Von allem alles, und das doppelt. Graz-Stattegg bittet binnen weniger Wochen zu gleich zwei Mountainbike-Großveranstaltungen. Den Anfang macht das Grazer Bike Opening in Stattegg von 28.04.-02.05. Wenige Wochen später geht es beim Grazer Bike Festival im Rahmen der Sport Austria Finals powered by Graz Holding um die Meistertitel im Hillclimb und Pumptrack.
Beim Auftakt des Bike Openings in Stattegg geht es gleich um Titelehren – dort wird gleich am ersten Veranstaltungstag die Österreichische Meisterschaft im Cross Country Short Track über die Bühne gehen. Und die will sich niemand entgehen lassen – auch in diesem Jahr dürfen sich Sportbegeisterte auf geballte Starpower freuen: Titelverteidigerin im Short Track und Olympia-Teilnehmerin Laura Stigger sowie Olympia-Starter Maximilian Foidl werden in Stattegg um die Staatsmeistertitel kämpfen.
Es wartet also ein actionreicher, schneller, spannender und heiß umkämpfter Start ins Wochenende. Die junge Disziplin Cross Country Short Track hat es in sich. Ein Rennen dauert knapp 30 Minuten und zeichnet sich durch die hohe Ereignisdichte aus – es wird gesprintet, geschnitten und taktiert. Besonders spannend ist Cross Country Short Track für die Zuseher:innen vor Ort, denn alle paar Minuten kommen die Athlet:innen an den Rängen in Stattegg vorbei.
Über Stock und Stein
Im Rahmen des Austria Youngsters Cup am 29. April machen es die Kleinen den Großen nach. Der MTB-Nachwuchs misst sich in der MTB-Kombi, einer facettenreichen, zehnteiligen Serie. Es wartet ein etwas kürzeres XCO-Rennen, dem ein Technikbewerb vorausgeht, ehe es auf die von Steinen und Wurzeln durchzogenen Trails der Jugend-EM geht.
Vergleichsweise klassisch ist das Programm an den Folgetagen: Am 30. April rittern die Junior:innen und U23-Athlet:innen um massig Punkte und Preisgeld in der Kategorie C1 – der XCO-Bewerb zählt auch zur Mountainbike Liga Austria. Ebenfalls im XCO gibt sich die Elite beider Geschlechter am 1. Mai auf den berühmt-berüchtigten Trails am Fuße des Schöckl die Ehre.
Am 2. Mai wird mit den Steirischen-Schulmeisterschaften ein aufregender Schlusspunkt des ersten Saisonhighlights gesetzt.
Meister:innen-Party bei den Sport Austria Finals
Nur wenige Wochen später werden im Rahmen der dritten Sport Austria Finals powered by Holding Graz die Staatsmeistertitel im Hillclimb und Pumptrack vergeben. Die Mountainbike-Bewerbe im Rahmen der Finals finden am 8. und 9. Juni statt.
Am 8. Juni macht Hillclimb in Stattegg den Anfang – die Ausdauer-Junkies erheben sich vom Fuß des Schöckls auf dessen Gipfel und küren dort ihren Besten. Tags darauf folgt eine Premiere: In Gratkorn wird die erste österreichische Meisterschaft im Pumptrack ausgetragen!
In Graz-Stattegg fanden am Abend des 28. April die Österreichischen Staatsmeisterschaften im Mountainbike Cross-Country Short Track statt. In der Höllbach-Arena setzten sich die Tirolerin Laura Stigger und ihr Landsmann Gregor Raggl auf einem sehr selektiven Kurs in der Elite durch. Damit wiederholten beide ihre Goldmedaille, die sie auch vor einem Jahr in Graz holten.
„Getrau meinem Motto “Olm Volle” habe ich von Start bis zum Ziel Vollgas gegeben“, grinste Stigger, die sich auf den letzten Runden von ihrer schärfsten Kontrahentin Tamara Wiedmann absetzen konnte. „Ich mag Stattegg, bin jetzt schon das zehnte Jahr in Folge da. Für mich sind die Rennen hier ein Pflichttermin“, fügte die Tirolerin an, die sich am Stadtrand der steirischen Landeshauptstadt schon zur Jugend-Europameisterin krönte.
Lange Zeit konnte Wiedmann sich am Hinterrad ihrer Tiroler Landsfrau halten, musste Stigger aber schlussendlichziehen lassen. „Ich bin trotzdem sehr zufrieden. Silber war das angepeilte Ziel und das habe ich erreicht“, erklärte die 21-jährige Wiedmann, die wie Stigger aus Haiming stammt. Mit der Bronzemedaille überraschte die Juniorin Eva Herzog aus Kärnten. „Das kam ja ziemlich überraschend. Aber das Gefühl war sehr gut und mir hat es richtig getaugt heute“, resümiert sie.
