Matthias Zatschkowitsch hat seinen Staatsmeistertitel im Sportkegeln souverän verteidigt. Der Weltmeister gewinnt das Finale bei den Sport Austria Finals powered by Intersport & Holding Graz gegen Lukas Huber mit 683 zu 623 Kegel.
Im Halbfinale gegen Philipp Vsetecka hat Zatschkowitsch noch leichte Probleme und am Ende sogar weniger Kegel (663 zu 671), da er aber drei der vier Bahnen für sich entscheidet, zieht er ins Finale ein. Die vierte und letzte Bahn dabei denkbar knapp mit 165 zu 163.
“Da habe ich Glück gehabt. Jeder hätte weiterkommen können. Philipp hat wirklich gut gekegelt”, weiß Zatschkowitsch, der im Finale aber dann wieder sein wahres Können zeigt. “Da war ich von Anfang an gut drin und habe einen guten Wettkampf absolviert.”
Fabelrunde am Samstag
An das Niveau vom Samstag konnte der 23-Jährige aber nicht mehr ganz anknüpfen. Was angesichts seiner Fabelrunde von 707 ohnehin schwer möglich gewesen wäre. “Ich hätte es mir selber nicht gedacht. 660 habe ich erwartet, aber alles, was weiter raufgeht ist ein Bonus. Ein 700er ist immer was Schönes. Es war in dieser Saison bereits mein achter Offizieller.”
Im zweiten Halbfinale setzt sich Huber gegen Andreas Eisl mit 598 zu 570 durch, beide gewinnen je zwei Bahnen.
Bei den Damen kürt sich Julia Huber zur Staatsmeisterin. Sie bezwingt im Finale Martina Vegerbauer mit 557 zu 501.
“Ich habe von mir selbst eine Top-Platzierung erwartet. Gott sei Dank habe ich es letztlich auch geschafft.”
Mission Titelverteidigung gescheitert. Nach zwei Wasserball-Titeln bei den Damen in Folge musst sich die Mannschaft WBC Tirol dem ASV Wien geschlagen geben. Die Wienerinnen verloren gegen die Tirolerinnen zwar Spiel 1 knapp, kämpften sich aber in die Finalserie zurück, glichen aus und erzwangen eine Entscheidungspartie. Diese hatte es in sich und war an Dramatik kaum zu überbieten. Am Ende sollte die Titelentscheidung im Fünfmeterschießen fallen. Der ASV Wien zeigte sich am Sonntagnachmittag effizienter und konnten sich letztendlich über den Sieg in der Auster Graz freuen.
Auch bei den Herren gab es einen neuen Champion. Nachdem die Mannschaft WBV Graz im letzten Jahr noch Platz 3 holte, sollte 2022 ihre große Stunde schlagen. Nach einer starken Performance konnten die Lokalmatadore auch im Finale ihre Leistung bestätigen und setzen sich gegen den WBC Tirol am Ende verdient mit 10:6 durch.
„Für uns war es ein sehr intensives Wochenende mit vielen Spielen. Das ist zum Schluss richtig an die Kraftreserven gegangen. Für das Finale waren wir sehr gut vorbereitet und haben uns eine gute Taktik zurechtgelegt. Ich bin sehr froh, dass wir das unser Spiel durchgezogen und uns den Cup-Titel geholt haben. Es macht uns sehr stolz, dass uns das zu Hause in Graz gelungen ist. Den tollen Erfolg werden wir heute noch ein bisschen feiern, das haben wir uns verdient“, zeigten sich die Gewinner mehr als zufrieden.
