzen gespielt, ein Satz geht bis elf Punkte. Steht es 10:10, wird so lange gespielt, bis ein Spieler mit zwei Punkten in Führung ist. Bei internationalen Turnieren wird üblicherweise bis zu drei Gewinnsätzen gespielt. Während des Spiels hat immer der Spieler den Aufschlag, der zuvor den Punkt erzielt hat. Zu Spielbeginn wird das Aufschlagrecht gelost.
Equipment:
Um Squash spielen zu können, braucht man einen Schläger und einen Ball. Anfänger können sich das Equipment auch bei den jeweiligen Anlagen ausborgen. Bei den Bällen unterscheidet man zwischen Anfänger-, Fortgeschrittenen- und Profibällen. Sie haben unterschiedliche Farben und sind mit ein oder zwei Punkten markiert. Die Farbe Blau ist für Anfänger und ein schneller Ball, die Farbe Gelb hingegen ist langsam und für Fortgeschrittene. Wichtig: Der Ball muss erst warm gespielt werden, damit er spielbereit ist.
Eigentlich wollte Carina Wasle bei der World Triathlon Multisport WM 2023 auf Ibiza sowohl im Cross-Triathlon, als auch im -Duathlon wieder Edelmetall abräumen.
Denn nach Silber bei der Wintertriathlon-Europameisterschaft und zweimal Bronze bei der Wintertriathlon-Weltmeisterschaft gehörte die Tirolerin auch in der Sommer-Ausgabe zu den heißesten Medaillen-Anwärterinnen.
Krankheit bremst Wasle aus
Doch aktuell wird die 38-Jährige von einem Infekt ausgebremst, weshalb sie auch auf den Triathlon-Bewerb verzichten muss. „Den Triathlon lasse ich aus, das wäre zu viel. Ich bin jetzt schon über eine Woche angeschlagen: Grippig, verkühlt und Probleme mit den Nasen-Nebenhöhlen. In den vergangenen Tagen ist es etwas besser geworden, aber ich merke, dass ich nicht die volle Leistung bringen kann“, erklärt eine hörbar angeschlagene Wasle.
Dennoch peilt die Rekord-Staatsmeisterin (14 Titel in Winter- und Cross-Triathlon sowie im Duathlon) im Duathlon-Bewerb am Mittwoch einen der ersten drei Plätze an. „Vorgenommen hab‘ ich mir schon, eine Medaille zu machen“, lacht Wasle, „aber es wird natürlich schwierig werden.“
Langsamer Aufbau
Die Vorbereitung war krankheitsbedingt einfach zu suboptimal. „Richtig schnelle Sachen hab‘ ich noch nicht gemacht – bei langsamen Belastungen ist es eigentlich gegangen. Ich wollte mich auch gescheit auskurieren und nicht zu früh hohe Belastungen fahren. Sonst geht es vielleicht in die falsche Richtung.“
In welche Richtung es bei der WM auf Ibiza tatsächlich geht, wird sich am Mittwoch zeigen, wenn Wasle 5,8 km Laufen, 20,9 km Radfahren und 3 km Laufen absolviert.
Wenn René Hernesz über „seine“ Sportarten spricht, dann sprudelt es regelrecht aus ihm heraus. Und man spürt in jedem Wort, dass Sport für ihn weit mehr als nur Bewegung und Spaß am Spiel ist. Er ist mittlerweile zu einem Lebensmittelpunkt geworden. Das war aber nicht immer so. Erst ein schwerer Schicksalsschlag hat den Steirer zum Sport gebracht.
April 2010. Ein schwerer Autounfall ändert das Leben von Hernesz schlagartig. Querschnittslähmung, Rollstuhl. Für den Steirer ist aber bald klar, dass er seinem Schicksal etwas entgegensetzen will: Und das heißt Sport. Hernesz beginnt aufgrund seiner schweren Knieverletzungen zuerst mit Tischtennis, wo er schon gleich zu Beginn erste Erfolge feiert.