Entscheidung in der Schlussrunde
Bei den Männern kämpften bis zur Rennhälfte um die zehn Fahrer um die vordersten Positionen. Am Ende reduzierten die beiden Elite-Spezialisten Gregor Raggl und Maximilian Foidl die Spitzengruppe zuerst auf sechs Fahrer, dann machten sie sich gemeinsam auf die letzten beiden Runden auf. In der Schlussrunde setzte dann Raggl die entscheidende Attacke, löste sich von seinem Tiroler Landsmann und sicherte sich die erfolgreiche Titelverteidigung.
„Ich habe in der Früh bei der Kursbesichtigung schon festgestellt, dass ich es nicht auf einen Sprint rauslaufen lassen will. Deshalb habe ich mich für die Attacke entschieden“, berichtete Raggl und Foidl kommentierte: „Ich konnte ihm nicht mehr folgen und bei dem Kurs ist es dann schwierig wieder ranzukommen.“
In einem schnellen Rennen hielten vor allem die jungen U23-Fahrer lange mit den beiden Elitefahrern mit. Am Ende landete der Vorarlberger Kilian Feurstein auf dem dritten Platz: „Das war das Ziel und ich bin mehr als happy. Es gab viele Positionskämpfe und ich bin richtig stolz, dass ich mich da durchsetzen konnte.
Wenn René Hernesz über „seine“ Sportarten spricht, dann sprudelt es regelrecht aus ihm heraus. Und man spürt in jedem Wort, dass Sport für ihn weit mehr als nur Bewegung und Spaß am Spiel ist. Er ist mittlerweile zu einem Lebensmittelpunkt geworden. Das war aber nicht immer so. Erst ein schwerer Schicksalsschlag hat den Steirer zum Sport gebracht.
April 2010. Ein schwerer Autounfall ändert das Leben von Hernesz schlagartig. Querschnittslähmung, Rollstuhl. Für den Steirer ist aber bald klar, dass er seinem Schicksal etwas entgegensetzen will: Und das heißt Sport. Hernesz beginnt aufgrund seiner schweren Knieverletzungen zuerst mit Tischtennis, wo er schon gleich zu Beginn erste Erfolge feiert.
Härte und Teamgeist begeistern Hernesz
Wenig später kommt er in der Reha in Tobelbad zum ersten Mal mit Rollstuhl-Rugby in Berührung. Und ist – wie Bayern-Trainer Thomas Tuchel sagen würde – schockverliebt. „Mir ist sofort das Herz aufgegangen. Die Härte, ohne Tabu einfach wen anderen niederzufahren, hat mir auch gefallen“, lacht Hernesz. Natürlich ist es nicht nur der Härte-Faktor, der ihn fasziniert – auch der Teamgeist und die taktischen Finessen begeistern das Multisport-Talent.
„Ich empfehle grundsätzlich jedem Menschen, der im Rollstuhl sitzt, dass er Sport betreibt. Man lernt dadurch viele Menschen kennen, denen es ähnlich geht. Auch das Teamgefühl im Sport ist genial, weil man ja gemeinsam an den Aufgaben wächst. Das muss gar nicht auf einem professionellen Level sein, es reicht schon Breitensport-Niveau“, so Hernesz, der neben Rugby auch noch Rollstuhl-Basketball in der win2day Rollstuhl-Basketball-Bundesliga spielt.
Beim Rollstuhl-Rugby geht es ziemlich zur Sache.
Hernesz lebte den „American Dream“
Im Rugby gehört der 36-Jährige als High-Pointer zu den besten Spielern Österreichs. High-Pointner bedeutet, dass er im Vergleich zu anderen noch über höhere Körperfunktionen verfügt. „Wir spielen mit 8 Punkten am Feld. Die Punkte stehen in dem Fall für Körperfunktionen. Mit wenig Funktion geht es bei 0,5 los, bei vielen Funktionen wie bei mir ist man bei 3,5 Punkten. Damit das Ganze ausgeglichen und fair gestaltet ist, darf man maximal 8 Punkte am Feld haben. So hat auch jede Körperfunktion ihre Wichtigkeit am Spielfeld. Meine Rolle funktioniert nicht, wenn ein 0,5-Punkte-Spieler seine Aufgabe nicht erfüllt“, erklärt Hernesz.