ERGEBNISSE
Damen (Best of 3) WBC Tirol vs. ASV Wien; 13:12 ASV Wien vs. WBC Tirol; 14:7 ASV Wien vs. WBC Tirol; 12:10
Herren Spiel1: WBC Tirol vs. Paris Lodron Salzburg; 23:16 Spiel 2: WBV Graz vs. ASV Wien; 12:9 Spiel 3: ASV Wien vs. WBC Tirol; 14:15 Spiel 4: WBV Graz vs. Paris Lodron Salzburg; 15:12 Finale: WBV Graz vs. WBC Tirol; 10:6
Atemberaubende Atmosphäre bei der Österreichischen Staatsmeisterschaft im Orientierungslauf. Im Rahmen der Sport Austria Finals powered by Intersport & Holding Graz fanden am Sonntag die Titelentscheidungen im Sprint und in der Mixed-Sprint-Staffel statt – und das mitten in der Grazer Innenstadt!
Auf der spektakulären Strecke über den Schlossberg, vorbei am Uhrturm, mussten bei den Herren 3,7 Kilometer und 24 Posten absolviert werden. war bei den Herren Jannis Bonek (NWN Naturfreunde Wien) in 14:54 Minuten der Schnellste. „Mein Lauf war sehr gut, vor allem der Start, also eigentlich hatte ich alles unter Kontrolle“, zeigt sich der 22-jährige Wiener zufrieden. „Gegen Ende hatte ich ein paar Unsicherheiten und ein paar suboptimale Routen genommen, dann noch einen Durchgang verpasst und dadurch ein bisschen Zeit verloren.“
Bonek konnte damit seinen Staatsmeistertitel aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigen. Am Ende hatte der WM-20. 22 Sekunden Vorsprung auf Lukas Novak (LAC Leibnitzer AC OLG), der eine Sekunde vor Gernot Ymsen (HPF HSV Pinkafeld) Rang zwei holen konnte.
Bei den Damen mussten 3,2 Kilometer und 23 Posten absolviert werden. Ursula Fesslhofer (OCF OC Fürstenfeld) war in 14:48 Minuten klar die Schnellste, 1:02 Minuten betrug der Vorsprung auf Laura Ramstein (OGZ OLC Graz). Weitere 44 Sekunden dahinter holte Anika Gassner (NWN Naturfreunde Wien) Rang drei.
„Besonders der erste Teil am Schlossberg war sehr tricky, was auch zu erwarten war. Ich habe mich zwar so gut wie möglich mit der Karte vorbereitet, aber es war trotzdem eine Challenge, die richtigen Routen zu finden. Im Schlussbereich war es dann schon etwas leichter – da hieß es dann Gas geben“, bilanzierte Siegerin Fesslhofer zufrieden.
In der Mixed-Sprint-Staffel holten die Naturfreunde Wien I, bestehend aus Ylvi Kastner, Florian Kurz, Jannis Bonek und Anika Gassner, in 53:52 Minuten den Titel. OLC Graz I (Johanna Trummer, Georg Gröll, Matthias Gröll, Laura Ramstein) holte den zweiten Platz und die Naturfreunde Wien II (Tina Tiefenböck, Nicolas Kastner, Erik Bonek, Jasmina Gassner) Rang drei.
Ein gelungenes Experiment: Die Staatsmeisterschaften im Trampolinspringen und in der Sportakrobatik fanden am Sonntag gemeinsam statt. Im Sportpark Graz setzten sich die Favorit:innen durch: Sara Hekele (S), Benny Wizani (W) im Einzel und gemeinsam mit Niklas Fröschl (W). Sowie Larissa Höfler, Hanna Paic und Paula Pfurtscheller (St) in der Sportakrobatik.
Sara Hekele sicherte sich ihren fünften Titel hintereinander, obwohl sie vor zwei Wochen mit einer Corona-Infektion von der EM in Rimini zurück gekehrt war: „Es hat lange nicht danach ausgesehen, als ob sich mein Start ausgehen würde. Zum Glück schon, auch wenn ich noch nicht wirklich fit war. Ich habe auf ein etwas vereinfachtes Programm und schöne Ausführung gesetzt, das hat geklappt.“
Benny Wizani, bei der EM vor zwei Wochen Vierter, holte sich seine insgesamt siebente und achte Staatsmeisterschafts-Goldmedaille: „Bei uns waren einige verletzt, daher habe ich taktiert, das ist mir aufgegangen. Das Konzept mit zwei Meisterschaften gleichzeitig hat mir extrem gut gefallen.“
Akro-WM-Bronze-Trio trennt sich
Sportlich bestens und am Ende trotzdem tränenreich verlief die Sportakrobatik-Staatsmeisterschaft für die heurigen Sportakrobatik-WM-Dritten Larissa Höfler, Hanna Paic und Paula Pfurtscheller. Denn das Erfolgstrio bestritt seinen letzten gemeinsamen Wettkampf, da sich Larissa Höfler und Hanna Paic zum Rücktritt entschlossen haben.