Härte und Teamgeist begeistern Hernesz
Wenig später kommt er in der Reha in Tobelbad zum ersten Mal mit Rollstuhl-Rugby in Berührung. Und ist – wie Bayern-Trainer Thomas Tuchel sagen würde – schockverliebt. „Mir ist sofort das Herz aufgegangen. Die Härte, ohne Tabu einfach wen anderen niederzufahren, hat mir auch gefallen“, lacht Hernesz. Natürlich ist es nicht nur der Härte-Faktor, der ihn fasziniert – auch der Teamgeist und die taktischen Finessen begeistern das Multisport-Talent.
„Ich empfehle grundsätzlich jedem Menschen, der im Rollstuhl sitzt, dass er Sport betreibt. Man lernt dadurch viele Menschen kennen, denen es ähnlich geht. Auch das Teamgefühl im Sport ist genial, weil man ja gemeinsam an den Aufgaben wächst. Das muss gar nicht auf einem professionellen Level sein, es reicht schon Breitensport-Niveau“, so Hernesz, der neben Rugby auch noch Rollstuhl-Basketball in der win2day Rollstuhl-Basketball-Bundesliga spielt.
Beim Rollstuhl-Rugby geht es ziemlich zur Sache.
Hernesz lebte den „American Dream“
Im Rugby gehört der 36-Jährige als High-Pointer zu den besten Spielern Österreichs. High-Pointner bedeutet, dass er im Vergleich zu anderen noch über höhere Körperfunktionen verfügt. „Wir spielen mit 8 Punkten am Feld. Die Punkte stehen in dem Fall für Körperfunktionen. Mit wenig Funktion geht es bei 0,5 los, bei vielen Funktionen wie bei mir ist man bei 3,5 Punkten. Damit das Ganze ausgeglichen und fair gestaltet ist, darf man maximal 8 Punkte am Feld haben. So hat auch jede Körperfunktion ihre Wichtigkeit am Spielfeld. Meine Rolle funktioniert nicht, wenn ein 0,5-Punkte-Spieler seine Aufgabe nicht erfüllt“, erklärt Hernesz.
Sein Rugby-Talent hat den Steirer sogar in die USA gebracht. Insgesamt zwei Saisonen spielte er für Los Angeles und durfte dort in eine ganz andere Welt eintauchen. „Es ist mit Österreich nicht vergleichbar. Die Rugby-Community steckt bei uns im Vergleich zu Amerika noch in den Kinderschuhen. Auch was die mediale Aufmerksamkeit und die finanziellen Möglichkeiten betrifft. In den USA ist alles professionell aufgestellt, die Spiele werden im TV übertragen und die Zeitungen berichten ebenfalls darüber. Bei uns liest du nicht einmal eine Zeile darüber, weil die Medien kein Interesse daran haben.“
Hernesz spielt nicht nur Rugby, sondern ist auch in der Rollstuhl-Basketball-Bundesliga aktiv.
Inklusion muss weiter vorangetrieben werden
Generell sei Amerika in Sachen Inklusion viel weiter. Auch, so Hernesz, weil das historisch bedingt ist. „Es klingt vielleicht blöd, aber Amerika ist eine Kriegsnation, die dadurch immer schon viele behinderte Menschen hatte. Dementsprechend früh hat man dort mit Inklusion begonnen.“ Damit auch in Österreich in Sachen Inklusion noch mehr passiert, engagiert sich Hernesz als Vorstandsmitglied beim Verein „Soziale Projekte Steiermark“. Mit dem Ziel, alle Menschen, die etwas aus der Gesellschaft gefallen sind, wieder in die Mitte zurückzuholen.