Sein Rugby-Talent hat den Steirer sogar in die USA gebracht. Insgesamt zwei Saisonen spielte er für Los Angeles und durfte dort in eine ganz andere Welt eintauchen. „Es ist mit Österreich nicht vergleichbar. Die Rugby-Community steckt bei uns im Vergleich zu Amerika noch in den Kinderschuhen. Auch was die mediale Aufmerksamkeit und die finanziellen Möglichkeiten betrifft. In den USA ist alles professionell aufgestellt, die Spiele werden im TV übertragen und die Zeitungen berichten ebenfalls darüber. Bei uns liest du nicht einmal eine Zeile darüber, weil die Medien kein Interesse daran haben.“
Hernesz spielt nicht nur Rugby, sondern ist auch in der Rollstuhl-Basketball-Bundesliga aktiv.
Inklusion muss weiter vorangetrieben werden
Generell sei Amerika in Sachen Inklusion viel weiter. Auch, so Hernesz, weil das historisch bedingt ist. „Es klingt vielleicht blöd, aber Amerika ist eine Kriegsnation, die dadurch immer schon viele behinderte Menschen hatte. Dementsprechend früh hat man dort mit Inklusion begonnen.“ Damit auch in Österreich in Sachen Inklusion noch mehr passiert, engagiert sich Hernesz als Vorstandsmitglied beim Verein „Soziale Projekte Steiermark“. Mit dem Ziel, alle Menschen, die etwas aus der Gesellschaft gefallen sind, wieder in die Mitte zurückzuholen.
„Es geht uns nicht nur um behinderte Menschen, sondern auch um sozial schwache oder obdachlose Menschen“, erklärt Hernesz. „Wir wollen eine Plattform schaffen, wo diese Menschen Aufmerksamkeit bekommen. Es gibt den Menschen auch ihre Würde zurück, wenn sie wieder Teil der Gesellschaft werden.“ Natürlich ist ihm als Betroffener ein besonderes Anliegen, dass sich die Situation für Rollstuhlfahrer:innen weiter verbessert. „Es ist in den vergangenen zehn Jahren schon viel weitergegangen, aber wenn ich Amerika als Vergleich heranziehe, dann sind wir trotzdem noch in der Steinzeit. In Los Angeles suche ich beispielsweise ein Lokal ohne Rollstuhl-WC gleich lang, wie ich in Graz ein Lokal mit Rollstuhl-WC suche. Es sind oft nur Kleinigkeiten, an denen es scheitert, dass Lokale oder Geschäfte inklusiv sind.“
Sport Austria Finals als großes Highlight
Apropos Graz: Ein großes Highlight steigt für Hernesz im Juni, wenn in der steirischen Landeshauptstadt die Sport Austria Finals powered by Holding Graz über die Bühne gehen. Nachdem er vergangenes Jahr schon mit Rollstuhl-Basketball dabei war, darf er 2023 nun mit Rollstuhl-Rugby seine Finals-Premiere feiern. „Ich finde es total cool, dass so ein Event gemacht wird. Man hat eine große mediale Aufmerksamkeit und kann so Menschen mit seiner Sportart in Berührung bringen, die sonst noch nie was davon gehört haben. Für uns ist so eine Werbung unbezahlbar.“
Sportlich hat der Top-Spieler der Steirischen Eichen ein klares Ziel: Nach dem Vizemeistertitel 2022 soll in diesem Jahr wieder der Meistertitel her. „Wir sind der Favorit auf den Titel. Vor allem zu Hause in Graz wollen wir den Platz als Sieger verlassen. Das ist schon ein großer Motivationsfaktor. Die Vorfreude ist jedenfalls riesig! Wir wissen, dass wir viele Leute in die Halle kriegen werden und dementsprechend viel Unterstützung haben.“
Vom 12. bis 14. Mai finden im tschechischen Nove Mesto die ersten Bewerbe der Mountainbike World Series 2023 statt. Für die Haiminger Heeressportlerin Laura Stigger vom Team Specialized Factory Racing beginnt damit ab sofort der Countdown zu den, mit der Weltmeisterschaft in Schottland und der Europameisterschaft in Polen, wichtigsten Rennen der Saison.
Bis es in Tschechien los geht, stehen für Stigger noch einige sportliche Herausforderungen am Programm. Zunächst geht sie am 28. April in Graz/Stattegg als Titelverteidigerin bei der Österreichischen Shorttrack-Meisterschaft an den Start. Am 1. Mai bestreitet sie in der Steiermark auch das Cross-Country-Rennen der Kategorie C1 im Rahmen der Mountainbike Liga Austria.
„Sich der Herausforderung zu stellen, den XCC-Titel zu verteidigen, ist eine Selbstverständlichkeit. Und das Rennen am Montag ist ein weiterer guter Härtetest, bevor es dann wenig später in der World Series richtig zur Sache geht”, sagt die 22-Jährige.