Höfler: „Viel mehr kann ich nicht erreichen und die Belastung im Spitzensport ist extrem hoch.“ Paic: „Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Paula macht weiter, es waren super gemeinsame Jahre, danke danke danke.“
Ebenso etwas ganz Besonderes war die „Tramp-Akro“-Doppelmeisterschaft für die diesmalige Trampolin-Versilberte Birgit Gerstenmayer. Denn sie hatte mit der Sportakrobatik begonnen und in ihrer Jugend mehrere österreichische Meistertitel gewonnen, ehe sie nach dem ersten Karriereende mit dem Trampolinspringen begann. Dort stieg sie ebenfalls zur Spitze auf, hat auch bereits einmal Synchrongold gewonnen: „Von mir aus könnten wir die Meisterschaften gerne jedes Jahr gemeinsam austragen. Ich habe mich riesig gefreut, alte Bekannte aus der Akro wieder zu treffen. Ein ganz besonderes Flair.“
Bei seinem Besuch in der Wettkampfhalle zeigte sich Sport-Austria-Präsident Hans Niessl im hohen Maß fasziniert von den gebotenen Leistungen: „Mir bleibt beim Zusehen die Luft weg. Es ist wirklich atemberaubend, was diese Top-Athlet:innen miteinander und in fast bis zu zehn Metern Höhe zuwege bringen. Ich bin begeistert.“
Turnverbands-Präsident Friedrich Manseder gab das Kompliment zurück: „Die Sport Austria Finals sind ein großartiges Konzept, zu dem ich der Sport Austria herzlich gratuliere. Wir haben sehr gerne unseren Beitrag zum Gelingen geleistet.“
Es war das erhoffte Traumfinale! Im Ultimate Frisbee Mixed trafen bei den Sport Austria Finals powered by Intersport & Holding Graz die beiden Top-Teams der Vorrunde aufeinander: Catchup Graz gegen das Wunderteam aus Wien.
Heiß waren aber nur die äußeren Bedingungen, auf dem Feld ging es – wie könnte es bei der fairsten Mannschaftssportart der Welt auch anders sein? – so gar nicht hitzig zu.
Auch weil die Titelverteidiger aus Graz früh in Führung gingen und diese im weiteren Spielverlauf auch nicht mehr aus der Hand gaben. Am Ende hieß es 15:9 für die Steirer, die nicht nur ihren Vorjahreserfolg wiederholten konnten, sondern damit national bereits seit 2018 das Maß der Dinge sind.
„Wir haben sehr viel Respekt gehabt, wussten, dass wir alles geben müssen, weil das Wunderteam sehr gut drauf ist. Aber schlussendlich haben wir ein richtig cooles Finale gespielt“, freute sich Marlen Kainzmayer von Catchup Graz stellvertretend für ihre TeamkollegInnen über den Erfolg.
Und zwei Turniertage mit dem Besten, das Ultimate Frisbee in Österreich zu bieten hat. „Es war alles top organisiert, wir haben viele gute Spiele gesehen und vor allem die sechs besten Teams aus Österreich.“ Platz drei ging an die ZomBees aus Wien, die sich gegen die Mosquitos Klosterneuburg durchsetzen konnten.
Für Catchup Graz wartet nach den Sport Austria Finals in diesem Sommer noch ein weiteres Highlight. Ende Juli steht die Weltmeisterschaft in Cincinnati, Ohio auf dem Programm, bei der sich die rot-weiß-rote Nummer 1 gute Chancen ausrechnet.