„Es geht uns nicht nur um behinderte Menschen, sondern auch um sozial schwache oder obdachlose Menschen“, erklärt Hernesz. „Wir wollen eine Plattform schaffen, wo diese Menschen Aufmerksamkeit bekommen. Es gibt den Menschen auch ihre Würde zurück, wenn sie wieder Teil der Gesellschaft werden.“ Natürlich ist ihm als Betroffener ein besonderes Anliegen, dass sich die Situation für Rollstuhlfahrer:innen weiter verbessert. „Es ist in den vergangenen zehn Jahren schon viel weitergegangen, aber wenn ich Amerika als Vergleich heranziehe, dann sind wir trotzdem noch in der Steinzeit. In Los Angeles suche ich beispielsweise ein Lokal ohne Rollstuhl-WC gleich lang, wie ich in Graz ein Lokal mit Rollstuhl-WC suche. Es sind oft nur Kleinigkeiten, an denen es scheitert, dass Lokale oder Geschäfte inklusiv sind.“
Sport Austria Finals als großes Highlight
Apropos Graz: Ein großes Highlight steigt für Hernesz im Juni, wenn in der steirischen Landeshauptstadt die Sport Austria Finals powered by Holding Graz über die Bühne gehen. Nachdem er vergangenes Jahr schon mit Rollstuhl-Basketball dabei war, darf er 2023 nun mit Rollstuhl-Rugby seine Finals-Premiere feiern. „Ich finde es total cool, dass so ein Event gemacht wird. Man hat eine große mediale Aufmerksamkeit und kann so Menschen mit seiner Sportart in Berührung bringen, die sonst noch nie was davon gehört haben. Für uns ist so eine Werbung unbezahlbar.“
Sportlich hat der Top-Spieler der Steirischen Eichen ein klares Ziel: Nach dem Vizemeistertitel 2022 soll in diesem Jahr wieder der Meistertitel her. „Wir sind der Favorit auf den Titel. Vor allem zu Hause in Graz wollen wir den Platz als Sieger verlassen. Das ist schon ein großer Motivationsfaktor. Die Vorfreude ist jedenfalls riesig! Wir wissen, dass wir viele Leute in die Halle kriegen werden und dementsprechend viel Unterstützung haben.“
Österreichs Fechtverband (ÖFV) hat eine neue Initiative ins Leben gerufen, um den Abstand zur Weltspitze zu verringern. Der Deutsche Sven Ressel, der zuvor zehn Jahre lang Sportdirektor des Deutschen Fechter-Bundes war, wurde als hauptamtlicher Sportdirektor des ÖFV eingestellt, um eine erfolgreichere Zukunft zu gestalten.
Mehr Unterstützung für die Sportler
Zu seinen Plänen gehört das Erstellen von Zielvereinbarungen und das Definieren von Zwischenzielen. Ressel ist überzeugt, dass man mit zielgerichteter Arbeit „auch relativ schnell Erfolge verbuchen“ kann, jedoch realistischerweise nicht sofort Medaillengewinne erzielen wird. „Es geht darum, dass man aufzeigt, was man mit gar nicht so viel Mehraufwand generieren kann. Die Sportler freuen sich, dass jemand da ist, der strukturell helfen kann. Wenn Athleten das spüren, dann sind sie eher bereit, eine Kohle mehr ins Feuer zu werfen“, so Ressel.
Das Hauptziel sind die Olympischen Spiele, wobei Ressel nicht nur die Spiele 2024 in Paris im Blick hat, sondern auch die Spiele 2028 und 2032. Auf dem Weg dahin will er neue Ansätze in Trainingswissenschaft und Leistungsdiagnostik verfolgen. Ressel sieht vor allem Potenzial in den Stoßwaffen Florett und Degen und erachtet die Qualifikation über die Mannschaft als „unheimlich schwierig“, während die Einzelplätze über die Weltrangliste oder die Kontinentalausscheidung „nicht ganz unrealistisch“ sind.
Kritische Worte zu Russland
In Bezug auf die Teilnahme russischer und weißrussischer Sportler äußert sich Ressel kritisch und betont: „Es ist aktuell unzumutbar, russische und weißrussische Athleten zuzulassen“. Er sieht die Zulassung dieser Sportler als problematisch, insbesondere im Fechten als Kampfsport, und fordert die Beibehaltung des Teilnahmeverbots.