Ein weiterer solcher folgt am 7. Mai beim City Event in Chur im Rahmen der ÖKK Bike Revolution in der Schweiz, für das – eine Woche vor Nove Mesto – schon jetzt zahlreiche Top-Athletinnen genannt sind. „Ich bin 2022 das finale Rennen der Bike Revolution 2022 in Hutwill gefahren. Es war ein richtig cooles Event”, erinnert sich Stigger, die damals Rang 4 erreichte, zurück.
Die weibliche Rugby-Community in Österreich wächst!
In den vergangenen Jahren erfreuen sich die Vereine vermehrt über Zuwachs, ehemalige Spielgemeinschaften streben nach Eigenständigkeit und das Nationalteam hat den Aufstieg in die zweihöchste Amateur-Liga geschafft.
Auf Vereinsebene gibt es mit der Women’s 7s Series nunmehr einen regulären Ligabetrieb, wo nach den Regeln der olympischen 7er-Rugby-Variante jene sechs Teams ermittelt werden, die an den Sport Austria Finals 2023 powered by Holding Graz teilnehmen. In der steirischen Landeshauptstadt genießt die weiblichen Rugby-Elite in Abwesenheit ihrer männlichen Kollegen die ungeteilte Aufmerksamkeit, was einen zusätzlichen Push für die Sportart bringt.
Liga-Sprecher Stefan Pauser spricht im Interview über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Damen-Rugby in Österreich.
Stefan, wie ist es um den weiblichen Rugby-Sport in Österreich bestellt? In welche Richtung zeigt die Entwicklungskurve? Stefan Pauser: Vor allem in den vergangenen drei Jahren hat sich mehr und mehr gezeigt, dass die gute Arbeit der Vereine Früchte getragen hat. Wir haben einen konstanten Ligabetrieb, es herrscht reger Zulauf – vor allem auch im Nachwuchsbereich. Deshalb etablieren sich nun auch immer mehr Vereine, die in der Vergangenheit als Spielgemeinschaften angetreten sind, als eigenständige Teams. Somit zeigt die Quantitäts- als auch die Qualitätskurve klar nach oben.
Die Richtung für Österreichs Damen-Rugby stimmt.
Lässt sich die Qualitätssteigerung messen? Pauser: Sie lässt sich vor allem daraus ableiten, dass es bei den Turnieren deutlich knappere Ergebnisse gibt als noch vor einigen Jahren. Die Top-3 liegen sehr nahe beisammen. Lange Zeit gab es hinter Rugby Donau lange nichts. Jetzt merkt man, dass andere Teams aufgeschlossen haben und in diesem Jahr sogar drei, vier Teams um den Titel mitspielen können.
Wie lange existiert die Women’s 7s Series bereits? Pauser: Die Women’s 7s Series ist schon vor einigen Jahren entstanden, setzte sich aber lange Zeit aus vielen wechselnden Spielgemeinschaften zusammen. Nun ist es eben aufgrund der gestiegenen Mitglieder-Zahlen erstmals möglich geworden, einen kontinuierlichen Ligabetrieb mit immer mehr eigenständigen Teams zu organisieren.
Wer sind die Top-Teams der heimischen Damen-Rugby-Szene, die regelmäßig im Rahmen der Women’s 7s Series antreten? Pauser: Mit der Spielgemeinschaft aus Wiener Neustadt und Melk (Red Rucking Rockets; Anm.), Rugby Donau, Stade Rugby, den Celtics, die als Blue Mustard Mates gemeinsam mit Spielerinnen aus Krems am Start sind, den Steel City Tigers aus Klagenfurt/Linz und einer Spielgemeinschaft aus Graz/Leoben sind mittlerweile sechs Teams an so gut wie allen Spieltagen der Series im Einsatz. Dazu kommen jeweils noch Vereine, die nicht an jedem Turnier-Wochenende ein Team stellen, aber ebenfalls über eine wachsende Community verfügen.
Bei den Sport Austria Finals genießen die Damen aufgrund der Nationalteam-bedingten Abwesenheit der Herren das alleinige Rampenlicht. Was bringt die Teilnahme an so einer Veranstaltung den Teams und dem Damen-Rugby generell? Pauser: Einerseits ist es für die Damen momentan der größte aller Bewerbe. Der Staatsmeistertitel ist nach wie vor die höchstmögliche Auszeichnung. Außerdem wird medial noch mehr Aufmerksamkeit unseren Sport gelenkt. Daraus erhoffen wir uns einerseits, dass wir noch mehr Damen motivieren können, in die Vereine zu kommen. Andererseits wollen wir auch die herrschenden Vorurteile wieder ein Stück weiter abbauen.