Kainzmayer: „Die Sport Austria Finals waren unser letztes Vorbereitungsturnier vor der WM. Wir konnten noch einmal richtig viel Selbstvertrauen tanken und reisen guter Dinge nach Amerika!“
Der Breaking-Bewerb bei den Sport Austria Finals powered by Intersport & Holding Graz endet mit einer Überraschung: Top-Favorit Lil Zoo muss sich The Wolfer geschlagen geben und verpasst eigentlich den Staatsmeistertitel. Lil Zoo profitiert aber davon, dass The Wolfer kein österreichischer Staatsbürger ist und erbt somit den Titel.
In einem hochklassigen Battle am Grazer Karmeliterplatz sieht zunächst alles nach einem Sieg des Favoriten aus. The Wolfer steigert sich aber – angefeuert von einem tollen Publikum – von Runde zu Runde und gewinnt schließlich mit 7 zu 5 Judge-Votes.
Für Lil Zoo bleibt als Trost immerhin der erste offizielle Staatsmeistertitel. Im vergangenen Jahr hat der gebürtige Marokkaner zwar gewonnen, musste seinen Titel aber ebenfalls abgeben, weil er noch keine österreichische Staatsbürgerschaft hatte.
Beim Damen-Battle geht es ebenfalls hochklassig und spannend zur Sache. Das Duell zwischen Sina und Esthalavista muss sogar über eine fünfte Runde entschieden werden, wo Sina letztlich über den Staatsmeistertitel jubeln darf.
Im HipHop-Freestyle-Bewerb kürt sich Tendo nach seinem Sieg im Finale gegen Thaliya zum Staatsmeister.
Vier Wettkampftage bei den Sport Austria Finals powered by Intersport & Holding Graz, vier Racketlon-Turniertage im Racket Sport Center Graz. Vollgepackt mit hochklassigen Duellen an der Tischtennis-Platte, am Badminton-Platz, in der Squash-Box und am Tennisplatz.
Zum Abschluss standen am Sonntag die Einzel-Entscheidungen bei Damen und Herren auf dem Programm. Und da kam es im Herren-Finale zum Giganten-Duell zwischen dem ungesetzten Michael Dickert, Gewinner des Doppel-Bewerbs, und RFA-Präsident Marcel Weigl – das an Spannung nicht zu überbieten war.
Und erst mit dem allerletzten Punkt, dem sogenannten Gummiarm, entschieden wurde. Der Entscheidungspunkt wird im Tennis ausgespielt, wenn die Gesamtpunktezahl der Spieler nach vier Sätzen unentschieden ist. Das Los entscheidet über das Service und es gibt keinen zweiten Aufschlag. Weigl gewann das Los und entschied sich für Rückschlag, dieser landete jedoch im Netz. So hieß es am Ende 18:21 (Tischtennis), 21:14 (Badminton), 15:21 (Squash), 25:22 (Tennis) für Dickert, der vor dem Gummiarm drei Matchbälle abwehren konnte.
„Alleine mit dem Präsidenten im Finale am Platz stehen zu dürfen – und dann noch so eine Entscheidung zu haben, das macht diesen Titel ganz besonders“, freute sich Dickert über ein erfolgreiches Wochenende. „Ich konnte vor den Finals nur ein paar Wochen trainieren, deshalb ist es extrem cool, dass ich mit zwei Titeln nach Hause fahren kann.“
Des einen Freud, des anderen Leid. Der RFA-Präsident hielt mit seinem Frust nicht hinter dem Schlossberg: „Es tut einfach nur weh! Ich habe drei Matchbälle vergeben – unmöglich normal! Dass es überhaupt zu diesem Gummiarm gekommen ist, ist eine Frechheit. Davon werde ich mich so schnell nicht erholen.“
Zum Glück geht’s für Weigl, der die Chance ausließ, zum zweiten Mal nach 2004 und also 18 Jahre später den Einzel-Titel zu gewinnen, nun eine Woche auf Urlaub. Ein neues Ziel hat er sich bereits gesteckt: „Ich möchte bei der Heim-Weltmeisterschaft in Graz den WM-Titel in der Kategorie 45+ holen. Wenn ich die Leistung vom heutigen Finale wiederholen kann, stehen meine Chancen nicht so schlecht.“ Der dritte Platz im Herren-Einzel ging an Emanuel Schöpf.