Die Situation wird durch den Weltcup-Boykott einiger Veranstalter noch erschwert. Ressel zeigt Verständnis für die Absage von Turnieren und merkt an, dass der Weltfechtverband uneingeschränkte Einreisemöglichkeiten fordert, die jedoch nicht von Sportverbänden gewährleistet werden können. Für den österreichischen Verband stellt dies eine schwierige Lage dar, da die Planung im Weltcup nur unter Unsicherheiten möglich ist.
Am Wochenende fand der Grunddurchgang der Österreichischen Staatsmeisterschaft im Rollstuhl-Rugby in Rif / Salzburg statt.
Das dominierende Team waren dabei die Steirische Eichen um Top-Spieler und High-Pointer René Hernesz, die alle drei Spiele gewannen. Auf Platz zwei landeten die Danube Steelers aus Oberösterreich.
Dritter mit einem Sieg wurde Titelverteidiger Four Aces (Niederösterreich). Auf dem vierten und letzten Platz landeten die Rugbybulls (Salzburg) mit Ex-Skispringer Lukas Müller.
Somit stehen die Halbfinal-Paarungen, die im Rahmen der Sport Austria Finals powered by Holding Graz ausgetragen werden, fest: Top-Favorit und Vizemeister Steirische Eichen treffen auf die Rugbybulls. Im zweiten Spiel kämpfen die Danube Steelers und Four Aces um den Finaleinzug. Gespielt wird am 11. Juni.
Auf nach Norwegen! Österreichs Orientierungslauf-Elite hob am Montag Richtung Weltcup-Auftakt in Østfold ab. Ab Donnerstag treten in den süd-ost-norwegischen Wäldern rund um Våler 117 Läuferinnen und 144 Läufer in drei Weltcup-Bewerben über die Langdistanz, Mitteldistanz und in der Staffel an.
Für Österreich sind mit Sprint-Staatsmeister Jannis Bonek (Naturfreunde Wien), Vize-Meisterin Johanna Trummer (OLC Graz), Bronzemedaillengewinnerin Anika Gassner und den Mixed-Staffel-Medaillengewinner:innen Ylvi Kastner, Jasmina Gassner (alle Naturfreunde Wien), Laura Ramstein und Matthias Gröll (beide OLC Graz) gleich sieben Athlet:innen in Norwegen dabei, die im Vorjahr bei den Sport Austria Finals am Podium landeten.
Weiters am Start: Anna Gröll, Mathias Peter (beide OLC Graz), Nicolas Kastner (Naturfreunde Wien), Robert Merl (ASKÖ Hennersdorf) und Gernot Ymsén (HSV Pinkafeld. Insgesamt haben sich je 6 rot-weiß-rote Damen und Herren für den Weltcup-Auftakt qualifiziert.
Daheim im norwegischen Wald verirrt
Betreut werden die Athlet:innen von Nationalteamtrainer Radek Novotný und dessen Assistenz-Coach Martin Binder vom österreichischen Bundesheer. Die größte Herausforderung wird das hügelige norwegische Waldgebiet werden. Das weiß auch der Nationalteamtrainer: „Skandinavien in Reinkultur: kupiertes Gelände, dichte, schwer einsehbare Wälder mit wenig menschlichen Spuren.“
Selbst der norwegische Weltcup-Titelverteidiger Kasper Fosser warnt vor den Tücken seiner heimischen Wälder: „Ich habe mich, als ich noch jünger war, dort auch schon verlaufen. Ich erinnere mich an ein Nacht-Training, als meine Stirnlampe ausfiel. Da musste ich drei Kilometer im Finstern meinen Weg nach Hause suchen.“
Doch Teamtrainer Novotný ist trotz des schwierigen Geländes nach der intensiven Vorbereitungszeit von seinen Schützlingen überzeugt: „Wir haben gute Chancen – es gibt Athletinnen und Athleten bei uns im Team, die es mit der Weltelite aufnehmen können.“
Action bei den Sport Austria Finals
In 44 Tagen beginnt die dritte Auflage der Sport Austria Finals, wo am Sonntag die Orientierungslauf-Entscheidung im Knock-out-Sprint ansteht. Es ist das erste Mal, dass dieses WM-Format auf nationaler Ebene in Österreich als Meisterschaft austragen wird. Am Vormittag stehen die Qualifikationsläufe am TU Campus Graz am Programm, die Top-16 Damen und Herren schaffen es in die Finalläufe am Karmeliterplatz. Die besten Vier der jeweiligen Halbfinal-Entscheidungen kämpfen im Finale um die Medaillen. Es wird spannend, actionreich und vor allem sehr, sehr schnell.