Was sind klassische Vorurteile gegenüber den Damen? Pauser: Man stellt sich immer vor, dass jede Frau im Rugby über 100 Kilo auf die Waage bringt und ohnehin alle Spielerinnen unfit sind – eine weibliche “Schlägertruppe” eben. Dabei zeichnet sich gerade die 7er-Variante aber durch extrem athletische Spielerinnen aus. Generell ist es wichtig, zu erwähnen, dass 7er-Rugby aufgrund der höchst unterschiedlichen Positionen für jeden und jede geeignet ist, unabhängig von Körperbau und Gewichtsklasse. Es ist wirklich ein Sport, wo jede und jeder mitspielen kann.
Wer sind deiner Meinung nach die Top-Favoritinnen beim Turniertag im Rahmen der Sport Austria Finals am 8. Juni im ASKÖ Sportcenter in Eggenberg? Pauser: Beim jüngsten Freundschaftsturnier waren die Red Rucking Rockets siegreich. Gemeinsam mit Stade teilt sich das Team auch so gut wie alle Turniersiege in dieser Saison. Zum Favoritinnen-Kreis zählen aber sicher auch Celtic und Donau.
Wie gut steht der heimische Damen-Rugby-Sport eigentlich im internationalen Vergleich da? Können unsere Damen auf Vereins- oder Nationalteam-Ebene mit der europäischen Elite mithalten? Pauser: Ja. Das Damen-Nationalteam hat den Aufstieg in die zweithöchste Amateur-Spielklasse Europas, der sogenannten Rugby Europe Trophy, geschafft. Eine Top-10-Platzierung unter den 16 teilnehmenden Nationen ist dort bei der Premiere unser klares Ziel.
7er-Rugby ist auch olympisch. Kann Österreich vielleicht in absehbarer Zeit einmal eine Sensation schaffen und unter den fünf Ringen antreten? Pauser: Die Qualifikation für Paris 2024 ist bereits abgeschlossen, aber es wäre theoretisch möglich, dass sich unsere Damen für die Spiele 2028 qualifizieren. Dazu müsste in den kommenden Jahren ein weiterer Aufstieg gelingen und voraussichtlich eine Top-5-Platzierung erreicht werden. Das ist nicht unmöglich, für die nächsten Entwicklungssprünge sind aber wohl semiprofessionelle Strukturen notwendig.
Frei nach Sigi Bergmann steht im Kampf um den Staatsmeistertitel ein “harter Fight” bevor.
Österreichs Fechtverband (ÖFV) hat eine neue Initiative ins Leben gerufen, um den Abstand zur Weltspitze zu verringern. Der Deutsche Sven Ressel, der zuvor zehn Jahre lang Sportdirektor des Deutschen Fechter-Bundes war, wurde als hauptamtlicher Sportdirektor des ÖFV eingestellt, um eine erfolgreichere Zukunft zu gestalten.
Mehr Unterstützung für die Sportler
Zu seinen Plänen gehört das Erstellen von Zielvereinbarungen und das Definieren von Zwischenzielen. Ressel ist überzeugt, dass man mit zielgerichteter Arbeit „auch relativ schnell Erfolge verbuchen“ kann, jedoch realistischerweise nicht sofort Medaillengewinne erzielen wird. „Es geht darum, dass man aufzeigt, was man mit gar nicht so viel Mehraufwand generieren kann. Die Sportler freuen sich, dass jemand da ist, der strukturell helfen kann. Wenn Athleten das spüren, dann sind sie eher bereit, eine Kohle mehr ins Feuer zu werfen“, so Ressel.
Das Hauptziel sind die Olympischen Spiele, wobei Ressel nicht nur die Spiele 2024 in Paris im Blick hat, sondern auch die Spiele 2028 und 2032. Auf dem Weg dahin will er neue Ansätze in Trainingswissenschaft und Leistungsdiagnostik verfolgen. Ressel sieht vor allem Potenzial in den Stoßwaffen Florett und Degen und erachtet die Qualifikation über die Mannschaft als „unheimlich schwierig“, während die Einzelplätze über die Weltrangliste oder die Kontinentalausscheidung „nicht ganz unrealistisch“ sind.
Kritische Worte zu Russland
In Bezug auf die Teilnahme russischer und weißrussischer Sportler äußert sich Ressel kritisch und betont: „Es ist aktuell unzumutbar, russische und weißrussische Athleten zuzulassen“. Er sieht die Zulassung dieser Sportler als problematisch, insbesondere im Fechten als Kampfsport, und fordert die Beibehaltung des Teilnahmeverbots.