Bei den Damen holte sich Bettina Bugl den Titel, sie setzte sich im Finale gegen Irina Olsacher durch. Clarissa Steiner jubelte über Bronze.
Die Österreichischen Footvolley-Meisterschaften 2022 (ÖMS) sind geschlagen und bringen neue Titelträger:innen. Im Rahmen der Sport Austria Finals powered by Intersport & Holding Graz hat sich der Freiheitsplatz zum Beach-Paradies verwandelt.
Die amtierende Europameisterin Antonia Missethan holte sich mit ihrer Partnerin Julia Rauch den Frauen-Titel, Jakob Hofmann-Wellenhof gewann mit Josef Luster den offenen Bewerb. Gemeinsam entschieden Missethan/Hofmann-Wellenhof den Mixed-Bewerb für sich.
Finale gedreht
Der offene Bewerb, bei dem die besten 16 Teams des Landes antraten, versprach besondere Brisanz: Nach der coronabedingten Abwesenheit des amtierenden Staatsmeisters Klemens Hofmann-Wellenhof, trat sein Partner und Bruder Jakob mit Josef Luster an. Die Titelentscheidung wurde dadurch offener, und Teams wie Rauch/Neuhold, Peitler/Lutz machen sich berechtigte Hoffnungen auf eine Überraschung.
Nach einem packenden Halbfinale schafften es Jakob Rauch/Dani Neuhold und Jakob Hofmann-Wellenhof /Josef Luster ins Finale. Dort gewannen Rauch/Neuhold sogar den ersten Satz und die Überraschung lag in der Luft. Im zweiten Satz wendete sich das Blatt zugunsten der Favoriten, sie glichen aus.
Der dritte Satz brachte höchstes Footvolley-Niveau, die Zuseher:innen machten voll mit: Josef Luster versenkte letztendlich den Matchball zum 15:12 (2:1) im Sand.
Dritter wurden die „Young-Guns“ Peitler/Lutz nach einer starken Leistung gegen Nikolaus und Verbands-Präsident Benedikt Hofmann-Wellenhof (2:1 in Sätzen).
Großes Finale
Das mit Spannung erwartete Duell zwischen den Europameisterinnen 2021 Antonia Missethan/Julia Rauch und den starken Nina Steinbauer/Tina Kulhanek ging an Erstere. Beide Frauen-Duos vertreten Österreich nächste Woche bei der „EFVL World Challenge Graz 2022“ am Freiheitsplatz, wenn die besten 12 Frauen- und Herrenteams der Welt anreisen.
In einem spannenden Mixed-Finale behielten Antonia Missethan und Jakob Hofmann-Wellenhof gegen die Geschwister Julia und Jakob Rauch mit 2:1 in Sätzen die Oberhand. Stolze 13 Mixed-Teams traten an und zeigten durchwegs spannende Partien und gutes Niveau.
Nächste Woche bei der „EFVL World Challenge“ geht es weiter in Graz. Die weltbesten Herren- und Frauen-Teams rund um die Brasilianer:innen Hiltinho/Franklin und Lane/Ray kommen in die steirische Landeshauptstadt und verwandeln den Freiheitsplatz erneut in ein Beach-Paradies.