Eine Olympia-Sportart der ersten Stunde erfindet sich neu und die Sport Austria Finals powered by Holding Graz helfen dabei! Der Moderne Fünfkampf, seit 1912 im Olympiaprogramm, trägt im Rahmen der Finals mitten im Grazer Stadtzentrum zum dritten Mal in Folge seine Laserrun-Titelkämpfe aus. Zum ersten Mal stellt der Österreichische Verband für Modernen Fünfkampf dabei seine neue Teildisziplin, den Obstacle Run bei einer Mitmachstation in einem mobilen Ninja-Parcours vor.
Olympia statt Super Bowl
„Wir haben kein Wimbledon, wir haben keine Streif, wir haben keinen Super Bowl, wir haben Olympia! Der Obstacle Run passt zum Zeitgeist, weil er wie die bekannten Ninja Warrior-Fernsehshows funktioniert. Er ist trendig, spricht Fans und Jugendliche an. Unsere Ambition ist es, weiterhin im Olympiaprogramm vertreten zu sein“, sagt Österreichs bester Moderner Fünfkämpfer Gustav Gustenau (25), der im Jahr 2021 in Tokio sein Olympia-Debüt gefeiert hatte und in diesem Jahr als Titelverteidiger zu den Laserrun-Staatsmeisterschaften bei den Sport Austria Finals kommt.
Präsident Herke sieht „große Chance“
In dieselbe Kerbe schlägt Gerhard Herke, Präsident des heimischen Modernen Fünfkampf-Verbandes: „Der internationale Verband UIPM hat mit dem Disziplinen-Wechsel vom Reiten zum Obstacle Run auf die Anforderungen des Internationalen Olympischen Komitees reagiert. Danach muss der fünfte Wettbewerb neben Fechten, Schwimmen und dem Laserrun aus Pistolenschießen und Laufen unter anderem weltweit zugänglich, unter allen Altersklassen populär und attraktiv für Zuschauer weltweit sein, außerdem kostengünstig und leicht verständlich. Es ist zwar schade, dass das Reiten wegfällt, aber der Hindernisparcours ist eine trendige, urbane, jugendliche Sportart. Das macht die Sache für Neueinsteiger attraktiv und das ist natürlich eine große Chance für unseren Verband.“
Die Obstacle-Trainings werden jedenfalls gut angenommen. Herke: „Wir haben derzeit zwei Trainingsstützpunkte, einen in der Südstadt, einen in Graz, mit zwei echten Experten als Trainer.“ In der Südstadt ist das Mike Mölschl, ein Ex-Zehnkämpfer und Freerunner, der auf der Bundessportakademie in Wien unterrichtet, in Graz Christoph Hesse vom ASVÖ Steiermark, ein ehemaliger Teilnehmer bei Ninja Warrior Germany. „Die beiden arbeiten nicht nur mit den Jugendlichen, sondern bilden auch unsere Trainerinnen und Trainer aus. Da weht ein frischer Wind, der uns allen guttut“, ist der Präsident überzeugt.