Die Situation wird durch den Weltcup-Boykott einiger Veranstalter noch erschwert. Ressel zeigt Verständnis für die Absage von Turnieren und merkt an, dass der Weltfechtverband uneingeschränkte Einreisemöglichkeiten fordert, die jedoch nicht von Sportverbänden gewährleistet werden können. Für den österreichischen Verband stellt dies eine schwierige Lage dar, da die Planung im Weltcup nur unter Unsicherheiten möglich ist.
Österreichs Cheerleading- und Performance-Cheer-Athlet:innen treten am Dienstag bzw. Mittwoch die Heimreise von den ICU World Cheerleading Championships 2023 in Orlando (USA) an.
Mit im Gepäck haben die acht Nationalteams neben jeder Menge Erfahrung vor allem auch die in den Cheerleading-Kategorien Youth und Junior eroberten WM-Goldmedaillen. Doch damit nicht genug.
Bei einer feierlichen Zeremonie im Rahmen der Weltmeisterschaften am ESPN WIDE WORLD OF SPORTS COMPLEX in Florida kamen überraschend noch drei weitere Auszeichnungen für Team Austria dazu.
Weltverband honoriert ÖCCV-Anerkennung
Die offiziellen Vertreterinnen des Österreichischen Cheerleading und Performance Cheer Verbandes (ÖCCV) um Präsidentin Julia Harrer bekamen vom Weltverband, der International Cheer Union (ICU), zunächst den “Sports Authority”-Award verliehen. Die ICU honoriert damit die Aufnahme des ÖCCV in die Sport-Austria-Familie, die gleichbedeutend mit der Anerkennung als eigenständige Sportart in Österreich ist.
“Das zeigt, dass die Anerkennung unserer Sportart nicht nur in Österreich wertgeschätzt wird, sondern auch weltweit. Die unzähligen Stunden an harter Arbeit haben sich ausgezahlt. An dieser Stelle gilt der Dank allen Vereinen und handelnden Personen, die diesen Schritt möglich gemacht haben”, sagt Harrer.
Zwei WM-Goldene verbuchte der ÖCCV in Orlando.
Auszeichnungen für WM-Titel 2022
Für die Leistungen des Jahres 2022 – in dem Österreichs Senior-All-Girl-Nationalteam sensationell den WM-Titel in der zweithöchsten Cheerleading-Kategorie (“Elite”) holte und den Aufstieg ins “Premier”-Level feierte – gab es noch zwei weitere Auszeichnungen: Den “Breakthrough Award” und den Award für Jannine Körber als “Coach of the Year 2022”.
“Der Coach of the Year ist die höchste Auszeichnung, die man als Coach erreichen kann. Diese Ehre teile ich mit meinem Team, meinen Coaches sowie allen, die diese Auszeichnung für mich möglich gemacht haben”, so Körber, die auch in diesem Jahr wieder für das Senior-All-Girl-Nationalteam verantwortlich war.
ÖCCV-Präsidentin Julia Harrer und Coach of the Year Jannine Körber präsentieren die Awards.
“Von den Emotionen überwältigt”
Alle Awards wurden von einem ICU-Gremium vergeben. Das Prozedere erfolgte ohne Einbindung des österreichischen Verbandes. Dementsprechend groß war die Überraschung in den Reihen des ÖCCV.
“Wir haben an diesem Abend unter allen Nationen die meisten Awards erhalten. Ich bin aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen, war total überrascht und von den Emotionen überwältigt”, so die ÖCCV-Präsidentin abschließend.
Next Stop: Sport Austria Finals
Österreichs Cheerleading-Szene hat nach den turbulenten Wochen seit Saisonbeginn nun kurz Zeit haben, zur Ruhe zu kommen. Doch bald schon beginnen die Vorbereitungen auf das nächste Highlight.
Denn im Rahmen der Sport Austria Finals 2023 powered by Holding Graz kommen zwischen 7. und 11. Juni die Staatsmeisterschaften zur Austragung, wo die Athlet:innen dann wieder mit ihren jeweiligen Vereinen gefordert sind, sportliche Höchstleistungen zu Erbringen.
Die Racketlon Federation Austria (RFA) rund um Präsident Marcel Weigl sieht ihre Hauptaufgabe in der Organisation des Spitzen- und Leistungssports – und damit in der Austragung der Turnierserie (“BABOLAT Austrian Championship”) und der Einberufung der Nationalteams (U12, U13, U16, U18, U21, Elite I und Elite II)
Der mittlerweile auf zwei Teilzeit-Kräfte sowie zwei geringfügig angestellte Mitarbeiter angewachsene Verband vergisst aber dabei nicht auf seine Basis und die Vereine.
Call on me!