Titel verteidigt. Nach dem Gewinn der nachgeholten Staatsmeisterschaft 2021 im Februar dieses Jahres war Catalina Pasa auch im Rahmen der Sport Austria Finals powered by Intersport & Holding Graz das Maß der Dinge und setzte sich gegen ihre Konkurrentin Bianca Serloth in einer nervenaufreibenden Partie mit 5:3 durch. Am Beginn sah es zunächst nach einer klaren Sache für die Titelverteidigerin aus, die schnell mit 3 Legs in Führung ging. Serloth, die im Finale zweimal 180 geworfen hat, kämpfte sich zurück. Am Ende zeigten beide Spielerinnen Nerven, wackelten beim Ausmachen der Legs und sorgten so für ein hochspannendes Finale. Nach 11 vergebenen Matchdarts fielen Pasa einige Steine vom Herzen, als sie mit der Doppeleins und einem Average von 49,48 letztendlich ihren nächsten Staatsmeistertitel einfuhr.
„Am Anfang habe ich versucht locker zu sein, das hat super geklappt. Irgendwann habe ich realisiert, dass ich es innerhalb von wenigen Monaten wieder schaffen kann. Ich habe zu diesem Zeitpunkt zum Nachdenken begonnen, dann bin ich nervös geworden und habe meinen Faden verloren. Bianca hat super Runden gespielt und richtig Druck aufgebaut. Als der letzte Dart dann am Schluss den Weg ins richtige Feld gefunden hat, sind mir 1.000 Felsen vom Herzen gefallen. Es ist dann alles abgefallen und die Emotionen sind hochgekommen. Die Titelverteidigung hat einen enorm hohen Stellenwert für mich – so ein Gefühl hatte ich noch nie. Es ist der größte Erfolg, den ich in meiner Karriere selbst erreicht habe“, konnte Pasa ihr Glück kaum in Worte fassen.
Bei den Herren sollte das Finale auf den ersten Blick eine klare Angelegenheit werden. Patrik Gosnak fand von Anfang an seinen Rhythmus, spielte sich in einen Flow und holte sich gegen Christian Kallinger mit einem 6:2 den Sieg. Auch wenn das Ergebnis auf eine klare Partie schließen ließ und Gosnak verdient seinen siebten Matchdarts verwandelte, sah es in der Praxis ein wenig anders aus. Während der Sieger auf einen Punkteschnitt von 68,82 kam, hielt sein Konkurrent dagegen und beendete das Finale mit einem Average von 68,80.
„Ich bin echt erleichtert und froh, dass es vorbei ist. Die Leistung hat super gepasst, auch wenn es aufgrund der warmen Bedingungen in der Halle nicht leicht war. Ich bin sehr optimistisch in das Finale gegangen und konnte von Anfang an mein Spiel durchziehen. Wir haben unsere Premiere bei den Sport Austria Finals genossen, die Organisation war perfekt. Jetzt genieße ich den Sieg in Ruhe und freue mich auf die Europameisterschaft im August, für die ich mich mit dem heutigen Sieg qualifiziert habe“, resümierte Gosnak nach der Siegerehrung.
„Unsere Eindrücke waren bislang sehr positiv. Wir haben alles so vorgefunden, wie wir uns das vorgestellt haben. Die Bedingungen in der Halle waren nahezu perfekt und haben für eine perfekte Dartsveranstaltung gesorgt. Die erstmalige Teilnahme an den Sport Austria Finals hat uns eine erweiterte Außenwirkung ermöglicht. Wir hoffen und rechnen damit, dass wir dadurch langfristig in puncto Mitgliederzahl zulegen können und es auch schaffen, in den noch vier offenen Bundesländern auch Landesverbände installieren können. Wir sind auf einem sehr guten Weg und bekommen langsam aber doch den Stempel „Kneipensport“ weg“, zeigte sich ÖDV-Präsident Dr. Friedrich Frühwald erfreut.
Benny Wizani (20) ist
Österreichs bester Trampolinspringer mit 8 Staatsmeistertiteln in der
Elite-Klasse. Vor vier Jahren gewann der aktuelle EM-Vierte bei den
Olympischen Jugendspielen in Buenos Aires Bronze. Im Interview spricht
der Heeressportler über hochfliegende Pläne, sein Scheitern vor Tokio,
seine neue Strategie für die Olympia-Qualifikation Paris 2024 und die
Vorfreude auf das Multisport-Event Sport Austria Finals.