Vom Fünfkampf zum Sechskampf
Eine die derzeit voll in den „Genuss“ dieses Selbstfindungsprozesses einer gesamten Sportart kommt, ist Lisa Axmann, Österreichs beste Fünfkämpferin. Oder vielmehr Sechskämpferin: „Derzeit besteht mein Leben nur aus Training. Weil Reiten als Teildisziplin erst im Jahr 2024 ausläuft, trainiere ich sechs Disziplinen.“ Die 20-jährige Wiener Heeressportlerin ist neben dem Olympia-Sechzehnten Gustav Gustenau für die Europaspiele 2023 in Polen qualifiziert. Dort und bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris ist das Springreiten als Teildisziplin nach wie vor im Programm. Weil die Absolventin eines Sportgymnasiums noch bei den Junioren-Welt- und Europameisterschaften 2023 startberechtigt ist, kommt für sie der Obstacle Run on top. „Im Juni bei der Junioren-EM in Istanbul ist Premiere für diese Teildisziplin. Keiner von uns weiß so ganz genau, was da auf uns zukommt. Aber gerade diesen Übergang finde ich sehr spannend.“
Das Parcours-Design hat der internationale Verband in Form des „UIPM Obstacle Catalogue“ im Jänner 2023 online gestellt. Es besteht aus 6 fixen (Steps, Big wheel, Tilting ladders, Balance beam, Wheels, Finish walls) und 2 variablen Hindernissen aus einem Pool von je 3 (Wahl 1: 1,5 m wall, Over-under, Over-under-through; Wahl 2: Swinging globes, Rings, Monkey bars), die für den jeweilige Veranstalter zur Auswahl stehen.
„Das Training mit Mike Mölschl macht wirklich Spaß, wir arbeiten zweimal die Woche entweder im Turnsaal, der Kraftkammer oder in der Jumping Warrior Halle bei der SCS. Das geht richtig rein. Vor allem die Hände werden sehr beansprucht“, beschreibt Lisa Axmann, die sich bereits Tipps für die Handpflege bei ihren Ruderkolleg:innen in der Südstadt geholt hat.
Vorfreude auf Sport Austria Finals
Bei den Sport Austria Finals wird am Freitag, 9. Juni, der mobile Ninja-Parcours am Karmeliterplatz aufgestellt. „Da kann sich jede und jeder ausprobieren“, sagt Präsident Gerhard Herke. „Unsere Coaches, Athletinnen und Athleten werden gerne zeigen, wie es funktioniert.“ Auch Lisa Axmann plant ihre Premiere bei den Sport Austria Finals: „Im Vorjahr war leider zeitgleich die U19-EM, heuer gehen sich für mich die Laserrun-Staatsmeisterschaften quasi als Generalprobe vor der Junioren-EM aus. Und am Karmeliterplatz bin ich natürlich sehr gerne dabei!“ Wer weiß, vielleicht wird dort das nächste große Talent für Olympia 2032 entdeckt…
Um dir ein optimales Erlebnis zu bieten, verwenden wir Technologien wie Cookies, um Geräteinformationen zu speichern und/oder darauf zuzugreifen. Wenn du diesen Technologien zustimmst, können wir Daten wie das Surfverhalten oder eindeutige IDs auf dieser Website verarbeiten. Wenn du deine Einwilligung nicht erteilst oder zurückziehst, können bestimmte Merkmale und Funktionen beeinträchtigt werden.
Funktional
Immer aktiv
Die technische Speicherung oder der Zugang ist unbedingt erforderlich für den rechtmäßigen Zweck, die Nutzung eines bestimmten Dienstes zu ermöglichen, der vom Teilnehmer oder Nutzer ausdrücklich gewünscht wird, oder für den alleinigen Zweck, die Übertragung einer Nachricht über ein elektronisches Kommunikationsnetz durchzuführen.
Präferenzen
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist für den rechtmäßigen Zweck der Speicherung von Präferenzen erforderlich, die nicht vom Abonnenten oder Benutzer angefordert wurden.
Statistiken
Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu statistischen Zwecken erfolgt.Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu anonymen statistischen Zwecken verwendet wird. Ohne eine Vorladung, die freiwillige Zustimmung deines Internetdienstanbieters oder zusätzliche Aufzeichnungen von Dritten können die zu diesem Zweck gespeicherten oder abgerufenen Informationen allein in der Regel nicht dazu verwendet werden, dich zu identifizieren.
Marketing
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist erforderlich, um Nutzerprofile zu erstellen, um Werbung zu versenden oder um den Nutzer auf einer Website oder über mehrere Websites hinweg zu ähnlichen Marketingzwecken zu verfolgen.