Im Rahmen von “Let’s Talk Racketlon” gibt es an jedem letzten Montag im Monat Online-Veranstaltungen, bei denen Weigl & Co. Hilfestellungen und eine Diskussionsplattform für die gesamte Community anbieten. “In der heutigen Zeit ist Kommunikation das Um und auf. Während es den einen zu viel ist, kann es den anderen nicht genug sein. Für viele ist die Informationsflut im Web, auf Social Media, per Whats App, oder Telefon nicht mehr überschaubar. Deshalb haben wir die Möglichkeit geschaffen, dass alle – vom Nationalspieler bis zu den Eltern von Nachwuchsspieler:innen – ihre Fragen und Anregungen im Rahmen dieser Diskussionsrunde äußern können”, erklärt RFA-Präsident Marcel Weigl.
Jugend forscht
Racketlon macht Schule. Unter der Leitung von Präsident Marcel Weigl wird sogar im Turnsaal gespielt.
Die RFA engagiert sich in zahlreichen Projekten, um die Zukunft des Sports zu sichern. Bei der “BABOLAT TALENT TOUR” wird talentierten Kindern und Jugendlichen zwischen sechs und zwölf Jahren eine polysportive Ausbildung in den Racket-Sportarten ermöglicht. Dazu finden an den Racketlon Hotspots quer durchs Land regelmäßig geförderte Trainingseinheiten statt. Von dort aus sollen die Talente dann den Weg in die Breitensport- bzw. Spitzensport-Wettkämpfe finden. “Es gelingt uns, immer wieder neue Talente zu entdecken, obwohl es aufgrund der zahlreichen Konkurrenz-Angebote immer schwieriger wird”, erklärt Weigl zu.
Treffpunkt Turnsaal
Zudem hat der Verband eine Strategie entwickelt, um bereits den jüngsten Sportbegeisterten die Faszination Racketlon näher zu bringen. “Unser Youth Concept ist während der Pandemie-Jahre entstanden und zielt darauf ab, Schülerinnen und Schüler zum Racketlon zu bringen, bevor sie in andere Sportarten abwandern. Dank veränderter Regeln und unterschiedlichen Spielfeldgrößen kann Racketlon mit dem Konzept ‘Racketlon School’ auch in jeder Schule, die über einem Norm-Turnsaal verfügt, ausprobiert werden”, so Weigl.
Vorzeigeprojekt “First Serve Refugees”
Als ein “Vorzeigeprojekt” des Verbandes gilt “First Serve Refugees”, das jungen Frauen und Männern mit Migrationshintergrund zwischen 16 und 30 Jahren ein regelmäßiges kostenloses Racketlon-Training ermöglicht. Neben der sportlichen Betätigung begeistern sich die vorwiegend unbegleiteten Minderjährigen an den Standorten Wien, Graz und Lauterach auch darüber hinaus für den Sport und haben längst aktive Rollen beispielsweise als Schiedsrichter:innen, Funktionär:innen oder Trainer:innen übernommen.
“Wir haben dank First Serve Refugees bisher bereits über 100 jungen Menschen den Racketlon-Sport näherbringen können. Viele von ihnen sind dabeigeblieben, trainieren regelmäßig und messen sich mittlerweile bei Turnieren. Einige haben sogar bereits die Ausbildung zu Übungsleitern gemacht oder engagieren sich anderweitig in Vereinen”, freut sich Projektleiterin Doris Turner im Interview über den großen Erfolg.
“First Serve Refugees” ist Vorzeige- und Erfolgsprojekt zugleich.
Next Step: Vollmitgliedschaft bei der Sport Austria
“First Serve Refugees” läuft mit Ende des Jahres aus. Spätestens dann rückt das nächste “Projekt” ins Blickfeld der RFA: Der Verband kämpft um die Aufnahme als Vollmitglied in den Kreis der Sport Austria, um vollen Zugang zur Sportförderung zu erhalten. Derzeit ist man auf kleinere Fördersummen angewiesen, die über den Tischtennis-Verband (ÖTTV) bezogen werden können. Diese Kooperation läuft allerdings Ende 2024 aus.