Du bist Anfang Juni
bei der Trampolin-EM in Rimini mit einer Weltklasseleistung um wenige
Hundertstel der Bronzemedaille vorbeigeschrammt – ärgerlich?
Benny Wizani:
Im Gegenteil, ich bin extrem happy. Klar war es knapp zur Medaille.
Aber jetzt habe ich mir endlich bewiesen, dass ich bei der Elite
wirklich im Spitzenfeld angekommen bin.
Wann bist du zum ersten Mal mit dem Trampolin in Berührung gekommen?
Wizani:
Wir wohnen in Absdorf bei Tulln und meine Eltern gingen mit mir als
Kleinkind gerne der Donau entlang spazieren. Dort gibt es einen
Minigolfplatz mit Freizeittrampolinen, bei dem wir oft Pause gemacht
haben. Seit ich gehen konnte, war ich da auf dem Trampolin drauf und man
hat mich nicht mehr heruntergebracht. Ich habe mir von Anfang an alles
von den Großen abgeschaut. Da war ich extrem ehrgeizig und habe das
alles so lange nachgemacht, bis ich es besser konnte als die.
Okay, aber wie ist aus dieser Freizeitbeschäftigung eine Sportkarriere geworden?
Wizani:
Meine Eltern hatten zwar nichts mit Turnen am Hut, aber mein Papa hat
als Kajak-Fahrer Leistungssport betrieben und beide haben wohl gesehen,
dass ich viel Talent hatte. Also haben sie einen Verein gesucht. In
Niederösterreich gab es aber keinen. Der nächstgelegene war in Wien im
20. Bezirk in der Hopsagasse. Die Mama ist mit mir dorthin gefahren. Die
wollten mich aber nicht nehmen, weil ich erst 5 Jahre alt war. Zum
Glück war sie hartnäckig und so durfte ich vorspringen. Nach 5 Minuten
haben die Trainer gesagt, okay, den nehmen wir.
Wie ging es weiter?
Wizani:
Dreimal in der Woche sind meine Eltern mit mir nach der Schule in die
Hopsagasse gefahren und haben mich nach dem Training wieder abgeholt.
Die haben da einen Mordsaufwand betrieben. Ohne deren Einsatz wäre ich
niemals so weit gekommen. Erst als ich ein bisschen größer war, bin ich
alleine von Absdorf mit dem Zug nach Heiligenstadt und mit dem Bus in
die Trainingshalle gefahren.
Was war dein Antrieb, dein Ziel?
Wizani:
Am Anfang war es die reine Freude, der Spaß an der Bewegung, das
Springen, das Auspowern und neue Tricks lernen. Das mit Olympia kam
recht spät, da war ich 11 Jahre alt und habe zum ersten Mal die Spiele
in London 2012 bewusst mitbekommen. Als ich im Fernsehen gesehen habe,
dass das so ein Riesending ist, habe ich gewusst, da will ich auch
einmal hin!
Du bist 2018 bei den
Olympischen Jugendspielen in Buenos Aires zum ersten Mal mit den fünf
Ringen in Berührung gekommen. Wie wichtig war diese Erfahrung für dich?
Wizani:
Diese Youth Olympic Games waren das Größte, was ich bis jetzt erlebt
habe. Es war 1:1 so, wie ich die Olympischen Spiele bislang aus
Fernsehübertragungen kannte. Tausende Fans in der Halle, das Olympische
Dorf voller Athletinnen und Athleten, nur das alle in meinem Alter
waren. Ich kann mich noch gut an mein Trampolin-Finale erinnern, das war
um 18 Uhr am Abend angesetzt. Als mein Trainer Willi Wöber und ich in
der Früh um 6 Uhr in die Halle gekommen sind, sind die Leute dort schon
Schlange gestanden und haben auf den Einlass gewartet. Es war einfach
gewaltig.
Du hast damals Bronze
vor dem aktuellen weißrussischen Olympia-Sieger und Weltmeister Ivan
Litvinovich geholt. Was war das für ein Gefühl?