Vom 26. bis 30. April 2023 findet in Frederikshavn (DEN) die U19-Floorball-Weltmeisterschaft statt. Österreich trifft dabei in der Vorrunde auf Estland, Gastgeber Dänemark und die USA und hat sich große Ziele gesetzt. „Bei dieser Weltmeisterschaft müssen wir mindestens 2 Spiele gewinnen, um den Weltranglistenplatz zu halten. In unserer Gruppe sind Estland und Dänemark klar unsere stärksten Konkurrenten“, erklärt Trainer Roland Fust und ergänzt: „Wir wollen in Dänemark möglichst viele Spiele gewinnen.“
Sogar von der direkten Qualifikation für die nächste Weltmeisterschaft in der Schweiz darf geträumt werden. Das Mindset des österreichischen Nachwuchses hat sich unter Fust geändert. „Wir wollen nicht mehr der Underdog sein, der sich nur hinten reinstellt und wartet, was passiert. Wir wollen frisch und offensiv auftreten und auf lange Zeit im Konzert der Top-10 mitspielen.“
Österreichs U19-Nationalteam im Floorball gelang im Jänner im Zuge der Weltmeisterschaftsqualifikation in Salzburg mit Siegen über Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden bereits am dritten Turniertag die angepeilte Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Dänemark. Das Team von Roland Fust konnte vor allem durch Teamgeist und gelungenes Pressing die Mitkonkurrenten in clever Schach halten.
„Das war generell ein ganz wichtiges Zeichen – nicht nur in Österreich, sondern auf internationaler Ebene. Die anderen Nationen sollen mitbekommen, dass bei uns etwas entsteht und wir mitspielen können. Beim Qualifikationsturnier haben wir das schon sehr gut gemacht, auch wenn wir noch sehr viel Luft nach oben haben. Wir haben eine sehr junge Mannschaft, aber die harte Arbeit trägt bereits Früchte. Wir sind zu einem eingeschworenen Team geworden“, berichtet der 16-jährige Paul Steinbichler.
Auf nach Norwegen! Österreichs Orientierungslauf-Elite hob am Montag Richtung Weltcup-Auftakt in Østfold ab. Ab Donnerstag treten in den süd-ost-norwegischen Wäldern rund um Våler 117 Läuferinnen und 144 Läufer in drei Weltcup-Bewerben über die Langdistanz, Mitteldistanz und in der Staffel an.
Für Österreich sind mit Sprint-Staatsmeister Jannis Bonek (Naturfreunde Wien), Vize-Meisterin Johanna Trummer (OLC Graz), Bronzemedaillengewinnerin Anika Gassner und den Mixed-Staffel-Medaillengewinner:innen Ylvi Kastner, Jasmina Gassner (alle Naturfreunde Wien), Laura Ramstein und Matthias Gröll (beide OLC Graz) gleich sieben Athlet:innen in Norwegen dabei, die im Vorjahr bei den Sport Austria Finals am Podium landeten.
Weiters am Start: Anna Gröll, Mathias Peter (beide OLC Graz), Nicolas Kastner (Naturfreunde Wien), Robert Merl (ASKÖ Hennersdorf) und Gernot Ymsén (HSV Pinkafeld. Insgesamt haben sich je 6 rot-weiß-rote Damen und Herren für den Weltcup-Auftakt qualifiziert.
Daheim im norwegischen Wald verirrt
Betreut werden die Athlet:innen von Nationalteamtrainer Radek Novotný und dessen Assistenz-Coach Martin Binder vom österreichischen Bundesheer. Die größte Herausforderung wird das hügelige norwegische Waldgebiet werden. Das weiß auch der Nationalteamtrainer: „Skandinavien in Reinkultur: kupiertes Gelände, dichte, schwer einsehbare Wälder mit wenig menschlichen Spuren.“
Selbst der norwegische Weltcup-Titelverteidiger Kasper Fosser warnt vor den Tücken seiner heimischen Wälder: „Ich habe mich, als ich noch jünger war, dort auch schon verlaufen. Ich erinnere mich an ein Nacht-Training, als meine Stirnlampe ausfiel. Da musste ich drei Kilometer im Finstern meinen Weg nach Hause suchen.“
Doch Teamtrainer Novotný ist trotz des schwierigen Geländes nach der intensiven Vorbereitungszeit von seinen Schützlingen überzeugt: „Wir haben gute Chancen – es gibt Athletinnen und Athleten bei uns im Team, die es mit der Weltelite aufnehmen können.“
Action bei den Sport Austria Finals
In 44 Tagen beginnt die dritte Auflage der Sport Austria Finals, wo am Sonntag die Orientierungslauf-Entscheidung im Knock-out-Sprint ansteht. Es ist das erste Mal, dass dieses WM-Format auf nationaler Ebene in Österreich als Meisterschaft austragen wird. Am Vormittag stehen die Qualifikationsläufe am TU Campus Graz am Programm, die Top-16 Damen und Herren schaffen es in die Finalläufe am Karmeliterplatz. Die besten Vier der jeweiligen Halbfinal-Entscheidungen kämpfen im Finale um die Medaillen. Es wird spannend, actionreich und vor allem sehr, sehr schnell.
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