Wizani:
Niemand hätte gedacht, dass Litvinovich, der als Letzter aufs Trampolin
ging, so auslassen würde. Ich hatte mich schon mit dem vierten Platz
abgefunden und dann haben ihm offenbar die Nerven versagt. Es war ein
unglaubliches Gefühl, pure Freude! Aber seit damals hat Litvinovich
niemand mehr geschlagen, der springt in einer eigenen Liga.
Und du hast dich voll auf das Ziel Olympia 2020 in Tokio konzentriert…
Wizani:
Ja, ich stand vor der Entscheidung, in der Nachwuchsklasse weitermachen
oder gleich in die Elite wechseln. Da man unseren Sport nicht sehr
lange auf so hohem Niveau betreiben kann, weil die Belastung für den
Körper so hoch ist, habe ich mich dazu entschlossen, die Schule (Anm.:
Benny Wizani ging damals in die 6. Klasse Sportgymnasium Karajangasse in
Wien 20) abzubrechen und mich voll auf den Sport zu konzentrieren. Seit
2019 bin ich Heeressportler und kann seither arbeiten wie ein Profi.
Die Matura werde ich nachholen!
Die Qualifikation für Tokio hast du verpasst, was ist da schiefgelaufen?
Wizani:
Abgesehen von den Verletzungen hat mir das falsche Mindset das Genick
gebrochen. Ich habe mir selbst zu viel Druck gemacht, wollte alles
erzwingen. Dann fehlt aber am Trampolin die nötige Leichtigkeit.
Dein Ziel bleibt aber Olympia. Was hast du dir für die Quali für Paris 2024 vorgenommen?
Wizani:
Ich habe das Mindset des Fünfjährigen Benny wiederentdeckt. Auch
zuletzt bei der Europameisterschaft in Rimini hatte ich den Spaß meines
Lebens! Ich bin jeden Tag mit einem Lächeln auf das Trampolin gegangen,
hatte keine Erwartungen, der Spaß stand im Vordergrund. Dann bin ich
sogar mit einem Sieg im Semifinale in die Schlussrunde eingezogen, das
war richtig sick! Und Platz 4 im Finale war auch nicht schlecht. Bis die
Qualifikation im Jänner 2023 beginnt, möchte ich die Zeit auf jeden
Fall nutzen, um nochmal das Bestmögliche aus mir herauszuholen und am
Schwierigkeitsgrad meiner Übungen weiterzuschrauben. Dann sollte einer
Olympia-Qualifikation springerisch auf jeden Fall nichts mehr im Wege
stehen. Die größte Aufgabe wird sein, auch im Kopf fit zu bleiben und
das lerne ich gerade sehr, sehr gut!
Du wirst in Graz
deinen Staatsmeister-Titel zum ersten Mal im Rahmen der Sport Austria
Finals verteidigen. Wie gefällt dir diese Multisport-Veranstaltung?
Wizani:
Ich wäre schon gerne im Vorjahr bei der Premiere dabei gewesen, leider
hatten wir da ein internationales Turnier. Umso schöner, dass wir mit
dem Trampolin heuer auch dabei sein dürfen. Ich freue mich extrem auf
die vielen anderen Sportarten. Es ist einfach eine gute Energie, wenn so
viele Sportlerinnen und Sportler auf einem Fleck zusammenkommen. Und
ich kann nur allen empfehlen, kommt vorbei, schaut euch das an und
probiert am besten vieles gleich selber aus.
Apropos schaut euch das an: Warum sollte man sich Trampolinspringen im Raiffeisen-Sportpark nicht entgehen lassen?
Wizani:
Weil es ein echtes Sportspektakel ist. Wir springen auf unseren
5×3-Meter großen Trampolins zwischen 8 und 9 Meter hoch, manchmal sogar
höher, machen Dreifachsalti, viele Schrauben – ich denke, wir bieten
eine echt gute Show, nicht umsonst kommt unsere Sportart ja ursprünglich
aus dem Zirkus!
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